Music Interview | verfasst 25.05.2018
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Text Steffen Kolberg
Kamaal_williams

Bevor Henry Wu als Teil des Duos Yussef Kamaal vor zwei Jahren einen neuen Jazz-Hype in Großbritannien lostrat, galt er schon als aufstrebende Größe der Südlondoner Produzentenszene. Nach dem Split von Yussef Kamaal geht er jetzt als Kamaal Williams eigene Wege, das Debütalbum »The Return« erscheint auf seinem neuen Label Black Focus. Vor einer gemeinsamen Clubnacht mit Twit One und Alex Barck im Berliner Father Graham redet er über deutsche Autos, die Veränderungen in London und den Islam.

hhv.demag: Heute Abend wirst du unter anderem mit Twit One auftreten, einem der begabtesten Beatmaker der deutschen Szene. Beschäftigst du dich viel mit Sachen, die aus Deutschland kommen?
Kamaal Williams: Ja, Tim und ich sind gute Freunde. Wir haben auch schon eine Platte zusammen aufgenommen, »27 Karat Years«, in Düsseldorf bei Elektro Müller. 2015 war das. »Die arabische Sprache klingt für mich nach Musik. Und sie sieht für mich nach Musik aus.« (Kamaal Williams)Tim hat mich in die Sachen von Retrogott, Suff Daddy und dieser ganzen Crew eingeführt. Natürlich bin ich auch ein großer Fan von Max Graef, Glenn Astro und so vielen anderen. Hier in Deutschland bin ich echt in Einklang mit der Musik-Szene, speziell mit Tim und Max. Max Graef ist einer meiner Lieblingskünstler überhaupt. Er ist so vielseitig. Unsere Ansätze sind ähnlich – wir haben beide eine Band, wir sind beide Produzenten. Heute wird außerdem Alex Barck von Jazzanova auflegen. Jazzanova war eine wichtige Inspiration für mich als Heranwachsenden. Sie waren die ersten, die außerhalb von UK Broken Beat gemacht haben.

Was ist das Besondere an der Szene in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern?
Kamaal Williams: Da ist so viel Leidenschaft, Zielstrebigkeit und Detailverliebtheit, wenn es um das Produzieren von Musik geht. Vielleicht ähnlich zu der Art, wie die Deutschen Autos bauen. Sie machen die besten Autos, allein schon wegen dieser Liebe zum Detail. Ich selbst fahre einen BMW.

Einen 3er?
Kamaal Williams: Klar.

»The Return« könnte man als dein erstes Solo-Album bezeichnen. Ist für dich das Album klassischerweise der große künstlerische Ausdruck, im Gegensatz zu EPs und Singles?
Kamaal Williams: Ich liebe es, an Alben zu arbeiten. Mein erstes Album war ja das Yussef-Kamaal-Album, und für mich ist das hier die Fortsetzung davon. Bei der Art, wie die Songs komponiert und aufgenommen sind, macht nur das Albumformat Sinn. Während meine anderen Produktionen, die EPs und Singles, eher für die Clubs sind. Wie ich hier mit einer Band die Songs schreibe, so etwas funktioniert für mich nur in Albumform, ich könnte keine Single veröffentlichen. Ich liebe diesen Entstehungsprozess des Albums. Es ist eine großartige Art, sich mit den Musikern in meiner Band zu verbinden. In der Zeit, in der das Album entstand, sind wir wirklich sehr stark zusammengewachsen.

In den letzten Jahren erfuhren in den USA im Jazz verwurzelte Künstler einen Hype, was Jazz einen neuen Auftrieb verlieh. In Großbritannien wirst du als einer der Pioniere einer ähnlichen Bewegung wahrgenommen. Woher kommt das allgemeine Interesse an dieser Musik deiner Meinung nach?
Kamaal Williams: Ich glaube, dass das immer da war. Das einzig Neue ist, dass es jetzt eine neue Generation von Musikern gibt, die Jazz wiederentdecken. Einer der Gründe ist vielleicht, dass es inzwischen so viele DJs, Produzenten und Beatmaker gibt, dass der Markt ausgereizt ist. Alle wollen DJ, Beatmaker oder MC sein, alle hängen an Ableton. Das musikalische Können eines Instrumentalisten ist inzwischen wirklich etwas Besonderes in einer Zeit voller Technologie und Social Media. Da kommt etwas daher, das total altmodisch hergestellt wurde, ein Saxophon zum Beispiel. Wenn man dann aber einen 18-jährigen es spielen und in einen neuen Kontext setzen sieht, macht es das zu etwas Besonderem. Die Leute suchen nach rohen Talenten.

War das auch dein Weg? Genug zu haben vom Überproduzierten und sich als Instrumentalist einen Ausweg suchen?
Kamaal Williams: Ich hatte immer eine Band, mit der ich spielte. Mein Traum war immer, ein Jazz-Funk-Album zu machen, inspiriert von den Herbie-Hancock-Alben der 70er. Das sind für mich die größten Kunstwerke, die wir haben. Irgendwann, nachdem ich viel House und HipHop produziert hatte, wollte ich einen Wechsel, wollte zurück zu den rohen Elementen und diesen Traum verwirklichen, ein Album zu machen.

Du beziehst dich oft auf London, wenn es um deine Identität und deinen Sound geht. London, speziell der Osten und der Süden, hat in den letzten Jahren gewaltige Veränderungen erfahren. Gentrifizierung und Verdrängung sind Alltag, in der elektronischen Musik-Szene trauert man Clubs hinterher, die verschwinden mussten. Wie sieht das in deiner Szene aus, betrifft das auch dich und die Menschen um dich herum?
Kamaal Williams: Ich lebe schon mein ganzes Leben in Peckham im Südosten. Ich habe die Veränderung gesehen, und sie ist unvermeidlich. Natürlich gehen damit negative Dinge einher, aber musikalisch, kreativ sorgt dieser Zustrom von Leuten aus der ganzen Welt nach Peckham für viele interessante Dinge. Natürlich gibt es Nebeneffekte – Leute können sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Auch für mich ist es dort inzwischen sehr teuer. Aber das ist einfach der Lauf der Dinge, man kann da nicht viel machen, es passiert sowieso.

Es gibt also erstmal einen großen Input.
Kamaal Williams: Ja, einen wirklich großen Input. Viele Leute kommen von außen rein und schaffen Dinge, vieles davon ist wirklich großartig, manches nicht so. Wir werden sehen, was dabei herauskommt. Ich glaube, es ist wichtig, sich an die Künstler zu erinnern, die dort von Anfang an waren. Leute wie ich, wie Yussef Dayes, wie Mansur Brown, der noch in diesem Jahr sein Album auf Black Focus veröffentlichen wird: Wir sind alle aus Südlondon, dort geboren und aufgewachsen. Mein Großvater kam schon aus Südostlondon, also war mein Vater dort verwurzelt, meine Mutter ist Immigrantin und kommt aus China. Wir sind stark mit beiden Aspekten Südlondons verbunden, denn es ist auch ein migrantisch geprägter Stadtteil. Das macht Peckham aus: Peckham besteht aus Westafrika, Nordafrika, Asien und der Karibik. Ein Einwanderer zu sein, bedeutet, aus Peckham zu sein.

Doch inwiefern verändert es sich? Kannst du erläutern, was du mit positivem und negativem Input meinst?
Kamaal Williams: Das Negative ist, dass die Dinge, die in die Gegend kommen, nicht unbedingt für die Menschen vor Ort sind. Sie sind für die neuen Leute. Zum Beispiel irgendwelche Galerien: Sie zielen nicht auf die lokale Community, denn sie sind sehr teuer. Das Essen in den neuen Restaurants ist sehr teuer. Das ist also etwas, das die lokale Bevölkerung nicht einlädt. Auf der anderen Seite können diese Galerien, die Cafés und Restaurants, den Bewohnern Jobs verschaffen. Wer weiß also schon, ob das gut oder schlecht ist? Ich kann es nicht beurteilen.

Unter dem Namen Henry Wu zierte ein asiatisches Schriftzeichen dein Auftreten, eine Hommage an die Herkunft deiner Mutter. Seit Yussef-Kamaal-Zeiten sind es arabische Schriftzeichen. Was hat es damit auf sich?
Kamaal Williams: Ich bin Muslim seit sieben Jahren. Seitdem bin ich verliebt, nicht nur in den Islam, sondern auch in die arabische Sprache. Als Jugendlicher war ich Graffiti-Künstler in Peckham und Kalligraphie und Typographie haben mich immer fasziniert. Genauso war es schon mit chinesischer Kalligraphie. Die arabische Sprache wird mit einem bestimmten Flow geschrieben. Nicht nur der Sound der Sprache, auch die Art, wie sie geschrieben wird, hat einen bestimmten Rhythmus. Das hallt in mir als Musik nach – die arabische Sprache klingt für mich nach Musik. Und sie sieht für mich nach Musik aus, wegen diesem Flow. Wenn wir zusammen live spielen, geht es auch immer um den Flow, darum, die Dinge geschehen zu lassen. Für mich ist die arabische Schrift die visuelle Repräsentation der Musik. Die Kalligraphie auf dem Album stammt von einem chinesischen Muslim namens Haji Noor Deen. Sein Stil ist eine Mischung aus asiatischer und arabischer Kalligraphie. Wenn jemand malen sollte, was wir spielen, wäre es genau das. Wenn man sich die Buchstaben anschaut, die Rundungen, wie sie durch einander hindurch gehen, diese Kommunikation der Buchstaben ist so wie die Kommunikation der Band.

Kamaal Williams -  The Return Webshop ► Vinyl LP + CD Was inspiriert dich am Islam? Hat es etwas mit islamischer Mystik zu tun?
Kamaal Williams: Ich glaube, dass die Musik ein Geschenk ist. Die Urheberschaft liegt nicht bei mir, ich bin niemand besonderes. Ich schreibe das dem Schöpfer zu. Der Schöpfer hat uns allen ein Geschenk gegeben. Alle haben eine Gabe, die uns demütig bleiben lässt. Denn wenn du dich selbst zu sehr liebst, zerstörst du sich am Ende nur selbst. Wir sind alle unperfekt. Ich mag es nicht, mich als den Größten darzustellen, das bin ich nicht. Gott ist der Größte, und er hat mir eine kleine Gabe gegeben. Wenn ich so ehrlich bin, zu wissen, dass das ein Geschenk ist, kann ich souverän genug sein, es mit anderen zu teilen. Denn es ist nicht von mir, sondern von Gott. Das ist mein Glaube, und deshalb bin ich, wenn ich Musik mache, völlig frei. Das ist der beste Weg, es zu teilen: Auf ehrlich Weise, aus dem Herzen. Sich keine Gedanken darum zu machen, wie es klingen sollte oder ob es wie Jazz sein sollte oder Lo-Fi oder nach 70ern zu klingen hat. Lass es einfach raus: Es ist, was es ist. Versuch es nicht zu etwas zu machen, das es nicht ist.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.11.2016
Henry Wu & Tito Wun
27 Karat Years
Auf »27 Karat Years« liefern Henry Wu & Tito Wun eine ehrliche Hommage an den Jazz der Siebziger. Was kann dabei noch schief gehen?
Music Review | verfasst 05.02.2018
Henry Wu & Earl Jeffers
Projections EP
Wenn sich House, Disco und Jazz wegen hoher Mieten eine Couch teilen müssen, entsteht die »Projections EP« von Henry Wu und Earl Jeffers.
Music Liste | verfasst 18.09.2017
12 Organic Groovers,
die die letzten 12 Monate geprägt haben
Junge Menschen kaufen alte Platten, Hauptsache Kalimba, Conga, Hauptsache es klingt irgendwie erdverbunden. Wo doch alles so digital geworden ist. Aber man muss dafür gar nicht in der Vergangenheit diggen…
Music Review | verfasst 11.10.2012
The Pyramids
Otherworldly
35 Jahre nach ihrem letzten Album kann man The Pyramids jetzt neu entdecken: World Music im besten, umfassenden und experimentellen Sinne.
Music Review | verfasst 21.01.2013
Various Artists
Feten - Rare Jazz Recordings from Spain 1961-1974
Unter der bis 1975 währenden Diktatur als denaturierte »Negermusik« deklariert, hatte es Jazz schwer in Spanien. Doch es gab ihn…
Music Review | verfasst 25.02.2013
BRZZVLL
Polemicals
Jazz, Funk, Weltmusik, Soul, Afrobeat – BRZZVLL bespielen zuverlässig das Feld der Organic Grooves und setzen dort spannende Akzente.
Music Review | verfasst 03.04.2013
Jose James
No Beginning, No End
Jose James ist ein begnadeter Sänger, der wohl mit Jazz großgeworden und ihm mehr als gewachsen ist.
Music Review | verfasst 16.05.2013
Alex Puddu
The Golden Age Of Danish Pornography
Wann auch immer sich mal wieder jemand an einer Adult-Movie-Vertonung versucht, er muss sich an dieser Scheibe messen lassen.
Music Review | verfasst 06.06.2013
The Jazzinvaders ft. Dr. Lonnie Smith
That's What You Say
Die Jazzinvaders sind für den Jazz was Vivaldi für die Klassik war: Der einfachste Zugang zu einer für die meisten unverständlichen Welt.
Music Review | verfasst 07.08.2013
Michel Magne
Musique Tachiste
»Musique Tachiste« liegt irgendwo zwischen Horrorfilm und Jazz. Und ist auch 54 Jahre nach Veröffentlichung noch magengruben-umdrehend gut.
Music Review | verfasst 10.01.2014
BadBadNotGood
BBNG2
Um Jazz aus den Feuilletons wieder rauszuholen, brauchte es die Herren von BadBadNotGood. »BBNG2« macht den Jazz wieder gefährlich.
Music Review | verfasst 06.05.2008
LTC
A Different View
Das klingt dann eben schon mal wie die Begleitmusik der »Knoff-Hoff-Show« oder die Hintergrundbeschallung der Programminformationen des NDR.
Music Review | verfasst 28.02.2008
The Stance Brothers
Kind Soul
Was dem geschulten Gehör von Teddy Rok gefällt, ist erste Sahne. Der verfrühte Soundtrack für den Frühling.
Music Review | verfasst 26.02.2014
Toby Fichelscher
Busting The Bongos
Toby Fichelscher war einer der Seelensklaven der den Blues hatte. »Busting The Bongos« gibt Einblicke in das Werk des Berliner Jazzers.
Music Review | verfasst 12.03.2014
Roy Porter Sound Machine '94
Generation
Treffsicher wie eh und je, bewies Roy Porter noch im Alter von 71 Jahren, wie man ohne Verlust künstlerischen Tiefgangs zeitgemäß sein kann.
Music Review | verfasst 31.03.2014
Kris Bowers
Heroes + Misfits
Der 24-jährige Jazzpianist Kris Bowers schafft es seinem Genre neues Leben einzuhauchen. So schmeckt Jazz wieder nach dem 21. Jahrhundert.
Music Review | verfasst 16.04.2014
Andromeda Mega Express Orchestra
Live On Planet Earth
»Live On Planet Earth« des Andromeda Mega Express Orchestras zeigt, wie Musik zu einem Transportmittel gen unerschlossene Regionen wird.
Music Review | verfasst 02.05.2014
Samúel Jón Samúelsson Big Band
4 Hlidár
»4 Hlidár«, das viert Album Samúel Jón Samúelsson Big Band gleicht einer Offenbarung epochalen Ausmasses.
Music Review | verfasst 14.05.2014
Various Artists
Inner City Beat!
Das Plattenlabel Soul Jazz ist zeigt mit der Compilation »Inner City Beat«, was im Amerika der 1970er Jahre innerstädtisch so alles los war.
Music Review | verfasst 27.06.2014
José James
While You Were Sleeping
José James kennt sich bestens mit Genregrenzenverblendung aus. Dennoch klingt »While You Were Sleeping« stellenweise ein wenig unbedarft.
Music Review | verfasst 17.07.2014
Alien Ensemble
Alien Ensemble
»Alien Ensemble« besticht durch frische, leichte und nahezu unbeschwerte Klänge und intelligente und groovend arrangierte Lounge-Musik.
Music Review | verfasst 05.09.2014
Pierre Cavalli
Uma Vitamina Faz Favor
Mit »Uma Vitamina Faz Favor« stellt Pierre Cavalli den verträumten Nostalgiker in sich und uns mehr als zufrieden.
Music Review | verfasst 10.03.2015
BBNG (BadBadNotGood) & Ghostface Killah
Sour Soul
Mit BBNG und Ghostface Killah treffen musikalisch hochkarätige Profis aufeinander und liefern mit »Sour Soul« ein hörenswertes Stück Musik.
Music Review | verfasst 01.04.2015
Tenors Of Kalma
Electric Willow
Ein Power-Trio der ungewöhnlichen Art macht Prog- und Krautrock mit diversen Elektronik-Anleihen.
Music Review | verfasst 13.05.2015
Joyce Elaine Yuille
Welcome To My World
Joyce Elaine Yuille Debütalbum »Welcome To My World« ist von einer eindringlichen Jazz-Attitüde geprägt.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Hilde Marie Holsen
Ask
Für ihr bei Hubro Music erscheinendes Debüt »Ask« hat Hilde Marie Holsen fünf jazzige Stücke im Studio an der Akademie in Oslo improvisiert.
Music Review | verfasst 01.07.2015
David Torn
only sky
Soloalben von David Torn sind ein rares Gut – und »only sky« ist strenggenommen seine erste reine Soloplatte.
Music Review | verfasst 31.07.2015
Quantic presents The Western Transient
A New Constellation
Neue Stadt, neues Projekt: Mit The Western Transient hat Quantic jetzt den Jazz in Reinform entdeckt.
Music Review | verfasst 02.09.2015
Jimi Tenor & UMO
Mysterium Magnum
Techno und Jazz wirken konträr, Jimi Tenor lebt in beiden Welten. »Mysterium Magnum« mit UMO bringt zusammen, was nicht zusammen gehört.
Music Review | verfasst 26.10.2015
Michael Wollny
Nachtfahrten
Mit »Nachtfahrten« unterstreicht Michael Wollny, dass er einer der Jazzmusiker der Stunde ist.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.