Music Essay | verfasst 28.02.2019
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Text Christoph Umhau
Colundi_sequences_hhv-mag_1024x685px

Seit Geburt der elektronischen Musik arbeiten Produzenten mit nebulösen Anspielungen auf Themen wie Weltraum oder Futurismus. In keinem anderen Genre dienen Mystik und Geheimnis öfter als Inspiration als in der elektronischen Musik. Technopionier Jeff Mills’ »Metropolis« verdankt seinen Namen dem dystopischen Science-Fiction-Film, Drexciya ging noch einen Schritt weiter und baute seine ganze Erscheinung um Themen aus der Tiefsee. Kein Wunder also, wenn sich Künstler aus diesem Umfeld einem mystischen Gegenstand widmen. Bei Colundi allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: dahinter steckt eine ganze Philosophie.

Die beiden Protagonisten von Colundi sind bekannte Figuren in der Szene. Das ist zum einen der Finne Aleksi Perälä, der seit über zwanzig Jahren unter seinem Klarnamen und mit den beiden Alter Egos Ovuca und Astrobotnia experimentellen IDM und Breakbeat produziert. Zum anderen Grant Wilson-Claridge, der Mitbegründer von Rephlex, dem legendären britischen Label, das lange Zeit Heimat für zukunftsweisende elektronische Musik, nicht zuletzt von Richard D. James aka Aphex Twin war.

Rein musikalisch gesehen ist Colundi relativ einfach zu erklären. Mit der »Colundi Sequence« hat Grant Wilson-Claridge einen Weg gefunden, sich von der klassischen westlichen Einteilung von Musik in Oktaven zu verabschieden und stattdessen eine neuartige frequenzbasierte Art des Produzierens etabliert. Die mit Hilfe dieser Technik produzierte Musik klingt dabei weniger futuristisch als die Definition und hat viele Anleihen bei den Genres IDM, Electro und Breakbeat.

Hier beginnt aber auch schon die Mystik. Auf der Colundi-Website ist nämlich nicht die Rede von einer eigenen Innovation, sondern von einer »mikrototalen musikalischen Skala auf der Grundlage von Resonanzen, der Natur, der Philosophie, des Kosmos und Traditionen, die von Heiligen geschickt wurde«. Die Frequenzen, die dabei verwendet werden sollen eine heilende Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Wissenschaftliche Belege für diese These gibt es allerdings nicht. Sowohl für Perälä als auch für Wilson-Claridge war diese neue Art Musik eine Offenbarung. Für beide war die einschneidende Erfahrung mit Colundi ab der ersten Sekunde unumkehrbar. Aleksi Perälä hat seitdem ausschließlich Colundi-Musik veröffentlicht.

Auffällig ist auch die große Menge an Colundi Musik, die jedes Jahr erscheint. Perälä allein hat seit 2014 über 16 Alben geschrieben. Sie sind fortlaufend benannt, jedes Album stellt dabei ein Level der Colundi Sequence dar. Die einzelnen Titel haben dabei meist keine erkennbare Bedeutung. In einem Interview mit Residentadvisor spricht Perälä davon, dass Colundi-Musik sich von selbst schreibe und er dabei nur das Medium sei, das es umsetzt.

Taucht man tiefer in die Colundi-Welt ein, wird zunehmend klar, wessen Geistes Kind die Colundi-Philosophie ist. Taucht man tiefer in die Colundi-Welt ein, wird zunehmend klar, wessen Geistes Kind die Colundi-Philosophie ist. In einer sehr aktiven privaten Facebook-Gruppe tauscht sich die kleine Community regelmäßig über technische Fragen und eigene Produktionen aus. Wilson-Claridge ist als Admin der Gruppe sehr aktiv und teilt regelmäßig eine Bandbreite an Inhalten. Von der Geschichte der Elektrizität bis zur Wahrheit über den Saturn. Viele davon mindestens an der Grenze zur Verschwörungstheorie (ein Video bringt das Cover eines Shakespeare-Werks mit den Pyramiden von Gizeh in Zusammenhang).

Eine große Rune füllt den größten Teil der Webseite colundi.net aus. Auch nachdem man sich durch die einzelnen Reiter der Seite klickt, wird Colundi nicht greifbarer. Im Shop werden sogenannte Artefakte verkauft, zum größten Teil Merchandise und Colundi-Veröffentlichungen. Eine konfuse Bildersammlung aus Tier- und Naturfotos reiht sich an Screenshots von Orten, deren Namen Colundi oder eine leichte Abwandlung davon sind.

Die merkwürdigste Idee verbirgt sich allerdings hinter dem letzten Reiter der Website. Dort wird zu Spenden aufgerufen. Mit dem gespendeten Geld möchte man kleine Flächen auf der ganzen Welt kaufen. Ziel ist es, in jedem Land der Welt eine etwa 200 Quadratmeter große Fläche zu besitzen, wo Zeremonien und Zusammenkünfte stattfinden können. Ebenfalls sollen diese Flächen Symbole für die Einigkeit der Menschen sein. Genauere Ausführungen zu den Zusammenkünften oder über die Einigkeit der Menschen sucht man vergebens. Bisher gibt es drei solche Flächen, eine im britischen Cornwall, eine in Somalia und eine im US-amerikanischen Arizona. Ein kleiner Absatz löst zusätzliche Skepsis aus: bezogen auf das Land in Cornwall ist die Rede davon, dass das britische Recht einen zwinge, bestimmte Vorgehensweisen einzuhalten, diese aber vor Sonnenwende vollendet sein werden. Gefolgt von «eventually such countries will be One« lässt viel Raum für Spekulation in Hinblick auf die Absichten, die Colundi pflegt.

Der Versuch Colundi etwas verständlicher darzustellen ist gescheitert. Wo eine Frage beantwortet ist, entstehen zwei neue. Haben Wilson-Claridge, Perälä und die Colundi-Community den Bezug zur Realität verloren und flüchten sich in eine Scheinwelt, in der Shakespeare und die Pyramiden von Gizeh in direktem Zusammenhang stehen? Oder ist Ihnen jedes Mittel, das als Inspiration für neue Musik dient, recht? Wie bei den meisten spirituellen Erlebnissen ist das Geheimnis hinter Colundi nicht in Worte zu fassen. Für diejenigen, die lieber auf dem rationalen Pfad bleiben ist es zumindest die innovativste elektronische Musik, die in den letzten Jahren produziert wurde.


Colundi – Music Tuned To Frequencies schwingt auch im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 11.10.2012
Thought Broadcast
Emergency Stairway
Thought Broadcast begibt sich in die Belanglosigkeit, findet unser Rezensent Jens Pacholsky.
Music Review | verfasst 28.01.2012
Vladislav Delay
Vantaa
Dass diese Platte ihre Zeit braucht, steht ganz außer Frage. Was allerdings noch nicht geklärt ist: Ist das noch Musik?
Music Review | verfasst 12.03.2013
TM404 (Andreas Tilliander)
TM404
Andreas Tilliander widmet sich analogen Drum-Machines, Synthesizers und Sequencern, die Roland in den 1980er Jahren auf den Markt brachte.
Music Review | verfasst 13.12.2013
Heatsick
Re-Engineering
Diese Musik ist herrlich bekloppt. Doch sie groovt, sie weiß ganz ganz viel von elektronischer Musik und möchte gehört werden.
Music Review | verfasst 09.01.2014
Emanuele de Raymondi
Ultimo Domicilio EP
Raymondi dreht seine Runden durch Drones, Störgeräusche und Elektronik – stets leichtfüßig und ohne seine Dringlichkeit zu verlieren.
Music Review | verfasst 19.03.2014
Hiele
Essential Oils
Auch auf seinem zweiten Album »Essential Oils« möchte sich der Antwerpener Musiker Roman Hiele nicht festlegen.
Music Review | verfasst 05.05.2014
Hecker
Articulaçao
Hecker verarbeitet einen Text des Philosophen Reza Negarestani und kreiert ein undurchhörbares Gesamtpaket.
Music Review | verfasst 19.05.2014
CoH
To Beat
Gerade mal ein Jahr nach seinem retrofuturistischen Album »Retro-2038« lässt Ivan Pavlov aka CoH mit »To Beat« eine Art Fortsetzung folgen.
Music Review | verfasst 17.06.2014
Strategy
Pressure Wassure EP
Strategy eignet sich auf der »Pressure Wassure EP« auf unwiderstehliche Weise die Semantik einzelner Epochen elektronischer Musik an.
Music Review | verfasst 01.07.2014
Istari Lasterfahrer
Walls Cave In On You
Istari Lasterfahrer zeigt auf »Walls Cave In On You« wie man mit politischer Haltung musiziert.
Music Review | verfasst 22.07.2014
Thought Broadcast
Votive Zero
Äußerst minimal gehalten. Ravi Binnings arbeitet auf »Votive Zero« mit Bedacht Lo-Fi aufgenommenen Synthesizer- und Drummachine-Sounds.
Music Review | verfasst 12.09.2014
Lee Gamble
KOCH
Mehr als ein würdiger Nachfolger. Lee Gambles neue Platte »KOCH« führt die Stärken seiner Durchbruch-Platten aus dem Jahr 2012 zusammen.
Music Review | verfasst 13.10.2014
BJ Nilsen & Stilluppsteypa w/ Anla Courtis
Golden Circle Afternoon
Die Nordeuropäer BJ Nilsen und Stillupsteypa irren gemeinsam mit dem argentinischen Experimentalmusiker Anla Courtis durch die Klangwelt.
Music Review | verfasst 11.11.2014
Various Artists
Ten Cities
Die Soundway-Compilation »Ten Cities« ist nicht nur ein äußerst spannendes Projekt, sondern einfach eine tolle Dance Music-Sammlung.
Music Review | verfasst 14.11.2014
Strategy
Seeds Of Paradise
Strategy liegen die langen Formate. »Seeds Of Paradise«, sein neuntes Album in zehn Jahren, beweist das einmal mehr.
Music Review | verfasst 26.01.2015
Jan St. Werner
Miscontinuum Album
Auf seinem »Miscontinuum Album« entfaltet Jan St. Werner ein kafkaeskes Narrativ, dass viele erinnerungswürdige Passagen durchläuft.
Music Review | verfasst 02.02.2015
Cummi Flu
Z
Bei Cummi Flu, dem neuen neuen Projekt von Oliver Doerell, dürfen unwahrscheinliche Töne zu Musik werden.
Music Review | verfasst 04.03.2015
Raw M.T.
La Duna
Die Zusatzbuchstaben stehen für »Music Theory«, hat uns seine erste EP gelehrt. Mit »La Duna« lässt uns Raw M. T. an der Praxis teilhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.