Music Interview | verfasst 29.04.2011
Beastie Boys
Karottenschnitzel im Glas
Die Beastie Boys veröffentlichen »Hot Sauce Committee – Part 2«. Warum eigentlich »Part 2«? Was ist aus »Part 1« geworden? Und warum mussten wir so lange auf das 8. Studioalbum warten? Ein Gespräch mit den New Yorker Chefköchen des HipHop.
Text Michael Ernst
978-beastieboys20112-www.hhv-mag.com

Warum eigentlich Hot Sauce Committee Part 2? Was ist denn aus Part 1 geworden? Und warum mussten wir überhaupt so lange auf das achte Studioalbum der Beastie Boys warten? Fragen über Fragen. Ein Schritt nach vorn, zwei Schritte zurück oder auch anders herum. Das Absurde ist bei den munteren HipHop-Veteranen Programm. Adam Horovitz (Ad-Rock), Mike Diamond (Mike D) und Adam Yauch (MCA) kochen gern ihr eigenes Süppchen. Extra scharf, mit viel Hot Sauce. Wobei die verzögerte Veröffentlichung des neuen Materials einen unfreiwilligen Hintergrund hat. Ursprünglich sollte Hot Sauce Committee Part 1 bereits im Herbst 2009 rauskommen. Daher wurde auch das folgende Interview bereits im Sommer desselben Jahres in der Suite eines Kölner Hotels geführt. Kurz darauf wurde bei Adam Yauch jedoch ein Tumor entdeckt. In einer Videobotschaft auf der Website der Beasties teilte der Rapper mit, dass er sich einer Operation unterziehen werde. Die Veröffentlichung von Part1 wurde für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt und geplante Konzerte wurden zunächst abgesagt. Inzwischen ist Yauch/MCA wieder fit und die Beastie Boys wirbeln mit dem gewohnten Enthusiasmus durch ihre HipHop-Küche. Ein Rezept für den neuen Titel des Albums haben die reimenden Gourmets ebenfalls gefunden. Part 1 wurde kurzerhand umgetauft und heißt jetzt Part 2, beinhaltet aber nahezu dieselben Tracks, die bereits Ende 2009 veröffentlicht werden sollten. Soweit alles unklar? Willkommen in der Küche der Beastie Boys.

Das Hot Sauce Committee, das Komitee für scharfe Saucen/Frechheiten, setzt sich aus den drei Beastie Boys zusammen?
MCA: Da könnten auch andere Leute involviert sein.
Mike D: Wir könnten ein board of directors, einen Vorstand einrichten, so wie jede andere große Gesellschaft. Wir müssten lediglich die richtigen Leute dafür finden, die uns genug Geld für die Mitgliedschaft im Vorstand zahlen.
Ad-Rock: Get on that board, man!

Was ist denn die Aufgabe dieses Komitees, dieses Gremiums?
Ad-Rock: Schärfe natürlich.
Mike D: Das Komitee hat die Aufgabe, die Dinge scharf zu halten.
MCA: Damit sich die Leute den Mund daran verbrennen.

»Die Einsatzmöglichkeiten von Hot Sauce sind ebenso vielseitig wie unsere Fähigkeiten als Musiker und MCs. « (Mike D) Ihr habt in euren Nummern schon immer gern über das Essen gesprochen. Und jetzt fügt ihr noch eine scharfe Sauce hinzu?
Ad-Rock: Wir reden wirklich sehr häufig über das Essen.
Mike D: Wie du siehst (deutet auf mehrere Teller mit Salaten und Snacks, die auf dem Tisch stehen), spielen Essen und Snacks eine große Rolle für uns (lacht). Wenn wir uns im Studio treffen, läuft das nicht anders ab: Wir kreuzen auf, frühstücken erst einmal ein wenig, dann arbeiten wir eine Weile und legen eine Unterbrechung für das Mittagessen ein, bevor wir unsere Arbeit zu Ende bringen.
Ad-Rock: Lunch und Indoor-Dinner sind eigentlich die Hauptgründe, warum wir uns überhaupt erst treffen.
Mike D: Unsere Leben drehen sich um das Essen.
Ad-Rock: Und die scharfe Sauce passt zu allen diesen Mahlzeiten, Frühstück, Lunch und Dinner.
Mike D: Die Einsatzmöglichkeiten von Hot Sauce sind ebenso vielseitig wie unsere Fähigkeiten als Musiker und MCs.
Ad-Rock: Meine Frau kann ohne Hot Sauce gar nicht leben.

Genau genommen heißt das neue Album Hot Sauce Committee – Part 1. Ist das nur eine Spielerei oder soll dem Album tatsächlich ein Part 2 folgen?
MCA: Nein, das ist kein Scherz. Wir haben viele neue Songs, die es nicht auf dieses Album geschafft haben und deshalb auf dem nächsten landen werden. Der schräge Kram. Das Album sollten wir »Hot Sauce Committee – Part 2, The Weird Shit« nennen, oder so ähnlich.
Ad-Rock: Ich dachte, es soll »Step Into The Spa« heißen?
MCA: Step Into The Spa ist ein weiterer möglicher Untertitel. Aber wir sollten nicht zu viel Verwirrung stiften.
Ad-Rock: Wie wäre es denn mit »Hot Sauce Committee – Part 2« und dann in Klammern »Step Into The Spa« und noch einmal in Klammern »Gonna Make You Sweat»?
MCA: Und ebenfalls in Klammern »The Weird Shit«.
Ad-Rock: Oder sollten wir lieber alle diese Untertitel in einem Satz Klammern zusammenfassen?
MCA: Mir gefällt die Vorstellung von mehreren Klammern. Jeder Untertitel separat in Klammern, jeweils getrennt durch ein Semikolon.
Ad-Rock: Oh ja, das gefällt mir. Und die Schrift sollte mit jedem weiteren Untertitel kleiner und kleiner werden. So wie im Vorspann von Star Wars.
MCA: Klammern an Klammern an Klammern, das ist gut.

Nas und Santigold stehen auf eurer Gästeliste. Da halten die Künstler aus New York mal wieder zusammen?
Mike D: Darüber haben wir gar nicht nachgedacht. Aber ja, das klingt gut.
MCA: Santigold stammt zwar ursprünglich aus Philadelphia, aber sie lebt tatsächlich in Brooklyn.
Mike D: Wir haben einfach nur einen Song nach dem anderen aufgenommen. Bei dem Stück Don’t Play No Game That I Can’t Win, auf dem jetzt Santigold singt, hatten wir zunächst die Musik fertig. Und dann haben wir uns mehrfach mit unseren eigenen Stimmen daran versucht. Aber das wollte nicht so richtig funktionieren…
MCA: Der Track war heiß, aber unsere Vocals waren Mist. In so einem Moment musst du Spezialisten ins Studio holen.
Mike D: Ja, nach wiederholten Versuchen, mussten wir uns unser Scheitern eingestehen. Und so etwas passiert uns wirklich nur sehr selten.
MCA: Aber manchmal passiert es eben. Und wenn es so ist, musst du auch ehrlich zu dir selbst sein und es zugeben.
Mike D: Ja, das gehört dazu. Als Musiker, Künstler, probierst du immer irgendwelche Dinge aus. Und manchmal scheiterst du eben. Deshalb haben wir uns Santi als Spezialistin geholt. Und sie hat den Track für uns zusammengeschnürt. Sie hat eine großartige Performance hingelegt, und das inspirierte uns dazu, schließlich alles zusammenzufügen. Das funktionierte prima. Und Nas ist aus Brooklyn…
MCA: Nas stammt aus Queens, aus der Sozialwohnungssiedlung Queensbridge Projects.
Mike D: Oh ja, sorry, Queens natürlich. Obwohl er zurzeit eher ein Nomadenleben führt. Wir sind schon seit langem große Fans von Nas, und deshalb war es schön, endlich etwas mit ihm zusammen machen zu können.

»Ich habe das Gefühl, dass die den Karottensaft hier nicht so machen, wie wir es von Zuhause gewohnt sind. Ich vermute, dass sie einfach nur eine Menge Karotten in den Mixer gesteckt und eher so etwas wie einen Gemüse-Smoothie daraus gemacht haben. « (MCA) In eurem Song mit Nas beklagt ihr den Mangel an MCs: »Too many rappers – but not enough MCs.« Ein Rapper ist schließlich noch lange kein MC…
MCA: Das ist ungefähr so wie der Unterschied zwischen einem Chefkoch und einem einfachen Koch im Küchenbetrieb.
Mike D: Oder wie der Unterschied zwischen einem Fachmann, der mit viel Hingabe einen alten Aston Martin restauriert, und einem Kerl, der glaubt, einen Ölwechsel machen zu können. Oder der Rennfahrer Mario Andretti im Vergleich zu irgendeinem Schnösel, der mal bei Rot über die Ampel brettert.

Also nicht nur schneller Sprechgesang, sondern die Situation als Master of Ceremonies im Griff haben…
Mike D: Genau, im traditionellen HipHop steht der MC für den Master of Ceremonies. Für mich beinhaltet das eine Person, die nicht nur eine kurze Nummer mit der Stimme einlegt, sondern eine Person, die die Situation beherrscht und das Publikum im Griff hat. Du kontrollierst das Mikrofon, stellst die Weichen und gibst die Richtung für den Verlauf der Party vor.

Und den Mangel am MCs beklagt ihr mit Blick auf das aktuelle Geschehen im HipHop?
MCA: Ja, auch wenn es eine vereinfachende Aussage ist.
Mike D: Ich würde den Begriff MC auch auf die vielen großen Bandleader im Jazz ausweiten. Cab Calloway war beispielsweise ein brillanter MC, oder auch Duke Ellington.
Ad-Rock: Ich denke dabei an den Zirkus. Es gibt zahllose Zirkusse, den Ringling Brothers Circus, der große Moskauer Staatszirkus und so weiter. Und jeder Zirkus hat seinen Zirkusdirektor. In jedem Zirkus gibt es aber auch einen Clownwagen mit 20 Clowns, die aus dem Wagen springen und das Publikum unterhalten. Kannst du mir folgen Mike? Ihr lasst euch gerade von den Säften ablenken, die euch gebracht wurden, oder?
Mike D: Ja, aber deine Geschichte vom Clownwagen hat mich fasziniert.
Ad-Rock: Wollt ihr lieber über eure Säfte sprechen? Die sehen ungewöhnlich aus.
MCA: Ich habe das Gefühl, dass die den Karottensaft hier nicht so machen, wie wir es von Zuhause gewohnt sind. Ich vermute, dass sie einfach nur eine Menge Karotten in den Mixer gesteckt und eher so etwas wie einen Gemüse-Smoothie daraus gemacht haben.
Ad-Rock: Ein Frappé?
Mike D: Ja, eher so etwas.
MCA: Es ist so, als ob du Karottenschnitzel zu dir nehmen würdest. Das ist ein bisschen merkwürdig.
Ad-Rock: Ist da auch Joghurt drin?
MCA: Auf jeden Fall etwas Zitrone…
Mike D: Ja, aber ich mag die Zitrone. Ich finde, dass es interessant schmeckt. Vermutlich ist es sogar gut, weil du die Karotte auch ein wenig kauen musst. So wird das zu einer richtigen Essenserfahrung. Womit wir dann wieder beim Essen wären…

Das Album Hot Sauce Commitee, Pt.2 von Beastie Boys findest du bei hhv.de als CD und LP. Zur Homepage zum neuen Beastie-Boys-Album gelangst du auf diesem Pfade.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 25.05.2011
Beastie Boys
Hot Sauce Committee Pt.2
Die Beastie Boys brauchen nichts mehr beweisen und tun das in ihrer Unbekümmertheit aber jedes Mal, wenn sie ein Album veröffentlichen.
Books Review | verfasst 04.02.2019
Michael Diamond & Adam Horovitz
Beastie Boys Buch
Das »Beastie Boys Buch« ist ein Mixtape voller Skits und Hits. Und die Boombox, aus der es schallt, ist über 500 Seiten starker Band.
Music Kolumne | verfasst 11.02.2015
Records Revisited
Beastie Boys‘ Paul’s Boutique, 1989
Das zweite Album der Beastie Boys gilt als eines der innovativsten Hip Hop-Alben und ist doch vor allem ein Produkt des Chaos’. Zugleich ist es der unschlagbare Beweis dafür, dass die Musikindustrie niemals Recht hat.
Music Review | verfasst 24.07.2012
Nas
Life Is Good
»Life Is Good« ist Nasir Jones inoffizielle musikalische Autobiographie. Der Schwerpunkt liegt auf der Lyrik.
Music Review | verfasst 21.07.2008
Nas
Untitled
Wie ernst kann man Nas’ Angry-Black-Man-Pose noch nehmen, wenn sich der Prediger vom Plattenlabel kompromittieren lässt?
Film Review | verfasst 26.08.2015
One9 & Erik Parker
Nas - Time Is Illmatic
»Time Is Illmatic« ist der Schonungslosigkeit von Nas’ »Illmatic«, dieses besten Hip Hop-Albums der Geschichte, würdig.
Music Interview | verfasst 21.11.2011
Elzhi
»Im Hip Hop sind Cover selten«
Seine Re-Interpretation von Nas’ Illmatic wurde in diesem Jahr gefeiert wie kaum ein anderes Release. Gerade war er damit live in Deutschland unterwegs. Wir nutzten die Gelegenheit ihm hier ein paar Fragen zu stellen.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 19.04.2019
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste | verfasst 26.10.2017
Welche Schallplatte hast du gehört,
als du 15 Jahre alt warst?
In diesem Jahr ist hhv Records 15 Jahre alt geworden. Wow, interessantes Alter. Da fragt man sich natürlich: Wie war das, als man selbst 15 war? Welche Platten haben wir damals gehört? Wir haben die Frage an unsere Autoren weitergegeben.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 27.06.2018
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Kommentar | verfasst 20.11.2019
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Review | verfasst 29.04.2008
Santogold
Santogold
Erwartungshaltung is a bitch. Besonders wenn man nicht weniger als den ganz heißen Scheiß erwartet…
Music Review | verfasst 08.05.2012
Santigold
Master Of My Make-Believe
Santigold ist als Künstlerin gewachsen, hat genau in die Spur gefunden, die exakt auf dem Nerv des Zeitgeistes liegt.
Music Review | verfasst 25.02.2016
Santigold
99 Cents
Seit ihrem Debüt ist Sanitgold eine der einfallsreichsten Künstlerinen im Popmusikbusiness. Auch auf »99 Cents« zu beobachten.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.