Music Kolumne | verfasst 06.05.2020
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Text Florian Aigner

dj python masVinyl LP Das neue Album von DJ Python war schon Prä-Corona nach ersten Snippets ein klarer Kandidat für die Rubrik »Album des Jahres«, entwickelte sich aber zumindest für mich in den letzten vier Wochen zum definitiven Lockdown-Classic. Während DJ Pythons vorherige Alben Deep House rhythmisch aus der Patsche halfen, ist »Mas Amable« in seinem durchgängigen Dancehall/Dembow-Chug ein Genre-Meisterwerk in der Größenordnung der ersten beiden Equiknoxx-Alben, gleichzeitig aber wird hier auch noch süßlicher IDM und kitschiger Trip Hop von seiner kaukasischen Clumsiness befreit.
 

cs kreme snoopy Ähnlich sensationell und leider im ersten Run sofort vergriffen: CS & Kreme und »Snoopy«. Die Australier hatten bereits zuvor auf EP-Länge immer wieder die inhärenten HTRK’ismen in den coolsten Pop-Entwurf der späten 10er übersetzt, die Art und Weise wie hier aber auch Albumlänge Avantgarde-Protzerei in genuine Emotionen übersetzt wird, ist schon auch konkurrenzlos gerade. Klingt schwurbelig, ist aber bemerkenswert zugänglich und damaligen Cocteau Twins oder Pink Industry-Werken damit gar nicht so unähnlich.
 

nazar guerillaVinyl LP »Guerilla« von Nazar zu pandemisieren wird der hoch persönlichen Backstory des Albums nicht gerecht, gleichzeitig braucht man keine Journalistenschule besucht zu haben um anzumerken, dass die disruptive Energie des Albums sich aktuell natürlich perfekt rekontextualisieren lässt. Anders ausgedrückt: das ist verstörender Scheiß für verstörende Zeiten, aber irgendwie stecken da auch zweieinhalb Hits drin, um sich 2024 bei United We Stream einen Kanister selbstgebranntes Ethanol in den Rachen zu schütten.
 

Minor Science – Second Language (Whities)Vinyl LP Schätzelein Cornils hat in seiner Review, Minor Science glaube ich schon alle fairen Kritikpunkte an dieser Platte genannt, vielleicht ist »Second Language« aber auch einfach das erste Dance-Album, das Tiktok verstanden hat. Für mich jedenfalls ist das stellenweise frustrierender, aber insgesamt ungeheuer belohnder Ideen-Flex, aus dem andere eine zehnjährige Diskographie gebaut hätten.
 

k-lone cape Ein krasser Kontrast zu Minor Science ist »Cape Cira«, weil K-Lone hier ein thematisch hyperkonzentriertes Mikro-Genre Album gemacht hat, das in seiner hermetischen Tonalität damit teilweise an das »Workaround« von Beatrice Dillon erinnert, sich aber genremäßig für Tropical-Tropen und naiven Eskapismus nicht zu schade ist. Als Club-Produzent hat K-Lone zwar die besseren Ideen, aber Respekt für so viel Zurückhaltung hier.
 

shit shine scenicVinyl 2LP Shit & Shine halten sich nie zurück und wie immer ist das gut und schlecht. In seinen musikalischsten Momenten ist auch »Scenic Farming« wieder ein Riesenspaß. Spaghetti Western Big Beat trifft auch schmatzige Madchester Basslines, Oizo-Humor auf Warp-Augenbrauen, aber natürlich auch wie immer furzen die feixenden Shitheads immer nach drei Löffeln direkt in die dampfende Suppe. Tollste Kackband.
 

dj die soon kappa Vinyl LP Auch zu »Kappa Slaps« Dissonanzfetisch könnte man sich prima Covid-19-Metaphern schnitzen, aber eigentlich gehört DJ Die Soon mit dieser Platte nicht in die Wohnzimmer sondern als Irritator in die mittelgroßen Clubs dieser Welt, am besten direkt zusammen mit Slikback und den neuen verrückten Chinesen.
 

luke slater berghainVinyl 2LP Stichwort Clubgröße: Luke Slaters »Berghain 15« bevorzugt natürlich XXL, aber außerhalb der Berghain Mauern macht eigentlich nur seine furiose Shed-Schnitzeljagd aka Track 6 so richtig Spaß. Ist aber auch gerade schwierig zu beurteilen während man Sauerteig züchtet und Bewerbungsschreiben für Schrebergärten erstellt.
 

the fear ratioVinyl 2LP Auch zu massiv für den Heimeinsatz dürfte ein Großteil der The Fear Ratio Platte sein, wobei hier die britische Breakbeat-Tradition auch immer wieder easy nachfedert. Gescom bleibt als unerreichte Referenz natürlich eine Nummer zu groß, aber »They Can’t Be Saved« ist eines der besseren neuen Alben der Warp-Achse.
 

nyz old traxVinyl 2LP Ob man der kolportierten Entstehungsgeschichte der neuen alten NYZ Collection »Old Trx 87-93« glauben mag, weiß ich nicht genau, aber feststeht, dass Dave Burrastons Tracks hier eigentlich gar keinen nachträglichen Retroanstrich brauchen um zu überzeugen. Natürlich wirkt das alles wesentlich visionärer mit der Datierung im Titel, aber auch wenn die hier versammelten Tracks auch nur halb so alt wären, würde sich das ebenfalls perfekt in die selbe Bubble schmiegen wie The Fear Ratio.
 

hodge shadowsVinyl 2LP Mir fällt derweil niemand ein, der in seiner Lead-Melodie-Selection so oft und so fluide von Autechre zu Sasha wechselt wie Hodge. »Shadows In Blue« ist, wie man das halt so macht bei elektronischen Alben, natürlich auch mit beatlosen Sequenzen wattiert, aber auch im Albumformat schafft es Hodge wie kaum jemand seit Bicep populistische Gesten so unpeinlich wirken zu lassen. Dazu noch State Of The Art UK Bass und Pattern-Irrsinn: er kann’s.
 

lorenzo senni scaccoVinyl 2LP Lorenzo Senni hat sich für mich seit Barker selbst abgeschafft, aber wer nicht so ein abgehobener Douche ist wie ich, dürfte mit »Scacco Mattos« merkwürdig testoterongetränkten Endlos-Arpeggios immer noch ein Menge Spaß haben.
 

lemon crestlessVinyl 2LP Ich nehme mir stattdessen noch das angenehm uncool dadjazzige »Crestless« mit, ein Album, das zugegebenermaßen genau so vor fünf Jahren schon auf Music From Memory hätte erscheinen können ohne besonders aufzufallen, aber irgendwie trötet sich das Lemon Quartet hier trotzdem straight in meine Muzak-Rezeptoren.
 

Ben Bertrand – ManesVinyl LP Auch super und gar nicht mal so ganz easy wie zuvor »Crestless«: Ben Bertrands Zweitling »Manes« und gleichzeitig das erste Album für Stroom. Wie so oft bei neuen Releases dort hat das nichts mit Ambient als Hintergrundgedudel zu tun, gleichzeitig aber auch nichts mit konzeptionell-akademischem KUNSCHT-Gewichse.
 

koyilVinyl LP Vielleicht hat sich die Jon Hassell (übrigens: helft dem Mann) Exegese die letzten Jahre selbst überholt und die neue Generation mittlerweile verstanden, dass hier nicht mehr viel zu holen ist, aber ab und zu kommt doch wieder so ein Kolben wie »Healing Cycles«, der diesem ganzen zwitscherigen Exotismus einen eigenen Stempel aufdrückt. Koyil kommt aus Russland und checkt’s einfach.
 

yves tumor heavenVinyl 2LP Yves Tumor checkt’s vermutlich auch einfach, wir halt aber nicht.
 

Zebra Katz – Less Is Moor (Awal)Vinyl 2LP Es gibt nach wie vor erschreckend wenige geglückte Annäherungen von Rap und Tanzmusik, die auch wirklich Stallgeruch haben und nicht konstruiert wirken. Damit soll natürlich nicht die ständige wechselseitige Beeinflussung gemeint sein, sondern die Konstellation Rapper + Beats. Zebra Katz’ »Less Is Moor« ist genau deswegen so eine Hausnummer, auch ohne Vocals wäre das hier ein Album, das nicht negativ im hektischen PAN-Schedule auffallen würden, aber durch Zebra Katz’ im wahrsten Sinne des Wortes furiose Raps und thematische Bandbreite ein neues Level an Verbindlichkeit erreicht.
 

jay electronica testimonyVinyl 2LP Wir klingen eher klassisch aus, mit dem Messias A.D. Jay Electronica und das nie kommende Album ist schon seit fast einem Jahrzehnt ein Treppenwitz, dass »A Written Testimony« nun nicht nur ein Versprechen einlöst, sondern nebenbei noch das beste Jay-Z Album seit mindestens »American Gangster« geworden ist, ist schon eine kleine Sensation. Eher eine Folge »The Last Dance« als »Black Mirror«, aber wen sollte das ernsthaft stören? Hätte nicht Ka derweil in dieser Sparte mit seinem neuesten (bisher nur digital veröffentlichtem) Album wieder ALLES weggeboxt, ich wäre noch mehr aus dem Häuschen.
 

Knxwledge – 1988Vinyl LP Nochmal klassisch, aber ohne klassische Vocals, »1988«, eines von dreihunder Knxwledge Beattapes, aber mit dem nicht unwichtigen Unterschied, dass das offiziell als neues Album läuft. Dabei bleibt Knxwledge einer der besten Dilla-Nachlassverwalter, insbesondere sein Umgang mit Vocalsamples ist diesseits von Burial ziemlich konkurrenzlos.
 

El Michels Affair – Adult ThemesVinyl LP El Michels Affair zu pumpen fühlt sich immer latent spießig an, aber erst neulich wieder laut ausgesprochen: die Go-To-Wu-Tang-Coverband zu sein, ist und bleibt eigentlich ein unschlagbares Konzept. »Adult Themes« ist nun wieder eines der Wu-freien Alben, gefällig angepsycht, mit sporadischen Vocals sogar und nur manchmal unangenehm cocktailbarig (ja, sowas gab’s mal). Ein Album wie ein Schnitzelbrötchen.
 

Irreversible Entanglements – Who Sent You?Vinyl LP Die neue Platte von Irreversible Entanglements zu hören ist dann ein unversöhnlicher Abschluss. Nicht nur, weil Irreversible Enanglements eine der unversöhnlichsten Bands der Welt sind und mit genau der richtigen Mischung aus Wut und Zynismus gesellschaftliche Fuck-Ups gnadenlos aufarbeiten (Moor Mother <3 ), sondern weil »Who Sent You?!« eine Platte ist, die man live hören muss. Zuhause mag das Kakophonie sein, dicht zusammengepfercht in einem dunklen Keller ist und bleibt das live eine Grenzerfahrung, die man in der aktuellen Situation besonders drastisch vermisst.
 


Die Schallplatten aus Aigners Inventur findest du im Webshop von HHV Records

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.04.2017
El Michels Affair
Return To The 37th Chamber
Der Produzent Leon Michels und seine Gruppe El Michels Affair erweisen mit »Return To The 37th Chamber« erneut dem Wu-Tang Clan die Ehre.
Music Review | verfasst 11.05.2020
El Michels Affair
Adult Themes
Mit »Adult Themes« haben El Michels Affair einen Soundtrack aufgenommen, für den es keinen Film gibt.
Music Porträt | verfasst 21.04.2017
El Michels Affair
Wu-Chronicles
Acht Jahre nach »Enter The 37th Chamber« ist es für Leon Michels und El Michels Affair an der Zeit, die Shaolin-Kammer aus bombastischen Bläser-Sets und cinematoskopischer Mehrdeutigkeit wieder zu betreten. Ein Rückkehr im Zeichen des Wu.
Music Liste | verfasst 18.09.2017
12 Organic Groovers,
die die letzten 12 Monate geprägt haben
Junge Menschen kaufen alte Platten, Hauptsache Kalimba, Conga, Hauptsache es klingt irgendwie erdverbunden. Wo doch alles so digital geworden ist. Aber man muss dafür gar nicht in der Vergangenheit diggen…
Music Review | verfasst 27.06.2019
DJ Python
Derretirse
»Deep Reggaeton« nennt der New Yorker DJ Python seinen karibisch angehauchten Downtempo. Seine neue EP »Derretirse« ist jetzt erschienen.
Music Review | verfasst 06.04.2020
Minor Science
Second Language
Mit seinem Debüt »Second Language« widmet sich Minor Science musikalischen Übersetzungsproblemen. Geschichten lassen sich so nicht erzählen.
Music Review | verfasst 28.09.2015
Shit And Shine
Everybody's A Fuckin Expert
Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, das »Everybody’s A Fucking Expert« von Shit And Shine verdammt gut ist.
Music Liste | verfasst 08.09.2017
Ausklang | 2017KW36
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 02.12.2011
Planetary Assault System
The Messenger
Real Techno For Real People Since 1992 müsste unter Luke Slaters Namen stehen. Nun erscheint das fünfte Album als Planetary Assault System.
Music Review | verfasst 10.01.2014
L.B. Dub Corp
Unknown Origin
Vieles auf Luke Slaters Debütalbum als L.B. Dub Corp wirkt deplatziert. Trotz ein paar Ausnahmen bleibt »Unknown Origin« eine schwache LP.
Music Review | verfasst 03.10.2016
Planetary Assault Systems
Arc Angel
Mit seiner neuen LP als Planetary Assault Systems geht Luke Slater nicht nur die extra mile. »Arc Angel« ist seiner Zeit Lichtjahre voraus.
Music Review | verfasst 15.03.2017
Planetary Assault Systems
The Light Years Reworks
Luke Slater lädt zur Party ein und serviert Trüffel zu Kartoffelsalat. Auf »The Light Years Reworks« glänzt vor allem einer: Er selbst.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Review | verfasst 24.03.2020
Ben Bertrand
Manes
Auf seinem neuen Album »Manes« verbindet der belgische Klarinettist Ben Betrand klassische Musik mit elektronischen Effekten.
Music Review | verfasst 09.10.2013
Knxwledge
Kauliflowr
Knxwledge veröffentlicht so gut wie jeden Monat irgendwas. Sein Album »Kauliflowr« ist aber zum Glück nicht irgendwas, sondern richtig gut.
Music Review | verfasst 10.07.2015
Knxwledge
Hud Dreems
Unzählige Beats kann man von Knxwledge auf Bandcamp finden.Mit »Hud Dreems« steht nun sein erst dritter physischer Release an.
Music Review | verfasst 27.10.2016
NxWorries
Yes Lawd!
Mit »Yes Lawd!« steht eine weitere Zusammenarbeit von Knxwledge und Anderson .Paak als NxWorries im Raum. In diesem Raum wird Sex gemacht.
Music Review | verfasst 27.03.2020
Knxwledge
1988
»1988«, das zweite Album von Knxwledge für Stones Throw, zeigt auf 22 Stücken in nur 37 Minuten das ganze Können des Beatmakers.
Music Interview | verfasst 18.04.2011
Knxwledge
Beats und Soul zusammendenken
Die Beat-Szene kennt eine große Vielfalt an Namen und Produzenten die durch ihre Produktionen die Messlatte ständig höher legen. Einer der Namen, mit denen man definitiv vertraut sein sollte, ist Knxwledge.
Music Interview | verfasst 25.06.2015
Knxwledge
Das Gefühl konservieren
Kendrick Lamar will sie, Action Bronson will sie, Roc Marciano will sie auch: Knxwledge’ Beats sind gefragt. Knxwledge selbst scheint sich indes zu fragen, warum das überhaupt so ist. Wir haben mit dem bescheidenen Produzenten gesprochen.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 07.10.2016
Yves Tumor
Serpent Music
Wäre Prince ein Internetkind gewesen und nie berühmt geworden, vielleicht hätte er dieses Album gemacht.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.