Music Interview | verfasst 25.12.2010
Ebo Taylor
»Es war eine tolle Zeit.«
Von seiner Schulzeit in Ghana, über seine Freundschaft mit Fela Kuti, bis hin zu Usher und Ludacris: Das Gespräch mit der 74-jährigen Afro-beat-Koryphäe Ebo Taylor spannt einen weiten Bogen
Text Jan Wehn , Fotos Tilman Junge
Ebo-taylor

Keine Frage: Afrobeat hat Konjunktur. Indierockbands wie Vampire Weekend zelebrieren die Ranschmeiße an traditionelle afrikanische Rythmen genau so wie die samplewütige HipHop- und R’n’B-Produzenten. Ebo Taylor ist neben Fela Kuti wohl einer der Urväter des Afrobeat und der Highlife-Musik. Mit Love & Death erschien Ende 2010 das erste international vertriebene Album des 74-jährigen und untermauert noch einmal deutlich seinen Status als Highlife- und Afrobeat-Koriphäe. Ein Gespräch über den Wandel des Afrobeat, seine Freundschaft zu Fela Kuti, das Sampling seiner Songs und natürlich das neue Album Love & Death, welches er gemeinsam mit der Afrobeat Academy aus Berlin aufgenommen hat.

hhv.de: Sie sind schon seit ihrem sechsten Lebensjahr Musiker. Wie fing das damals an?
Ebo Taylor: Ganz genau. Ich habe wirklich früh angefangen, Keyboard zu spielen. In der Schule habe ich das dann weiter verfolgt und bin auf das Klavier umgestiegen. Irgendwann brachte jemand aus den oberen Jahrgängen eine Gitarre zum Unterricht mit und ich begleitete ihn auf dem Klavier. Aber das Instrument machte mich sofort neugierig. Da ich noch nicht viel lernen musste und genug Freizeit hatte, übte ich jeden Tag das Gitarrespielen. Das sprach sich rum und eine befreunde Band fragte mich, ob ich nicht mit ihnen ein Konzert spielen wolle. So spielte ich das erste Mal auf einer großen Bühne vor Leuten. Es war toll und ich bekam wahnsinnig viel Applaus – das hat sich damals angefühlt, als wäre ich ein Star. (lacht) Danach wurde ich in die Band (die Stargazers, Anm. d. Verf.) aufgenommen. Am Ende des Jahres waren wir eine der angesagtesten Highlife-Bands und spielten an vielen Schulen für die Mädchen und Jungen. – Es war eine tolle Zeit.

Wie kamen Sie dann dazu, ein professioneller Musiker zu werden?
Ebo Taylor: Wenig später spielten wir auch Konzerte an der Elfenbeinküste, Südafrika oder Liberien. Immer wieder kamen Promoter auf mich zu und sprachen mich an, ob ich nicht Konzerte spielen wolle. Bis dahin konnte ich die Auftritte immer auf die Ferienzeit legen, aber irgendwann ging das einfach nicht mehr – und so entschied ich mich dafür, auf Tour zu sein und professioneller Musiker zu werden. Da war ich gerade 19 Jahre alt. Im Jahre 1959 hatte ich dann meine erste richtige Studiosession und wurde landesweit bekannt.

Hatte diese professionelle Komponente Einfluss auf ihre Art zu spielen?
Ebo Taylor: Ich denke, ich wurde dadurch motivierter. Ich wollte ein Star werden, genau wie meine amerikanischen Vorbilder. Wes Montgomery oder Jim Hall, das waren meine Helden! Neben dem eigentlichen Gitarrespielen lernte ich auch das Arrangieren und Komponieren und übernahm diesen Job auch in der Broadway Band. Das machte mich ziemlich nervös. (lacht) Irgendwann lief es auch nicht mehr besonders gut und ich wurde wegen ein paar Kleinigkeiten aus der Band geschmissen. Ich ging nach England…

… wo Sie dank einem Stipendium der ghanaischen Regierung Musik studieren konnten…
Ebo Taylor: …und konzentrierte mich dort aber nicht nur auf die Musik. (lacht) Ich begann auch, TV-Skripte zu schreiben. Irgendwann sollte ein Stück über ghanaische Studentenbands gedreht werden. So kam ich wieder in Kontakt mit ein paar guten Musikern und gründete die Black Star Highlife Band. Unter anderem lernte ich dort auch Peter Keen und Fela Kuti kennen. Besonders von Fela war ich sehr begeistert. Er ließ Ideen aus dem Jazz in seine Musik einfließen und war uns immer zwei oder drei Schritte voraus. Auch ich begann, zu der Zeit viel Miles Davis und Charlie Parker zu hören. Ich denke, dass konnte man meiner Highlife-Musik sehr schnell anhören.

»Besonders von Fela war ich sehr begeistert. Er ließ Ideen aus dem Jazz in seine Musik einfließen und war uns immer zwei oder drei Schritte voraus.« (Ebo Taylor) Irgendwann kehrten Sie aber wieder nach Ghana zurück.
Ebo Taylor: Ganz genau. Ich wurde freiberuflicher Musiker und Songwriter oder arrangierte für Leute wie Pat Thomas oder »PopAgee« Johnson und spielte in verschiedenen Bands und gründete unter anderem die Assassins. Aber die Musik kam nicht mehr sehr gut an. Es schien mir, als würden sich die Leute einfach nicht mehr für alte und traditionelle Musik interessieren. Ich glaube, die Leute vermissten etwas. Ich hörte zu dieser Zeit viele Bands aus dem Ausland. Blood, Sweat & Tears oder Deep Purple. James Brown war sehr erfolgreich und ich mochte, dass er zwar Rockmusik machte, aber die afrikanischen Einflüsse nicht zu überhören waren. Also setzte ich mich hin und brachte die traditionellen Songs mit modernen Rockeinflüssen zusammen – so entstand meine eigene Variante des Afrobeat. Auf dem Album Conflict, welches ich mit Uhuru Yenzu aufnahm, benutzte ich etwa viele Strukturen aus dem Jazz und dem Highlife. Zu dieser Zeit kam Fela Kuti auch wieder heim und gründete seine Band, die Koola Lobitos und wir spielten viel zusammen. Ich hatte genug Engagements und kam schon zurecht – aber es gab einfach nicht viel zu tun in Ghana. Das Nachtleben war zu dieser Zeit so gut wie tot. Genau wie der Afrobeat.

Sie haben gerade Fela Kuti angesprochen, den Sie ja schon in England kennenlernten. Können Sie ein bisschen etwas von Ihrer Beziehung erzählen?
Ebo Taylor: Wir trafen uns an den Wochenenden und spielten gemeinsam in den kleinen Jazzclubs der Stadt. Aber er war auch ein bisschen dickköpfig und eigen, weshalb ich nicht dauernd mit ihm rumhängen wollte. (lacht) Er kam manchmal unangekündigt auf die Bühne und solche Sachen. Abgesehen davon brachte Fela mir wirklich viele Dinge bei und ich rief ihn beispielsweise an, wenn unser Trompeter verhindert war. – (denkt nach) Doch, wir mochten uns sehr. Aber wir hatten auch viele hitzige Diskussionen über afrikanische Musik. Ich habe auch kein Problem damit, wenn die Leute den Afrobeat so spielen wie er ihn populär gemacht hat – aber ich denke, dieses Vermächtnis ist dafür da, um es weiterzuentwickeln. Das beste Beispiel ist wohl die Afrobeat Academy hier aus Berlin.

Wie kam es denn dazu, mit der Afrobeat Academy ein Album aufzunehmen?
Ebo Taylor: Ich war im Juli 2009 auf einem Festival in Deutschland und lernte ein paar der Musiker von der Afrobeat Academy kennen. Wir waren ungefähr drei Wochen gemeinsam im Proberaum. Eine tolle Zeit – the musicians went hot! Die Jungs waren wirklich sehr interessiert und hatten große Lust auf das Projekt. Das Besondere war, dass die Jungs alten Songs von mir wie Love & Dead oder What Is Life einen ganz anderen und neuen Dreh gegeben haben. Die Stimmung zwischen uns war so gut, dass einige der neuen Songs auf der Platte tatsächlich direkt im Proberaum entstanden sind.

War die Mischung aus alten und neuen Songs eine ganz bewusste Entscheidung? Man hört ja praktisch keinen Unterschied zwischen Alt und Neu.
Ebo Taylor: Definitiv. Die alten Songs dienen als Grundpfeiler, als Untermauerung für die neuen Lieder. Und es ist bei dem alten und dem neuen Material nun mal derselbe Komponist am Werk gewesen. (lacht)

»Mein Wunsch ist, dass Afrobeat die ganze Welt rockt. Natürlich gibt es solche Sachen wie Hiplife – viele junge Musiker aus Ghana benutzen den Highlife als Grundlage und verknüpfen ihn mit HipHop-Elementen. Das wird allerdings nicht lange überleben.« (Ebo Taylor) Haben Sie irgendwelche Erwartungen, Hoffnungen der Wünsche mit dem Album?
Ebo Taylor: Oh, definitiv. Ich habe vorhin ja schon davon erzählt, dass meine Ansätze, Afrobeat und Rockmusik miteinander zu verbinden, nie sehr erfolgreich waren. Mein Wunsch ist, dass Afrobeat die ganze Welt rockt. Natürlich gibt es solche Sachen wie Hiplife – viele junge Musiker aus Ghana benutzen den Highlife als Grundlage und verknüpfen ihn mit HipHop-Elementen. Das wird allerdings nicht lange überleben.

Ein sehr populäres Beispiel dafür ist wohl She Don’t Know von Usher und Ludacris. Die beiden haben deinen Song Heaven gesamplet. Was denkst du darüber?
Ebo Taylor: (schmunzelt) Das ist ganz interessant. Durch diesen Song der beiden habe ich auf wunderbare Art gezeigt bekommen, was man mit meiner Musik alles machen kann. Ich bin sehr erstaunt, wie Usher und seine Produzenten mit dem Original umgegangen sind. Abgesehen davon habe ich dafür natürlich auch ein bisschen Geld bekommen. (lacht)

Außerdem gibt es dieser Tage viele Indierockbands wie Vampire Weekend, die Afrobeat-Anleihen in ihren Songs haben.
Ebo Taylor: Ich kenne Vampire Weekend nicht. Aber der Trend, dass Afrobeat Einfluss auf andere Genres hat, ist abzusehen – das finde ich toll.

Hat sich Afrobeat über die Jahrzehnte verändert?
Ebo Taylor: Ja, definitiv – jeder kommt mit seinem eigenen Style um die Ecke. Das Tolle ist aber, dass die Grundessenz immer noch erkennbar ist. Was ich mir allerdings mehr wünsche, ist der Afrobeat, der auch abseits von seiner Verwendung als tanzbare Musik funktioniert. So wie eine Jazzplatte, die man ganz alleine für sich in seinem Zimmer auflegt und genießt.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Porträt | verfasst 10.11.2010
Ebo Taylor
König des Highlife
Mit »Love & Death« erscheint dieser Tage das erste international vertriebene Album der Highlife- und Afrobeat-Koriphäe.
Music Bericht | verfasst 29.11.2012
Ebo Taylor
Live am 27.11. in der Desi in Nürnberg
Ebo Taylor ist eine Legende des Highlife. Der Ghanaer und die siebenköpfige Afrobeat Academy aus Berlin machten in Nürnberg für ein Konzert halt. Im Club Desi blieb man an diesem Abend nicht lange auf seinen Stühlen.
Music Review | verfasst 12.04.2018
Ebo Taylor
Yen Ara
Keine Frage: Auf »Yen Ara« kulminiert Ebo Taylors Mix aus Afrobeat, Highlife, Funk und Jazz zum wohl besten Album, das er je gemacht hat.
Music Review | verfasst 19.03.2014
The Souljazz Orchestra
Inner Fire
The Souljazz Orchestra spielen auf »Inner Fire« ihre hochkomplexen Rhythmen aus Afrobeats, Egyptian Jazz, Latin Styles, Funk und Soul.
Music Review | verfasst 28.09.2016
Pat Thomas
Coming Home (Classics 1969-1981)
Man gab Pat Thomas den Titel »die goldene Stimme Afrikas«. Strut Records ehrt ihn jetzt mit einer weiteren, 3LP starken Compilation.
Music Review | verfasst 17.09.2019
Ebo Taylor
Palaver
Mit dem neu entdeckten »Palaver« von Ebo Taylor gibt es ein erstes richtiges Highlight in der neuen Tabansi Gold Series von BBE Africa.
Music Review | verfasst 16.09.2014
Orlando Julius With The Heliocentrics
Jaiyede Afro
Orlando Julius und die Heliocentrics haben mit »Jaiyede Afro« gemeinsam ein äußerst dynamisches und zeitgemäßes Afro Beat Album aufgenommen.
Music Review | verfasst 09.03.2015
Various Artists
Next Stop Soweto Vol. 4
»Next Stop Soweto Vol. 4« beschäftigt sich mit Zulu Rock, Afro-Disco und Mbaqanga aus den Jahren 1975 bis 1985.
Music Review | verfasst 23.09.2015
The Souljazz Orchestra
Resistance
The Souljazz Orchestra haben mit »Resistance« ein Album geschaffen, das wie keines ihrer Alben zuvor, ein Politikum ist.
Music Review | verfasst 25.03.2010
Mulatu Astatke
Mulatu Steps Ahead
Mit »Mulatu Steps Ahead« ist Strut einmal mehr ein echter Wurf gelungen. Traditionell mit weitem Ausblick und sehr inspirierend.
Music Review | verfasst 30.05.2016
Idris Ackamoor & The Pyramids
We Be All Africans
»We Be All Africans« skandieren Idris Ackamoor & The Pyramids nicht erst mit ihrem neuen Album. Sie sind Legenden seit 40 Jahren.
Music Review | verfasst 25.10.2018
Oneness Of Juju
African Rhytms
Gut Ding will Weile haben: 1975 noch kein Hit lohnt es sich heute die »African Rhytms« von Oneness Of Juju wiederzuentdecken.
Music Review | verfasst 26.03.2019
Various Artists
Nigeria 70: No Wahala
Ganze acht Jahre nach der letzten Compilation der »Nigeria 70«-Reihe legt das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiernde Label Strut nun nach.
Music Interview | verfasst 25.06.2010
Souljazz Orchestra
Polyrhythm Progression
Beats und tiefen Grooves konnte das kanadische Sextett The Souljazz Orchestra bereits mehrfach überzeugen.
Music Review | verfasst 10.10.2011
Various Artists
Bambara Mystic Soul
Ein weiteres Highlight aus dem Hause Analog Africa. Diesmal beleuchtet das Label die Musikszene von Burkina Faso in den Siebzigern.
Music Review | verfasst 04.04.2014
Ibibio Sound Machine
Ibibio Sound Machine
Ibibio Sound Machine kombiniert auf ihrem Debütalbum mühelos klassischen Highlife, Funk, Disco und Postpunk.
Music Review | verfasst 12.11.2015
Eji Oyewole
Charity Begins At Home
Adel verpflichtet, haben sich BBE Records gedacht und Prinz Eji Oyewoles Werk »Charity Begins At Home« wiederaufgelegt.
Music Review | verfasst 10.08.2016
Various Artists
Nigeria Freedom Sounds!
Die Compilation »Nigeria Freedom Sounds« zeigt die Vielfalt des Tonschaffens des Landes in den frühen 1960er Jahren.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Itadi K. Bonney
Inye
»Inye« von Itadi ist nun neu gemastert und um zwei bislang unveröffentlichte Tracks ergänzt auf Hot Casa erschienen.
Music Review | verfasst 19.03.2019
Ode-Omore Osarenren & Ewaen Osetin Stars
Oyoetigbe - The Birth Of A Child
Wieder Nigeria, diesmal die 1980er Jahre. Eine Entdeckung dennoch und gerade: »Oyoetigbe « von Ode-Omore Osarenren & Ewaen Osetin Stars.
Music Porträt | verfasst 09.03.2017
Ibibio Sound Machine
Die Normalisierung des »Fremden«
Nigeria. Australien. London. HighLife, Afrobeat, und Psych. Ibibio Sound Machine machen Musik, die erstmal ›un-normal‹ erscheint. Eno Williams und Max Grundhard aber finden, dass dieser Sound 2017 längst das Gegenteil sein sollte: normal.
Music Porträt | verfasst 21.08.2019
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Liste | verfasst 31.03.2017
Mr Bongo Records
10 Essentials
Mr Bongo legt seit über einem Jahrzehnt rare Schätze aus fernen Ländern neu auf. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu bewahren. Deshalb haben wir für euch die zehn wichtigsten Releases des Labels zusammengestellt.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.