Music Kolumne | verfasst 17.05.2011
Aigners Inventur
April 2011
Zugegeben: es war nicht einfach neben den Marktschreiern der Wolf Gang in den letzten vier Wochen noch andere Stimmen zu vernehmen, aber bei genauem Hinhören gab es für die Musikindustrie doch noch ein Leben neben OFWGKTA.
Text Florian Aigner , Fotos The Binh

Tyler The Creator- GoblinFind it at hhv.de: CD | 2LP Wir beginnen mit Weltbewegendem: Was Tyler, the Creator und sein Wolfsrudel in den letzten 15 Monaten erreicht haben, erinnerte zu Beginn an die frühe Wu-Tang-DIY-Ästhetik und kulminiert nun in der Slim Shadysierung durch Goblin. Tyler mag technisch ein weit weniger spektakulärer Rapper als Eminem sein, aber ähnlich wie dieser, nutzt er sein zweites Album um zwischen Tabubrüchen, Psychoanalyse und Stream Of Consciousness-Swag zu alternieren. Und er tut das mit einer wesentlich dickhosigeren Stimme als Herr Mathers. Diese ist dann auch der Grund dafür, warum die relativ minimalen Piano/Synth-Beats eher Tylers »Teenage Angst« begleiten als diese nachdrücklich zu unterstreichen. Ein schwieriges, aber fesselndes Album.
 

Atmosphere - The Family Sign CoverFind it at hhv.de: CD | 2LP Sturm und Drang endgültig hinter sich gelassen hat Slug, der auf The Family Sign primär sein gar nicht mal so interessantes Leben als 38-jähriger Vater reflektiert und generell die Balance zwischen emotionaler Ehrlichkeit und nerdigem Dummschwätzertum verloren zu haben scheint, die frühere Atmosphere-Alben noch interessant gemacht haben. Das eigentliche Problem ist aber, dass Slug Ant damit angesteckt hat. So spiegelt sich die lyrische Belanglosigkeit auch in den größtenteils vor sich hindümpelnden, von Gitarren-Licks und kontemplativen Pianos dominierten, Instrumentals wieder. La-La-La-Langweilig, leider.
 

Blueprint - Adventures in Counter CultureFind it at hhv.de: CD | 2LP Die Rhymesayers-Fahne hält Blueprint hoch, der sich nach dem sehr starken Vorgänger 1988 aus dem Jahr 2005 und seiner Zusammenarbeit mit RJD2 immer wieder längere Auszeiten gegönnt hat. Adventures in Counter Culture ist ein ungewöhnlich ambitioniertes HipHop-Album, weil es versucht Prints durchaus vielfältigen musikalischen Vorlieben unter einen Hut zu bekommen. Konkret heißt das: krautige Cosmic-Synths, 80s-Pop-Reminiszensen, El-P-Dystopien, Wave-Überreste, R&B-Flirts, Radiohead’ismen, Autotune, feiste Raps – you name it. Manchmal erinnert das in seiner positiven Energie an James Pants, auch wenn Blueprint eine wesentlich niedrigere Trefferquote hat.
 

Blu - Her Favorite Colo(u)rFind it at hhv.de: CD | 2LP Die liegt bei Fast-Namensvetter Blu insgesamt höher, aber Her Favorite Colo(u)r illustriert gleichzeitig auch das Hauptproblem des Kaliforniers: so bodenständig-sympathisch er die grundsoliden, rhythmisch oft erfrischend komplexen Instrumentals auch beackert: das Charisma fehlt.
 

Elzhi - Elmatic LP Derweil beerdigt sich Elzhi mit der Schnapsidee, seine eigene Version von Illmatic aufzunehmen, direkt mal selbst. Sollte man meinen. Umso schöner, dass Elmatic nicht annähernd so redundant geworden ist, wie man befürchten musste. Elzhi tweakt sowohl Musik als auch die Songkonzepte nämlich so, dass Nasty Nas’ epochales Debüt eben nur als lose Assoziation durch die Membranen geistert. Vielmehr zementiert Elzhi mit dieser unlösbaren Aufgabe seinen Status als einer der besten Rapper der letzten zehn Jahre.
 

Beastie Boys - Hot Sauce Committee Pt.2Find it at hhv.de: CD | 2LP Brillante Rapper sind die Beastie Boys nie gewesen. Dass man aber auch mit anderen Mitteln einen Platz in der »Hall Of Fame« klarmachen kann, hat das Trio dafür ein ums andere Mal bewiesen. The Hot Sauce Committee Pt.2 ist (natürlich) kein Karriere-Highlight, aber ein kurzweiliges Spätwerk, das am ehesten an die Ill Communication-Phase erinnert. Was genau die richtige Reaktion auf MCAs annähernd überstandene Krebserkrankung ist.
 

Robot Koch & John Robinson - Robot RobinsonFind it at hhv.de: CD | LP Während John Robinson auf seiner letzten Kollaboration gemeinsam mit Lewis Parker in die goldenen Neunziger zurückblickte, richtet er im Verbund mit Robot Koch nun den Blick nach vorne. Robot Robinson nennt sich das Duo auf den acht Tracks, die kürzlich auf Project:Mooncircle erschienen sind und die leider auch die Inkompatibilität des wonkigen Digi-Hops Kochs und der zurückgelehnten Delivery Robinsons verdeutlichen. Jene Chemie, die Robinsons Zusammenarbeit mit Lewis Parker auszeichnete, sucht man hier vergebens.
 

Clams Casino - Instrumental Mixtape Wer sich in letzter Zeit mal die Mühe gemacht hat, die Production-Credits des momentan zweitgrößten viralen Rap-Phänomens Lil B zu checken, dürfte bereits über den Namen Clams Casino gestolpert sein. Dieser australische Jungspund verschenkt dieser Tage ein pragmatisch Instrumental Mixtape tituliertes – äh – Mixtape, welches ein Gros seiner Produktionen für Lil B und Soulja Boy, sowie unveröffentlichte Instrumentals enthält. Unfassbar eigentlich wie dieser Pisser aus blechernen YouTube-Samples, ungemasterten Drums und jeder Menge Zeitlupen-Pathos völlig mühelos einen Gänsehaut-Beat nach dem anderen fabriziert. Zukünftig dann primär instrumental, u.a. auf der Chillwave-Not-Chillwave-Instanz Tri-Angle.
 

J Rocc - Some Cold Rock StufFind it at hhv.de: 3LP Wesentlich akkurater produziert J Rocc, der mit seinem Debütalbum nicht nur die Erwartungen des Kollegen Paul Okraj übertraf. Some Cold Rock Stuff ist ein wirklich überzeugendes, sehr facettenreiches und ausformuliertes Instrumental-Epos, in dessen Verlauf J Rocc auf allen Kontinenten Halt macht und auch vor hohen Tempi nicht zurückschreckt.
 

Daedelus - BespokeFind it at hhv.de: CD | 2LP Zu viel Gas hingegen gibt dann Daedelus auf Bespoke, einem Album, das zwar die Stärken des Koteletten-Weirdos aus Los Angeles erneut untermauert, das aber aufgrund der ruhelosen Grundstimmung manchmal Erinnerungen an seine wildesten Zeiten (A Gent Agent) weckt. Dabei hatte man sich doch gerade an den unkomplizierten Daedelus gewöhnt.
 

James Pants-James PantsFind it at hhv.de: CD | 2LP Auch immer verkopft, aber dabei so bemerkenswert lässig: James Pants, Stones Throw’s Köln-Immigrant, der nicht nur von Tyler, the Creator für seine Quirkiness und Unberechenbarkeit verehrt wird. Sein drittes, selbstbetiteltes Album ist nicht ganz so dunkel und verquer wie der Vorgänger, bedient sich aber auch wieder scheuklappenfrei in der Dollar-Bin-Abteilung, absurde 80s-DIY-Wave und luftige Boogie-Grooves inklusive. Ohne Zweifel: was ursprünglich viele als Insider-Witz von Peanut Butter Wolf missverstanden haben, ist nun endgültig in Stones Throw’s Belle Etage angekommen.
 

Africa Hitech - 93 Million MilesFind it at hhv.de: CD | 2LP Noch mehr All-Over-The-Placeness gibt es auf Afrika Hitech zu hören, dem Projekt des ewigen Alleskönners Mark Pritchard und Steve Spacek, jener Stimme also, deren eigenwilliger Zugang zu leftfieldigen Soul-Geschichten unter anderem auch vom großen James Yancey geschätzt wurde. __93 Million Miles- bringt auf beeindruckende Art und Weise zusammen, was musikevolutionstechnisch eigentlich zusammen gehört, aber so selten funktioniert: Wilder Staccato-Grime trifft auf Drexciyanische 808-Electro-Akrobatik, Dancehall-Rhythmen verbrüdern sich mit Detroit-Synths, afrikanische Tribal-Drums mutieren zu 2-Step-Workouts und im Hintergrund geistert Spaceks Stimme irgendwo durch den Äther. Groß!
 

Kode9 & The Spaceape - Black SunFind it at hhv.de: CD | 2LP Damit gewinnt das Duo Pritchard/Spacek dann sogar das britische Pokalfinale gegen das Gespann Kode9 & Space Ape, die auf ihrem Zweitling zwar auch wieder 35 Ideen pro Minute verwirklichen, Presse und Hörer aber bei weitem nicht mehr so überrumpeln wie noch auf dem Debüt. Das mag daran liegen, dass Kode9 nun schon relativ lange an diesen billigen UK-Funky-Elementen festhält oder aber daran, dass mittlerweile halb Britannien House als Inspirationsquelle entdeckt hat. Vielleicht aber auch daran, dass Space Apes kryptisches Patois-MCing einfach transzendentaler klingt, wenn es durch 4000 Filter gejagt wird. So bleibt Black Sun ein gutes Album, aber eben keine Blaupause.
 

Hessle Audio - 116 & Rising Find it at hhv.de: 3LP Nicht nur bei Hyperdub wird seit einigen Jahren routiniert an der Zukunft des Basses gewerkelt, auch Hessle Audio’s Big Three (Pangaea, Ramadanman, Ben UFO) begeisterten bisher fast mit jeder Katalognummer mit next-leveligen UKismen. Auf 116 & Rising feiert man sich nun selbst auch mal auf zwei Silberlingen, von denen für fleißige Vinylkäufer primär der erste (bzw. das begleitende Triple Vinyl) von Interesse sein sollte. Dort bieten die Briten nämlich zwölf neue Tracks feil, die wie gewohnt äußerst clever zwischen vertrackten Rhythm-Tracks, epischen Synth-Dubs, flurfreundlichen Garage-, Bootytechno- und House-Tunes changieren und noch weiter verdeutlichen, dass Hessle Audio in 20 Jahren nicht nur eine Fußnote in der britischen Tanzmusik-Historie sein wird.
 

Jamie Woon - MirrorFind it at hhv.de: CD | LP Wie lange man sich an Jamie Woon erinnern wird, vermag ich nicht zu sagen, immerhin aber dürften zumindest seine Zusammenarbeiten mit Burial und die sehr eingängige Single Lady Luck eine anständige Halbwertszeit aufweisen. Der Rest von Mirror Writing offenbart dann aber doch einige Probleme. Ohne inspirierte Produktionen, die Woon aus seiner Komfortzone herauslocken, ist das hier vermutlich nah an dem dran, was man von James Blake befürchten muss, wenn er zu viel Gefallen an Radio 1-Airplay und Indiepressen-Props findet.
 

Art Department - The Drawing BoardFind it at hhv.de: CD | 2LP Wir schlenkern etwas ungelenk rüber zu untertourigem House mit lakonischen Vocals. Das Art Department hatte 2010 mit ihrem Zombie-Chugger Without You dermaßen auf den üblichen Kanälen abgeräumt, dass ein Album nur eine Frage der Zeit war. The Drawing Board perfektioniert die Formel der ersten Single, verliert dadurch aber auch relativ schnell an Reiz. Erst wenn gen Ende Kenny Glasgows Schlafwagenorgan auf In The Mood durch ein dezentes R&B-Lamento und Breakbeats abgelöst wird, erwacht man aus diesem Ketamin-Delirium.
 

Robag Wruhme - Thora VukkFind it at hhv.de: LP Weniger formulaisch und sehr introspektiv ist Thora Vukk, Robag Wruhmes erstes Album für Pampa. Autoren-Techno, der weder Angst vor Downtempo-Pathos, noch vor uncool gewordenen Mnml-Patterns hat. Rein von der Geisteshaltung durchaus mit John Roberts’ letztjährigem Meisterstück zu vergleichen, aber weniger furios und viel mehr Berlin als Chicago.
 

Morphosis - What Have We LearnedFind it at hhv.de: 2LP Auch überraschend musikalisch: Morphosis’ What Have We Learned. Der in Venedig lebende Libanese war zuvor oft durch sauber durchexerzierte Jack-Huldigungen aufgefallen, während er nun die Roland zwar immer noch gerne rumpeln lässt, darüber aber beeindruckende, fast schon jazzige Improvisationen schichtet, die den versammelten neun Tracks eine ungeheuer klaustrophobische Eigenständigkeit geben. Wäre der Begriff nicht so vorbelastet, könnte man an dieser Stelle auch die IDM-Bombe abwerfen.
 

J.T.C. - Creep AcidFind it at hhv.de: 2LP Etwas konventioneller agiert das Universalgenie Tadd Mullinix als J.T.C. Wie gewohnt wenn der Typ known as Dabrye to the 90 BPMers sein Acid-Alter-Ego bemüht, wird aus der TB-303 alles herausgesquelcht, was das arme Gerät hergibt, inklusive Gehörsturz-Attacke auf Relentless Order. Das fügt den Klassikern von Pierre und Spanky zwar so gar nichts neues hinzu, aber das war auch nie das Anliegen von James T. Cotton.
 

Gene Hunt - Chicago Dance TracksFind it at hhv.de: 2LP So, kommen wir zu einer weiteren von Rush Hour initiierten Epiphanie. Gene Hunt, der schon als Steppke an der Seite von Ron Hardy in der Music Box sein Unwesen trieb, hat seinen Keller aufgeräumt und dort unveröffentlichtes Material der ersten Chicagoer Garde gefunden, das nun unter dem nüchternen Titel Chicago Dance Tracks erscheint. Heard, Poindexter, Jefferson, Loftis, Hurley, Punktpunktpunkt – so eingejizzt hat sich der Aigner seit, ja exakt, Resurrection nicht mehr. Und Romanthony kommt dieses Jahr auch noch. Uffff.
 

Mark E Stone Breaker CoverFind it at hhv.de: CD | 2LP Dass Mark E in den letzten 1-2 Jahren auch verstärkt über den großen Teich schielt und seine untertourigen Edit-Meisterwerke größtenteils durch Sample-freie Housenummern substituiert hat, die in ihrer Dynamik durchaus an Wildpitch-Großtaten erinnern, ist mittlerweile landläufig bekannt. Auch auf Stone Breaker geht Evetts diesen Weg weiter, bekennt sich sie zu Detroit, Chicago, Manchester, London, sowie großen Synth-Flächen und schafft es in jedem Track mindestens ein Wow-Element unterzukriegen. Etwas wehmütig wird man dann aber schon, wenn er mit dem bittersüßen (aber angeblich auch ohne Samples auskommenden) The Day das eigene Frühwerk zitiert.
 

6th Borough Project - One Night In the BoroughFind it at hhv.de: 3LP Die Sample-Phase noch nicht hinter sich, hat das aus The Revenge und Craig Smith bestehende 6th Borough Project. Auf der ersten Langspielrille geben sich epische Slo-Mo-Tracks und unterkühltere House-Tracks im gewohnten 120er BPM-Bereich die Klinke in die Hand. Gerade letzteren fehlt ab und an die Sexyness dieser liebestrunken vor sich hin schwofenden Edits-Not-Edits, andererseits machen sie One Night In The Borough zu einem angenehm eklektischen und abwechslungsreichen Album, das auch als solches funktioniert.
 

Black Devil Disco Club - CircusFind it at hhv.de: 2LP Als Bernard Fevre vor einigen Jahren mit 28 After aus der Versenkung verschwand und den Black Devil Disco Club reanimierte, tat er dies mit kryptischen Odd-Ball-Disco-Tracks, die so einzigartig klangen, dass manch einer spekulierte, hinter dem ganzen Spuck stünde nicht ein Midlife-kriselnder Franzose sondern Richard D. James. Nach einigen Alben, die die Ästhetik von 28 After mehr oder weniger erfolgreich duplizierten, meldet sich Fevre mit einem neuen Konzept zurück. Er bat eine Vielzahl von Gastvokalisten ins Studio (u.a. Nancy Sinatra, Afrika Bambaataa und Jon Spencer). Während dies auf Fevres Sound glücklicherweise nur geringe Auswirkungen hatte, ist es doch manchmal etwas unbefriedigend, dass er diese zum Teil wirklich hervorragenden Songs, ganz dem Pop-Imperativ folgend, bereits nach dreieinhalb Minuten abwürgt. Ein summa summarum gelungenes Experiment, aber bitte etwas mehr Geduld beim nächsten Mal.
 

13&God - Own Your GhostFind it at hhv.de: CD | LP Unterdessen trifft Weilheim erneut Idaho. Teutoniens wichtigste (Achtung: Arschlochvokabel) Indietroniker The Notwist haben sich wieder mit Dose One und Jel (alias Themselves) kurzgeschlossen und ein sperriges, aber treibendes, ein verkopftes, aber dennoch improvisiert klingendes Album als 13&God abgeliefert. Own Your Ghost findet wie schon der Vorgänger erstaunlich leichtfüßig die Balance zwischen Jels emphatischen MPC-Passagen, Dose Ones Scribble Jam-Schtick und dem distinguierten Indie-Gestus der Notwister.
 

Fleet Foxes-Helplessness Blues2Find it at hhv.de: 2LP Ja, der Aigner mochte einige Songs des ersten Fleet Foxes-Albums. Und ja, er mag auch einige dieser heulsusigen Pfadfindermomente auf dem zweiten, mit Helplessness Blues gewohnt weicheirig betitelten, Album dieser schlecht frisierten Hippies mit den Akustikgitarren und den Knabenchor-Refrains. Deal with it. Dass uns bei einem mit einem A beginnenden Internetriesen aber nahegelegt wird, Helplessness Blues zusammen mit Goblin zu bestellen, geht dann doch etwas zu weit.
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 02.05.2011
Zwölf Zehner
April 2011
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 05.05.2011
13&God
Own Your Ghost
Es brauchte sechs Jahre bis die Zusammenkunft von Themselves und The Notwist ein zweites Mal Früchte getragen hat.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2012
Keine halben Sätze
Proband: Doseone
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unsere Interviewpartner ergänzen diesen dann in ihrem Sinne. Diesmaliger Proband: Doseone, Leistung: Lässt noch immer alle, die von Next School sprechen, furchtbar alt aussehen.
Music Review | verfasst 08.08.2011
Africa Hitech
Out In The Streets (VIP)
Nachdem ihr Album 93 Million Miles bereits für Aufregung sorgte, legen Africa Hitech nun nach.
Music Bericht | verfasst 20.09.2011
Africa Hitech
Live am 16.9. im Berghain in Berlin
Die Veranstaltungsreihe »Leisure System« feierte am vergangenen Freitag ausgelassen ihren dritten Geburtstag. Eingeladen waren illustre Gäste. Darunter auch Africa Hitech, die Urgesteine britischer Bassmusik.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 10.03.2007
Evidence
The Weatherman LP
Weniger Nostalgie, mehr Risikofreude, ohne die klassizistische Nische zu verlassen: Evidence-Haten ist wieder uncool geworden.
Music Review | verfasst 10.05.2007
Sage Francis
Human The Death Dance
Sage Francis zeigt sich abwechlungsreich bis widerspenstig. Von Stand Up Comedy oder Slam Poetry, über E-Gitarren bis hin zu HipHop-Standards.
Music Review | verfasst 09.05.2011
Atmosphere
The Family Sign
The Family Sign ist beinahe ein Konzeptalbum, das blueslastig ist und nur noch wenig an Ants Produktionsexperimente…
Music Review | verfasst 06.05.2008
Atmosphere
When Life Gives You Lemons You Paint That Shit Gold
Stillstand ist der Teufel, aber darf man nicht etwas irritiert sein, wenn bei Atmosphere der Minimalismus ausgerufen wird?
Music Review | verfasst 08.01.2014
Atmosphere
Seven's Travels
Zehn Jahre hat »Seven’s Travels« inzwischen auf dem Buckel. Aus diesem Anlass wird das Album neu aufgelegt, und es überzeugt weiterhin.
Music Review | verfasst 28.02.2008
Atmosphere
Sad Clown Bad Dubs #9, #10 & #11
Aus der »Sad Clown«-Serie sind jetzt drei EPs in allen Formaten erschienen: Bad Summer, Bad Fall und Bad Winter.
Music Review | verfasst 05.06.2014
Atmosphere
Southsiders
Atmosphere besinnen sich auf »Southsiders« wieder zurück auf live eingespielte Instrumentals und thematisch Vielfältigkeit.
Music Review | verfasst 12.08.2016
Atmosphere
Fishing Blues
Mit Nachdruck gereimtes Storytelling in greifbaren Bildern, gerne auch mit heruntergelassenen Hosen: Atmosphere singen den »Fishing Blues«.
Music Porträt | verfasst 26.04.2011
Atmosphere
Die neue Ernsthaftigkeit
Atmosphere haben das Ernsthafte für sich entdeckt. Die Jungs aus Minneapolis haben dem bloß Unterhaltendem für einen Moment abgeschworen und eine Art Konzeptalbum über die Irrungen und Wirrungen des Familienlebens geschrieben.
Music Bericht | verfasst 13.07.2011
Splash! 2011
Rein ins Rapvergnügen
Am vergangenen Wochenende ging das Splash! Festival 2011 über die Bühne. Zum 14. Mal vereinte sich HipHop-Deutschland für ein paar Tage an einem Ort und erlebte mit Gleichgesinnten die Schönheit einer Jugendkultur.
Music Kolumne | verfasst 15.08.2011
Entweder Oder
Entscheider: Slug von Atmosphere
Slug ist als tiefsinniger Rapper bekannt. Das in seinem Gehirn schon Gedankengänge zu beinahe jeder erdenklichen Frage abgelaufen sein müssen, wurde uns klar, als wir ihn unter anderem vor die Wahl stellten: Dinosaurier oder Aliens?
Music Interview | verfasst 14.03.2008
Atmosphere
Kinder, macht das Beste draus
Atmosphere haben »When Life Gives You Lemons You Paint That Shit Gold« fertiggestellt. . In der Retrospektive mussten die beiden feststellen, dass es trotz Spaß und Vergnügen bei den Aufnahmen, wieder ein eher trauriges Album geworden ist.
Music Review | verfasst 25.05.2011
Beastie Boys
Hot Sauce Committee Pt.2
Die Beastie Boys brauchen nichts mehr beweisen und tun das in ihrer Unbekümmertheit aber jedes Mal, wenn sie ein Album veröffentlichen.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.