Music Interview | verfasst 04.04.2011
Bibio
Abstrahierte Realität
Stephen Wilkinsons Herangehensweise an elektronische Musik bleibt einzigartig tiefgreifend. Philipp Kunze traf sich mit dem introvertierten Engländer, um über dessen Musik und seine Hintergründe zu reden.
Text Philipp Kunze
1018-bibio20113-www.hhv-mag.com

Die Stimmen, die heute noch behaupten elektronische Musik hätte weder Seele noch Herz, sind nahezu verstummt. Und trotzdem bleibt Stephen Wilkinsons Herangehensweise an elektronische Musik einzigartig tiefgreifend. Auf Mush veröffentlichte er als Bibio die Alben Fi , Hand Cranked und Vignetting The Compost . Sie zeichneten Umrisse, skizzierten Ausschnitte und zeigten in ihrer strukturlos wirkenden Vagheit, doch immer genau eines – das Leben in seiner Diversität. So abgedroschen das auch klingen muss, so war es doch immer das erklärte Ziel des Briten die Natur einzufangen um sich dadurch letztlich selbst auszudrücken. Dazu ging er stundenlang in den Wald um Geräusche aufzunehmen und erschuf danach tagelang in seinem Studio eine Mischung aus irdischen Klangfetzen, elektronischer Aufnahmegeräte und seiner eigenen Stimme. Mit dem Wechsel zu Warp kamen die Befürchtungen auf, Bibio hätte das Glitzern der Sonne in seinen Augen, mit dem Glitzern des Geldes eingetauscht. Der Künstler selbst hingegen betonte immer wieder, dass es ein Schritt des Herzens gewesen sei, er habe Warp immer bewundert. Mit Ambivalence Avenue erschien auf dem ruhmreichen britischen Label dann tatsächlich das Album, das ihm die Aufmerksamkeit neuer Fans verschaffte, ohne dass die Anerkennung alter Fans darunter gelitten hätte. Ein selbstbewusstes, positives Album. Sommerliche Lebensfreude hatte die herbstliche Melancholie früherer Werke verdrängt. Bibio nahm die Skizzen der früheren Alben, führte sie weiter und packte sie in unterschiedlichste Stilrichtungen. Auf Mind Bokeh liefen diese nun zusammen und bilden Songs mit klareren Strukturen. Gleichzeitig wurde der lichtdurchflutete Vibe des Vorgängers durch eine nächtliche Schummrigkeit eingetauscht. Grund genug den introvertierten Engländer zu treffen und mit ihm über seinen musikalischen Werdegang zu sprechen. Eine Entwicklung die er nie von seinem persönlichen, inneren Wachstum trennen kann, was aus einem Interview über elektronische Musik, auch ein Interview über, äh ja, das Leben gemacht hat.

Dein neues Album heißt Mind Bokeh. »Bokeh« ist ein Wort aus der Fotographie, was bedeutet es genau?
Bibio: Also Boke ohne »h« ist ein japanisches Wort. Es heißt soviel wie Verschwommenheit, oder Trübung. Es kann auch Demenz bedeuten. Ich glaube, dass das mit Verschwommenheit zusammenhängt, weil alte Leute, die darunter leiden nicht mehr richtig denken können. Aber Bokeh mit »h« ist ein Terminus aus der Fotografie, der sich auf die unscharfen Bereiche eines Fotos bezieht. Also wenn du kleine Bereiche in der Bildtiefe des Motivs hast, die unscharf sind, während andere scharf sind. Wenn du zum Beispiel ein Foto von einer Blume machst, und die Schärfe auf diese einstellst, dann wird der Rest unscharf. Diesen Effekt nennt man Bokeh. Es ist ein Terminus, für den sich Fotografen sehr interessieren, weil der scharfe und der unscharfe Bereich sich gegenseitig beeinflussen.

»Alan Watts hat darüber geredet, wie wir uns auf unser Bewusstsein verlassen – und Bewusstsein ist so etwas wie konzentrierte Aufmerksamkeit. Wenn du dich also auf etwas konzentrierst, dann fokussierst du deinen Geist darauf. Mich hat also interessiert, was passiert, wenn dir einer Sache nicht bewusst gegewärtig ist.« (Bibio) Die Bewertung dieses Einflusses ist sehr subjektiv, oder?
Bibio: Ja, man kann es nicht abmessen, oder in Zahlen ausdrücken. Es hat etwas mit dem subjektiven Qualitätsgefühl zu tun, sei es nun gut, weich, oder was auch immer. Aber manchmal wird »Bokeh« auch bei anderen fotografische Darstellungen benutzt: Nimm zum Beispiel den Film Taxi Driver: Im Intro fährt Robert De Niro im Taxi umher und die Kamera ist im Taxi, auf ihn scharf gestellt, während man außerhalb des Taxis die Lichter der Stadt und die Ampeln sieht, aber sie sind alle unscharf und erscheinen nur als Punkte.

Wie kann man dieses Prinzip auf deine Musik anwenden?
Bibio: Ich habe immer gemocht, so etwas in Filmen zu sehen. Weil du so etwas natürlich normalerweise nicht mit deinen Augen sehen kannst, es ist nichts Natürliches. Das hat mich immer sehr angezogen, weil es irgendwie abstrakt ist, aber eigentlich ist es abstrahierte Realität. Das ist also das Interesse vom Visuellen her. Gleichzeitig interessiere ich mich auch sehr für Philosophie und Psychologie. Alan Watts hat darüber geredet, wie wir uns auf unser Bewusstsein verlassen – und Bewusstsein ist so etwas wie konzentrierte Aufmerksamkeit. Wenn du dich also auf etwas konzentrierst, dann fokussierst du deinen Geist darauf. Mich hat also interessiert, was passiert, wenn dir einer Sache nicht bewusst gegewärtig ist. Und ich meine nicht besoffen, oder auf Drogen – es mehr ein meditativer Zustand. Manchmal wache ich morgens auf und für ein paar Sekunden, sehe ich die Dinge an mein Fenster sehr anders als gewöhnlich – es ist sehr mysteriös und sehr inspirierend, aber dann plötzlich platzt meine normale Persönlichkeit dazwischen und ich erinnere mich wieder an all die Dinge, die ich noch erledigen muss. Der Titel Mind Bokeh hat also vielseitige Bedeutungen, aber Bokeh des Geistes bezieht sich auf einen Zustand von Unbewusstsein, in dem man nicht mehr in Wörtern oder Symbolen denkt. Man erlebt einfach nur.

Ich hatte immer das Gefühl, dass deine Alben einen starken philosophischen Hintergrund hatten. Vignetting The Compost hat sich zum Beispiel sehr sehnsüchtig, sehr melancholisch angefühlt, während Ambivalence Avenue stärker, leichter wirkte und außerdem viel mehr mit Stilen experimentiert hat. Mind Bokeh ist bisher dein urbanstes Werk.
Bibio: Ja es hört sich hangemachter an und das war auch meine Intention. Ambivalence Avenue war sommerlicher, mehr outdoors – bei Mind Bokeh war der Grundgedanke, ein Album zu machen, bei dem ich an die Nacht in einer Stadt denken musste. Eine synthetischere Welt aus farbigen Abstrakten.

Ich hatte diesen Eindruck.
Bibio: Das freut mich. Es ist schön, wenn eine Idee in Musik übertragen wird. Tatsächlich ziehen sich die Themen die ich benutze durch alle meine Alben. In Vignetting The Compost ging es mehr als um alles andere, um Leben und Tod. Alleine der Titel: »Compost«, Material das verfault, tot ist, dann aber die Nahrung für neue lebendige Dinge wird. Ein immerwährender Zyklus ohne Anfang und Ende. Und die Idee das zu vignettieren – wiederum ein Begriff aus der Fotografie – war es einen kleinen Auschnitt davon darzustellen, der sich an den Ecken auflöst. Dadurch wollte ich winzige Szenen zeigen, wie all diese alltäglichen Dinge, die wir für langweilig halten, die aber wirklich schön sind, wenn man sie richtig betrachtet. Nach diesem Album wollte ich dann aber längere Tracks machen und auf Mind Bokeh hab ich die Vignetten noch weiter herausgenommen, dadurch ist so etwas entstanden wie ein solider Track, eine Lücke, der nächste solide Track. Ich denke, dass ich es mag Alben zu kontrastieren.

Findest du es nervig und oberflächlich, oder fühlst du dich in deiner musikalischen Vision verstanden, wenn deine Musik auffällig oft mit Etiketten wie »organisch«, »Natur«, oder »Folk« betitelt wird?
Bibio: Die meiste Zeit fühlt es sich oberflächlich an, weil es immer davon abhängt über was genau jemand redet. Wenn jemand über meine Alben Fi und Hand Cranked redet, dann könnte ich diese Beschreibungen akzeptieren, weil diese Alben recht »folky« und von der organischen Welt inspiriert waren. Was dann aber passiert ist, dass Leute die Begriffe kopieren, die andere für meine ersten Alben benutzt haben. Wenn Leute also heute diese Begriffe verwenden, dann denke ich mir: »Nenn mir einen Track, der nach Folk klingt, ich denke nicht, dass es einen gibt«.
Ich glaube einfach, dass Leute dazu neigen Dinge mit »Folk« zu betiteln, die eine elektrische Gitarre beinhalten. Und ich denke mir »nein es ist definitiv kein Folk, es gibt nicht besonders viele Folk Songs mit einem Synthbass und einer Drum Machine«.

» Ich glaube, dass sich die Leute immer mehr für solche Sachen interessieren, weil die elektronische Musik lange sehr starr und präzise war. Nach einer Zeit wird es ermüdend diese geradlinigen Beats zu hören, den Leuten fehlt die menschliche Note. Ich mache dieses »out of time« Hip Hop-Ding jetzt auch schon eine längere Zeit, weil ich Madlib und J Dilla gehört habe, die mit Zeit und Rythmus herumspielten.« (Bibio) Ist ein Song wie Take Off Your Shirt , der sehr ungewöhnlich für dich ist, etwas, dass du gerne öfter machen würdest, oder war es mehr ein einmaliges, aber erholsames Experiment?
Bibio: Ich nehme an im Endeffekt war es eher wie ein einmaliger Urlaub. Der Track reflektiert wiederum meine Einflüsse wie Daft Punk oder French House wie Alain Braxe. Außerdem habe ich diese Rockeinflüsse aus Kindheitstagen. Weißt du, es war einer dieser Tage, wo ich einfach die E-Gitarre gepackt habe, abgerockte habe und nicht erwartete, dass das Ganze auf ein Album gelangen würde. Als ich es dann aber Leuten vorgespielt und sehr gute Rückmeldung bekommen habe, habe ich mich entschieden es aufs Album zu packen. Ich war mir absolut bewusst, dass Leute denken würden »was ist das, es hört sich unpassend an«, weil ich all diese Dinge anfangs selber dachte, aber dann fand ich diese Einstellung sehr konservativ – es ist alles Musik für mich, es ist mir egal, was damit assoziiert wird. Je mehr du es dir im Kontext des Albums anhörst, desto mehr gewöhnst du dich daran, dass es da ist. Klar, erst werden die Leute es merkwürdig finden. Aber nur weil es so vertraut klingt, es hat die verzerrte Gitarre, den treibenden Beat. Aber es ist so ziemlich eine einmalige Geschichte, es ist kein Beispiel dafür wo ich mich musikalisch hinbewege.

Das finde ich ehrlich gesagt gut so. Anderen Songs des Album, wie Excuses, auf denen Electronica mit Elementen aus dem Hip Hop gemischt werden, klingen dagegen eher ein bisschen wie Letherette, von denen du immer sehr wertschätzend sprichst.
Bibio: Ich bin tatsächlich sehr gut mit ihnen befreundet. Ich kenne sie seit dreizehn Jahren. Wir haben die Musik also gemeinsam entdeckt. Es ist nicht der Fall, dass ich von Letherette beeinflusst worden wäre, wir teilen einfach die gleiche Art von Einflüssen. Ich mag deren Musik wirklich. Ich mag auch J Dilla und so – es ist wirrer, chaotischer, groove orientierter, hat diese menschlichen Elemente und klingt nicht so perfekt, dadurch, dass es auf einer MPC eingespielt wurde. Ich glaube, dass sich die Leute immer mehr für solche Sachen interessieren, weil die elektronische Musik lange sehr starr und präzise war. Nach einer Zeit wird es ermüdend diese geradlinigen Beats zu hören, den Leuten fehlt die menschliche Note. Ich mache dieses »out of time« Hip Hop-Ding jetzt auch schon eine längere Zeit, weil ich Madlib und J Dilla gehört habe, die mit Zeit und Rythmus herumspielten.

Ich hatte neulich die Disskusion, ob es in Ordnung sei, wenn Musiker »in der Zeit zurückreisen« und alte Alben remastern oder sogar Dinge ändern und das Album dann re-releasen. Könntest du dir vorstellen das irgendwann mit deinen Alben zu machen?
Bibio: Äh, ich glaube ich mache lieber weiter. Ich lasse die Alben lieber wie sie sind und konzentriere mich auf die nächste Sache. Okay, ich würde gerne zurück in die Sechziger um in dieser Zeit ein Studio zu benutzen. Ich mache außerdem ganz gerne Cover-Versionen oder Remixe. Ich habe ein Remix für meinen eigenen Song The Palm Of Your Wave gemacht, aber alles in allem, entwickele ich lieber neue Dinge, weil meine Alben gleichzeitig auch meine Tagebücher sind. Natürlich hören das Leute und kennen mich nicht und so, aber wenn ich mir zum Beispiel Fi anhöre, dann erinnere ich mich an die Zeit, als ich es geschrieben habe und wo ich in dieser Zeit gelebt habe. Auf diese Erinnerungen möchte ich nicht störend einwirken. Außerdem gibt es einfach viele neue Dinge, die ich noch entdecken will.

Das Album Mind Bokeh von Bibio findest du bei hhv.de: CD | LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.04.2011
Bibio
Mind Bokeh
Langsam aber sicher verabschiedet sich Bibio von seinem Dasein als Autor verhuschter Folksongs.
Music Review | verfasst 06.05.2013
Bibio
Silver Wilkinson
Bibios neues Album ist ein sanfter Hauch in Richtung Sonne. Der Sound entwirft ein naives Bild einer heilen Blümchenwelt.
Music Review | verfasst 18.03.2014
Bibio
Green EP
Wie auf seinem letzten Album zeigt sich Bibio auch auf »Green EP« von seiner verträumten und folkigen Seite.
Music Review | verfasst 12.04.2019
Bibio
Ribbons
»Ribbons« von Bibio funktioniert als 50-minütiges Gesamtwerk, das vor vorne bis hinten die warme Stimmung der Zweisamkeit einfängt.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Gonjasufi
The Caliph's Tea Party
Äußerst detailverliebte Interpretionen der Originale machen The Caliph’s Tea Party zu einer mehr als sinnvollen Fortführung.
Music Porträt | verfasst 19.02.2011
Seefeel
Die Wiederentdeckung der Quelle
Was wäre Berlin eigentlich ohne Seefeel? Das britische Quartett um Mark Clifford und Sarah Peacock hat in den 1990er Jahren Electronica erst möglich gemacht. Nach 14 Jahren gibt es nun ein neues Lebenszeichen.
Music Kolumne | verfasst 20.04.2011
Aigners Inventur
März 2011
Auch in diesem Monat klärt Aigners Inventur wieder die wirklich essentiellen Fragen der Menschheit: Fürchtet Pusha T wirklich das Fegefeuer? Vermittelt Frank Ocean zwischen Tyler und Bieber? Ist die Welt tatsächlich aus Plastik?
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 09.05.2019
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.