Music Kolumne | verfasst 06.03.2019
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Text Florian Aigner

Dendemann - Da nich für! LPWebshop ► 2LP | Box Sprechen wir nicht über Erwartungshaltungen, Rappers’ Rapper, Generationenverträge und Detox, Dendemann hat ein Album gemacht und Dendemann scheint, wenn Twitter und Eventim der Maßstab sind, viele Menschen Ü30 damit mehr als glücklich gemacht zu haben. Das ist schön, denn Menschen Ü30 sind bockig, ambivalent nostalgisch und im Zweifelsfall immer mit dem selben Rap-ist-wie-Pizza-Aphorismus bewaffnet, um jeden semivaliden Einwand kühl abtropfen zu lassen. Deswegen mein bockiger Ü30-Take in aller Kürze: »Da Nich’ Für« ist besser als ich gedacht hätte. Dende klingt selbst über Atlanta Hi-Hats und zufällige Tropical Drums Of Deutschland unpeinlich, seine Dekonstruktionen deutscher Piefigkeit sind auch 2019 besser als 80% des Feuilletons. Dass sich mir bei Beginner- und Casper-Features die Fußnägel aufrollen – mein Problem. Dass auch 2019 90% aller Dendemann Songs ohne Hooks besser wären – mein Problem. Dass ich immer noch eher eine Gänsehaut bekomme, wenn Juelz Santana mit belegter Stimme über ein Billo-Queen-Sample verkündet, dass Dipset 100% immer noch im Gebäude ist – mein Problem.
 

2 Chainz – Rap Or Got To The LeagueWebshop ► CD Das letzte hier besprochene 2 Chainz-Album wurde vor anderthalb Jahren folgendermaßen abgehandelt: »Rap ist ein Spiel für junge Männer. Es sei denn, dein Name ist Tittenjunge Doppelkette und du streichst dein Trap House auch mit Anfang vierzig noch purpurn, trotzt dem Jugendwahn mit seinem bisher besten und amüsantesten Album.« 2 Chainz Gilt auch für »Rap Or Go To The League«, dem nun zweitbesten 2 Chainz Album und Lebrons A&R-Debüt.
 

Mach HommyWebshop ► LP Mach Hommy rappt hingegen als suche der Clan auch 2019 noch händeringend nach neuen Soldaten. In humorfreiem Shyheim-Duktus vorgetragen, ist »Saturday Night Lights Volume 1 & 2« die säbbelrasselndste Loop-Rap-Kollektion seit dem letzten Album von Ka. Dass dabei für 7 Tracks 38 Euro veranschlagt werden, ist dabei entweder grimmigster Hustler-Scheiß oder algorithmisiertes Genietum.
 

Flee Lord Webshop ► LP Dasselbe in Grün (Pun überintended): Flee Lord und »Lord Talk Volume 2«. Vor zehn Jahren hätte man das vermutlich als weiteres mittelmäßiges Babygrande-Release beiseite gelegt. Heute ist diese Art von Traditionalismus fast wieder radikal frisch.
 

Angel Ho Death BecomesWebshop ► LP Machen wir mit dem größtmöglichen Konstrast weiter: Angel-Ho hat sich in den letzten Jahren als binärzerbombendes Enigma etabliert, Arca-Kollaboration inklusive. Auf »Death Becomes Her« erweitert sie via Hyperdub den sperrigen, Janus beeinflussten Sound um die Rotzigkeit einer Princess Nokia, Kelman Durans dystopische Riddims und das post-postmoderne Rockstartum eines Yves Tumor. Als Diskursplatte ist das unverzichtbar, als rein musikalisches Dokument fehlt hier aber manchmal die Nuanciertheit ihrer Vorbilder.
 

Modeselektor – Who Else?Webshop ► LP | CD Es fühlte sich vor »Who Else« so an, als wäre die um Relevanz ringende Journaille wieder bereit Modeselektor ins Herz zu schließen, Stadiontum und Moderat-Gegähne hin oder her. (Un)fairerweise muss zumindest ich aber bekennen, dass »Who Else« symptomatisch ist für jedes Modeselektor-Album, auch hier werden Mikro-Entwicklungen globaler Bass- und Clubentwicklungen derart grob makroökonomisiert, dass am Ende ein Auge wild zwinkert, während sich das andere unkontrollierbar im Uhrzeigersinn dreht. Sorry, aber »Who Else« klingt als hätte eine Werbeagentur eine Stunde NTS Radio in einen Podcast für Vodafone übersetzt.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV.


sneaks highwayWebshop ► LP Auch Sneaks Sound hat gewisse Corporate-Anleihen bekommen, »Highway Hypnosis« ist größer, lauter und kontrollierter als die Skizzen der ungestümen Rrrrriot-Punk-Anfänge, gleichzeitig ist es auch eine große Freude zu hören, dass hier jemand das Erbe von Le Tigre so unpeinlich weiterführt. Noch ein Satz aus einer anderen Ära: Live vermutlich der Wahnsinn.
 

silk road assassins state of ruinWebshop ► 2LP Jokers slicker Proto-Lean-G-Funk war nach zwei Maxis schnell zu Ende erzählt damals, die Eleganz mit der die Silk Road Assassins auf »State Of Ruin« diesen jedoch als Inspirationsquelle für ihre minimalistischen Trap-Beats verwenden, nutzt sich selbst auf Albumlänge nicht ab. Noch ein ganzes Stück langsamer als die Grime-typischen 70/140 BPM und ohne PS1-Presetboner, könnte das für Grime eine ähnliche Frischzellenkur werden wie vor zwei Jahren das erste Equiknoxx-Album für Dancehall.
 

ossia devils dance Webshop ► 2LP Unterdessen rettet Ossia auf »Devil’s Dance« Dub, Techno, Industrial und Music Concrete in einem. 2019 ist gelaufen. Alles weitere steht hier.
 

berrocal ice exposureWebshop ► LP In obiger Kolumne kamen wir auch schnell auf Jac Berrocal zu sprechen, dessen Avantgarde-Experimente schon immer am besten waren, wenn er das Saxophon so creepy wie möglich spielte. Auf »Ice Exposure«, wie Ossia ebenfalls über Blackest Ever Black erschienen, arbeitet Berrocal erneut mit David Fenech und * Vincent Eppplay* zusammen und schafft es erneut Spoken-Word-Existenzialismus mit Drone, Noise, Free Jazz und allerlei anderem Avantgardekram zu verbinden. 2049 eine 800 Euro Platte, keine Frage.
 

jay glass dubs epitaphWebshop ► LP Ebenfalls kurz im Zusammenhang mit Ossia verhandelt: Jay Glass Dubs, der auf »Epitaph« gewissermaßen antithetisch zu Ossia vorgeht und alte Dub-Techniken nicht etwa hyperreduziert sondern unerschrocken potenziert. »Epitaph« hat alle Regler am Anschlag und ist aber gerade deswegen trotzdem keine klassisches Dub-Album. Klingt seltsam, ist aber Bokeh (* AIRHORN *).
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV.


king midas sound solitudeWebshop ► 2LP Hat man eine The Bug-Liveshow ohne bleibende Schäden überlebt, darf man sich immer wieder aufs Neue wundern, wie sich jemand, der britische Bass Culture so unverfroren EDM-isiert wie Kevin Martin, diese fast zaghaften, melancholischen King Midas Sound Alben machen kann. »Solitude« ist das narrativste bisher, eine problemtaische Auseinandersetzung des Erzählers mit klassischen Verlust-Leitmotiven und musikalisch gar nicht so weit entfernt von der letzten Fennesz-Kollabo. Dass hier aber völlig tumb ein Liebesverständnis à la »Du Wirst Mich Lieben« propagiert wird, macht das ganze eigentlich untragbar (Danke für den Hinweis, Das Filter ).
 

cucina povera night schoolWebshop ► LP Und noch zwei Alben, die sich in erster Linie auf die menschliche Stimme statt auf Rhythmus verlassen: Cucina Povera führt auf »Zoom« das fort, was schon den Vorgänger »Hija« zu einem Lieblingsalbum des geherzten Kollegen Philipp Kunze machte: barocke Vocal-Loops, minimalste Instrumentierung, Rhythmen entstehen eher in den Leerstellen als explizit im Takt. Oder um das weniger nach Masterarbeit klingen zu lassen: spooky AF, Bratan!
 

decha hieloWebshop ► LP Irgendwo zwischen Cucina Povera, Brannten Schnüre und einer Acapella-Platte von Maria Rita ließe sich vielleicht »Hielo Boca« einordnen, Viktoria Wehrmeisters Solo-Debüt als Decha auf Malka Tuti. Die spröde Industrial-Delivery, die Wehrmeister in Zusammenarbeit mit Tolouse Low Trax als Toresch benutzte, wird hier wesentlich zurückhaltender benutzt, Weinreichs Trademark-Drums fehlen komplett. Ein verletzliches und gänzlich uneitles Album.
 

cosey fanni tutti Webshop ► LP Cosey Fanni Tutti und ihr »Time To Tell« ist mir derweil als Referenz für Decha durchgegangen, vielleicht auch weil deren erstes Solo-Album seit 36 Jaren nach – jep, Berrocal-Tröten – so unerwartet hart mit Techno-Arpeggio startet und Tuttis Stimme auch im Laufe der nächsten sieben Tracks eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen beatloser Techno, perkussiver Ambient, harmonischer Industrial – 40 Jahre im Spiel und immer noch singulär.
 

Musica AntipicaWebshop ► LP Volume 1 der Discrepant-Serie »Antologia De Musica Atipica Portuguesa« ist sträflich untergegangen, Volume 2 droht vermutlich das selbe Schicksal. Portugal schaffte es die letzten Jahre eher mal mit dem jedes kartoffelige Taktgefühl zerberstenden Lissabonner Principe-Sound in den Hype-Zirkel, aber ganz ehrlich, das hier lohnt sich mindestens genau so. Siria singt einen suizidalen Walzer, die Random Gods machen nebenher die beste Invisible Inc. Platte der letzten zwei Jahre und zu Live Low hätte Jackson Maine tatsächlich in Würde sterben können.
 

Zaliva-D – ForsakenWebshop ► LP Passte stilistisch nirgendwo rein, wäre aber das Album des Monats, wenn Ossia nicht gewesen wäre: Zaliva-D auf Knekelhuis. Ich muss in drei Minuten los, deswegen lässt sich das zwar nicht mehr sauber recherchieren, aber es dürfte Tzusing gewesen sein, der das Duo aus Peking auf die europäischen Selektor-Bühnen und auf holländisches Vinyl brachte. Gleichzeitig ist Tzusing auch der offensichtlichste musikalische Einfluss auf »Forsaken«, jedoch ohne die bizepsflexenden Elemente und Vocalsamples; stattdessen krude, chinesische Vocals, bleierne Düsseldorfer Dystopie, abgründiger Ritualismus und Darkwave-Synths. Ergo der perfekte Soundtrack um sich mit versteinertem Gesicht am Rosenmontag durch das vollgekotzte Köln zu quälen.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 19.10.2011
Aigners Inventur
September/Oktober 2011
Wie üblich macht unser Kolumnist vom Dienst auch in dieser Ausgabe vor großen Namen nicht Halt. So dürfen sich Phonte, Emika, James Blake, Radiohead und Apparat Watschen abholen. Warum es trotzdem ein guter Monat war, lest ihr hier.
Music Review | verfasst 23.09.2013
2 Chainz
B.O.A.T.S II - Metime
Dieses Album ist ein Fest der Bedeutungslosigkeit. Aber es ist eben stellenweise auch ein Fest.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2014
Zwölf Zehner
Mai 2014
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Review | verfasst 05.11.2010
Modeselektor
Modeselektion Vol.1
Im Kern ist die Compilation die Visitenkarte des Netzwerkes aus Freunden und geschätzten Künstlern.
Music Review | verfasst 29.09.2011
Modeselektor
Monkeytown
Modeselektor mischen die verschiedensten Clubmusikstile zusammen. Ihnen ist dennoch ein überraschend homogenes Album gelungen.
Music Review | verfasst 01.11.2007
Modeselektor
Happy Birthday
Modeselektors Happy Birthday entzieht sich konsequent der obligatorischen Schubladenzuordnung, liefert aber ein stimmiges Ergebnis ab.
Music Review | verfasst 27.07.2012
Various Artists
Modeselektion Vol.2
Mit ihrer zweiten Labelschau Modeselektion Vol. 2 zeigen Modeselektor erneut ihre Lust an der Vielfalt.
Film Review | verfasst 24.05.2013
Modeselektor
We Are Modeselektor
Bei Modeselektor wird Techno mit einem weichen »ch« gesprochen und Hype heißt hier noch »Rummel«. Ein schöner Film.
Music Review | verfasst 18.02.2019
Modeselektor
Who Else
»Who Else« ist das erste Album von Modeselektor seit acht Jahren. Das allein ist Grund genug die Anlage auf Anschlag zu stellen.
Music Interview | verfasst 22.09.2011
Modeselektor
»Der Bass ist unser Motor«
Musikalisch setzen sich Modeselektor gerne zwischen die Stühle. Ob nun Techno, Dubstep, Hip Hop, Indie, egal, Hauptsache es liegt ordentlich Bass drunter. Eine Devise, der sie auch auf ihrem neuen Album Monkeytown treu geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 11.07.2012
Keine halben Sätze
Proband: Modeselektor
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unsere Interviewpartner ergänzen diesen dann in ihrem Sinne. Diesmalige Probanden: Modeselektor, Anlass: Letzte Woche erschien mit »Modeselektion Vol.2« die zweite Werkschau des Labels.
Music Review | verfasst 08.02.2019
Cosey Fanni Tutti
Tutti
»Tutti«, das erst zweite Soloalbum von Cosey Fanni Tutti, zeigt, welchen Einfluss die Musikerin auf die zeitgenössische Musik hat.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2011
Aigners Inventur
Februar 2011
Raekwon kümmert sich um die Basis, Mr Dibiase um die Atari-Nerds, Show & KRS-One um die ewig Gestrigen, Virgo 4 um Chicago, PJ Harvey um England und Radiohead um die Journaille. Madames et Monsieurs: der Februar!
Music Kolumne | verfasst 20.04.2011
Aigners Inventur
März 2011
Auch in diesem Monat klärt Aigners Inventur wieder die wirklich essentiellen Fragen der Menschheit: Fürchtet Pusha T wirklich das Fegefeuer? Vermittelt Frank Ocean zwischen Tyler und Bieber? Ist die Welt tatsächlich aus Plastik?
Music Kolumne | verfasst 17.05.2011
Aigners Inventur
April 2011
Zugegeben: es war nicht einfach neben den Marktschreiern der Wolf Gang in den letzten vier Wochen noch andere Stimmen zu vernehmen, aber bei genauem Hinhören gab es für die Musikindustrie doch noch ein Leben neben OFWGKTA.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2011
Aigners Inventur
Mai 2011
Irgendetwas stimmt diesen Monat nicht. Was sich im Mai zur Kaffeefahrt verabredete, war im Schnitt älter als der AC Mailand. Und das ausgerechnet im Monat nach Goblin. Quo vadis, Mai?
Music Kolumne | verfasst 10.08.2011
Aigners Inventur
Juni/Juli 2011
Wer anfängt sich in seinem Liegestuhl zu langweilen, bekommt nun die Gelegenheit, die nächsten 15 Minuten mit unserem Scharfrichter vom Dienst und Casper, Wiley, Zomby, MCDE, fLako, den Junior Boys und Laurel Halo zu verbringen.
Music Kolumne | verfasst 18.01.2012
Aigners Inventur
Januar 2012
Da hatte er schon auf einen verlängerten Weihnachsturlaub spekuliert und dann kamen ihm doch wieder massig Platten dazwischen. Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander.
Music Kolumne | verfasst 21.03.2012
Aigners Inventur
März 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Motrip, Lee Fields, Grimes, Ital und DJ Cam.
Music Kolumne | verfasst 25.04.2012
Aigners Inventur
April 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Actress, OFWGKTA, Aphroe und Dream 2 Science.
Music Kolumne | verfasst 23.05.2012
Aigners Inventur
Mai 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Killer Mike, Jadakiss, Shackleton, Lone und Kindness.
Music Kolumne | verfasst 25.07.2012
Aigners Inventur
Juni & Juli 2012
Letzten Monat im wohlverdienten Urlaub holt unsere Kolumnist vom Dienst das Verpasste nach und setzt sich mit der Veröffentlichungsflut, die die letzten beiden Monate brachten, auseinander.
Music Kolumne | verfasst 05.09.2012
Aigners Inventur
August 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Holy Other, Max Herre, Rick Ross, Four Tet und JJ Doom.
Music Kolumne | verfasst 02.10.2012
Aigners Inventur
September 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The XX, Flying Lotus, Xavas, Mala und Robert Hood.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli/August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.