Music Kolumne | verfasst 05.02.2020
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze, Kristoffer Cornils
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Florian Aigner: Ich bin so gespannt, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Kunze das Album mag.
Philipp Kunze: Ich muss gestehen: ich war offen! Weil ich bei der Single, »Workaround 2«, natürlich voll angefixt war von diesem bisschen Gilles-Peterson-Jazz.
Kristoffer Cornils: Das Album ist auch offen. »Workaround 2« ist ein Hit auf einem Album, das keine Hits haben dürfte.
Florian Aigner: Finde das insgesamt irgendwie bemerkenswert lasch, in einem okayen Way. So als hätte Jimi Tenor Pan Sonic die Pads selbst aufgeklebt.
Kristoffer Cornils: Uff. Tenor und Mika Vainio sind nochmal zwei Referenzen, die sonst gar nicht genannt wurden. Die meisten ziehen SND oder Mark Ernestus’ Ndagga Rhythm Force heran: Beatrice Dillon ist da irgendwie ja schon die Schnittmenge.
Florian Aigner: SND ist natürlich superbillo, weil, klar, total obvious. Finde das ganze Konzept auch irgendwie so einen leichten Cop-Out, durchgängig 150 bpm, Betonung auf 5/4, kaum Songtitel.

Philipp Kunze: Cop-Out inwiefern?.
Florian Aigner: Ich finde, wenn man so eine identische-BPM-Zahl-Platte macht, sich das auch in den Waschzettel schreiben lässt und dann auch nur drei Songs Titel gibt, dann wirkt das halt ein bisschen so wie Erwartungsmanagement.
Kristoffer Cornils: Finde das als Kritik aber ein wenig müßig, ehrlich gesagt. Ich kriege hier halt total nicht diese angestrengten Vibes, die sonst so dermaßen das Feld beherrschen, weil ich eben kein nennenswertes Konzept drin sehe. Ich glaube auch gar nicht, dass hier strikt 150 bpm im 5/4-Takt durchgezogen wird. Nur eben immer irgendwas in dem Bereich, auf ungeraden Taktarten.
Florian Aigner: Ich finds nicht müßig, ich finde es passt einfach zu kalkuliert ins Atonal-Programmheft, um mich so richtig wegzuhauen. Was ich gut finde: Minimal mit so Dengue Dengue Dengue-Takten zu haben.
Kristoffer Cornils: Ja, Dengue Dengue Dengue sind da ebenfalls noch ein guter Vergleich. Oder: RAMZi. Und da kommt dann der Dub ins Spiel: Dub wird bei Beatrice Dillon über die Leerstelle geschaffen, da muss sie keine exotistische Fototapete für ein bisschen Deepness reinpinseln. Das allein! Eigentlich auch schon wieder nahe an Don’t DJ dran. Aber dennoch: sehr eigen. Mir bockt’s total.

Das hat doch einfach fette, fette Grooves. Oder krieg nur ich die mit, weil ich aktuell so ein kältebedingter Körperklaus bin? (Kristoffer Cornils) Philipp Kunze: Die Herangehensweise an Dub bzw. Lücken finde ich am interessantesten. Ich finde den Versuch ja so mutig, die Lücken nicht mit Reverb zu füllen. Sondern echt die einzelnen Elemente so hart auf den letzten Klang zu beschneiden. Dafür habe ich hart Respekt – aber kein Herz. Ich hab’ halt auch bestimmt fünf mal an meinen Kopfhörern gerüttelt, weil ich dachte, die seien kaputt. Ich finde da Dub dann schon irreführend, wenn man das jetzt als Musikhörer und nicht Theoretiker liest. Es ist alles sehr flach.
Kristoffer Cornils: Ja, das Flache finde ich schön. Auch, weil es zu dem aufgeräumten Charakter des Albums beiträgt. Das überfordert dich ja nicht, sondern ist, wie ich schon meinte, offen. Kannste mögen, kannste nicht mögen, sie überlässt dir die Entscheidung und Credit Points kriegst du auch nicht gutgeschrieben, wenn du nach drei Bieren mit wem drüber sprichst. Unverkopft. Can I have an »erfrischend«?
Florian Aigner: Das erinnert mich alles auch an mein liebstes Max D-Zitat: »Those Minimal fuckers cant even fucking open a single hi-hat«. Ich glaube deswegen klingt das für dich so nach kaputten Kopfhörern.

Philipp Kunze: Was ich dann theoretisch schon wieder bewundernswert finde: Dass es flach klingt, aber nicht weit. Das ist schon ’ne weirde Reduktion einfach.
Kristoffer Cornils: Ich kann das auch praktisch bewundern. Da wird etwas geöffnet, und das meine ich mit Dub. Im dritten gibt es so eine tolle Zwei-Ton-Bassline mit ein bisschen Geknurre und drumherum flitzen nur so einzelne Hi-Hats durch den Raum. Es klingt aber total… voll. Obwohl die einzelnen Elemente sehr diskret zueinander stehen. Das ist schon genial gemacht, allein aus handwerklicher Perspektive.
Florian Aigner: Es ist halt pures Design auch, klar.
Kristoffer Cornils: Eben nicht nur!
Philipp Kunze: Doch, ich finde es auch seeehr architektonisch.
Kristoffer Cornils: Das hat doch einfach fette, fette Grooves. Oder krieg nur ich die mit, weil ich aktuell so ein kältebedingter Körperklaus bin?


Die Schallplatten von Beatrice Dillon findest du im Webshop von HHV Records


Florian Aigner: Die Grooves sind tiny, aber zufrieden irgendwie. Das ist auch anders als bei Rian Treanor oder Gábor Lázár, das ist ja ähnliches Sounddesign, aber da klingt das so mächtig. Ich finde es klingt auch ein bisschen nach dieser Speckbäuchigkeit der frühen Workshop-Platten, aber einfach auch mit mehr UK-Drumpattern-Weitsicht. Ich glaube die Patterns retten das für mich komplett.
Kristoffer Cornils: Schon die perfekte Workflow-Optimierungsplatte à la »Amber« von Autechre oder die »Loop-Finding-Jazz-Records« von Jan Jelinek. Irgendwas, das die Struktur im Hintergrund stellt, zugleich aber auch die Richtung und die Geschwindigkeit vorgibt, während ich mein Zeilengeld mache.

Florian Aigner: Lass mal über den Kontrabass reden, bei »Workaround 7« und nochmal irgendwo.
Philipp Kunze: Der reißt mich irgendwie komplett raus.
Florian Aigner: Weil dann das Drum Programming so übel winzig klingt daneben. Ich habe da diesen Nicolas Jaar-Hassmoment, wo ich denke: Ey, mach doch mal gescheit fette Drums jetzt.
Philipp Kunze:: Da hätte jemand redigieren müssen und sagen, ne he, das ist corny jetzt. Man muss da wirklich nicht zwanghaft Musikalität beweisen.
Florian Aigner: Jep, seh ich auch so.
Kristoffer Cornils: Fair, da gehe ich mit. Und klar fleddert es am Ende mit diesem Ringtone-Stück von 12 Sekunden Länge auch wirklich aus. Ein bisschen mehr Art Direction, klügeres Sequencing oder einfach weniger Musik – 78 (!) Minuten, ey – hätte dem als Album schon besser getan, denke ich.

Als Ganzes wirkt das Album krass antibakteriell auf mich. Der Kontrabass ist für mich die einzige Erinnerung an menschlichen Stink. (Philipp Kunze) Philipp Kunze: Als Ganzes wirkt das Album krass antibakteriell auf mich. Bin inzwischen schon echt drin. Der Kontrabass ist für mich die einzige Erinnerung an menschlichen Stink. Deswegen reißt mich das auch so raus. Der Rest ist so cleeeean. Ich mag das. Das ist auf ganz perverse und un-esoterische Art und Weise reinigend.
Kristoffer Cornils: Es ist ja auch aseptisch, auf eine geile Art.
Florian Aigner: Es ist manchmal auch ein bisschen Isolée und generell Micro House, aber halt mit viel geileren Drumpatterns.
Kristoffer Cornils: Und das ist auch der große Vorteil von dieser Platte zu sowas wie, let’s say RAMZi again: Da wird eben nicht auf der Exotismusklaviatur gespielt, selbst wenn die Tabla reinläuft. Kein Plätschern, kein Insektengezirpe, kein Urwaldmuff. Dennoch klingt es irgendwie sehr geil… transkulturell? Nicht mal sicher, wie ich es beschreiben würde. Da fleddert nichts und entwickelt irgendwie doch ein Eigenleben. It lives!

Florian Aigner: Für mich klingt dieses Album wie diese komischen aerodynamischen Prototypen, die dein Bruder in den Windkanal schickt, weisch.
Philipp Kunze: Ja. Es ist irgendwie so Rave für die Quarantäne-Station.
Florian Aigner: So silbern und Abdeckshit noch drauf.
Kristoffer Cornils: Um nochmal auf Micro House zurückzukommen: Das ist tatsächlich, auch in Hinsicht auf das Sampling, natürlich ein extrem guter Hinweis. Kein gut gealtertes Genre. Aber bei dem hier habe ich schon eher das Gefühl, dass es noch in ein paar Jahren sehr erfrischend sein wird. Mit so vielen Vergleichen wir auch rumschmeißen: Würde euch was einfallen, das wirklich genauso funktioniert wie diese LP? Klar, SND liegen am nächsten, aber doch fehlt denen zum Beispiel dieses Dub-Element. Da macht Beatrice Dillon schon etwas Neues, Spannendes, was ich schwer einzuordnen finde. Und das ist für mich immer erstmal ein Garant dafür, dass ich’s noch in drei, vier Jahren zumindest gerne wieder hören werde.

Florian Aigner: Hmmmm, wie zu Beginn schon verbraten: Vainio/Pan Sonic, aber doch eher aufs ganze Werk verteilt als so konzentriert wie hier.
Kristoffer Cornils: Ja, und das meine ich: Da lassen sich viele Vergleiche ziehen, aber die immer nur mit Einschränkungen. Und das ist im Jahr 2020 schon ein starkes Stück, denke ich.
Beatrice Dillon – WorkaroundVinyl LP Florian Aigner: Liebe halt auch diese elementaren Mini-Rapbeat-Interludes, die »Workaround 10« zum Beispiel. Endlich die Schnittmenge von Trio und Tommy Wright III.
Kristoffer Cornils: Sagen wir so: Das sind schon recht viele Ideen auf kleinem Raum und sonst funktioniert die Platte im Gesamten dann am besten, wenn sie sich sparsam von hier nach dort hangelt.
Philipp Kunze: Ich mag am liebsten, dass das auf so absurderweise gleichzeitig perfekt programmiert und unbewusst klingt. Aber am Ende des Tages ist »Workaround« für mich wie der Besuch im Waschsalon. Endlich mal wieder richtig saubere Wäsche, aber wenn alles gesagt und getan ist, müffel’ ich lieber leicht und bleib zu Hause.


Die Schallplatten von Beatrice Dillon findest du im Webshop von HHV Records

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