Music Porträt | verfasst 07.09.2007
Kanye West
Der schmale Grat
Zwischen Pop und HipHop liegt ein schmaler Grat: Kanye West, MC und Produzent und zielstrebiger Unternehmer mit Massenwirkung aus Chicago mit sechs Grammys im Schrank, weiß ihn zu beschreiten.
Text Sergio Vidal Garcia
340-kanyewest0702quer-www.hhv-mag.com

Genau weiß man nicht, was Kanye West zu einem der erfolgreichsten HipHop-Künstler der Stunde macht. Er hat nicht viel Charisma, abgesehen von seinem legendären Auftritt bei den VMA’s 2006, keine Skandale im Nacken, keine prägnante oder einschmeichelnde Stimme, keine besonders ausgefallene Rapweise, auch wenn er kürzlich von MTV in die aktuelle Top5 MC-Liste gewählt wurde, kein extremes Äußeres – Kanye West scheint eigentlich ein ziemlich fader Durchschnittstyp. Wenn da nicht einerseits seine Beats und andererseits seine ehrgeizige Arbeitsweise wären. Diese beiden Faktoren haben ihn in den letzten fünf Jahren langsam, aber sicher zu einem der gefragtesten Durchstarter im Hip-Hop gemacht. Kanye West hat das geschafft, was Talib Kweli wohl gerne erreicht hätte und was für Jay-Z ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich war. »Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.«
Mit seinen einprägsamen Produktionen und äußerst verständlichen Lyrics vereint er Mainstream-Hörer und Underground-Fans, bekommt Props sowohl aus der community als auch von Rock-Magazinen wie dem Rolling Stone. Und wird gleichwohl zum Festival der afroamerikanischen Zeitschrift Essence wie zum Life-8-Spektakel eingeladen. Seiner Mutter schenkte er einen CLK-Benz zum Muttertag, er selbst fährt Lexus, kleidet sich in teure Tücher und mischt im Videoclip-Business und neuerdings auch in der Bekleidungs- und Schmuck-Industrie mit. Kurzum: Kanye Wests HipHop-Karriere ist in voller Blüte.
Doch nun macht er wieder als Rap-Artist von sich reden. »Graduation« vereint Stil um Stil und lässt den HipHop endgültig im Pop ankommen. Nach dem sensationellen Erfolg seines letzten Albums Late Registration lag die Messlatte gewaltig hoch, doch diese (selbstgebaute) Hürde nimmt der 30-jährige mit gewohnter Coolness und Bravour. Denn ein Kanye West versteckt sich nicht hinter viel versprechenden Feature-Artists (abgesehen von Chris Martin von Coldplay und dem Feature-Dauergast Lil’ Wayne ist nicht wirklich jemand am Start), sondern nimmt alles selbst in die Hand.
Sein goldenes Händchen hat er jedenfalls schon mit der ersten Single Stronger bewiesen – ein Club-Hit aller erster Güte. Mit dem Song, der auf dem Daft-Punk-Sample Harder, Better, Faster, Stronger aufbaut, bringt Kanye auch dem letzten Grobmotoriker ein paar lässige Moves bei. Auch der Rest des Albums, zum Beispiel die Single Can’t Tell Me Nothing, ist West-Kost vom allerfeinsten. Die Fans dürfen gespannt sein, was sie noch für feinster HipHop auf Graduation erwartet.

»Wenn Du wie Jay-Z rappen willst, ist es hart, nicht über die gleichen Sachen zu rappen wie er. Also habe ich verschiedene Formen von Rap zusammengefügt. Denk an irgendwas, das Du letzte Woche erlebt hast – ich hab den Song dazu auf dem Album.« (Kanye West) Durchschnittstype mit Stil
Nicht nur die musikalische Arbeit, auch der Lifestyle des Songwriters, Produzenten und MCs ist vom feinsten. Für eine Party ließ West sogar schon einmal Essen plus Koch und Servicekräfte aus einem indischen Restaurant nach New York einfliegen. Aus Wales. Der Mann steht auf Bling Bling und schätzt edlen Schmuck ebenso sehr wie teure Kleidung. Zusammen mit dem New Yorker Juwelier Jacob The Jeweler, der in der Musikindustrie vor allem für seine mit Diamanten verzierten Fünf-Zeitzonen-Uhren bekannt und beliebt wurde, entwarf er im letzten Jahr einen Jesus-Kopf aus Diamanten im Wert von rund 50.000 Dollar. Sogar eine eigene Kollektion namens Pastelle ist in Arbeit. Wer durch Rap sein Geld verdient, versteckt es eben meistens nicht, sondern prahlt damit, indem er es am eigenen Körper oder in dessen nächstem Umfeld zur Schau stellt.
Das Problem bei Kanye West ist jedoch ein besonders heikles – der Mann gilt als »conscious«. Er ist so was wie der gutbürgerliche Sohn des Rap, der nicht auf der Straße oder im Ghetto, sondern im Einkaufszentrum und der Kirche aufgewachsen ist. Der auf der Kunstschule war (und diese nach einem Jahr wieder verließ), keine Gewalt verherrlichenden Lyrics droppt und mit Frauen in seinen Videos respektvoll umgeht. Seine Mutter war Englisch-Professorin an der Universität Chicago und ist jetzt seine Managerin, sein Vater war Mitglied der Black Panther, Foto-Journalist und ist jetzt kirchlicher Seelsorger und Eheberater. Die beiden sind zwar geschieden, aber von Familienwerten hält er trotzdem etwas. Er selbst ist gebildet, sehr ambitioniert, gerissen und einer der wenigen MCs mit relevanten und überlegten Texten, die spätestens seit Gold Digger in Kollaboration mit Jamie Foxx Einzug ins tägliche Radioprogramm gehalten haben.
Kommerzielle Musik mag zwar nicht vor Tiefe strotzen, ganz hohl braucht sie aber auch nicht zu sein. Das ist Kanye West wichtig. Auf seiner Website wirbt er dafür, dass Kinder in der Schule bleiben, einen Highschool-Abschluss bekommen, und hat zu diesem Zweck die »Kanye West Foundation« ins Leben gerufen. Durch das Projekt »Loop Dreams« kümmert er sich darum, dass neueres Musik-Produktions-Equipment in die Schulen kommt, sodass die Jugendlichen neben dem Unterricht einen weiteren Anreiz haben, dorthin zu gehen. »Das Dessert zum Menü«, sagt Kanye.
Der Weg, der hinter ihm liegt, scheint zwar nicht besonders beschwerlich, aber dennoch vom Schicksal geprägt. Nachdem er 2001 vier Songs auf »The Blueprint« von Jay-Z produziert hatte, war Kanye West im Oktober 2002 in einen selbst verschuldeten Autounfall verwickelt, dem er nur knapp und mit einem dreifachen Kieferbruch entkam. »Jeden Tag überfallen mich die Erinnerungen an den Unfall«, sagt West. »Jedes Mal, wenn ich über irgendeinen Unfall höre, muss ich einfach Gott danken, dass ich immer noch hier bin. Wenn das Lenkrad nur etwas weiter herausgestanden hätte, wäre es das gewesen. Dir wird bewusst, wie kurz das Leben ist und wie glücklich Du sein kannst, dass es Dich gibt.« Der Unfall diente Kanye als Inspiration für eines der fesselndsten und triumphalsten kreativen Statements, die das Rap-Biz seit langem gehört hat. Nur Wochen, nachdem er dem Tod entronnen war, nahm er mit verdrahtetem Kiefer Through the Wire auf. Ein pointierter und persönlicher Bericht der Ereignisse, der mit Selbstironie und ungeschminkten Emotionen überzeugt.

»Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.« (Kanye West) First Nigga With A Benz and a Backpack
Dieser Song markiert das Aufkommen der bedeutendsten neuen Stimme des Hip-Hop. Natürlich gibt es immer Künstler, die als Rapper am Mic genauso genial agieren wie als Trackmaster hinter den Reglern. Aber wenn auch viele berühmt für ihre Doppelaktivitäten sind, haben es nur ein paar wenige geschafft, einen profunden Einfluss auf die Richtung der gesamten Musik auszuüben. Zu diesen wenigen Ausnahmekünstlern gehört Kanye West. »Im HipHop haben alle Leute immer vorgefertigte Ideen über dich, wenn Du ein Produzent bist, der gleichzeitig rappt«, erklärt der Maestro. »Aber ich möchte klarstellen, dass Stevie Wonder auch seine eigene Musik produziert hat. Prince, Tyrone Davis und Bobby Womack und all diese unterschiedlichen Leute haben ihre eigene Musik produziert. Ich sehe das, was ich tue, als nichts Anderes an.«
Massentauglich sind Kanye Wests eigene Platten jedoch auch wegen der Texte. Auf seinen Tracks geht es abwechselnd einerseits um Themen wie Sex, Chicks, Alkohol und Drogen und andererseits um Jesus, seine Mutter, den richtigen Weg und dergleichen. Damit schafft er es, dass sowohl Eltern als auch Kinder, sowohl Studenten als auch die Straße Geschmack an seiner Musik finden. Schlüssel zum Erfolg ist dabei, dass, auch wenn er nicht wirklich rappen kann, seine Lyrics extrem verständlich gesprochen oder gesingsangt sind. Kanye West weiß, dass die durchschnittliche Aufnahmefähigkeit eines Mainstream-Hörers nicht besonders groß ist, und versucht, mit wenigen Mitteln an alle ranzukommen.
Meist beruhen die Tracks auf einem alten Soulsample, bei Vocals gerne nahezu Micky-Maus-mäßig hochgepitcht, oder auf Streicher-Arrangements und gospeligem Händeklatschen. »Ich spüre eine Menge des Souls der alten Platten, die ich sample, in mir«, sagt West. »Wenn ich die höre, dann bearbeite ich sie und bringe sie ins neue Jahrtausend. Dann ist es genauso, als würde das Gott machen. Ich bin dann Eins mit den Songs. Das ist ein Geschenk. Und glaubt ruhig, dass ich einige Monster auf dem neuen Album bereithalte.«
Auf Graduation wirkt, wie schon bei »Late Registration«, Jon Brion als Co-Produzent mit. Der selbst erklärte »First Nigga With A Benz And A Backpack« weiß den Bogen zwischen Realness und Conciousness, zwischen Mainstream und Underground radiofreundlich zu spannen und versteht es, die Zeichen der Zeit zu lesen. Dabei brilliert er als selbstbewusst auftretendes und sich der Situation anpassendes Gesamtprodukt, das sich je nach Gesprächssituation arrogant und selbst überschätzend oder familienfreundlich und gottesgläubig gibt. Aber was soll’s? Persönlich nehmen wir das nicht. Ein arroganter Egoismus ist notwendiger Baustein in einer Karriere. Und solange Kanye West die Klassiker von morgen schreibt, darf er sich ohnehin alles erlauben.

Das Album Graduation von Kanye West findest du bei hhv.de: CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 01.11.2007
Kanye West
Graduation
Graduation ist zwar nicht das bislang beste, aber am das leichtesten durchzuhörende Kanye-Album geworden ist.
Music Review | verfasst 31.08.2011
Jay-Z & Kanye West
Watch The Throne
Jigga und Kanye bauen sich hier kein Denkmal. Sie scheinen stattdessen leichtfüßig das bereits erreichte auszukosten – ein Spektakel
Music Review | verfasst 24.09.2012
G.O.O.D. Music
Cruel Summer
Dank Hit-Boy und Pusha-T kann »Cruel Summer« vieles. Eines kann es nicht: Das Rap-Spiel wiedermal neu erfinden.
Music Review | verfasst 20.06.2013
Kanye West
Yeezus
Der sechste Anlauf von Kanye West, die Welt zu erobern. Hätte auch dieses Mal mit »Yeezus« fast geklappt.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!