Music Liste | verfasst 12.06.2018
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Text Philipp Kunze

16 from Russia - 2018 (01) Italiener tun’s besser, Russen tun’s krasser. Etliche Fail-Compilations zeugen davon, das weiß hier jeder zuerst. Aber auch wer mal in Moskau raven war, weiß wovon die Rede ist. Und davon (Musik) ist hier natürlich die Rede. Die FIFA WM steht an. Und während hier redaktionsintern niemand so richtig lüstern werden kann für den anstehend Kick, so ist er immerhin ein schöner Anlass, um mal ein paar Platten aus Russland auszugraben. Natürlich haben wir das nicht selbst gemacht. Wir haben ja keine Ahnung. Ein Experte musste her. Und wen könnte es da besseren geben als Michail Stangl. Michail who? Stangl what? Der Name ist vielleicht nicht JEDEM Leser geläufig. Aber es dürfte auch beim letzten klingeln, wenn gleich die Erklärung folgt, was der Mann macht.

Michail Stangl – 2018 (01) Wir alle kennen’s: ein DJ hinter seinen Tellern, hinter dem DJ die Party Peepz – und vor dem Ganzen die Kamera. Die »Boiler-Room«-Reihe. In Deutschland ohne Michail Stangl undenkbar. Der schmeißt den deutschen Ableger des Ladens und ist Host-Legende. Er vereint also die zwei grundlegend wichtigsten Eigenschaften für das vorliegende Feature: er ist Russe und kennt sich als Plattensammler, DJ, Radio-Host, Veranstalter, Hastenichgesehen brutal gut mit Musik aus. Gut, und er ist sozusagen berühmt. Wir wollten jetzt auch nicht irgendein random digger aus Krasnodar nehmen. Soll ja auch etwas Strahlkraft haben das Ding hier. Wenn die FIFA WM selbst diese schon nicht hat. Michail Stangl hat 16 Schallplatten gepickt. Und wer bis zu Ende liest, erfährt noch, weshalb auch »Compton« von Dr Dre in dieser Reihe nicht fehlen darf.


Die 16 Schallplatten von russischen Musikern findest du bei uns im Webshop.


Lapti Lapti– »V Tiraj, 2015. Webshop: Vinyl LP
Wenn ich eine Platte auf dem Überlabel Gost Zvuk wählen müsste, wäre es diese. Verstrahlter Hip Hop, der nach verkifften Sommerabenden in den Moskauer Suburbs klingt.

Kurilovo OL – »Kurilovo«, 2011. Webshop: 7inch
-Russland hatte immer schon eine große Beatmaker Community und OL war schon immer einer der ganz Großen. Hab ihn über diesen Release entdeckt und nicke immer noch mit dem Kopf, wenn ich den Beat höre.

Nocow Nocow – » Zemlya / Voda / Vozduh«, Trilogie -2018. Webshop: 12inch | 12inch | 12inch
Nocow ist ein alter Hase im St. Petersburger Underground, mit einem Haufen Alben die von Burial-mäßig Garage bishin zu verschwurbeltem Lofi-Electronica und Ambient Techno reichen. Die Trilogie für Len Faki bedeutet den wohlverdienten Durchbruch für ihn nach all den Jahren und er hat es auf jeden Fall verdient!

PTU - A Broken Clock Is Right Twice A Day PTU – »A Broken Clock Is Right Twice A Day «, 2017. Webshop: 12inch
PTU sind einer der besten Liveacts Russland und hammer Produzenten, was diese Platte auf dem Label von Nina Kraviz mehr als nur beweist.

Dada Ques - 1 Dada Ques – »1«, 2017. Webshop: 12inch
Dada Ques ist einer der vielen Moniker von Flaty, meines Lieblingsproduzenten aus St. Petersburg. Die Platte muss man vermutlich als IDM bezeichnen, aber sein Oevre deckt sowohl J.Dilla-mäßigen MPC Hip Hop ab, als auch deepen, analogen House.

Philipp Gorbachev - Unlock The Box Philipp Gorbachev – »Unlock The Box«, 2016. Webshop: Vinyl 2LP
Philipp ist ein grandioser Produzent, ein absolutes Monster auf der Bühne und allgemein ein ziemlich krasser Typ. Die Russische Raveplatte der letzten 10 Jahre, unbedingt live erleben!

Lipelis - I Only Did These For Myself, But Now It’s For Everyone Lipelis – »I Only Did These For Myself, But Now It’s For Everyone «, 2018. Webshop: 12inch
Lipelis ist einer der bekannteren und aktiveren Russischen Produzenten, der es auch schon auf Ron Morellis LIES geschafft hat und mit Andy Butler von Hercules & Love Affair veröffentlicht hat. Hier zwei Edits die zeigen wieso der Russische Sound so gut ist: zutiefst musikalisch aber immer mit einem Hauch Avantgarde und Weirdness gewürzt.

Kito Jempere - BAH 029 Kito Jempere – »BAH 029 «, 2016. Webshop: 12inch
Kito Jempere ist schon seit einigen Jahren ziemlich umtriebig mit einer Reihe echt guter Releases im Gepäck. Hier eine nach Miami Vice klingede Platte auf Bordello a Parigi, der Soundtrack zum Strand von Sochi.

BOP - Punk’s Not Dead BOP – »Punk’s Not Dead«, 2014. Webshop: LP+CD
Hands down eine der besten Platten der letzten zehn Jahre für mich persönlich. Drum n Bass war schon immer groß in Russland und gerade die Neurofunk und Microfunk Subgenres sind maßgeblich von Russischen Produzenten geprägt worden. BOP ist der Halbgott des Microfunk – die Platte ist musikalisch und technisch auf höchstem Niveau.

XAN - August XAN – »August«, 2017. Webshop: 12nch
XAN ist eine der Entdeckungen der letzten Jahre für mich. Diese Platte für 777 ist crunchiger und EBM angehauchter Techno, aber seine Elektrotracks auf Private Persons sind das Highlight seines Schaffens für mich. Bin sicher, dass er in den nächsten Jahren ganz große Moves machen wird.

Buttechno - 1984 Buttechno – »1984«, 2017. Webshop: 12inch
Solider Elektro von einem der am schnellsten aufsteigenden Talente Russlands. Mörderliveset, unbedingt im Club erwischen!

Moa Pillar - Hymns Moa Pillar – »Hymns«, 2017. Webshop: Vinyl LP
Auch wenn Moa Pillar schon bessere Platten gemacht hat, dient diese hier um zu zeigen, dass überall was in Russland geht und nicht nur in Moskau und St. Petersburg. Full of Nothing ist ein Label aus der Region Karelien (ganz weit im Norden, fast schon Finnland), die sich auf experimentelle Musik mit einem Touch Industrial spezialisiert haben. Genau das gibt es auch auf dem Album – Industrialtechno und ziemlich heftige Beats, aber mit viel Drive und Funk.

Wwwings - Meta Wwwings – »Meta«, 2016. Webshop: 7inch
Die spannendsten Sachen passieren in Russland nicht auf Platte, sondern auf SoundCloud, vk.com und anderen Filesharing Platformen. Der russische Underground ist extrem aktiv, das Land ist voll von Bedroomproduzenten, die in irgendeiner Trabantenstadt in Sibirien hocken und Musik, wie wir sie kennen, neu erfinden. Die Post Internet-Welle hat vor allem in Russland massivst eingeschlagen und WWWings sind ein sehr interessantes Fragment der Geschichte des Genres – ein Trio, dass sich trotz Release auf Planet Mu niemals persönlich getroffen hat (immerhin sind die Wohnorte der einzelnen Mitglieder ca. 7300km von einander entfernt) und inzwischen schon auch nicht mehr existiert.

Nina Kraviz - DJ Kicks Nina Kraviz – »DJ-Kicks«, 2014. Webshop: Vinyl 2LP+CD
Ich habe endlosen Respekt für Nina, und nicht nur weil sie diesen Mix 12h vor Deadline in einem Durchgang aufgenommen hat.

Ivan Erofeev – Abdumanob Ivan Erofeev – »Abdumanob«, 2017. Webshop: 12inch
Acid Techno aus Russland auf Nikita Zabelin’s Resonance Moscow Label, der einen Anhaltspunkt darauf gibt, dass Russen viel härter und länger raven als Europäer.

Dr Dre - Compton Dr. Dre – »Compton«, 2015. Webshop: Vinyl LP + CD
Viele wissen es nicht, aber einer der Beats auf dem Album kommt von jungen Produzenten BMB Spacekid, den wir damals für einen Boiler Room mit DJ Premier zusammengebracht haben. Dre fand den Beat so gut, dass er ihn gleich auf sein neues Album gepackt hat.


Die 16 Schallplatten von russischen Musikern findest du bei uns im Webshop.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.11.2015
Various Artists
Ivan, Come On! Unlock The Box!
Die Compilation »’Ivan, Come On! Unlock The Box!‘« auf Nina Kraviz’ Label трип ist beiderlei: Toolbox und starkes Statement.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Interview | verfasst 12.07.2018
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Review | verfasst 25.09.2014
Moiré
Shelter
Mit »Shelter« ist Moiré ein starkes Debütalbum gelungen, das nicht nur zeitgeistige Bedürfnisse nach geisterhafter Ästhetik befriedigt.
Music Review | verfasst 13.08.2015
Assembler
Quantum Paths of Desire
Assemblers in China entstandenes Album »Quantum Paths of Desire« ist geprägt durch ungewöhnliche Rhythmen und Melodien.
Music Review | verfasst 04.09.2015
Helena Hauff
Discreet Desires
Auf ihrem Debütalbum »Discreet Desires« arbeitet sich die Hamburger Producerin Helena Hauff mit Erfolg an der Geschichte der Clubmusik ab.
Music Review | verfasst 06.10.2015
Lo Shea
Oxygen Lance EP
Liam O’Shea ist seit 20 Jahren in verschiedensten Funktionen aktiv. Auf seiner neuen EP klingt er alles andere als müde.
Music Kolumne | verfasst 08.11.2017
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2018
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Review | verfasst 07.01.2014
Nina Kraviz
Mr. Jones
Nina Kraviz, was sie immer macht: Bum Bum Bum Bum und reden. Hier ein paar Beispiele, was noch langweiliger ist, als diese EP.
Music Review | verfasst 15.12.2015
Various Artists
I Have A Question
Nina Kraviz geht ihr eigenes Label трип (sprich: Trip) mit hohem Elan an. Die Compilation »I Have A Question« gibt einen ersten Eindruck.
Music Liste | verfasst 04.08.2017
Ausklang | 2017KW31
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 17.08.2016
Wwwings
Phoenix
Aus den entlegensten Winkeln Russlands stammend, machen Wwwings »Phoenix« zu einer tollen Begegnung von Tanzmusik und dystopischen Hörstück.
Music Review | verfasst 22.10.2012
Alejandro Paz
Free
Alejandro Paz nimmt als »New Guy in Town« mit seiner »Free« EP den Dancefloor in Beschlag.
Music Review | verfasst 25.01.2018
Unknown Artist
Decent International 02
Brachialer Elektro für hedonistische Nihilisten, Müll in der Nase und ein Pfeifen auf den Lippen auf der A-Seite…
Music Review | verfasst 30.04.2018
Sterile Hand
Sterile Hand
Ganz grob zwischen Schwefelgelb und DAF zu verordnend, kennt dieser brachial EBM nur eine Ansage: gib dich hin!
Music Porträt | verfasst 08.05.2018
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt | verfasst 21.06.2018
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Liste
The Bug
Picks 10 latest Vinyl Records
Kevin Martin ist ein aufmerksamer Beobachter der aktuellen Strömungen. Seine Musik lebt von Details und stilistischer Aufgeschlossenheit. Nachzuverfolgen an seiner Auswahl von 10 aktuellen Lieblingsplatten.
Music Bericht
Schwesta Ewa
Vom Rotlicht ins Zwielicht
Die Realität hat Schwesta Ewas realness übertrumpft. Vorläufig verurteilt wegen Körperverletzung, Steuerhinterziehung und neuerdings auch wegen Verleumdung anklagt: Ihr Beef mit dem Gesetz nimmt kein Ende.
Music Kolumne
Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.