Music Kolumne | verfasst 17.10.2018
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Text Florian Aigner

Jay Rock – RedemptionWebshop ► Vinyl LP | CD Jay Rock als Memphis Bleek der TDE-Crew unterzuverkaufen, war schon immer ein Fehler, spätestens seit den testobesoffenen Adrenalinbläsern auf »Win« muss hier mindestens die Beanie-Sigel-Rolle freigeschaufelt werden. »Redemption« ist Straßenköterscheiß 2018 und Rocks lange fälliges »The B.Coming«.
 

Lil Wayne – Tha Carter VWebshop ► Vinyl 2LP | 2CD Huarks, wer Lil Wayne neulich bei Kimmel sitzen sah, wartete eigentlich nur noch auf die vollständige Echsentransformation, aber »The Carter V« ist, trotz ridikulösestem Hick-Hack, keinerlei stilistischer Kohärenz und lol-worthy Hooks insgesamt trotzdem ein okayes Lebenszeichen. Wer allerdings Peak-Martian’ismen herbeifantasiert hatte, wird natürlich enttäuscht sein.
 

bun b return of the trillWebshop ► CD Ich meine es waren die geschätzten Kollegen von POW, die »Return Of The Trill« als zu diesem Zeitpunkt bestmögliches Bun B Album nussschalten und viel mehr lässt sich dazu auch gar nicht beobachten, außer vielleicht, dass der hier als Executive Producer fungierenden Big K.R.I.T. in der Tat eine Karriere verdient gehabt hätte.
 

roc marciano horseWebshop ► Vinyl 2LP | 2CD Wieder ein neues Roc Marciano Album, wieder das beste Rap-Album des Monats (zumindest solange Ka’s Neue nur in New Yorker Popup-Stores verkauft wird). »Behold A Pale Horse« ändert nichts an der Formel und ist trotzdem wieder essentiell, auch weil seit Prodigys Tod einfach niemand außer Marciano diese psychotische Marlo Stanfield Delivery ansatzweise so gut hinbekommt. Bester YT-Kommentar so far: Imagine walking to this guy’s house and seeing chicks actually being used as furniture.
 

Fatima – And Yet It's All LoveWebshop ► LP Marcis Gästevers auf dem neuen Album von Fatima ist dann zumindest für mich auch der einzige Grund »And Yet It’s All Love« mehr als einmal anzusteuern, aber handwerklich ist das selbstverständlich ein Wahnsinnsalbum, so man denn noch Platz in seinem krustigen Doublecup für völlig uneitlen und emotional transparenten modernen Soul hat.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV.


dur-dur bandWebshop ► 3LP Irgendwie aber doch spannender: Analog Africa Tourismus. Die sind nach Somalia geflogen, um nach Awesome Tapes From Africa schon die zweite Kollektion an verloren geglaubten Dur Dur Band Aufnahmen zu retten. Eine Vinyl 3LP ist dabei entstanden, die mich immer dann am meisten kriegt, wenn die etwas konventionelleren Funk-Sessions durch sublimes Gepsyche unterbrochen werden und die Vokalisten zum Zug kommen. Da fehlt dann auch manchmal nicht mehr viel zur Marijata-Transzendenz.
 

jlin autobiographyWebshop ► 2LP Ok, ich hätte Jlin halt auch einfach vertrauen können. Als die ersten Waschzettel für den Soundtrack zu »Music From Wayne McGregor’s Autobiography« auftauchten, klang das nach dem typischen Muster: Dancefloor-Innovator grows tired of Dancefloor, does Ambient. Pffff, am Arsch, vielmehr strukturieren die wenigen, toll unflauschigen Ambientpassagen ein rhythmisch mal wieder vogelwildes Album, das einzig und allein nach Jlin klingt.
 

Marie Davidson – Working Class WomanWebshop ► LP Marie Davidson ist derweil auf Ninja Tune angekommen und wen das überrascht, der hat nichts verstanden. Musikalisch waren die Vorgänger teilweise radikaler und spannender, aber narrativ brilliert Davidson hier mit elliptischer Ironie und einem bemerkenswerten Gespür für den richtigen Ton in einer schrillen Debatte.
 

vanligt folkWebshop ► LP Vanligt Folk machen auf »Folk Hambo« derweil Musik, die ich nicht verstehe. Ich liebe Musik, die ich nicht verstehe. Die Basis hierfür ist Hambo, ein schwedischer Volkstanz des einfachen Volkes, hier übersetzt in unkategorisierbaren Digidub-Industrial-Folk mit Dada-Vocals. Fanfuckingtastic. 


 

Robert Rental – Different Voices For You. Different Colours For Me. Demos 1980Webshop ► LP Wie üblich gäbe es diesen Monat wieder dreißig Reissues zu besprechen, aber wir wollen hier weiterhin im Jahr 2018 bleiben. Es sei denn jemand findet Robert Rental’ Demos aus dem Jahr 1980, die bisher noch niemand gehört hatte. »Different Voices For You Different Colours For Me« entstand nach der unfickmitbaren Kollaboration mit Thomas Leer im vorherigen Jahr und Rental flext direkt mit den ersten beiden Stücken den ganzen anderen New Wavern die Kotelleten ins Großhirn.
 

Mazzocchetti Snippet Boy, das kastige gelbe Alter Ego von Maoupa Mazzocchetti, hat ein Album für Low Jacks Label gemacht und ja, es ist noch seltsamer geworden als erwartet. DAF auf -40, Chopped & Screwed Post-Punk, taschenrechnerloser Math Rock, Geschirrspüler-Funk aus dem Jahr 2055 und Sci-Fi-Riddims, die sich gegen New Beat wehren und doch verlieren. Essentiell, obviously.
 


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fernando fernandoWebshop ► LP Fast schon süß, dass Ron Morelli doch mal wieder eine Lo Fi House-Platte veröffentlicht. Aber L.I.E.S. wäre nicht L.I.E.S. wenn Fernando auf seinem Album nicht sofort alle »Winona«-Erstis verprellen würden. Kaum ein Stück ist länger als drei Minuten und von der Kratzbürstigkeit der Aufnahme her erinnert das vielmehr an frühe Apron- und PPU-Platten.
 

danzasWebshop ► 2LP Sascha Mambo trifft weiterhin seit Jahren quasi keine schlechten Entscheidungen, so dass auch der zweite Teil von »Danzas Electricas« wie ein Album funktioniert. Ein Album, das dir zwar nach einem Headbutt erstmal zwischen die Beine tritt, aber immerhin beim Aufstehen die wuchtigen Schweißerpranken reicht.
 

rainforest Ach ja, auch prima: das letzte Rainforest Spiritual Enslavement Tape kommt jetzt doch auf Vinyl, angereichert mit einem – OMG – Equiknoxx-Remix. Vielleicht insgesamt nicht ganz so übergroß wie »Ambient Black Magic«, aber allein der Opener ist wieder Ambient Techno Perfektion.
 

monsereWebshop ► LP Danach kann man prima auch Annelies Monseré hören, das, wenn ich richtig mitgezählt habe, zweite Album auf Stroom mit aktueller Musik. Schwermütig ist das, Herbst AF und die Antwort auf die Frage was passieren könnte, wenn Liz Harris Pascal Comelades Frühwerk und Satie gleichermaßen vergöttern würde.
 

domenique dumont 2ndWebshop ► LP Ach komm, ich mach’s euch nochmal einfach zum Schluss: Domenique Dumont bleiben Antinotes Pop-Joker. »Miniatures De Auto Rhythm« müsste eigentlich aus jeder Studenten-WG dudeln, aber dafür schwingt hier zu oft ein abgeklärter Troll-Habitus in jede Zuckerguss-Melodie. Pop für Menschen, die trotz Augenbrauenverspannung und Schuppenflechte am Kinn halt auch mal kurz schmunzeln wollen.
 

MB Jones – Rok SpyWebshop ► LP Und wem das noch zu einfach ist, der holt sich Prankster-Pop von MB Jones. Ein Minialbum mit koreanischem Loose Joints Spaß, einer vollkommen hanebüchenen Agentenstory und Hosono-Synths, nachgespielt von Viertklässlern im Colarausch. Hinter Drama stecken übrigens Zaltan und Pam, war ja klar.
 


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