Music Interview | verfasst 24.07.2018
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Text Lars Fleischmann , Fotos Phil Struck
Willikens1

Ein DJ für DJs zu sein ist wenig schmeichelhaft, steht hinter dieser Konstellation meist Marktuntauglichkeit – für andere Kulturbereiche nennt man dies auch »Radiogesicht«. Die Ehrerbietung, die dieser Bezeichnung inhärent ist, läuft häufig genug in’s Leere. Vor etwa sieben Jahren durfte man als »DJ’s DJ« noch in Kneipen für 50 Euro und drei Bier auflegen (ohne Taxigeld wohlgemerkt), heute ist das Lifestyle. Damals bekam man Lob für seine Sets, die »echte Listening-Qualität« hatten, 2018 wird man (wenn man Dekmantel Glauben schenken darf) Selector.

Lena Willikens hat diese ganze Entwicklung durchlaufen. Heute übertreibt man nicht, wenn man sagt: die Ex-Kölnerin ist mittlerweile ikonisch. Sie war und ist stilprägend, sie ist Antrieb einer neuen Bewegung innerhalb der deutschen und internationalen Techno-Szene geworden.

Ein Ort ist an dieser Entwicklung, die selbstverständlich sogleich nur wenige erreicht, mehr beteiligt gewesen als viele andere: Der Düsseldorfer Salon des Amateurs. »Es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.« (Lena Willikens) Nicht ohne Grund liest man mittlerweile in jeder dritten Review und ebenso jedem vierten Interview von diesem Ort, der so knallig unspektakulär ist, dass man sich im falschen Laden wähnt, wenn man zu Besuch ist. Am DJ-Pult, am Ende der simplen Theke, entstand derweil eine Blase. Keine die droht zu platzen, sondern eine, die fidel und in charmanten Farben durch die Luft gleitet. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Szene entlang des Rheins (ungefähr ab Kilometer 686). Von Köln, wo man das Echo des Salons spürt und hört, über die Landeshauptstadt und dann in der gesamten Benelux-Region, hier überall weiß man um diese Vorreiterrolle in Geschmacksfragen. Der Laden in der Düsseldorfer Kunsthalle stellte das Diggertum in den Vordergrund des Schaffens. Und neben der stilsicheren Willikens stehen Branchegrößen wie Tolouse Low Trax, Vladimir Ivkovic, Jan Schulte und DJ Normal 4.

Man ist dennoch geneigt Willikens als prima inter pares zu rezipieren. Nicht nur offen-›sichtliche‹ Gründe hat diese Rolle. Sicherlich gehören die Brille und die Zigarette im Mund dazu; es wäre zugleich dümmlich die besondere akustische Qualität ihrer Sets und Veröffentlichungen, derer es ungleich weniger gibt, außer Acht zu lassen. Begriffe wie »sonorische Textur« oder die viel beschworene »Noise-Industrial-Welle« sind unmittelbar mit Willikens zu verknüpfen. Die Dekmantel-Selectors-Reihe macht also alles richtig die fünfte Ausgabe in die Hände der Neu-Amsterdamerin zu legen.


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.


Lena, du bist nicht gerade für deinen enormen Output an eigenen Veröffentlichungen bekannt. Über die Jahre gab es gerade mal zwei Hände voll eigener Tracks. 2018 sind aber zeitgleich zwei Veröffentlichungen von dir auf Dekmantel erschienen, beide sehr eigenständig: Zunächst der Track »Neue Obakel« auf der Dekmantel 10 Jahre-Compilation, und dann hast du die 5. Auflage in der »Selectors«-Reihe zusammengestellt. Wie kam es zu den beiden Releases?
Lena Willikens: Der Track »Neue Obakel« ist mit sehr limitierten Equipment entstanden – ich habe mir eine Vermona Drummachine und einen MS-20 Synthesizer von Freunden aus Osaka geliehen. Das war eine Herausforderung, hat aber auch gerade deswegen viel Spaß gemacht. In Kyoto habe ich im vergangenen Herbst drei Monate mit Sarah Szczesny im Rahmen einer Künstlerresidenz unseres ›Phantom Kino Balletts‹ verbracht. Wir haben während dieser Zeit hauptsächlich an dem Projekt gearbeitet und neue Videos, Kostüme und Musik produziert. Daneben ist dann auch der Track entstanden.
Die ›Selectors‹-Compilation ist hingegen schon vor Kyoto entstanden. Das war eine tolle Gelegenheit für mich Tracks zu veröffentlichen, die ich schon seit langer Zeit spiele; von denen viele unreleased – oder nur auf Kassette oder CD erschienen waren. Mir war schnell klar, dass ich eine Compilation machen möchte, die die Musik widerspiegelt, die ich auf den Dekmantel-Festivals auch auflege. Es sollte sich wie ein Set von mir anfühlen und nicht wie eine homogene stylische Tracklist.

Vertiefen wir mal die Selectors-Compilation: Du bist in den letzten Jahren durchgestartet als DJ. Das – manchmal nervige – Label »DJ’s DJ« hast du auch erfolgreich abgelegt. Ist es dann nicht seltsam angefragt zu werden für einen ›Nicht-Mix‹? Hattest du Berührungsängste?
Ja, auf jeden Fall. Es ist definitiv eine andere Perspektive. Das ist mir aber erst aufgefallen, als ich die konkreten Stücke angefangen habe auszuwählen. Zunächst kam es mir nicht so vor, als ob die Herangehensweise eine groß andere sei. Das stellte sich aber als falsch heraus! Plötzlich wurden Dinge wichtig, auf die ich beim Mixen sonst weniger achte. Es ging dann doch mehr um Exklusivität als bei einem normalen Mix von mir.

Du bist dafür bekannt, dass deine Übergänge, egal ob kurz oder lang, so griffig sind, dass sie Genregrenzen vergessen machen. Industrial kann da neben ultra-deepen House-Cuts stehen, Wave neben Noise. Wenn diese Qualität verloren geht, besteht dann die Gefahr, dass die verschiedenen Tracks disparat neben einander stehen? Oder nicht mal nebeneinander, sondern bloß nacheinander aufgereiht wirken? Was hast du dagegen gemacht in der Zusammenstellung?
Die Gefahr besteht durchaus. Während eines Sets geht ja auch manchmal etwas schief, was ich allerdings nicht schlimm finde. Es passieren ja im Leben ständig Dinge, die unvorhersehbar sind und einen auch mal aus der Bahn werfen können. Ich mag es, wenn man das auch in den Sets hört. Es kann ruhig mal Stimmungswechsel geben, die eigentlich nicht so sinnvoll sind. Allerdings bilde ich mir ein, dass die meisten Tracks, die ich spiele schon etwas Verbindendes aufweisen – sie sind ja auch alle durch meinen persönlichen Filter gelaufen. Insofern sehe ich keine Gefahr, dass das Ergebnis disparat klingt. Allerdings können die Tracks der Compilation natürlich auf Menschen, die es bevorzugen, sich innerhalb eines Genres zu bewegen, absolut willkürlich nacheinander aufgereiht wirken. Das macht mir aber nichts aus.

Deine Auswahl bildet ein Who’s Who des Neuen Undergrounds ab. Ging es dir darum eine Alternative zu den Dancefloors anzubieten, die sich über die letzten fünf Jahre immer mehr anzunähern scheinen? Wo der EDM-Drain gleichzeitig auch zu krawalligeren (meint karnevalesken) Dancefloors geführt hat, die nur noch von Effekt zu Effekt wandern? Oder siehst du diese Entwicklung gar nicht?
Ich hatte nie wirklich den Plan eine Alternative zu bieten; ich wollte einfach nur keine Interessen »pleasen« müssen. Es war mitunter auch Glück, dass ich zur richtigen Zeit ein paar Mixe veröffentlicht habe, die sich anscheinend irgendwie unterschieden haben von dem, was es sonst so gab. Und dadurch ein paar Leute neugierig wurden. Es scheint so, als ob sich seit ein paar Jahren immer mehr Leute musikalisch öffnen und generell nicht mehr so viel in Schubladen gedacht wird. Mit der Folge, dass es einfach nicht mehr so viele Genres gibt, die wirklich identitätsstiftend sind. Auch weil alle Trends und Genres sehr schnell vereinnahmt und kommerzialisiert werden.

Diese Entwicklung haben auch einige mit der Wirkungsmacht von Boiler Room in Zusammenhang gebracht? Glaubst du, dass es eine ›Boiler-room-isierung‹ in den letzten Jahren gab? Oder eine Soundcloudisierung? Also, dass es andere DJs gibt, die von Mix zu Live-Stream zu Mix wandern? Stimmt es denn, dass du da nicht ›mitmachst‹, oder ist dann eine falsche Vermutung?
LW: Ich habe generell ein persönliches Problem mit künstlichen Settings.Sei es eine Ausstellungseröffnung oder eben eine inszenierte Party mit Kameras – und wenn ich dann auch noch im Mittelpunkt stehe umso mehr. Ich fühle mich grundsätzlich nicht so wohl dabei, beim Auflegen beobachtet zu werden. Das lenkt mich ab und verursacht Stress. Also versuche ich es so gut es geht auszublenden, was sonst passiert. Das inflationäre Aufnehmen von DJ-Sets finde ich auch etwas nervig. Deshalb versuche ich wirklich nur wenige Liveaufnahmen von mir online zu stellen oder stellen zu lassen. Es ist doch so, dass bei einer Liveaufnahme einer Clubnacht so viele Elemente auf der Strecke bleiben, die aber enorm wichtig für den Abend sind oder waren. Beim Hören ergibt dadurch vieles einfach keinen Sinn mehr.

Wenn man von deinem Umzug nach Amsterdam weiß, könnte man deine Compilation als rite de passage betrachten. Wäre es richtig eine solche Qualität da reinzulesen? Ist es ein Abschied vom Salon des Amateurs, der ehedem deine Heimstätte war, oder gar dein Einstand in der niederländischen Weltstadt, die in den letzten Jahren (gefühlt) zum Zentrum des elektronischen Undergrounds wurde? Warum hast du dich denn für Amsterdam entschieden?
Mir gefällt deine Interpretation ganz gut, aber tatsächlich kam die Anfrage die Compilation zu machen, noch bevor ich mich für Amsterdam entschieden habe. Das hatte also keinen Einfluss auf die Platte. Amsterdam ist einfach eine tolle Stadt – und hat zudem einen extrem gut angebundenen Flughafen, was nun mal ein wichtiges Kriterium für DJs ist. Die Leute sind unaufgeregt und sehr freundlich, sprechen alle sehr gutes Englisch. Es fühlt sich alles etwas humaner und sozialer an als in Deutschland. Und etwas anderes ist mit aufgefallen: es gibt sehr viele Katzen auf den Straßen und alle sind total zutraulich, das habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. Das sagt viel aus über die Menschen hier.

Lena Willikens – Selectors 005 Webshop ► Vinyl LP Du hast Bildende Kunst an der Akademie in Düsseldorf studiert. Die oben beschriebene Griffigkeit, das Verhältnis zur Textur, zur inneren Ästhetik und Formensprache, sind das Zustände, die du aus dem Studium mit in die Kunst »gerettet« hast? Oder gibt es da anderes, was du in direktem Bezug mit dem Studium bringen würdest?
Ich habe während meinem Studium viel gelesen und viel intellektualisiert. Das mache ich heute so gut wie gar nicht mehr. Das Intellektualisieren geht mir sogar regelrecht auf die Nerven. Außerdem habe ich viel mit den Händen gearbeitet – es war immer eine Balance. Ich merke sehr oft, dass ich von diesem Kapitel in meinem Leben profitiere – aber wie genau und warum das überlasse ich dir (oder den Leser*innen) zu analysieren. Hehe.
Das Studium war sehr frei und im Grunde hätte ich auch die ganzen Jahre über nichts machen können und keinen hätte es interessiert. Man war sehr auf sich allein gestellt und das war gut!

Mit JASSS, Borusiade und towLie hast du drei Frauen auf der Platte. Dazu kommt noch Deborah Forbes von Varoshi Fame. Glaubst du, dass ein Viertel eine gute Quote ist? Glaubst du, dass es eine szene-typische bzw. szene-realistische Quote ist? Sind deines Erachtens Frauen im elektronischen Underground eher zu Hause (bzw. willkommen) als in anderen elektronischen Spielarten wie Deep House z.B.?
Mit Quoten hat das nichts zu tun – und ich würde auch nicht sagen, dass es in der Hinsicht repräsentativ ist. Es hat mehr mit persönlichen Freundschaften zu tun. Wenn ich mir allerdings die Quote an Frauen anschaue, die mir Musik schicken, dann ist die wesentlich kleiner. Es hat sich trotzdem in den letzten zwei Jahren viel getan – und ich hoffe sehr, dass es nicht nur ein Trend ist. Diese Gefahr besteht allemal. Mir kommt es so vor, als ob es zur Zeit schon sehr schick ist, sich Feminist zu nennen!


Schallplatten von Lena Willikens findest du bei uns im Webshop.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Lena Willikens
Phantom Delia
Die Kölnerin Lena Willikens mag zwar zur Cómeme-Labelfamilie gehören, aber »Phantom Delia« ist die beste L.I.E.S.-Platte seit langem.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Dekmantel 10 Years 09
Zwei Ausfälle, zwei Hits: Bufiman und Lena Willikens machen die neunte Ausgabe der Dekmantel-Jubiläumsserie zur sicheren Bank.
Music Liste | verfasst 27.02.2015
Lena Willikens
10 All Time Favs + 6 more
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich die Produzentin, DJ und Radiomoderatorin Lena Willikens dieser Aufgabe an.
Music Review | verfasst 22.10.2012
Alejandro Paz
Free
Alejandro Paz nimmt als »New Guy in Town« mit seiner »Free« EP den Dancefloor in Beschlag.
Music Review | verfasst 19.11.2012
Daniel Maloso
In And Out
Von Hi-NRG über Italodisco zu EBM ist »In And Out« wie eine kleine eklektische Geschichtsstunde in Sachen unangepasster Tanzmusik.
Music Review | verfasst 03.07.2013
Matias Aguayo
The Visitor
Aguayo experimentiert mit Strukturen, Tonleitern, Klängen und Rhythmen: ein fokussiertes und spaßiges Album.
Music Review | verfasst 02.06.2015
Dany F
Wouhau
Dany F ist das neuste Mitglied der Cómeme-Familie. Die erste vier Tracks beinhalten alles, was das Label ausmacht: Abgedrehte Niceness.
Music Review | verfasst 15.06.2015
Matias Aguayo
El Rudo Del House (Round Four)
Der Cómeme-Chef hat die vierte und letzte Runde seiner 12" Konzeptserie veröffentlicht. Mehr als ein Zucken verursacht diese nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2015
Carisma
Vertigo
Auch in Südamerika schwirrende Moskitos können Grundlage von Techno sein. Nachzuhören auf der 12" »Vertigo« von Carisma.
Music Review | verfasst 14.09.2016
Sano
Los Muchachos
Der in Barcelona residierende, kolumbianische Producer und DJ Sano meldet sich auf »Los Muchachos« mit exotischem Industrial House zurück.
Music Porträt | verfasst 24.05.2012
Cómeme Records
Labels We Like
Bei Cómeme geht es um Freundschaft und den transatlantischen Austausch von Musik. Das Label des in Chile geborenen und in Köln aufgewachsenen Musikers Matias Aguayo verkehrt musikalisch genau zwischen zwei Welten.
Music Review | verfasst 17.11.2015
Joey Anderson
Invisible Switch
Diese Musik ist zum Tanzen da: Joey Anderson legt mit »Invisible Switch sein zweites Album innerhalb anderthalb Jahre für Dekmantel vor.
Music Review | verfasst 01.02.2016
Palms Trax
High Point On Low Ground
Spirit Animal: Pizza. Im Falle von Palms Trax nach Chicagoer Rezeptur, wie seine zweite »High Point On Low Ground«-EP für Dekmantel beweist.
Music Review | verfasst 06.04.2016
Various Artists
Motor City Drum Ensemble - Selektors 1
Motor City Drum Ensemble macht den Anfang für die von Dekmantel neu ins Leben gerufene »Selectors«-Reihe.
Music Review | verfasst 22.07.2016
Vakula
Cyclicality Between Procyon And Gomeisa
Vakula ist der Dad Rocker der Techno-Szene. Sein Album »Cyclicality Between Procyon And Gomeisa« kommt als Triple-LP mit Schleifen drin.
Music Review | verfasst 22.05.2017
Robert Hood
Paradygm Shift
Robert Hoods erste LP seit »Motor: Nighttime World 3« bedeutet keine Rückkehr zur alten Form. »Paradygm Shift« updatet aber alte Formeln.
Music Review | verfasst 13.10.2017
Juju & Jordash
Sis-Boom-Bah
Juju & Jordash neues Album folgt dem klassischen Jam-Prinzip. Klingt aber von langer Hand geplant.
Music Review | verfasst 03.04.2018
Space Dimension Controller
Gaining Time – 12"
Sicher ist bei der »Gaining Time EP« von Space Dimension Controller nur, das man sich vor nichts sicher sein kann.
Music Liste | verfasst 22.05.2015
Palms Trax
10 »Cooking With...« Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Palms Trax der Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen.
Music Review | verfasst 04.02.2014
HELM
The Hollow Organ EP
Luke Younger weiß als HELM die Texturen seiner Tracks extrem spannend zu gestalten, die Balance zwischen den krassen Sounds stimmt.
Music Review | verfasst 24.07.2014
Eaux
Plastics
Eaux durchkreuzen mit ihrem Debütalbum »Plastics« selbstbewusst viele musikalische Gewässer…
Music Review | verfasst 21.10.2014
Alexander Hacke
The Cut O.S.T.
Der Soundtrack von Fatih Akins »The Cut«, komponiert von Alexander Hacke, ist jetzt bei Bureau B erschienen.
Music Review | verfasst 21.05.2015
Prurient
Frozen Niagara Falls
Nach etlichen Releases als Prurient meldet sich Dominick Fernow nach langer Funkstille zurück. »Frozen Niagara Falls« ist ein Kompromiss.
Music Review | verfasst 28.06.2016
Adrian Sherwood
Sherwood At The Controls Vol.2
»Sherwood At The Controls Vol.2« fokussiert eine Zeit, in der sich die zuvor zusammengedachten Sounds von Dub und Industrial aufspalteten.
Music Review | verfasst 10.10.2017
Radiante Pourpre
Radiante Pourpre
Nicht ist heißer als die Tape-Ästhetik der 80er. Alle verbrennen sich die Finger daran. Außer die beiden Hommes aus Bordeaux.
Music Review | verfasst 02.11.2017
Coil
Time Machines
Die knapp 20 Jahre, die das 1998 erstmals veröffentlichte »Time Machines« von Coil mittlerweile alt ist, hört man ihm an keiner Stelle an.
Music Review | verfasst 05.02.2018
Philipp Otterbach
Humans
Frühes Highlight im noch jungen, aber bereits dunklen Jahr: Philipp Otterbachs Musik beklemmt durch Enge und Weite gleichzeitig.
Music Porträt | verfasst 04.12.2015
Blackest Ever Black
Im Wendekreis des Bierdeckels
Blackest Ever Black ist mehr als nur düstere Musik. Eigensinnige Klangexperimente treffen darin auf einen visuellen Gestaltungswillen. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums blickt der Labelgründer Kiran Sande auf seine Anfänge zurück.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.