Music Kolumne | verfasst 22.08.2018
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Text Philipp Kunze , Übersetzung Kristoffer Cornils
Records_revisited_j-dilla---the-shining_1024x685px

Egal wer von James Dewitt Yancey aka J Dilla erzählt, er sucht außerhalb dieses Planeten nach Worten, um den alten Weggefährten angemessen zu beschreiben. Von Bilal über Common bis zu seiner Mutter: das Attribut »übermenschlich« fällt auf jeden Fall.

Was soll das überhaupt bedeuten, »übermenschlich«? Eigentlich kann es zweierlei meinen. Zum einen, dass ein Mensch eine Fähigkeit perfektioniert wie keiner vor ihm, ein denkbares Optimum erreicht.

Die andere Variante: dass er etwas auf eine Art und Weise macht, die bis dahin niemand erdenken konnte. Dass er intuitiv ins Unbekannte vorstößt.

Was Meister zu Meistern macht, ist dass bei ihnen absolute Kontrolle und Chaos miteinander regieren. Wenn Roger Federer in seiner Prime Bälle schlug, erreichten diese mit unwahrscheinlicher Wahrscheinlichkeit ihr Ziel, als wären sie von einer perfekten Maschine berechnet worden. Diese perfekte Maschine könnte man als Gegner mit der Zeit wiederum analysieren, vorhersagen und schließlich überkommen.

Aber das ganz Große entsteht eben dort, wo Perfektion einen Bruch hat und daraus etwas wird, das mehr ist als perfekt. Aber das ganz Große entsteht eben dort, wo Perfektion einen Bruch hat und daraus etwas wird, das mehr ist als perfekt. Eben das, was wir allzu menschlichen Betrachter dann versuchen mit etwas Höherem zu beschreiben, der Magie, etwas Göttlichem. So verhält es sich mit Federers Tennis, mit Coltranes Saxofon. Und mit J Dillas Beats.

Das ganz Große setzt den Standard neu. Um es zu schaffen und schließlich auch um es zu verstehen, muss man bekannte Kategorien anders denken. In Dillas Fall das Paradigma, was richtige Technik ist. Und die Zeit selbst. Man muss sie vergessen.

Oder man muss über eine andere Form von Zeit sprechen. Die Dilla Time.

Man blickt in euphorische Augen. In Augen, die immer wieder aufs Neue geöffnet werden, wenn Questlove darüber spricht, wie Dilla sein (Questloves) Schlagzeugspiel verändert habe. Wie Dilla es befreit habe. Kurz zur Einordnung: Questlove selbst ist einer der bedeutendsten Drummer unserer Zeit. Für ihn war es eine Offenbarung, wie Dilla Drums programmierte. Weil Dilla einfach komplett auf die alteingesessene Überzeugung pfiff, dass das Parameter für überragendes Schlagzeugen sei, dass jede Drum genau mit dem Takt schlagen müsse. Questlove über Dilla: »Bei ihm klingt die Kickdrum, als habe sie ein besoffener Dreijähriger eingespielt«. »Darf man so spielen?«, fragte sich der Roots-Drummer. Dillas Discographie gibt die Antwort: un-be-dingt!


»The Shining« von J Dilla findest du bei uns im Webshop


Dillas Haupt-Werkzeug, die Akai MPC3000, hat eine Funktion, die gewährleistet, dass alles perfekt sitzt. Den Quantisierer. Er rückt alles, was nicht hundertprozentig den Takt trifft, schön zurecht in eben diesen. Er macht Rhythmen übermenschlich straight. Dilla schaltete diese Funktion aus. Und wurde gerade deshalb zu diesem übermenschlichen Producer. Wobei der Text wieder da wäre, wo er angefangen hat: dort, wo Perfektion einen Bruch hat und daraus etwas entsteht, das mehr ist als perfekt.

Dilla war es schnurz, ob die Drum rechtzeitig zur Party kam. So wurde seine Musik zu einem ganz eigenen Fest, dessen Klänge bis heute in so vielen Instrumentals nachhallen. Mal läuft die Snare vor dem Takt, manchmal ein bisschen dahinter. Während gleichzeitig andere Song-Elemente mit ihm gehen. Es stehen gleichmäßig angeordnete Elemente neben holprigen. Es entsteht ein rhythmischer Konflikt, ein merkwürdig entrücktes Zeitgefühl, voller Glitches, wenn man so will. Was Meister zu Meistern macht, ist, dass bei ihnen absolute Kontrolle und Chaos miteinander regieren.

Nimmt man diese Glitches und Dillas weiteres Trademark-Tool, nämlich die hohen Frequenzen aus Samples zu schneiden (siehe den Track »E=MC2« auf »The Shining«), hat man das Grundgerüst dessen, was direkt nach Dillas Tod als eigene musikalische Stilrichtung einen Siegeszug antreten sollte. Dilla war der Brainfeeder für die Heads dieser neuen Bewegung!

2004 zog er nach Los Angeles. 2006 legte ein gewisser Daddy Kev die Grundsteine für seine heute legendäre Party-Reihe Low End Theory sowie sein Label Alpha Pup. Beide widmen sich ganz und gar: dem Beat. Dem entrücken Beat. Flying Lotus‘ »Reset EP« erschien ein gutes Jahr nach dem Release von »The Shining«. Es ist das erste Werk aus Los Angeles’ neuer Beat-Szene, das ein breiteres Publikum erreichte. Und der erste und direkte Beweis, dass Dilla über die Musik weiterleben würde. Wenn man Dillas Musik als Rakete ins Unbekannte beschreibt, ist sie das komplette Geschoss, das Vehikel, dass die Reise in den Kosmos erst ermöglicht hat. »Reset« ist diese Rakete nach dem Abwurf der unteren Stufe: dasselbe Gefährt, nur doppelt beschleunigt auf den Weg ins Weltall.

Dilla war es schnurz, ob die Drum rechtzeitig zur Party kam. Flying Lotus fängt da an, wo »The Shining« aufhört. »Won’t Do« faded auf Bleeps, wirren Synths und kantigen Drums aus – es könnte direkt in die »Reset EP« übergehen, ohne dass es einem auffiele. Man kann eine Dilla-Linie durch so viele Alben ziehen: über die Blaupause, Dillas Soul über sloppy ass Beats laufen zu lassen, konnte Flying Lotus‘ 2010er Track »Do The Astral Plane« überhaupt erst entstehen, oder fünf Jahre später Kendrick Lamars »These Walls«.

Nur zwei prominente Beispiele für Musik, die in einem Territorium entstanden ist, in das Dilla überhaupt erst vorgedrungen ist. Ein Territorium in dem ein anderer Glauben vorherrscht, was innerhalb der Musik richtig ist.

»The Shining« ist das erste posthum veröffentlichte Album Dillas. Dilla wähnte es zu 75 % fertig. Der Rest (seine Mutter Maureen Yancey und das Label BBE) beteuert, es habe eigentlich nur noch das Mastering gefehlt. Das Ding sei eigentlich eher zu 95% fertig gewesen. Aber Dilla war halt genauso perfektionistisch wie er chaotisch war.

Heute fällt es schwer, Dillas Werk zusammenzufassen. Zu seinen Lebzeiten war es unmöglich. Nicht machbar, es zu einer gewissen Zeit auf den Punkt zu bringen. Man konnte nie einfach den Finger drauflegen, sozusagen die Platten anhalten und sagen: so klingt Dilla. Zum Erscheinen jeder Veröffentlichung war der Produzent immer schon wieder zwei Schritte weiter. Manche sagen Jahre, andere Jahrzehnte. Am ehesten kann man seine Arbeit in Epochen unterteilen. Auf »The Shining« treffen sie sich. So hebelt das Album noch auf einer weiteren Ebenen die Zeit aus. Weil es den Boom Bap-Dilla, den Soulquarian, den Futuristic-Dilla vereint. Und weil es so kurz nach seinem Tod ein Testament dafür war, dass dieser Typ für immer leben würde.

»The Shining« vorausgegangen war »Donuts«. Entstanden auf Dillas Krankenbett. Beats only. Und was für welche. 32 Instrumentals, bis auf das zweite alle unter zwei Minuten. Von Skizzen zu sprechen allerdings würde der Sache nicht gerecht. Dilla deutet hier nicht nur an, wie viel er auf einem Beat veranstalten kann; er formuliert es in kürzester Zeit aus. Die Platte fühlt sich an wie eine finale Selbstverwirklichung. Diese Beats waren viel zu weit draußen, als dass ein Rapper darüber hätte in gehen können. Das Album berührt nicht nur, weil der Hörer Zeuge eines Magiers wird, der ganze Stapel an Assen aus seinem Ärmel schüttelt. Sondern weil dessen Tod darauf bereits präsent ist. Auf »Stop« benutzt Dilla ein Jadakiss-Sample, verfremdet es durch Scratches, und lässt es die Frage stellen: »is death real?«


»The Shining« von J Dilla findest du bei uns im Webshop


Am 10. Februar 2006 stirbt James Yancey. Mit 32. Viel zu früh. Am 22. August desselben Jahres erscheint »The Shining«. Es packt die gleiche Spielzeit wie der Vorgänger auf nun nur noch 12 Songs. Ein klassisches Rap-Album. Gefeatured sind mit Busta Rhymes, Common, Pharoahe Monch, Madlib, Guilty Simpson, D’Angelo, MED, J.Rocc, Karriem Riggins, Dwele und Black Thought viele alte Weggefährten. Dilla machte seine Moves nie aus der Perspektive eines Betriebswirtschaftlers. Man muss sich das mal vorstellen: Dilla lehnte damals die Anfrage ab, an Jay Zs »The Blueprint« mitzuarbeiten, weil er mit dem Album eines lokalen Rappers beschäftigt war. Deswegen fühlt sich dieses finale Abklatschen auf »The Shining« so richtig an, wie eine letzte :family affair. Die jeweils unterschiedliche Chemie, die jeder einzelne MC mit seinem Dilla-Instrumental darauf hat, fasst darüber hinaus eine Dekade an Hip Hop-Musik im weitesten Sinne zusammen.

So ist »The Shining« auch ein Argument dafür, dass es Bullshit ist, zwischen Old School und New School zu unterscheiden und ihren jeweiligen Wert gegeneinander aufzuwiegen. Ein klassisches Highlight ist »So Far To Go« mit Common und D’Angelo. Verträumt und leicht neben der Spur erinnert es an »Like Water For Chocolate« und auch an Commons Grammy-Album »Be«, für das Dilla noch zwei Beats beisteuerte. Oder das Bläser-dominierte »Love« mit dem Impressions-Sample, das nochmal ins Gedächtnis ruft: Dilla hat diesen Neo-Soul-Shit erfunden. Das so glorreich in die Länge gezogene Giorgio Moroder-Sample auf dem eben schon erwähnten »E=MC2« mit diesem die Karre durchschaukelnden Bassline, die sich monströs und daneben und funky um den Beat schlängelt. Die Synths auf »Over The Breaks« oder »Body Movin«, die mit jeder Faser Detroit sind. Mit denen Dilla sich erneut vor der Stadt verbeugt, die ihn geprägt hat und die er geprägt hat, indem er sie – nachdem sie dort auf den Soul- und Techno-Landkarten schon lange zu finden war – auch als zentrale Stadt in der Hip Hop-Geographie verankerte.

Man kriegt Soul, man kriegt Funk, man kriegt den vertrackten stuff, wegen dem über Dilla gesagt wurde, er habe mehr für die Renaissance von Jazz getan als die meisten Jazzer (die einfach nur alte Stücke spielen würden). Natürlich kriegt man rawes Rap-Material. Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die er beherrschte.

So ist »The Shining« wie Dilla gesamte Karriere auch ein Argument dafür, dass es Bullshit ist, zwischen Old School und New School zu unterscheiden und ihren jeweiligen Wert gegeneinander aufzuwiegen. Dilla hat das nie gejuckt. Es ging immer nur ums Gefühl und dann halt darum, dass man entweder geil auf die Schulbänke klopfen kann – oder nicht.

J Dilla – The Shining Find it at hhv.de: Vinyl LP Dilla ist nicht etwa so groß, weil er moralisch überlegen gewesen wäre. Weil er sich der richtigen, der echten, der wahren Schule verschrieben hätte. Dilla ist eben darum so groß, weil er ein absolut undogmatischer Typ war. Ihm ging es nie um Abgrenzung. Ihm ging es um Entgrenzung und das ganz und gar über die Mittel der Musik. Er ist deshalb ein großer Künstler, weil er aus einem ureigenen Empfinden heraus schuf. Weil er lediglich einer Maxime folgte, wenn er Stunden um Stunden, manchmal das Essen vergessend, zwischen abertausenden von Schallplatten, in seinem Detroit-Keller Musik produzierte: »Do You!«.

So sind Dilla, Timbaland und die Neptunes die Dudes, die in den Nullern einem geradlinigen Prozess in die Parade grätschten, in dem sie sich vor Raps musikalischer Vergangenheit verneigten und sich in dieser Bewegung gleichzeitig in die Zukunft streckten. »This guy was like the futuristic Pete Rock«, sagte Pete Rock. Sagte Pete Rock!


»The Shining« von J Dilla findest du bei uns im Webshop

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 27.10.2010
Slum Village
Villa Manifesto
Zum ersten Mal überhaupt finden sich sämtliche Mitglieder von Slum Village auf einem Album wieder. Ein gelungenes Album also, welches sich allerdings, beachtet man die zahlreichen Querelen im Vorfeld des Releases, wohl in dieser Konstellation nie mehr so wiederholen wird.
Music Review | verfasst 16.02.2011
Madlib
Medicine Show Vol.11
Bei allem Genius muss sich die elfte Medicine Show den Vorwurf der fehlenden Kohärenz gefallen lassen.
Music Review | verfasst 02.12.2013
Yancey Boys
Sunset Blvd.
Sunset Blvd. ist ein uninspiriertes, ein miserables Album, das allenfalls für hartgesottene Dilla-Chronisten zu ertragen sein sollte.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 23.01.2011
Pugs Atomz
The Decade
Bezüglich der Motive von Pugs Atomz muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen: Pugs Atomz ist HipHop.
Music Review | verfasst 23.04.2011
Visioneers
Apache/Shaft In Africa
Marc Mac hat den Staub von zwei zeitlosen Klassikern gepustet und lässt sie im funkigen B-Boy-Gewand strahlen wie in ihren Ursprungstagen.
Music Review | verfasst 21.09.2007
Kon & Amir
Off Tracks Vol. 1 - The Bronx
»Kon and Amir are two of the most extraordinary but underrated beat diggers in the game.« Damit trifft Finesse den Nagel auf den Kopf.
Music Review | verfasst 20.10.2011
Various Artists
BBE 15
Eines der angesehensten Labels im Hip Hop feiert seinen 15. Geburtstag und beglückt seine Fans mit einer ausgedehnten Mix-Doppel-CD.
Music Review | verfasst 14.11.2011
Git
Imagination
Git ist ein passionierter Plattensammler, Schlagzeuger und Produzent. Seine Tracks sind gut, mit einer Stimme unterlegt sind sie besser.
Music Review | verfasst 13.07.2012
Visioneers
Hipology
Marc Mac kehrt mit seinem Projekt Visioneers auf den Pfad organischer Grooves zurück und huldigt auf »Hipology« den Ursprüngen des Hip Hop.
Music Review | verfasst 16.02.2010
Ty
Special Kind of Fool
Der britische Rapper Ty hat ein neues Album. Es trägt den symptomatischen Titel »Special Kind of Fool«.
Music Review | verfasst 27.05.2013
The Last Skeptik
Thanks For Trying
The Last Skeptik ist fast so was wie der menschgewordene Music Production Controller, einer der sampled, was das Vinyl-Zeughaus hält.
Music Review | verfasst 06.05.2008
J-Live
Then What Happened
Durch »Reveal the Secret EP« bereits angedeutet: »Then What Happened« ist eine der wichtigsten Veröffentlichungen dieses Jahres.
Music Review | verfasst 28.02.2008
J Live
Reveal The Secret
J-Live lässt mit »Reveal The Secret« kündigt mit diesem Appetizer eigentlich nur sein viertes Album »Then What Happened« an.
Music Review | verfasst 02.06.2014
Millz
Dopamine – A Vivid Dream
Millz’ Debüt-LP »Dopamine – A Vivid Dream« regt ausgewogen, selbstbewusst und unaufdringlich gleich zu mehrfachen Durchläufen an.
Music Review | verfasst 22.05.2014
Chris Read remixes The Pharcyde
Runnin'/Passin' Me By
Chris Reads Remixe von »Runnin’« und »Passin’ Me By« lassen zwei der beliebtesten Pharcyde-Songs ermüdender aussehen, als sie waren.
Music Review | verfasst 09.06.2014
Vaitea
Word Citizen
Das nahbare Flygirl Vaitea macht auf »Word Citizen« HipHop zu einem ästhetisch ansprechendem, aber leider auch harmlosen Multikulti-Allerlei
Music Review | verfasst 12.06.2014
Shawn Lee
Golden Age Against The Machine
Shawn Lees »Golden Age Against The Maschine« ist gleichzeitig Verbeugung und Vermächtnis vor dem allmächtigen 90s-Hiphop-Sound.
Music Review | verfasst 18.05.2009
DJ Vadim
U Can't Lurn Imaginashun
DJ Vadims »U Can‘t lurn Imaginashun« ist ein entspannter Abenteuer-Trip in die innige kreative Welt des Wahl-Londoners.
Music Interview | verfasst 31.10.2008
BBE Records
The Arsenal Jazzmafia Mobster
Nicht allein die Tatsache, dass uns BBE Records im Herbst diesen Jahres das erste richtige Produzentenalbum von Madlib bescherte, macht es lohnenswert sich das Label von Peter Adarkwah genauer anzuschauen und vor allem hinzuhören. Ein Gespräch mit dem King of BBE.
Music Interview | verfasst 12.03.2011
DJ Vadim
Russian Percussion reloaded
The Electric heißt das neueste Projekt von Tausendsassa DJ Vadim. In diesen Tagen erscheint das Debüt des Trios. Aus diesem Anlass trafen wir den gebürtigen Russen zum Gespräch über seine Vielseitigkeit, Mäßigung und Alkohol.
Music Interview | verfasst 22.12.2006
DJ Vadim
»Ein schizophrenes Land«
Eigentlich wollten wir nur seine Jahrescharts übermittelt bekommen. Doch dann dachten wir uns, könnte man auch gleich ein kleines Interview mit dem Herren Vadim machen. Dieser tourte zum Zeitpunkt des Interviews gerade durch die USA.
Music Kolumne | verfasst 11.02.2015
Records Revisited
Beastie Boys‘ Paul’s Boutique, 1989
Das zweite Album der Beastie Boys gilt als eines der innovativsten Hip Hop-Alben und ist doch vor allem ein Produkt des Chaos’. Zugleich ist es der unschlagbare Beweis dafür, dass die Musikindustrie niemals Recht hat.
Music Kolumne | verfasst 12.05.2015
Records Revisited
Run-DMC - Run-DMC, 1984
Es gibt wenige Alben, die echte Game Changer gewesen sind. Run-DMCs selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahre 1984 war so eines. Es brach mit Traditionen und brachte Rap zurück zu sich selbst.
Music Essay | verfasst 11.11.2015
Records Revisited
IAM's »Ombre Est Lumiere«, 1993
IAM sind weit mehr als Frankreichs dienstälteste und erfolgreichste Rap-Formation. Sie sind die großen Poeten des französischen Rap, die historische Verbindung Europas zur arabischen Kultur und ein erinnerndes Gewissen.
Music Kolumne | verfasst 24.03.2017
Records Revisited
The Notorious B.I.G. – Life After Death (1997)
Morgen wird Biggies »Life After Death« zwanzig Jahre alt. Ein bahnbrechendes Album. Vor allem weil es damals auf tragische Weise mit einer dem HipHop inhärenten fixen Idee brach.
Music Kolumne | verfasst 02.03.2018
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne | verfasst 17.05.2018
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Review | verfasst 18.04.2016
J Dilla
The Diary
J Dillas ursprünglich für 2002 vorgesehenes Album »The Diary« ist kein weiterer Klassiker. Aber dennoch Hörempfehlung!
Music Liste | verfasst 05.05.2011
Young Montana?
DJ Charts
Mary Anne Hobbs, die beliebte Auskennerin von BBC Radio 1, hat Young Montana? im letzten Jahr zum »Favourite Unsigned Artist of 2010« erklärt. Für uns hat der 20-jährige zehn seiner derzeit liebsten Platten herausgesucht und kommentiert.
Music Liste | verfasst 14.07.2016
Die 24 besten
Reissues des Jahres (bis jetzt)
Keine Compilations, sonst eigentlich alles. 24 Reissues, die aus dem redaktionsinternen, wutdemokratischen Verhandlungen als absolut unabdingbar herauskamen. Dann in Texte gegossen und alphabetisch sortiert.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Review | verfasst 06.05.2010
Dimitri From Paris
Get Down With The Philly Sound
Bei seinem neuesten Werk widmet sich Dimitri dem sogenannten Phillysound, der Mitte der 1970er-Jahre als Geburtsstunde von Disco gilt.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.