Music Interview | verfasst 23.05.2011
Affine Records
Wiener Spezialitäten
Erst gingen sie gemeinsam zur Schule, dann teilten sie sich ihre Liebe zur Musik, schließlich gründeten sie ein Label. Wir sprachen The Clonious und Cid Rim von Affine Records anlässlich der Compilation What A Fine Mess We Made.
Text Valentin Menedetter , Fotos Valentin Menedetter
1561-cidrimtheclonious20111-www.hhv-mag.com

Vor einigen Jahren fanden sich ein paar Freunde zusammen und teilten ihre Liebe zur Musik. Produktion und gemeinsame Projekte folgten schnell und so lag auch die Idee eines eigenen Labels recht nahe. The Clonious, Dorian Concept, Cid Rim und noch einige andere taten sich zusammen und setzten das Ganze in die Tat um. Wer hätte wissen können dass daraus Affine Records entstehen würde. Ein kleines Label, das seine Basis in Wien hat und sich auf ausgewählte Veröffentlichungen konzentriert. Hier wird noch auf Vinyl gepresst. Seit 2008 überzeugen die Jungs mit herausragendem Sound.

Wie ist Affine Records entstanden?
The Clonious: Es ist ein Freundschaftsprojekt. Den Kern bilden Cid Rim, Dorian Concept und ich. Wir haben angefangen gemeinsam Musik zu machen als wir 15, 16 Jahre alt waren. Wir gingen alle gemeinsam zur Schule; daraus entwickelte sich das alles. Wir haben einander Musik vorgespielt, gemeinsam einen Geschmack entwickelt und uns dann für die gleichen Sachen begeistert. Dann kam das Produzieren dazu. Zuerst mit dem Computer, dann auch mit Instrumenten. So entstand das Band-Projekt JSBL. Jamal und Gregor Lehrl kamen dann im Laufe der Zeit dazu – ebenfalls Bekanntschaften aus der Schule.
Cid Rim: Gregor hatte gemeinsam mit zwei anderen Freunden eine Kunst- und Musikplattform im Internet namens Vitamin Source. Das hat alles schon ein wenig mehr zusammengefasst. Daraus entstand der Plan für Affine Records. Bis zur Verwirklichung hat es dann noch ein paar Jahre gedauert.

Der Sound des Labels entsprach eher einer natürliche Entwicklung?
The Clonious: Genau. Es ist ein Freundschaftsprojekt, das langsam gewachsen ist. Das Grundprinzip war, dass wir alle gut befreundet waren, einen sehr ähnlichen Musikgeschmack hatten und da war es naheliegend für uns in Wien eine Homebase zu schaffen. Mittlerweile haben wir die Fühler auch nach anderen Leuten ausgestreckt, die in Zukunft etwas auf Affine machen werden. Es ist schwer den Output zu halten, wenn wir uns nur auf den intimen Freundschaftskreis beschränken.

»Wir haben uns damit quasi eine Spielwiese geschaffen auf der wir uns auf gar keinen Fall beschränken wollen.« (The Clonious) Wie findet bei euch die Entscheidungsfindung statt? Wird das gemeinschaftlich gemacht oder gibt es da jemand der die A&R an sich gezogen hat?
Cid Rim: Großteils schon gemeinsam – es sind zwar Jamal und Gregor, die das dann alles zusammenfassen, aber für die Compilation beispielsweise hat Paul (The Clonious) den Remix von Krts aus Brooklyn selbst an Land gezogen. Gleiche Geschichte Sixtus Preiss. Die Jungs von Ogris Debris sind auch gut mit Cosmin TRG verbunden – jeder hat seine eigenen Verbindungen, die er auch einbringt. Die Tracks werden dann zwischen uns herumgeschickt, sodass jeder ein Bild davon bekommt, was da musikalisch gerade passiert.

Wie würdet ihr den Sound von Affine beschreiben? Und habt ihr eine Vorstellung wie sich das Label entwickeln soll?
Cid Rim: Daran arbeiten wir jetzt gerade. Der letzte Schritt war, alles zusammenzufassen und mit der Compilation ein Statement zu setzen – was wir machen und was der gemeinsame Nenner ist. Wir versuchen halt, den verschiedenen Richtungen, als auch die Gemeinsamkeiten unter einen Hut zu bringen. Wenn man von einer Richtung sprechen kann, dann ist es sicher mehr eine gefühlte Richtung.
The Clonious: Prinzipiell geht es um einen mutigen Eklektizismus. Jeder Künstler, der auf dem Label vertreten ist, hat geschmackliche Vorlieben. Keiner will sich eine Maske aufsetzen und sich in irgendeiner Art beschränken. Das zu kommunizieren ist teilweise schwierig. Man muss dafür schließlich den Leuten auch einen Aufhänger präsentieren. Das ist aber eine bewusste Entwicklung. Wir haben uns damit quasi eine Spielwiese geschaffen auf der wir uns auf gar keinen Fall beschränken wollen.

Seht ihr hier Parallelen zu anderen Labels? Was die Offenheit angehet, fällt mir da z.B. Stones Throw ein…
The Clonious: Wenn man die ganzen Sublabels von Stones Throw dazunimmt, kann man auf jeden Fall Parallelen ziehen. Ich glaube die haben einfach auch einen gewissen Retro Sound, der bei uns nicht so dogmatisch gesehen wird.
Cid Rim: Was den Einfluss betrifft, würde ich auch zustimmen, aber was die Compilation betrifft, so haben die Hälfte der Tracks keine Retro–Ästhetik. Es handelt sich dabei eher um Clubmusik, die jetzt fresh sein soll, die den Puls der Zeit trifft.

Wie stark ist bei euch dir Bereitschaft, jemanden zu nehmen, der nicht aus eurem direkten Dunstkreis kommt?
The Clonious: Es muss einfach passen. Außenstehende Künstler zu involvieren, ist uns auf jeden Fall wichtig. Gerade Olli (Dorian Concept) kommt extrem viel rum und kennt einen Haufen Leute. Wir haben alle unsere Ecken, wo wir Leute kennen, die uns musikalisch gefallen. Wir wollen in Zukunft nicht bei unserer kleinen Struktur bleiben, sondern wollen uns öffnen. Das ist alles noch nicht spruchreif, alles muss langsam entstehen.
Wo soll’s denn nun hingehen mit dem Label? Wo würdet ihr euch gerne sehen?*
Cid Rim: In einem Strip Club in Atlanta. (lacht) Für mich persönlich ist es wichtig, dass die Qualität so bleibt, bei wachsendem Output und einem größer werdenden Kreis an Leuten die wir erreichen. Dann bin ich zufrieden.

Die Label-Compilation What A Fine Mess We Made von Affine Records findest du bei hhv.de: CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 24.08.2018
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Review | verfasst 17.10.2014
Dorian Concept
Joined Ends
Dorian Concepts »Joined Ends« ist wie eine kaleidoskopartige Suite, in der sich die musikalischen Bestandteile allmählich aufsplittern.
Music Kolumne | verfasst 06.03.2013
Zwölf Zehner
Februar 2013
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 18.09.2010
Flying Lotus
Pattern + Grid World EP
Flying Lotus kann machen was er will und doch liegt ihm die Welt zu Füßen. Das ist auf der Pattern+Grid World EP auch nicht anders.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 21.10.2010
Pavel Dovgal
Cassiopeia EP
Der russische Beatmaker Pavel Dovgal nähert sich HipHop von Seiten der elektronischen Musik.
Music Review | verfasst 15.12.2010
fLako
Mini Tollbooth EP
Viele reden vom »next level« – fLako ist dort längst angekommen.
Music Review | verfasst 14.02.2011
Long Arm
The Branches
Der russische Beatmaker Long Arm schafft mit seinem Debüt eine Homogenität, die ihresgleichen sucht.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.