Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 01 - FunkinEven Dass die basslastigen Engländer in letzter Zeit auch wieder vermehrt auf Vintage Drum Machines und den Acid-Squelch der TB 303 zurückgreifen, dürfte den wenigsten entgangen sein. Ob Joy Orbison, Blawan oder Dave Kennedy – der Post-Stepper von heute macht House-Jams mit Hilfe der Roland’schen Produktpalette aus den frühen Achtzigern. Von Anfang an einen Schritt weiter ging das Eglo-Signing FunkinEven, der Acid nicht nur zitiert, sondern umarmt, drygehumpt und ganggebangt hat. Und so gut seine bisherigen Maxis waren, diese hier schießt den Vogel ab. Ein unfassbar energetischer Throwback-Track, der dennoch absolut zwingend 2011 ist. Kaum sechs Takte gibt er uns Zeit, bevor er aus den alten und schweineteuren Fetischobjekten eine entfernt an das Mario Bros.-Theme angelehnte Melodie gegen offbeatige Rimshots und Claps kämpfen lässt, zur Mitte die Euphorie gekonnt in einem kurzen Break verschleppt, um dann derwischig zu schließen. So viele versuchen mit den gleichen MItteln die Unschuld der Pionierjahre zu beschwören, Funkineven hingegen bedient seine Geräte mit der gleichen Naivität wie die einstigen Fahnenträger und macht damit, ohne es zu wollen, all die anderen Kopierkatzen obsolet.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 02 - The-Dream Der runtergepitsche Linndrum-Loop. Der opulent-wummernde Bassteppich. Der auf so vielen Ebenen erhaben arrangierte Einsatz seines Vokals. Jedes kleine Einzelteil auf Body Work ist bis in die letzte Pore von Sex (und Prince) durchdrungen. So aufgeladen, dass es sich auf Fuck My Brains Out, das sich direkt nach Body Work anschließt, (und gemeinsam gedacht werden muss) entlädt. Viel mehr noch: Explodiert. Wer nach seiner grandiosen Love-Trilogy immer noch nicht mitbekommen hat, dass The-Dream weit mehr ist als der Thronfolger Timbalands, dem sollte spätestens im Herbst diesen Jahres klar werden, dass der Mann in so vielen Bereichen »next level« ist. Der vierte Teil – The Love, IV (Diary of a Mad Man) – erscheint angeblich im September. Und, auch ungehört, wenn man Body Work / Fuck My Brains Out zum Maßstab nimmt: Das wird das ganz große Ding. Und in Europa nimmt es dennoch niemand wahr.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 03 - Beautiful SwimmersFind it at hhv.de: 7inch Machen wir uns nichts vor: Kollege Okraj und ich sind Fanboys. Fanboys zweier Geeks aus dem Großraum Washington D.C./Baltimore, deren Zusammenarbeit im Projekt Beautiful Swimmers wilde Stilblüten trägt. Und so sehr wir uns schon daran gewöhnt hatten, das Unerwartete von Ari Goldman und Andrew Field-Pickering (alias Maxmillion Dunbar) zu erwarten: Yacht Dub hatten wir dann doch nicht auf dem Zettel. Genau das ist es aber, was die ebenfalls für ihren Eklektizismus berüchtigte Soft Rocks Clique von der Insel aus der Crosby,Stills & Nash-Hommage auf der A-Seite gemacht haben. Die augenzwinkernden Vocals von Gastsänger John Davis werden in einen dubbigen Zeitlupengroove getriggert, der am ehesten noch mit Todd Terjes All That She Wants-Cover zu vergleichen ist, aber weniger kokettiert. Sommerhit? Natürlich!

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 04 - Hade Techno, Filter, Trash, Rave und Boombap bilden den Rahmen dieser neuen Interpretation des 1996er Eurodance-Klassikers Hymn von Music Instructor, den der Kölner Produzent HADE für seinen Auftritt beim Kölner Beat BBQ angefertigt hat. Hier treffen Eurodance auf Madlib, Money Boy auf Bill Cosby und Busta auf – nun gut – Bass. Mit Spaß fängt es an, mit Spaß hört es auf. Doch was dazwischen passiert ist mehr als nur der ganz normale Wahnwitz. Der Moog-Bass zerrt am Membran, die Snare knallt gewaltig auf der Zwei und der Vier. Das grundsätzlich unsägliche Sample ist in die Einzelteile verchoppt und wird dabei von verschiedenen Adlibs von allen Seiten gefeiert. Doch wo war jetzt der Rave? Habe ich schon die Bleeps erwähnt? Nun gut. Beim Beat BBQ waren sich alle darin einig, dass der Mann, der als erster auftrat, gleich für das Highlight gesorgt hat. Tschau für Now. Der Rest: Game Over.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 05 - Bjork Selbst als großer Björk-Fan muss man zugeben, dass die in den letzten Jahren hervorgegangen Projekte und Alben der Isländerin schwer zugänglich, schwer zu fassen, ja, zu avantgardistisch waren. Stets im Fluss der eigenen Inspiration scheint Björk nun aber nach der Auseinandersetzung mit Mensch und Stimme, später mit der Natur, nun plötzlich wieder bei der Technologie angekommen zu sein. So entsteht das neue Album Biophilla in Kooperation mit Apple und markiert das wohl »first app album« der Weltgeschichte. So sind auch einzelne Tracks auf dem iPad entstanden. Einer davon – Crystalline – erfüllt dabei die Sehnsüchte vieler Björk-Fans, die sich wieder einfachere Strukturen, mehr Elektrizität und weniger Spuren wünschten. Kurzum: Mehr Mark Bell als Walgesänge. So verzückt auf Crystalline die Triangel mit einer einfachen Grundmelodie, die Bässe tanzen im Galopp. Währenddessen ersetzen verschiedene Störgeräusche die Snare und fangen die Stimmung ein. Unweigerlich fühlt man sich an Homogenic erinnert, zu Zeiten als Alec Empire noch für Digital Hardcore sorgte und Joga remixte. Und siehe da: Plötzlich bricht die minimale Instrumentalisierung auf und wird von einem unbehandelten Jungle radikalisiert. Und Björk? Der wachsen Kristalle aus den Füssen.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 06 - Kyle HallFind it at hhv.de: 12inch Es sind diese unvorhergesehenen Kyle-Hall-Momente, die beim Kollegen Aigner und mir – da sind wir ganz klar auf Linie – immer wieder für Verwunderung und große Freude sorgen. Nicht die manchmal etwas sperrig geratenen, deepen oder auch verschroben trackigen Produktionen des mittlerweile zwanzigjährigen einstigen Wonderboys aus Detroit sind es, die bei uns für Verzückung sorgen. Auch die sind gut, keine Frage. Sobald Kyle Hall aber den Equalizer aus dem Auge verliert, die Filter aufdreht, abdreht, umdreht, sich kurzer Soul/Funksamples bedient und äußerst discoesque nach vorne stampft, spätestens dann ist es um uns geschehen. So war das im letzten Jahr schon auf After Fall, so ist es in diesem Monat (Jahr) mit Down.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 07 - Matias AguayoFind it at hhv.de: 12inch Irgendwie konnte ich mit Matias Aguyaos südamerikanischem La Vida Loca -Shtick nie so richtig, vielleicht auch deswegen weil Aguyaos Blütezeit mit dem großen Ethno-Sample-Hype zusammenfiel und ich schlicht keine Lust hatte, die Spreu vom Weizen zu trennen. Bongo-Loops und Flamenco, nein danke. Kein Wunder also, dass es gerade Aguayos rohster Track ist, der mich wieder zu einem Gläubigen macht. Von den meisten Kollegen als DJ-Tool abqualifiziert, drückt der Kompaktler mit 127 BPM und übersteuerten Vintage-Drums-Sounds hier fester auf die Tube als jemals zuvor. Aufgrund der Art und Weise wie skeletthaft und trackig hier gearbeit wird, könnte man dann fast schon wieder das Adjektiv †ºminimal†¹ bemühen, wenn man nicht wüsste, dass genau jene Klientel, die sich von diesem Adjektiv angesprochen fühlt, traumatisiert vor dieser – im besten Sinne brutalen – Coversion eines EBM-Klassikers davonlaufen würde.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 08 - Nas Es kann alles so einfach sein. Niemand erwartet von Nas anno 2011 ein zweites Illmatic. Nicht mal im Ansatz. Das wäre auch der vollkommen falsche. Erwartungen also zurückgeschraubt. Und dennoch war zuletzt so vieles aus der Feder von »Queensbridge†˜s Finest« so vollkommen uninspiriert, teils wirklich belanglos. Was nun? Zurück zum Einganssatz. Es kann nämlich alles so einfach sein. Gebt dem Mann ein Drumbreak, gebt ihm ein paar Zigarren und den Remy Martin und er sorgt für das größte Feuerwerk seit Made You Look. Da war doch auch so ein Drumbreak im Spiel. Nas droppt »Robes, Clothes, Hoes, Flows«, nein, keine Moneytoes. Und er braucht noch nicht einmal eine Hook dafür. Ein Mann, ein Break, ein Take. Und Hip-Hop ist immer noch nicht tot.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 09 - Floating PointsFind it at hhv.de: 12inch Sam Shepherd ist schon ein Phänomen. Da sitzt dieses nerdige Big-Bang-Theory-Reject also in den wenigen Minuten, die er nicht im Unilabor verbringt vor seinen Synthies und Drummachines, berechnet im Vorfeld vermutlich Sinuskurven und Algorithmen seiner Tracks selbst und am Ende hat das immer so viel Funk und Seele, dass man all die Wissenschaftsklischees schon wieder vergessen hat. Marilyn ist, nach den jaziggen Downtempo-Exkursionen seines Ensemble-Projekts und der Garage-Blaupause wieder eher jener Floating Points, der mit seiner Vacuum Boogie vor zwei Jahren die EP der EPs veröffentlichte. Galant schlackernd im 110bpm-Galopp schichtet Shepherd hier Synthfläche um Synthfläche auf eine gerade Drumpattern und immer dann wenn man sich fragt, ob das jetzt gerade noch harmoniert, macht es klickt und dieser Alchimist hat wieder jeden Zweifel vergessen gemacht.

Zwoelf Zehner, Juni 2011 - 10 - Jacob Korn Jacob Korn ist Schirmherr des Aufschwung-Ost-Projekts Uncanny Valley und endlich unbescheiden genug sich eine Solo-EP auf dem Label und Kollektiv zu gönnen, das in der Warteschleife vor der Panoramabar (Gast: Moodymann) gegründet wurde. She ist ein äußerst episch angelegtes Techno-Stück, das in der Progression manchmal an Santiago Salazar erinnert und wieder einmal Korns feines Gespür für anspruchsvollere Melodien verdeutlicht. Wie Korn es geschafft hat, dass dieses seltsame Glockenspiel-Sample so wunderbar zusammengeht mit den elegischen Pianopassagen und einer böse zischenden Snare, bleibt Korns Geheimnis.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.08.2012
Zwölf Zehner
Juli 2012
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.05.2014
Zwölf Zehner
April 2014
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.