Music Kolumne | verfasst 30.05.2018
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Text Tim Caspar Boehme
Records_revisited_boards-of-canada-music-has-the-right-to-children_1024x685px

Eigentlich hatte alles bis dahin nach Zukunft klingen sollen. Techno war ja so ein Versprechen gewesen, die Zukunft uneingeschränkt hier und jetzt und ohne alte Zöpfe zu haben. Auch die Synthesizer sollten nicht nach Früher, sondern nach Morgen klingen. Und in den späten neunziger Jahren waren die Störgeräusche von Laptops und überhaupt alles Digitale das vorherrschende Vokabular der Musik aus Strom. Wo aber kamen diese Sounds her, die das schottische Geschwisterduo Boards of Canada auf seinem ersten Album »Music Has the Right to Children« von 1998 in den elektronischen Kanon hineinbeamte?

Wie durch verstaubte Röhrenverstärker gequälte Echos aus vergangenen Tagen wehten diese Melodien herüber. Zugleich waren es fremdartige, fast kontaminierte Klänge, mit denen Michael Sandison und Marcus Eoin Sandison auf dieser Platte hantierten. Für Menschen, die mit »Switched-On Bach«, Kraftwerk und Sesamstraße großgeworden sind, war »Music Has the Right to Children« wie eine einzige subliminale Botschaft. Erinnerungen an Dinge, die es so wohl nie gegeben hatte, wurden geweckt. Und überall schien es gewaltig zu spuken. Unstete Gespenster, die nicht zur Ruhe kommen wollten, plärrten mit verzerrter Computerstimme Sätze wie »I love you«, die weniger nach Liebeserklärung als wie eine versteckte Drohung klangen. Dazu passend ein Cover mit Menschen, erwachsenen und kleinen (eine Familie?), in blässlichen Grüntönen, deren Gesichter wie ausradiert sind. Platzhalter für echte Menschen.

»Music Has the Right to Children« folgt dabei einer strengen Formel. Analoge, schwermütige Synthesizermelodien schleifen träge über verschleppte Breakbeats, die alle Stolperschritte, in die der HipHop später einmal verfallen sollte, praktisch schon vorwegnahmen. Zum Tanzen war das eher nicht gedacht. Und für IDM, wo man sie als Künsterl von Warp damals hätte einsortieren können, waren Boards of Canada viel zu wenig futuristisch aufgestellt. Wollten sie auch nicht. Stattdessen nahmen sie eine Perspektive der Rückschau ein, die kein »Retro«-Ergebnis hervorbrachte, sondern Musik, die als Monolith aus den übrigen Produktionen der Zeit herausragte.

Klar, es gab 1998 etwa auch Autechres »LP5«, mit denen das Duo seinen idiosynkratischen hochartifiziellen Stil in Sachen Eigenbrötlertum noch einmal hochschraubte, oder »Zauberberg« von Gas mit seinem dräuenden Dunkle-Streicher-über-geradem-Beat-Ambient, beide ebenfalls längst Klassiker. Doch »Music Has the Right to Children« gelang in besonderem Maße das Schaffen von etwas Neuem aus vertrauten Elementen, die in einem unerwarteten Zusammenhang auftauchten.

Schicht um Schicht steckt das Album voller Anspielungen an Dinge, die besonders in den siebziger Jahren eine wichtige Rolle gespielt haben. Für Menschen, die mit »Switched-On Bach«, Kraftwerk und Sesamstraße großgeworden sind, war »Music Has the Right to Children« wie eine einzige subliminale Botschaft.

Und voller Rätsel. Angefangen beim Titel. Was soll der überhaupt bedeuten? Wie bekommt Musik Kinder, vom banalen Umstand abgesehen, dass neue Musik sich in der Regel immer auf Vorläufer beruft, deren Besonderheiten anders aufnimmt und so im günstigen Fall Noch-nie-Dagewesenes schafft, das gleichwohl in irgendeiner Weise in einer Tradition steht?

Boards Of Canada - Music Has The Right To Children Webshop ► Vinyl 2LP Auch ansonsten wecken Board of Canada gern Erwartungen, die sie entweder nicht voll oder erst sehr spät einlösen. Gutes Beispiel ist der zweite Track »An Eagle in Your Mind«, dessen Melodien zunächst nur rudimentäre Schlieren ziehen. Andeutungen von Tönen, dazu ein Beat, der immer wieder ansetzt, aber nicht recht vom Fleck kommen will. Wenn dann nach vier Minuten zum ersten Mal die »echte« Melodie und die Bassdrum einsetzen, ist das wie ein Schock.

Ein weiterer Beweis ihrer Meisterschaft ist »Aquarius« in der zweiten Hälfte der Platte. In dieser Nummer kommen der Bass aus dem gleichnamigen Eröffnungsstück des Musicals »Hair« mit seinem charakteristischen Slap-Part und die Stimmen aus einer didaktischen Sesamstraßen-Sequenz zum Einsatz – Erwachsene und Kinder sprechen darin immer wieder Worte wie »orange« oder »Yeah, that’s right!« aus, vermutlich um die richtigen Anwendungsfälle zu erlernen –, ohne dass diese Collage auch nur im Entferntesten dämlich klingen würde. Vielmehr ist es einer der Höhepunkte des Geschehens.

Oft wurden an »Music Has the Right to Children« die vielen kleinen Zwischenspiele gelobt, in denen die Synthesizer ihren Freilauf bekommen. Das Tolle an der Sache ist jedoch, dass im Grunde alles hier herausragend ist. Und bis heute nicht angestaubt klingt, trotz oder gerade wegen der liebevoll patinierten Sounds. Die Nostalgie von Boards of Canada, die in der Folge gern und regelmäßig kopiert wurden, hatte Zukunft.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 07.06.2013
Boards Of Canada
Tomorrow's Harvest
Was mit einer ausgeklügelten Promoaktion begann, liegt nun tatsächlich als Tonträger vor: Boards Of Canada verzaubern wieder.
Music Essay | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Kolumne | verfasst 16.11.2016
Records Revisited
Autechre – Tri Repetae, 1995
Das dritte Album von Autechre ist ein Werk in mehreren Dimensionen. Es ist Befreiungsschlag, Meilenstein und Neudefinition eines ganzen Genres. Nicht zuletzt hat es eine ganze Generation nachfolgender elektronischer Musiker geprägt.
Music Kolumne | verfasst 14.02.2017
Records Revisited
The Other People Place – Lifestyles Of The Laptop Café (2001)
Diese Tage erschien die Reissue des vielleicht zugänglichsten Albums aus dem Drexciya-Umfeld. Aber es beschrieb damals auch soziale Prozesse, die unserem Verlangen nach Identität im Wege standen. Und stehen.
Music Kolumne | verfasst 24.08.2017
Records Revisited
B12 – Electro-Soma, 1993
Ihr wenig einprägsamer Name war vermutlich einer der Gründe, warum B12 nie im gleichen Maße zum Synonym für das Label Warp wurden wie ihre Kollegen LFO, Autechre oder Aphex Twin. Dabei ist ihr Debüt bis heute stilprägend.
Music Review | verfasst 27.04.2012
Clark
Iradelphic
Für Clark war dieser Schritt weg vom Elektronischen, hin zum Akustischen sicherlich genauso unsicher wie herausfordernd.
Music Review | verfasst 21.05.2013
Mount Kimbie
Cold Spring Fault Less Youth
Mount Kimbie haben auf ihr Debütalbum noch mal ordentlich einen draufgesetzt. Post-Dubstep ist das nicht mehr, aber was ist es dann?
Music Review | verfasst 28.05.2014
Plaid
Reachy Prints
Auf »Reachy Prints« beweisen die Herren von Plaid, sich vor den Stilen ihres Metiers verbeugend, dass sie zu Recht Warp-Dauerbrenner sind.
Music Review | verfasst 25.06.2014
Eno • Hyde
Someday World
»Someday World«, das Projekt von Brian Eno und Karl Hyde, bricht zwar mit der Erwartungshaltung, zahlt jedoch den entsprechenden Preis.
Music Review | verfasst 13.08.2014
Eno • Hyde
High Life
Auf »High Life« wird die gebündelte kreative Energie der beiden musikalischen Schwergewichte Brian Eno und Karl Hyde erstmals spürbar.
Music Review | verfasst 30.10.2014
Clark
Clark
Die Tracks auf Chris Clarks sechstem Album zeichnen sich durch eine sakrale Unterwasser- oder Retro-Industrie-Stimmung aus.
Music Review | verfasst 13.11.2015
Oneohtrix Point Never
Garden Of Delete
Bei Oneohtrix Point Never kommen Erhabenes und Beknacktes bestens miteinander klar. Auch auf »Garden Of Delete«, seinem tollem, neuem Album.
Music Review | verfasst 10.04.2017
Gonjasufi
Mandela Effect
Der bei Warp gesignete Yogalehrer Gonasufi veröffentlicht mit »Mandela Effect« ein Remixalbum.
Music Review | verfasst 23.03.2018
Mark Pritchard
The Four Worlds
Alles sehr diskret, viel Understatement: »The Four Worlds«, die Mini-LP von Mark Pritchard, könnte ein Vorbote auf ein neues Album sein.
Music Bericht | verfasst 13.05.2014
Nightmares On Wax
Live am 10.5. im Bi Nuu in Berlin
Das XJAZZ Festival schloss am Samstag seine erste Ausgabe mit einem Auftritt von Nightmares On Wax. Diese nutzten den Anlass um auch gleich ihr 25-jähriges Jubiläum zu begehen, ganz stilvoll, mit Geigen und Trompeten.
Music Porträt | verfasst 07.09.2017
Mount Kimbie
»Wir gehen nicht im Kreis, wir gehen aufwärts«
Mount Kimbie greifen mit ihrer neuen LP zurück in die Vergangenheit. Und doch verwehrt sich das Schaffen von Dominic Maker und Kai Campos jeglicher pessimistischer Retro-Kritik.
Music Review | verfasst 01.07.2010
Autechre
Move Of Ten
Autechre kennen sich nicht nur in der akustischen Verstörung bestens aus, in diesem Jahr haben sie auch zu alter Form zurückgefunden.
Music Review | verfasst 16.10.2010
Squarepusher
Shobaleader One: d'Demonstrator
Daft Punk und Air in ein Raumschiff gestopft, im All ausgesetzt – die musikalische Essenz könnte Shobaleader One sein.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.