Music Kolumne | verfasst 16.03.2011
Aigners Inventur
Februar 2011
Raekwon kümmert sich um die Basis, Mr Dibiase um die Atari-Nerds, Show & KRS-One um die ewig Gestrigen, Virgo 4 um Chicago, PJ Harvey um England und Radiohead um die Journaille. Madames et Monsieurs: der Februar!
Text Florian Aigner , Fotos The Binh

Raekwon - Shaolin vs. Wu-TangFind it at hhv.de: CD Album anderthalb nach der triumphalen Rückkehr in Form von Cuban Linx Part 2 also. Während das Wu-Massacre-Intermezzo mit den Spezln Meth und Ghost in seiner hektischen Kürze eher Snack-Charakter hatte, meldet sich Raekwon auf Shaolin vs. Wu-Tang in epischer Breite zurück. Klassizistisch as fuck, wieder mit Post-Dipset-Hipster Jim Jones, allerlei Wu-Inventar, Rick »ich kann auch mit Streichern und Soul-Samples« Ross und seinem neuen Go-To-Guy Black Thought, rappt sich der Chef durch zeitloses NY-Brimborium, inklusive Shadowboxing-Sample-Bastardisierung. 1997 hätte ich mich vermutlich beklagt, dass der Clan das schon besser gemacht hat, 2011 applaudiere ich. The times they are a-changing – are they?

Lupe Fiasco - LasersFind it at hhv.de: LP | CD So, weiter mit einem der talentiertesten des neuen Milleniums. Anstatt aber seine immer noch einigermaßen exponierte Stellung zu nutzen und die Ringtone-Fraktion weiter mit Reimen zu verwirren, auf die Literaturwissenschaftsmagister stolz wären, entscheidet sich Lupe Fiasco für den vermeintlich einfachen Weg. Übersetzt heißt das: angestaubte Autotune-Geschichten, Choruses straight outta Keshaville und Beats die Pharrell nach einem Hördurchgang gelöscht hätte. Einigen interessanten Ideen und einem arschvoll Talent zum Trotz: Lasers ist eine mittelschwere Katastrophe.
 

Talib Kweli - Gutter RainbowFind it at hhv.de: CD | 2LP Weniger verheerend fällt das Urteil für Gutter Rainbows aus. Erschienen über die Resterampe Duck Down, veröffentlicht Talib Kweli ein solides, manchmal beliebig, manchmal richtig hungrig klingendes Album. An die überraschend starke Reflection Eternal-Reunion aus dem letzten Jahr oder __Liberation: reicht es jedoch nicht heran, dafür ist das alles zu zerfahren, zu mixtapy, zu groß die Diskrepanz zwischen dem routinierten Flexen mit Sean P auf Palookas und dem Post-Neo-Soul-Vibe der zweiten Albumhälfte.
 

Reks - R.E.K.S.Find it at hhv.de: CD Noch wesentlich expliziter an allen Trends vorbei rappt Reks auf R.E.K.S. (Rhythmatic Eternal King Supreme). Premier, Alchemist, Showbiz, Sean C & LV, Hi-Tek, Nottz, Styles P, clevere Lyrics, ein sauberer Flow – auf dem Papier ein Traum für die Brooklynosaurier. Und dennoch: irgendwie verdeutlicht dieses Album, dass die Lösung für Hip-Hops andauernde Sinnkrise auch nicht zwangsweise in den staubigen MPCs der Grande Seigneurs liegt.
 

KRS-One & Show - GodsvilleFind it at hhv.de: CD Apropos Sinnkrise: Wer diese in Potenz hören will, greift zu Godsville. Hier kollaborieren KRS-One und Showbiz auf Albumlänge und so sehr man das bedauern mag: das braucht heute keiner mehr. KRS stammelt sich von Plattitüde zu Plattitüde (»Hip Hop you don’t stop, now true dat./ We cut with the Boom Bip, scratch with the Boom Bap«) über größtenteils okaye, aber oft ebenso hüftsteife Show-Instrumentals. Eine Platte wie ihr Cover.
 

Mr Dibiase - Machines Hate MeFind it at hhv.de: CD Wer sich nach so vielen Phrasen die Ohren ausspülen muss, kann dies mit den bleepigen, ad infinitum gechoppten Beatskizzen Mr Dibiases tun. Der deutet auf Machines Hate Me an, warum der Titel durchaus Programm sein könnte. Hyperaktiv triggert sich Dibiase durch seine – Vorsicht, 2008er Vokabel – wonky Beats und lässt keine vier Takte gerade sein. Anstrengend, aber gut.
 

Long Arm - The BranchesFind it at hhv.de: CD Etwas melodieverliebter, wesentlich analoger, mit ähnlich schwach ausgeprägtem Sitzfleisch: The Branches, ein atmosphärisch sehr dichter und in seinen Arrangements an Dday One erinnernder Longplayer von Long Arm. Gerade wenn die extrem live klingenden Drums und jazzig-melancholischen Arrangements mit Vocal-Schnipseln pointiert werden, passt das herrlich in die Jahreszeit.
 

Gil Scott-Heron & Jamie xx - We're Ne HereFind it at hhv.de: CD | LP Schwer gehypt, für mich hinter den Erwartungen zurück geblieben: We’re New Here, die Remix-Maßarbeit des Doppel-X’lers Jamie xx. Gil Scott-Heron und Halftime-Wobble – das passt nicht. Nicht alles ist so problematisch wie die Neubearbeitung des jetzt schon relativ nahe am Klassiker dran seienden NY Is Killing Me – gerade I’ll Take Care Of You in der Piano-House- Variante oder die Brainfeederisierung von My Cloud haben eine Menge Charme – aber insgesamt wurde hier eine große Gelegenheit vergeben.
 

Egyptrixx - Bible EyesFind it at hhv.de So, und wer darf die erste Night Slugs-LP machen? Nope, nicht Girl Unit, nicht Bok Bok, nicht Jacques Greene, sondern der bislang relativ Hype-verschonte Egyptrixx. Während sein EP-Debüt mit Chicago und Detroit flirtete und in Neon goss, versucht er sich auf Bible Eyes auf eine im ersten Moment etwas unschlüssig wirkende Rehabilitation steifer Mnml-Konventionen, die dann gern in 2-Step-Rhythmen aufgebrochen und in ravige Bridges, Fidget-Gimmicks und weirden Synth Pop eingelagert werden. Seltsam, das. Aber hat was.
 

Siriusmo - MosaikFind it at hhv.de: CD | LP Mit ähnlicher Chuzpe produziert weiterhin Moritz Friedrich. Der hat sein Siriusmo-Alter Ego jetzt endlich mal auf Albumlänge in den Ring geschickt. Programmatisch auf den Namen Mosaik hörend, demonstriert Friedrich hier mal wieder, warum er das einzig legitime Berliner Pendant zu Mr Oizo ist. Sperrige Noise-Schlieren durchziehen den hyperaktiven Digital-Funk, Arpeggios stoppen so unvermittelt wie sie begonnen haben, wenn gebollert wird, dann immer mit einem diebischen Grinsen. Der Wahnsinn hat Methode.
 

Round Table Knights - Say WhatFind it at hhv.de: CD Während Siriusmo den Menschen, die seine Musik früh online promotet haben, nie so richtig getraut zu haben scheint, fühlten sich die beiden Schweizer Round Table Knights in der Discobelle-Posse augenscheinlich recht wohl. Wie viele frühe Bloghouser versucht sich das Duo mit ihrem Albumdebüt auf Jesse Roses Made To Play von allzu plakativen Etiketten zu befreien und ein ernstzunehmendes House-Album zu produzieren. Say What? will dann aber zuviel. Von Midget-Kleinklein über die Ethnokeule und Peaktime-Wums zu Downbeat und Sample-affinem Deep House – das mag gut gemeint sein, abgesehen von der fehlenden Kohärenz, stecken die Schweizer zusätzlich noch in dem Dilemma in keinem der durchexerzierten Micro-Genres zu den Klassenbesten zu gehören.
 

Salva - Complex HousingFind it at hhv.de: LPAll-Over-The-Placeness ist auch bei Salva Trumpf. Complex Housing bedient sich in Sachen Micro-Genres eher in der britischen Bass-Kiste, schmeißt aber auch einige dicke Boogie-Basslines und feisten Model 500-Electro in den Ring. Alles sehr digital, sehr Rustie meets Joker, aber wesentlich charmanter als das so manch anderer Epigone zuvor versucht hat.
 

Wolfram - WolframFind it at hhv.de: LP Ganz andere Ziele verfolgt der Wiener Wolfram, der sein Diskokaine Alias, so man der Legende glauben will, abgelegt hat, weil ihn eine nette alte Dame in einem öffentlichen Verkehrsmittel daran erinnert hat, dass Wolfram doch ein viel schönerer Name wäre. Gotta love the Ösis! Jener Wolfram lädt sich für sein Albumdebüt Wolfram nicht nur den Neo-Disco-Exzellenzcluster Hercules & Love Affair, Holy Ghost und House Of House ein; nein, auch Hollands Chef-Jacker Legowelt und Landsmann und Pionier Patrick Pulsinger dürfen ran. Und Dr. Alexander Nestor Haddaway. Doch, DER Haddaway! Diese Wahl darf durchaus als paradigmatisch gelten, so versucht Wolfram doch auf dem Album die Brücke zwischen fiesen Euro-Dance-Reminiszenzen und erhabenerer Disco-Musik zu schlagen. Was ihm zum Teil erstaunlich gut gelingt. Geht sich aus!
 

Soft Rocks - Disco PowerplayFind it at hhv.de: CD Den Editierern von Soft Rocks wäre das natürlich viel zu platt. Die versammeln auf Disco Powerplay krude Krautrock-Jams, C-Movie-Schwülstigkeiten, ekstatischen Afro-Funk, fiesen Dad-Rock, käsige Boogie Jams und alles andere, was man als Kosmiker halt so spielen kann. Sympathisch und viel besser als diese Beschreibung erahnen lässt.
 

Nicholas - Depths of My SoulFind it at hhv.de: CD Direkt eine noch relativ unbesetzte Nische im Edit-Business reklamiert hat der 25-jährige Italiener Nicholas, der auf Depths Of My Soul seine zahlreichen Vinyl-Beiträge kompiliert. Nicholas’ Instrumentals verbinden funky Disco-Breaks mit nachdrücklich jackendem Roland-Wahnsinn Chicago’scher Prägung. Das alleine reicht – immer und immer wieder – schon für Aigner’sche Begeisterungsstürme, was Nicholas aber so gut wie wenige andere kann: Vocals. Die klaut und samplet er sich von expressiven Disco- und House-Diven zusammen und klatscht sie über seine, gerne im Midtempo trudelnden Tracks. Und es passt – auch immer und immer wieder.
 

Virgo Four - ResurrectionFind it at hhv.de: 5LP | CD Kommen wir zu einem Release, das – ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster – den Platz in meiner Jahrestop 3 jetzt schon fest gebucht hat. Eric Lewis und Merwyn Sanders waren und sind dank Rush Hour jetzt wieder Virgo 4. Resurrection versammelt Material das in den Jahren 1984 bis 1990 entstanden ist und zementiert das, was spätestens seit dem letzten Jahr alle wissen: Virgo 4 sind die historisch unterbewertetste House-Combo aller Zeiten. Da können manche Kollegen noch so oft schreiben, dass nicht alles auf dieser monströsen 5er-LP essentiell sei und manche Tracks eher Skizzen gleichen würden. Banausen, ihr! Für mich sind diese subtilen und tiefen Tracks nicht nur eine Reise in das sagenumwobene Chicago der Achtziger, sondern so ziemlich das Beste, was 2011 hätte passieren können. Da kann sich der Rest der heutigen House Nation noch so oft durch die Roland-Palette durchdeklinieren: this is how it’s supposed to be done!
 

Rick Wilhite - Analog AquariumFind it at hhv.de: CD | LP Und gleich nochmal eine Legende: Rick Wilhite, seines Zeichens Detroiter Instanz in Sachen Vinylverkauf und mit den ganz Großen musizieren, entschließt sich nach mehr als zweieinhalb Dekaden dann doch mal dazu ein Soloalbum zu veröffentlichen. Wobei – so ganz alleine ist er auf Analog Aquarium (natürlich) nicht. Seelenverwandte wie Theo Parrish, Osunlade, Billy Love oder Marcellus Pittman greifen dem Godson tatkräftig unter die Arme und sind nicht gerade unbeteiligt daran, dass man sich im Handumdrehen in diesen tiefen, großflächig arrangierten Soul-Stompern verliert, bevor Wilhite gen Ende kosmische Dschungelsuppe auftischt und die Parameter in Richtung Techno verschiebt. Groß, groß, groß!
 

Moritz von Oswald Trio - Horizontal StructuresFind it at hhv.de: CD | LP Moritz Von Oswald bastelt derweil unbeirrt an seinem ganz eigenen Klanguniversum. Für Horizontal Structures lud er sich erneut Vladislav Delay und Max Lodermann zur gemeinsamen Grenzauslotung ein und herausgekommen ist, wie schon auf dem Vorgänger, ein unklassifizierbarer Monolith, der auf dubbigem Gewummer, improvisierten, schwer greifbaren Klangkörpern, Headfuck-Electronica und krautigen Ambient-Drones fußt. Erschienen ist das nächste Kapitel des Moritz Von Oswald Trios übrigens wieder via Honest Jon’s.
 

Tim Hecker - Ravedeath, 1972Find it at hhv.de So, weiter mit Eno. Äh, Hecker. Ravedeath, 1972 ist eine epische Piano-Elegie, eine demonstrative Entschleunigung, die so gar nichts mit Ambient-Klischees am Hut hat. Sondern eben mit Eno. Vorsicht Binsenweisheit: Muss man in der Stimmung für sein. Wer Geduld mitbringt und nicht irgendwo irgendwann zwischen Bassdrum, RTL 2 und Wolfenstein völlig abgestumpft ist, sollte sich aber auf Tim Hecker einlassen.
 

Radiohead - the King Of LimbsFind it at hhv.de: CD | LP Argh, Radiohead. Most undankbarer Review-Job in ze world. Wobei, dieses Mal ist es einfacher. Selbst die größten Apologeten scheinen sich einig zu sein, dass King Of Limbs (ausnahmsweise) mal keine neue Zeitrechnung in der Musikgeschichte initiiert. Ich mag vor allem die gar nicht so zaghaften Annäherungen an Yorkes Brainfeeder-Fantum, die rockigeren Sachen hatten wir alle schon und die obligatorische Ballade ist schön, aber halt auch ein bißchen narzisstisch. Klingt das jetzt alles so, als würde ich Radiohead nicht mögen? Blödsinn! Bleibt halt doch der undankbarste Review-Job in ze world…
 

PJ Harvey - Let England ShakeFind it at hhv.de: LP Auch mögen tut jeder (inklusive mir) PJ Harvey. Weil ich eine Schwäche für desillusionierten Post-Viktorianismus habe, sind die gewohnt weirden, sich dieses Mal in gewohnt kryptischer Weise mit den Wirren des ersten Weltkriegs beschäftigenden Texte auf Let England Shake wieder ein Spaß für uns Akademiker-Dünnbrettbohrer. Und die Stimme ist und bleibt halt toll. Right on, Polly Jean, right on!
 

Charles Bradley - No Time For DreamingFind it at hhv.de: CD | LP So, genug Folk-Genöle jetzt, steige aus dem Bett, dreh den Soul auf. Auf die vermutlich dämlichsten Worte, die je eine Charles-Bradley-Review einleiten werden, folgt noch die bahnbrechende Erkenntnis, dass Bradley nicht nur die Stimme eines Stax-Gottes hat, sondern mit der Menahan Street Band auch Mitstreiter, die dieses Retro-Soul-Ding so im Sack haben wie sonst vielleicht nur die El Michels Affair und die Daptones. Überdeepe Gänsehautinstrumentierung und eine sensationelle gesangliche Leistung – muss ich weiterreden? Ach doch, Albumtitel fehlt ja noch: No Time For Dreaming.
 

The Natural Yogurt Band - Tuck In With... Find it at hhv.de: CD | 10inch Nicht nur, dass die Natural Yogurt Band so ungefähr den besten Namen aller Zeiten trägt, auch fällt mir ad hoc keiner ein, der den klaustrophobischen Psych-Soundtracks eines David Axelrod oder Alain Goraguer so effizient mit dynamischen Funkbreaks und WahWah-Wahnsinn zusammenbringt, wie das nun wohl fest auf Now Again beheimatete Kollektiv. Das neue Album heißt Tuck In With… und ist genauso super wie der Vorgänger.
 

Austin Peralta - Endless PlanetsFind it at hhv.de: CD Zum Schluss noch waschechten Jazz. Auf Brainfeeder. Das ist gar nicht so verwunderlich, wenn man um Fly Los-Familienbande und musikalischen Vorlieben weiß. Statt futuristischen Beatkollagen gibt es uns Austin Peralta ganz klassisch. Mir gefallen die reduzierten, schwerelosen Stücke besser als die wilden Bebop-Jazzer, weil ich dazu irgendwie ständig Bilder von Travis Bickle im Kopf habe, aber mit Jazz ist das ja wie mit Rotwein: sollte man sich als Halbwissender nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 19.10.2011
Aigners Inventur
September/Oktober 2011
Wie üblich macht unser Kolumnist vom Dienst auch in dieser Ausgabe vor großen Namen nicht Halt. So dürfen sich Phonte, Emika, James Blake, Radiohead und Apparat Watschen abholen. Warum es trotzdem ein guter Monat war, lest ihr hier.
Music Review | verfasst 14.03.2011
Charles Bradley & the Menahan Street Band
No Time For Dreaming
Mit 60 Jahren veröffentlicht Charles Bradley sein Debütalbum.
Music Review | verfasst 04.04.2013
Charles Bradley
Victim of Love
Er ist der verspätete Weltstar des Soul und setzt mit seinem zweiten Album dort an, wo »No Time For Dreaming« aufgehört hat.
Music Review | verfasst 31.03.2016
Charles Bradley
Changes
Ungezähmt, ja ekstatisch: Charles Bradley, der »Screaming Eagle Of Soul«, meldet sich mit »Changes« eindrucksvoll zurück.
Music Bericht | verfasst 08.11.2011
Charles Bradley
Live am 6.11. im Lido in Berlin
Charles Bradley, der 63-jährige Shootingstar der Soulszene machte bei seiner kleinen Rundreise durch Europa auch in Berlin halt. So wurde das Lido zum Schauplatz eines der emotionalsten und bedrückendsten Konzertereignisse dieses Jahres.
Music Bericht | verfasst 15.08.2012
Charles Bradley
Live am 8.8. im Astra Kulturhaus in Berlin
Nach einem halben Jahrhundert durchwachsen von Pech und Schicksalsschlägen erhebt sich der »Screaming Eagle Of Soul« aus der Asche seiner Vergangenheit und rührt dabei sein Publikum zu Tränen.
Music Interview | verfasst 06.05.2013
Charles Bradley
Looking For The Truth
Es gibt die Dinge, die liegen lange verborgen, sind vergessen und entfalten erst spät eine plötzliche Dringlichkeit. Die Musik von Charles Bradley, dem »Screaming Eagle of Soul«, gehört zu diesen Dingen.
Music Review | verfasst 01.05.2011
Radiohead
The King Of Limbs
Thom Yorkes Gesang kommentiert lakonisch eine kompositorisch arme Platte, die sich mit einem interessanten Konzept zu entschuldigen weiß.
Music Review | verfasst 24.06.2017
Radiohead
OK Computer OKNOTOK 1997-2017
Vor zwanzig Jahren ist »OK Computer« von Radiohead erschienen, also erscheint zum Jubiläum eine erweitere Neuauflage.
Music Essay | verfasst 24.03.2011
Radiohead
Das Prinzip Radiohead
Während sich derzeit die Journaille über die ästhetische Größe des neuen Radiohead-Werkes The King Of Limbs die Köpfe zerbricht, fragt sich unser Autor Daniel von der Vring, wieso man diese Band nicht so richtig doof finden kann.
Music Liste | verfasst 05.05.2011
Young Montana?
DJ Charts
Mary Anne Hobbs, die beliebte Auskennerin von BBC Radio 1, hat Young Montana? im letzten Jahr zum »Favourite Unsigned Artist of 2010« erklärt. Für uns hat der 20-jährige zehn seiner derzeit liebsten Platten herausgesucht und kommentiert.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2016
Vinyl-Sprechstunde
Radiohead: »A Moon Shaped Pool«
Radiohead bringen in zwei Tagen ein neues Album raus. Die Welt hält den Atem an. Unsere Autoren haben das Album schon gehört – und auch ihnen schlägt das ›Event‹ auf die Atemwege.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 23.12.2011
Ol' Dirty Bastard
Return To The 36th Chambers
Das erste Soloalbum von ODB aus dem Jahre 1995 ist nun in einer aufwendig designten Deluxe-Edition erhältlich.
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Liste
Martyn
Picks 10 latest Vinyl Records
Mit »Voids« präsentiert Martyn in diesen Tagen sein fünftes Album. Sein erstes für Ostgut Ton. Aus diesem Anlass ist er durch unseren Webshop gegangen und hat 10 Schallplatten ausgewählt, die ihn derzeit besonders beschäftigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juni 2018
New Kanye, new Pusha, new Rocky, Gzuz auch noch! Ziemliche Aufstellung das. Unser Kolumnist ballert trotzdem 51. Und da er den ganzen Spaß hier alleine macht, hat er den Spielstand stets im Kopf: hellwach, never stoned af, unser Aigner.
Music Interview
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.