Music Kolumne | verfasst 29.06.2019
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Text Tim Tschentscher , Übersetzung Sebastian Hinz
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In Oxnard, dem kleinen Städtchen bei Los Angeles, kann man genau zwei Dinge tun: einer Gang beitreten oder Erdbeeren anbauen. Um nicht auf offener Straße erschossen zu werden, wählt man entweder letzteren Weg, verlässt die Stadt oder beginnt alternativ mit dem Musikmachen. Bevor der Sohn einer südwestkalifornischen Künstlerfamilie zum Stilpionier einer neuen Generation von Produzenten wurde, schuf Otis Jackson Jr. gemeinsam mit Freunden aus der High School ein in vielerlei Hinsicht weichenstellendes Album. Auch 20 Jahre nach Erscheinen der Schallplatte versteht sich Lootpacks »Soundpieces: Da Antidote!« noch immer als Gegenmittel zur vermeintlichen Geschmackserkrankung eines sich sukzessiv emanzipierten, afroamerikanischen Musikverständnisses. Gleichzeitig löste sich mit diesem Album auch der Startschuss für eine Reihe kultiger Meilensteine auf dem Independent Label Stones Throw. Aber von vorne.

Mit dem Tod der beiden Galionsfiguren des Hip-Hop, Notorious B.I.G. und 2Pac, verlor die Kultur nicht nur zwei ihrer bis dahin wichtigsten Ziehsöhne. Auf dem Weg ins neue Jahrtausend musste sich das Genre um eine neue Identität bemühen. Der Wu-Tang Clan war 1999 bereits größtenteils zerfallen, DMX begründete eine neue Welle des Hardcores und Puff Daddy bereitete das vor, was nur wenige Spielzeiten später als Bling Ära in die Rap-Geschichte einziehen würde. Während der Mainstream also beflügelt vom letzten Peak der CD-Verkäufe stets nach dem nächst Größeren strebte, grenzten sich die Akteure im Untergrund bewusst vom Maximalismus ab. Lootpack war ein unprätentiöses Zugeständnis an das, was die Bewegung einst aus den Hinterhöfen in die Radios hob.

Wildchild, DJ Romes und Madlib gingen dabei sogar noch einen Schritt zurück. Der Fokus sollte wieder elementarer auf B-Boy-Tauglichkeit, Lyrik und DJing ausgelegt werden. Auf textlicher Ebene schlugen Wildchild und Madlib andere Töne an als es der Zeitgeist bereits zuließ. Zwar ist »Soundpieces: Da Antidote« grundsätzlich klassischer Battlerap, gedisst wurden neben den typischen »Wack Emcees« aber eben auch hitgeile Label-Executives, Nutznießer und andere Ausbeuter der Industrie. Diese Selbstreferentialität ist die Studie des Inneren durch Beobachtung des Äußeren. Zwar sind die Texte auf dem Album wenig innovativ, sie zeugen aber von einem tiefen Idealismus, der vor allem in retrospektiver Sicht immer wertvoller wurde. Man wollte weg vom Gangsta-Narrativ der Westküste, weg vom Straßenpathos, weg von zunehmender Hypermaskulinität und weg vom Moët-Gesaufe. Natürlich lag man fernab vom Anspruch, Hip-Hop nachhaltig zu verändern, denn das taten bereits andere. Vielmehr sollte sich auf die einstigen Ideale rückbesonnen werden, um diese zu zelebrieren.

»Soundpieces: Da Antidote« manifestierte, wofür Stones Throw fortan stand: ehrlicher Hip-Hop mit dem Hang zur Exzentrik.

Der Input den Madlib an den Tisch bringt, strotzt dabei vor Ideenreichtum und Originalität. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war er bereits kein Unbekannter mehr. Erste Sporen verdiente sich Jackson 1993 für Zuarbeiten am Debütalbum der Alkaholiks, »21 & Over«. Als Teil der Likwit Crew lösten sich Lootpack mit »Soundpieces« aus dem Schatten der bereits etablierten Liks. Verglichen mit späteren Arbeiten, artikulierte sich Madlibs genreerweiternde, explorative Handschrift im Wesentlichen aber erst auf Projekten wie »Champion Sound« und »Madvillainy«. Hier sind es die schlicht scheinenden Boom-Bap-Loops, die Madlibs eklektisches Gespür für eingängige Samples aus obskursten Quellen in Szene setzen. Trotz des Gruppenerfolgs liest sich »Soundpieces« als Madlibs Debütalbum. Die Beats produzierte er überwiegend selbst. Über die Hälfte der Rap-Parts gehen auf sein Konto.

Mit dem Track »Answers« tritt zudem Quasimoto als Alter Ego erstmals auf. Labelchef Peanut Butter Wolf entdeckte das Helium-Experiment auf den letzten Sekunden einer unspektakulären Demospur. In dem Interlude »20 Questions« interviewt sich Madlib von Quasimoto schließlich selbst. Zwar werden aus den vermeintlichen 20 Fragen letztlich nur acht, hier zeigt sich aber erneut: Madlib ist eine unberechenbare One-Man-Army und es verwundert kaum, wie stilistisch divers die weitere Karriere noch verlaufen sollte. Einige der verschrobensten Instrumentals finden sich auf »Episodes« wieder, einem epischen 9-Minüter-Opus. Pro Episode wechseln Beat und Rapper, trotzdem klingt das dank geschickter Produktion wie aus einem Guss.

Obwohl Wildchilds Rap-Fertigkeiten gegen Madlib hier deutlich überwiegen und eine vielversprechende Karriere implizierten, verlief Wildchilds weitere Laufbahn nach diesem Album eher ruhig. DJ Romes arbeitete danach vorwiegend im Hintergrund, sorgte immer mal wieder für einzelne Produktionen und fungierte hauptsächlich als Live-DJ. So ist »Soundpieces:Da Antidote« letztlich auch die Momentaufnahme einer attitüdenfreien Rap-Crew aus den späten Neunzigern, die vor allem eins ausmachte: Spaß am Musikmachen.

Lootpack – Soundpieces: Da Antidote!Webshop ► Vinyl 3LP Dabei wäre Stones Throw als Plattformgeber nach dem Tod des Freundes Charizma beinahe nie zustande gekommen. Zwar lief das bis dahin kaum bekannte Label einigermaßen, aber erst der überraschende Erfolg von Lootpack setzte in Peanut Butter Wolf neue Energie frei. Es war vor allem auch die Zusammenkunft zwischen Wolf, dem späteren Labelmanager von Now-Again, Egon, Creative Director Jeff Jank und Madlib als Wohngemeinschaft im östlichsten Teil Hollywoods, das zur Bildung einer kreativen Basis für das Label beitrug. »Soundpieces« manifestierte, wofür Stones Throw fortan stand: ehrlicher Alternative-Hip-Hop mit dem Hang zur Exzentrik.


Die Schallplatten von Lootpack findest du im “Webshop von HHV Records”https://www.hhv.de/shop/de/lootpack-vinyl-cd-tape/p:yx9pZi.

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