Music Interview | verfasst 07.06.2011
Hudson Mohawke
Im Anfang war die Playstation
Hudsown Mohawke ist in der Lage verschiedene Geschmäcker zu begeistern. Soeben wurde der Release der neuen EP Satin Panther für Anfang August angekündigt. Valentin Menedetter nutzte die Gelegenheit mit dem 25-jährigen zu sprechen.
Text Valentin Menedetter , Fotos Sofie Fatouretchi
1708-hudsonmohawke20111-www.hhv-mag.com

Vor zwei Jahren brachte Hudson Mohawke sein Debüt auf Warp heraus. Seit dem Erscheinen von Butter begeistert der britische Produzent aus Glasgow seine Zuhörer stets mit neuen Produktionen. Radio One klopfte bereits kurz nach der Erscheinung bei ihm an und wollte einen Essential Mix für Pete Tong’s Radio Show haben. Die Blogs spielten schon vor einer Weile verrückt, wenn ein neuer Remix am musikalischen Radar erschien. Ross Birchard ist in der Lage verschiedene Geschmäcker zu begeistern – Hip Hop, Dubstep, Electronica – sich zwischen ihnen zu bewegen ist ihm ein Leichtes. Dicke Beats und dope Produktionen sind eine Konstante seines Sounds geworden. Soeben wurde der Release einer neuen EP Satin Panther für Anfang August angekündigt. Valentin Menedetter nutzte die Gelegenheit mit Hudson Mohawke zu sprechen.

Welche Platte hat dich zur Musik gebracht? Wenn du an die erste denkst, die du jemals gekauft hast.
Hudson Mohawke: Die ersten Platten, die ich mir kaufte, waren Pop. Ich kannte einfach nichts anderes. Es war nur der Top 40-Dreck, den ich sammelte als ich 6 oder 7 Jahre alt war. Ich hab auch Kassetten gekauft – wenn ich das Geld zusammen hatte. Ab dann war es Rave, Hardcore Rave und Jungle. In weiterer Folge Hip Hop und elektronisches Zeug. Aber alles begann mit Charts.

Sticht da eine Platte hervor?
Hudson Mohawke: Zu den Chart-Sachen hatte ich keine wirkliche Verbindung. Ich glaube für mich waren die ersten Jungle und Rave Platten wichtig. Ich habe mir Mixtapes auf Vinyl gekauft – wirklich auf Vinyl aufgenommen, aus irgendeinem bescheuerten Grund. Ich verstehe nicht, wer das für eine gute Idee hielt. Es gab dieses Festival »Dreamskip« – die brachten ein Tape heraus, Dreamskip 95. Das war das erste das ich den ganzen Tag hörte, rauf und runter. Bis ich das Vinyl durch das viele Hören zerstört hatte.

Als du ein Teenager warst, hast du dich stark dem Turntablism gewidmet. Wie kam es dazu?
Hudson Mohawke: Das kam wegen der ganzen Rave- und Jungle-Platten, die ich damals hörte – die Art wie das gemixt war, hatte viele Scratches und war sehr roh, es gab keine schönen Übergänge. Es war alles zusammengeworfen, es war mehr Party orientiert. Lauter kleine Scratches und komische kleine Mixes. Also habe ich einfach selbst angefangen herumzuprobieren, auf einem Hifi-Plattenspieler mit Riemenantrieb. So habe ich mir die Grundlagen des Scratchens beigebracht. Eines Tages ging ich in einen HMV, aus irgendeinem Grund lief da ein Video: Es war A-Trak mit 15 Jahren, als er gewann. Als ich das Video davon sah, wusste ich nicht, dass es so etwas wie Wettkämpfe dafür gab. Ich war ungefähr 12 Jahre alt.

» Als ich unterschrieb, schickte ich ihnen in den ersten anderthalb Jahren keine Songs. Ich dachte mir, †ºVerdammt, ich werde auf dem gleichen Label sein wie Aphex Twin oder Squarepusher†¹. Diese Vorstellung war mir einfach zu viel.« (Hudson Mohawke) Hast du neben dem Auflegen immer produziert?
Hudson Mohawke: Ja, ich habe mit meiner Playstation gearbeitet, seit ungefähr 1998, als da das erste Musikspiel herauskam. Ich hatte kein Geld um mir Hardware zu kaufen oder gar einen PC, um Musik zu machen. Ich war 12 Jahre alt, als ich anfing mit der Playstation zu musizieren – damals machte ich viel Jungle.

Du hattest deinen Durchbruch mit Ooops auf Lucky Me, darauf folgte das Heralds of Change-Projekt und dann kam Butter auf Warp. Hat der Plattenvertrag mit Warp für dich etwas verändert?
Hudson Mohawke: Als ich den Vertrag unterzeichnete, wurde ich besorgt und verlegen. Es war keine besonders positive Erfahrung für mich, denn ich war mir plötzlich bewusst, dass die Leute meine Musik hörten. Ich hörte für eine Weile auf, Musik zu machen. Als ich unterschrieb, schickte ich ihnen in den ersten anderthalb Jahren keine Songs. Ich dachte mir, »Verdammt, ich werde auf dem gleichen Label sein wie Aphex Twin oder Squarepusher«. Diese Vorstellung war mir einfach zu viel.

Also fühltest du dich unter Druck?
Hudson Mohawke: Ich empfand eine Menge Druck, bis ich erkannte, wenn jemand eine Platte auf dem Label herausbrachte, dann denkt der Künstler nicht daran, dass er einen Klassiker produziert. Die machen einfach nur ihr Ding und sie wurden unter Vertrag genommen, weil das Label der Meinung war, dass die Künstler gut darin sind. Also dachte ich mir, ich muss einfach nur mein Ding machen. Und ich denke es hat ganz gut funktioniert.

Was war der erste Song den du am Album fertig hattest?
Hudson Mohawke: Ich weiß es gar nicht mehr. So vieles habe ich stückchenweise gemacht; ich habe mal einen halben Track hier und einen halben da gemacht. Drei Monate später dann wieder zurück zur Originalidee. Es war alles verstreut, ich habe nicht alles auf einmal gemacht.

Was bedeutet Lucky Me für dich?
Hudson Mohawke: (Lacht) Es war einfach ein Club in Glasgow den es gab – der Fokus lag sehr stark auf Hip Hop. Viele MCs, offenes Mic – ich habe für die Rapper die Beats gespielt. Ich habe mich nicht für viel mehr als Hip Hop interessiert. Das war zu der Zeit, als ich den DJ für die Leute gemacht habe. Es ist zu einer gesunden lokalen Bewegung gewachsen. Es sind einige Produzenten und DJs involviert und jetzt ist es ein ordentliches Label – es sind wirklich gute Sachen erschienen. Einige Sachen von Lunice, Jacques Greene und es wächst zu dieser netten kleinen Bewegung heran, die aus dem Nichts kam.

Du hast eine Reihe von Remixes gemacht in den letzten Monaten – der letzte war der für Jamie Woon. Arbeitest du momentan an etwas?
Hudson Mohawke: Ja, ich habe eine EP, die jetzt hätte rauskommen sollen. Aber ich bin sehr pingelig, wenn es ums Artwork geht und das braucht eine längere Zeit bis das für mich passt. Das wird auf Warp erscheinen, und dann wird es ein weiteres Album auf Warp geben – nächstes Jahr. Die EP ist fertig und gemastert, aber das Artwork… es dauert einfach eine lange Zeit.

Die Releases von Hudson Mohawke findest du bei hhv.de und zwar hier
Einen ersten Track, Thunder Bay, aus seiner im August erscheinenden Satin Panthers EP stellt Warp derzeit zum Stream bereit. Das kann man sich hier anhören.
Dein Kommentar
1 Kommentare
20.01.2013 02:16
flowie1:
jaja, es wird ein album geben, schön wärs. ob warp da auch wieder schwerstens mit dem artwork geschludert hat dass wir bis heute noch nicht in den genuß kamen?
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.08.2011
Hudson Mohawke
Satin Panthers EP
Mit Satin Panthers«knüpft der 25-jährige Schotte Hudson Mohawke nahtlos an sein Debüt Butter von 2009 an. Just Blaze ist begeistert.
Music Review | verfasst 16.11.2009
Hudson Mohawke
Butter
Alles andere als der glattgebügelte Allerweltsound, präsentiert und Hudson Mohawke auf seinem Warp-Debüt Butter
Music Review | verfasst 17.07.2012
TNGHT (Hudson Mohawke & Lunice)
TNGHT
Trance und 8-Bit trifft auf Traprap-Instrumentals und Crunk. Hide yo kids, hide yo wife; TNGHT reißt alles nieder.
Music Review | verfasst 26.09.2014
Hudson Mohawke
Chimes EP
Wer Hudson Mohawke will, der bekommt hier Hudson Mohawke. Wer aber HudMo den Erfinder erwartet, der wird enttäuscht.
Music Bericht | verfasst 09.07.2011
Hudson Mohawke
Live am 8.7. auf dem Splash! 2011 in Gräfenhainichen
Freitag Nacht auf dem Splash!: Ein unscheinbarer, nerdig wirkender Typ betritt die Bühne. Es ist Hudson Mohawke, der in der folgenden Stunde mit seinem Mix den Energieanzeiger ohne Unterbrechung im roten Bereich erzittern lässt.
Music Bericht | verfasst 08.02.2012
Hudson Mohawke, Shlohmo, Salva u.a.
Live am 4.2. im Gretchen in Berlin
Eines der diesjährigen Highlights des CTM-Festivals in Berlin fand am abschließenden Samstag im Gretchen in Kreuzberg statt. Wo sich mit Shlohmo, Salva und Hudson Mohawke gleich drei hoch-bejubelte Talente der Szene trafen.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Review | verfasst 22.01.2020
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.
Music Interview | verfasst 03.05.2011
Machinedrum
Virtuose auf vielen Gebieten
Machine Drum ist längst kein Unbekannter im Metier elektronischer Beatbauer. Bereits seit 1999 veröffentlicht er Alben. Zuletzt hat seine Zusammenarbeit mit Praveen Sharma als Sepalcure für Aufregung gesorgt. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Interview | verfasst 25.11.2011
Lunice
»Vom Breakdancing zum Sound«
Sein Sound ist dreckig, roh und auf das mindeste reduziert, und erinnert so manchmal an Hudson Mohawke. Wir trafen uns mit Lunice zum Gespräch über das Produzieren, das Tanzen und Live-Auftritt mit Rucksack.
Music Review | verfasst 18.09.2010
Flying Lotus
Pattern + Grid World EP
Flying Lotus kann machen was er will und doch liegt ihm die Welt zu Füßen. Das ist auf der Pattern+Grid World EP auch nicht anders.
Music Review | verfasst 18.11.2011
Rustie
Glass Swords
Es wabert, schimmert, leuchtet, glänzt und bleibt doch in der vorgesehen Ordnung. Keine Frage: Rusties »Glass Swords« ist ein großer Wurf.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?