Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Text Florian Aigner

OG Keemo Geist Webshop ► Box | 4LP 40 Jahre Inventur und die steilste These kommt im November 2019: OG Keemo wird in einigen Tagen mit »Geist« mindestens das beste Deutschrap-Album aller Zeiten droppen. Behaupte ich ungehört und selbst wenn Keemo außer »216« nur noch Schiefertafelnkratzen auf das Album packt, bleibt’s dabei.
 

Danny Brown – UKNOWHATIMSAYIN¿Webshop ► LP | CD Gegen Keemos Gravitas wirkt selbst ein sich neu erfindender Danny Brown noch wie ein aufgeregter Vorschüler, wobei »Uknowhatimsayin¿« alle Insignien des Spätwerks mit staatsmännischer Selbstverständlichkeit trägt. Q-Tip als Executive Producer, die Delivery der Silkroad-Ära entwachsen, die Hooks für jedes Vice-Feature zu grummelig und dazu mit .JPEGMAFIA Feature die eigene Legacy sinnvoll erweiternd.
 

Angel Bat Dawid – The OracleWebshop ► LP Wenn ein Jazzer 2019 durch die eigene Bubble getrommelt wird, liegt das entweder daran, dass irgendjemand beim Utrechter Le Guess Who? keinen Platz mehr in den beiden großen Konzertsälen gefunden hat oder aber weil ein Album so universal funktioniert, dass man die eigene Bräsigkeit gegenüber kontemporärem Jazz endlich mal vergisst. Angel Bat Dawid spielte am Wochenende zwar natürlich auch in Utrecht, aber die algorithmische Omnipräsenz, die »The Oracle« momentan in jeden gut trainierten Feed treibt, dürfte sich eher mit der einzigartigen Mischung aus atonalen Arrangements und tiefster spiritueller Hingabe erklären lassen. Wäre 1974 ein Klassiker gewesen, ist heute vielleicht die Rettung für alles.
 

Anadol - Uzun HavalarWebshop ► LP Die einzige Platte, die dieses Jahr eine ähnliche Stimmung erzeugen konnte, wenngleich die musikalischen Mittel nur in wenigen Ansätzen übereinstimmen, kommt aus Berlin-Kreuzberg. Gözen Atila verändert auf »Uzun Havalar« die DNA des Folksongs im mittleren Osten komplett, indem traditionelle Instrumentierung durch billige Vintage Synths und endlose Impro-Sessions teilersetzt werden. »Ay Çürüdü« ist eindeutig das Epos des Jahres, aber diese gesamte Anadol Schallplatte wird in jeder ernstzunehmenden Top 10 auftauchen müssen.
 

tunes of negationWebshop ► 2LP 2021 dann eine Anadol-trifft-Shackleton-Platte, bitte. Bis dahin macht letzterer einfach weiter seine jährliche Torpfostenverschieber mit wechselnden KollaborateurInnen. Als Tunes Of Negation bimmelt sich Shackleton nun als Ensemble-Chef den Hades hinunter, luzide Chöre und Sprachfetzen kommen und gehen, 6th World Percussion dröppelt manchmal kaum hörbar im Hintergrund, um dann doch zum dominierenden Element zu werden und Col. Kurtz lässt sich eine gotische Kirche neben den Steg bauen. Genieshit halt.
 

boreal massif lpWebshop ► LP Nicht, dass Pessimists vorherige Platte mit Karim Maas schlecht gewesen wäre, aber erst seine neue Zusammenarbeit mit Loop Faction ließ mich deren Defizite erkennen. Als Boreal Massif schaffen es die Beiden mit der monochromen Farbpalette Pessimists wesentlich ungezwungener umzugehen. Im Grunde ist »We All Have An Impact« die beste Trip-Hop-Platte seit mindestens 1997, auch weil Boreal Massif abgeklärt genug sind um anstatt melodiöser vor allem rhythmische Schlüsse aus Bristol zu ziehen. Eingerahmt ist das in einen lobenswerten, wenngleich auch nicht unbedingt ausformulierten FFF-Rahmen.
 

Slikback - Lasakaneku / TomoWebshop ► 2LP Slikbacks erste beiden EPs waren ein Erdbeben im modernen Club, vergleichbar vielleicht mit den ersten Tracks von Jlin. Mit gut einjähriger Verspätung erscheinen »Lasakaneku/Tomo« jetzt als Quasi-Album, angereichert mit drei neuen Stücken. Ähnlich wie Jlin ist Slikback deswegen allen Deconstructed-Krampfern um Lichtjahre voraus, weil der Club hier gar nicht dekonstruiert, sondern bedingungslos luxussaniert wird. Slikbacks Tracks verarbeiten in vier Minuten teilweise dutzende Subgenres, ohne sich jedoch mit diesem sehr europäischen IDM-Gestus der Fußnote zu entkörperlichen. Stattdessen überall Cyborgs mit blauen Flecken und geschürften Ellenbogen. Und LOL, wer braucht bitte Melodien?
 

Dengue Dengue Dengue – Zenit & NadirWebshop ► 2LP Luxussanierung, Part 2. Dengue Dengue Dengue bedienen sich auf »Zenit & Nadir« zwar geographisch expliziter aber aus der immer gleichen eurozentrischen Perspektive sind die Bezüge zu traditionellen peruanischen Spielarten genau die Unsicherheitsfaktoren, die Dengue Dengue Dengue zu einer solchen Blackbox machen. Kaum hat man sich an den ungewohnten 6/8-Groove angepasst, unterbrechen Gqom-Synkopen die Harmonie, kaum hat man sich mit der eigenen Körperklausigkeit arrangiert, bietet uns das Duo ein Midtempo-House-Friedensangebot an. Nicht alles auf »Zenit & Nadir« funktioniert, aber kaum jemand hat sich mehr getraut dieses Jahr.
 

dj nigga fox 2lpWebshop ► 2LP Natürlich sind Principe-Platten immer auch Tools, aber »Cartas Na Manga« so lange zu ignorieren bis einem DJ Nigga Fox in einem DJ-Set neue perkussive Tore aufgestoßen hat, wäre doch arg phlegmatisch. Also los, du Jürgen, sei einmal mutig.
 

Pelada - Moviemento ParaWebshop ► LP Nochmal Clubmusik jenseits von Bass-Biedermeyer. »Movimiento Para Cambio« ist vermutlich die euphorischste PAN-Platte aller Zeiten und Chris Vargas’ energetischen spanischen Vocals machen aus kitschigen Eurohouse-Bigroomern, Shut Up And Dance Breaks und Mixpak-Reggaeton gefährliche Hymnen. Wer des Spanischen mächtig ist, rafft freilich, dass Peladas musikalische Sorgenfreiheit vor allem auch konterkarrierendes Stilmittel ist, aber gute Alben funktionieren bekanntermaßen auch mit Sprachbarrieren.
 

Klein – LifetimeWebshop ► LP Ich müsste lügen, wenn ich behaupte »Lifetime« als Gesamtwerk bisher ausreichend Zeit gewidmet zu haben, zu subtil, leise und vor allem drum-frei gestaltet Klein hier ihre Collagen, dafür aber ist »Claim It« der Song des Jahres, ach des Lebens.
 

Kim Gordon – No Home RecordWebshop ► LP Genau das Gleiche gilt für Kim Gordons bestimmt insgesamt auch wirklich gutes »No Home Record«, aber alles was ich mit Sicherheit sagen kann: »Paprika Pony«, Juuuuunge.
 

omma antinoteWebshop ► LP Auch super: die nächste LP auf Antinote. Olga kommt aus Russland, nennt sich Omma und macht geil dösigen Dream-Pop, geil daddeligen 2012er-Dubstep und geil dödeligen Duke Dumont (ist jetzt ein Genre, basta).
 

Carla dal Forno – Look Up SharpWebshop ► LP Irgendwie trifft man immer wieder Menschen, die mit Carla Dal Fornos eigener Musik nicht vollständig glücklich sind. Alles am richtigen Platz, die richtigen Einflüsse, die Lyrics unpeinlich postmodern, aber trotzdem feelzy – kurz gesagt wohl die Bürde schulternd, offensichtlich eine der Coolsten zu sein, Low Company Ehrenurkunde und NTS Creds inklusive. Ich mag die Dal-Forno-Sachen ja trotzdem, auch wenn sie vielleicht niemals selbst so wunderschön seltsame Sachen produzieren wird, wie sie auflegt, aber an diesem Anspruch scheitern ohnehin 99,5 Prozent.
 

chromatics new Webshop ► 2LP Äh, vermutlich ist Chromatics pumpen 2019 ungefähr so edgy wie Fila und CBD, aber hey, ich freu mich insgeheim trotzdem über die neue Platte. Natürlich beginnen wir mit einem Normie-Cover, natürlich wird man auch bei den nächsten zehn Chromatics-Platten wechselnd die Tollen von Lynch, MacLachlan und Gosling vor dem inneren Auge vorbeirauschen sehen und natürlich ist das schon auch alles Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party 2009, aber irgendwie auch mal okay synchrone Nostalgie zuzulassen, es ist immerhin November.
 

kris baha palaisWebshop ► 2LP Kris Bahas »Palais« hat glaube ich (k)ein Haltungsproblem. Tadellos produzierter EBM Synth Pop und eine klare künstlerische Identität sollten jedenfalls kein Stolperstein sein, jedoch fällt schon auf, dass dieses Album 2016 sicher nicht so untergegangen wäre wie im jetzigen 140+-Klima, zumal auffällt, dass Bahas minimalistische Definition akzeptabler Trance-Bögen dem zur Zeit wieder exaltiert wiehernden Flur nicht gerade entgegen kommt.
 

solitary dancer 2lpWebshop ► 2LP Noch eine Spur eleganter und ja, modernener kommt das Debütalbum von Solitary Dancer um die Ecke gevoguet, inklusive slickem Pansonic-Techno, unterkühlten Ambient-Interludes und angelischem Designer-Trap. »Rites Of Passage« ist dabei insgesamt so minutiös konzeptionell ausgearbeitet, dass man sich die ein oder andere Irritation in diesem Audio-Lookbook wünschen mag, aber das ist eigentlich kleingeistige Nörgelei.
 

tom of england monkWebshop ► LP Tom Of England hat in seiner langen Karriere genug klugen Scheiß gemacht, dass die Ankündigung eines Suicide-beeinflussten Albums für L.I.E.S. mich durchaus angehibbelt hatte. Leider fehlt mir dann auf »Sex Monk Blues« aber Vega’sches Charisma am Mikrofon und wirklich radikale Ideen.
 

Tribe – Age Of AquariusWebshop ► 2LP Dann doch lieber Tribe Of Colin*, der auch auf seinem ersten konventionell vertriebenen Album nichts von seiner misanthropischen Schroffheit abgelehnt hat. Während Jamal Moss Chicago House und Sun Ra als Ausgangspunkt für seine Strukturverweigerungen benutzt, ist britischer Murder Boys Techno und Soundsystem Culture die Basis für »Age Of Aquarius«, ästhetisch haben sich hier aber zwei gefunden. Die ungehobeltste Sensation des Quartals.
 

rRoxymore – Face To PhaseWebshop ► LP Unterdessen macht rRoxymore das Album, das ich von Floating Points erwartet hätte. Quirky, jazzy, vertrackt, aber melodieverliebt, Radiotracks, die in den richtigen Händen aber auf Grund ihres überragenden Sounddesigns auch im Club funktionieren könnten, aber halt nicht müssen. »Face To Phase« löst die immer noch undankbare Aufgabe des Techno-Albums, indem es Techno weitgehend ignoriert und stattdessen an die Magie der B-Seite glaubt.
 

Floating Points – CrushWebshop ► Bundle | LP Floating Points tourt für »Crush« hingegen durch seinen ausgiebigen Back-Katalog als Inspiration und freut sich sympathischerweise diebisch darüber auch im Albumformat endlich mal bolzen zu dürfen. Das ist kathartisch, das ist besser als die x-te Prog-Platte und mit Ausnahme der doch arg prolligen ersten Single der beste Floatie seit zehn Jahren.
 

Barker – UtilityWebshop ► 2LP Niemand muss eigentlich für Barkers Idee, Techno die Kickdrum-Abhängigkeit zu nehmen, mit Gehirnexplosionsemojis hantieren; die Idee ist nicht neu. Neu ist aber vielleicht wie wenig sich Barkers Arpeggios, zum Beispiel im Vergleich zu Lorenzo Sennis reißerischen Trance-Loops, aufdrängen. »Utitilty« schließt auch deswegen diese Kolumne, weil selbst ein Melodieskeptiker (s.o.) wie ich hier neidlos anerkennen muss, wieviel Rhythmus das Gehirn von alleine ausfüllt, wenn man es auf nur genug auf Entzug setzt.
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 01.02.2017
Aigners Inventur
Januar 2017
Auch im neuen Jahr setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Run The Jewels, Tornado Wallace und Fjaak.
Music Review | verfasst 11.07.2012
Chromatics
Kill For Love
»Kill For Love« ist der perfekte Ausklang einer großartigen Party im großstädtischen Morgengrauen. Mit Sonnenbrille, versteht sich.
Music Review | verfasst 08.07.2014
Floating Points
King Bromeliad
Eine neue Veröffentlichung von Sam Shepherd alias Floating Points ist immer eine gute Nachricht. »King Bromeliad« bildet da keine Ausnahme.
Music Review | verfasst 05.11.2015
Floating Points
Elaenia
Freundlich, zugänglich, doch zugleich auf fast ätherische Weise abgewandt, rätselhaft: Das alles ist »Elaenia« von Floating Points.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Bericht | verfasst 21.10.2013
Gilles Peterson, Four Tet & Floating Points
»Free Spirits Sunday« am 13.10. in Berlin
Die jazzaffinen DJs und Musiker leisteten beim »Free Spirits Sunday« eine dringend notwendige Unterstützung für die Steve Reid Foundation und verneigten sich zeitgleich auch auf vielfältige musikalische Weise vor ihren Vorbildern.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 27.10.2017
Ausklang | 2017KW43
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Interview | verfasst 14.10.2019
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Review | verfasst 07.11.2016
Carla dal Forno
You Know What It's Like
Was Carla dal Forno auf ihren Debüt »You Know What It’s Like« macht, das wäre in den 1980er Jahren als Sound von Berlin durchgegangen.
Music Review | verfasst 17.10.2019
Carla dal Forno
Look Up Sharp
Carla Dal Forno ist mit »Look Up Sharp« angekommen. Es ist ein komischer Ort. Nah bei sich, weit weg von jemand anderem.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 20.10.2017
Ausklang | 2017KW42
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt | verfasst 17.01.2020
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Review | verfasst 09.11.2015
rRoxymore
Tautologies
rRoxymore wiederholt sich auf »Tautologies« nicht nur, sie wiederholt sich außerdem noch. Schlimm ist das aber nicht.
Music Review | verfasst 04.11.2016
rRoxymore
Organ Smith - 12"
Mit »Organ Smith« präsentiert rRoxymore ihre Vorstellungen von House Music erstmals auf dem Londoner Label Don’t Be Afraid.
Music Review | verfasst 30.09.2019
rRoxymore
Face To Phase
Auf ihrer Debüt-LP »Face To Phase« bietet rRoxymore eine stilistische Gemengelage, wie sie selten zu finden ist und noch seltener glückt.
Music Liste | verfasst 03.11.2017
Ausklang | 2017KW44
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 02.05.2012
Barker
Like An Animal
Der Mitbegründer von Leisure System lädt auf »Like An Animal« zu einem Streifzug durch die zeitgenössische elektronische Musik ein.
Music Review | verfasst 07.09.2012
Barker & Baumecker
Transsektoral
Andreas Baumecker und Sam Barker raufen sich zusammen und produzieren eines der Technoreleases des Jahres.
Music Review | verfasst 18.09.2019
Barker
Utility
Schon viele Jahre in Berlin als DJ und Produzent unterwegs, legt Sam Barker mit »Utility« nun auf Ostgut Ton sein Debütalbum »Utility× vor.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.