Music Interview | verfasst 07.11.2011
Onra
»Bei mir kommt alles vom Hip Hop«
Onra hat sich mit uns zusammengesetzt, um über seine Arbeitsweise, seine musikalischen Inspirationen und sein Debüt Tribute, dass er 2006 zusammen mit Quetzal veröffentlicht hat, zu sprechen.
3038-onra20113-www.hhv-mag.com

Onra ist in den letzten Jahren als Beatbastler mit unterschiedlichen Konzeptalben rund um HipHop, Soul und Funk zu einem bekannten Namen in der Szene geworden. 2006 veröffentlichte Arnaud Bernard zusammen mit Quetzal sein Debüt-Album Tribute, im November wird es nun das erste Mal auf Vinyl veröffentlicht. Seitdem hat der Franzose sowohl asiatische Platten für Chinoiseries gesamplet, dessen zweiter Teil Chinoiseries Pt. 2 ebenfalls im November erscheint, als auch die Pop-Welt der 1980er Jahre musikalisch erforscht. Dabei zeichnen seine Tracks sich durch eine Musikalität und Vielseitigkeit aus, die weit über einfache HipHop-Sample-Beats hinausgeht und immer wieder zu überraschen weiß. Wir trafen ihn in Berlin zu seinem Auftritt im Club Gretchen.

Du hast mittlerweile einige Konzept-Alben gemacht. Wie gehst du an einen neuen Song oder ein neues Album heran? Steht das Konzept bereits oder entwickelt es sich erst während der Arbeit?
Onra: Ich habe die unterschiedlichen Konzepte bereits im Kopf. Abhängig davon, welchen Song ich gerade mache, weiß ich bereits, zu welchem Projekt er gehört. Es ist natürlich auch von meiner aktuellen Stimmung und meinem Zeitplan abhängig, welchen Projekten ich mich dann genau widme. Im Moment arbeite ich parallel an unterschiedlichen Sachen und da gibt es gerade keine bestimmte Priorität. Das gibt einem aber auch eine gewisse Freiheit und Experimentierfreude.

Zu deiner aktuellen Platte Chinoiseries Pt. 2, die im November herauskommt. Wie ist das Konzept zustandegekommen und wie kam es zu einer Fortsetzung davon?
Onra: Chinoiseries ist ein Projekt, dass ich nach meinem ersten Besuch in Vietnam vor einigen Jahren begonnen habe. Von dort habe ich viele Platten mit chinesischer und vietnamesischer Musik mitgebracht. Zurück in Frankreich habe ich darin viele Samples gefunden, die ich interessant fand und bei denen ich sofort das Gefühl hatte, dass ich sie für ein paar Beats verwenden könnte. Es begann sozusagen als kleiner Witz, aber die Leute mochten die Sachen und als das Album herauskam, bekam es viel Aufmerksamkeit, weil es einfach anders und neu klingt. Nach fast fünf Jahren seit Veröffentlichung der ersten Platte habe ich mich entschieden, das Projekt fortzusetzen, da mir in der Zwischenzeit nichts anderes begegnet ist, was in diese Richtung geht. Ich wurde oft nach neuem Material gefragt und bisher gab es nur diese eine Platte. Außerdem hatte ich in der Zwischenzeit einige neue asiatische Platten gekauft und viele großartige Samples gesammelt. Ich habe ungefähr 60-70 Beats gebastelt und davon dann 32 für Chinoiseries Pt. 2 ausgesucht, um dem ganzen die Struktur eines Films zu geben, wo jeder Beat eine Szene repräsentiert und sich ein innerer Spannungsbogen ergibt.

»Ich will vermeiden, dass es repetetiv und dadurch langweilig wird. Ich möchte, dass die Leute sich mein Album von Anfang bis Ende anhören und sich nicht bloß ihre Lieblingsbeats raussuchen.« (Onra) Wo wir gerade über die Struktur sprechen, manchmal fühlen sich deine Platten fast wie eine Art Skizzenbuch an, mit meist über 30 Tracks, die selten länger als zwei Minuten sind. Was verleitet dich zu dieser Struktur?
Onra: Das liegt an dem Genre. Es ist Hip Hop, also gibt es natürlich einen Loop, der aus bereits existierenden Samples besteht. Bei Chinoiseries und Tribute hatte ich gerade angefangen, Beats zu basteln und fand, dass diese Form gut dazu passte. Trotzdem haben die Tracks eine eigene Struktur, es gibt immer ein Intro, ein Outro, Breaks, unterschiedliche Entwicklungen, aber eben in einer sehr verdichteten, kurzen Form, um die Zuhörer bei Laune zu halten. Ich will vermeiden, dass es repetetiv und dadurch langweilig wird. Ich möchte, dass die Leute sich mein Album von Anfang bis Ende anhören und sich nicht bloß ihre Lieblingsbeats raussuchen. Genau wie bei einem Film auf DVD, wo man sich ja auch das ganze Werk anschaut und nicht bloß bestimmte Szenen. Ich weiß nicht ob die Filmstruktur bei Chinoiseries Pt.2 so eindeutig ist, ich hätte es vielleicht etwas offensichtlicher gestalten können, aber das ist zumindest die Idee, die dahinter steckt.

In deiner Musik erkennt man viele unterschiedliche Einflüsse, sei es Hip Hop, Funk oder Soul. Wo liegen deine musikalischen Wurzeln?
Onra: Bei mir kommt alles vom Hip Hop. Ich bin jetzt 30 und es ist zwanzig Jahre her seit ich begonnen habe, Hip Hop zu hören. Im Alter zwischen 10 und 20 habe ich nur Hip Hop gehört, nichts anderes. Kein Soul, kein Funk, kein Jazz. Das alles kam erst später, als ich nach Paris gezogen bin und in die richtigen Plattenshops gegangen bin und einen Internetanschluss bekommen habe. Dadurch habe ich einige DJs und andere Produzenten kennengelernt, die meinen musikalischen Horizont erweitert haben. Sie haben Samples aus unterschiedlichen Songs und Genres verwendet und dadurch habe ich neue Musik entdeckt. Mittlerweile bin ich sehr offen für unterschiedliche Musikstile, aber für mich hat alles beim HipHop angefangen und ist davon auf jeden Fall immer beeinflusst.

Dein Debüt-Album Tribute mit Quetzal wird jetzt ja zum ersten Mal auf Vinyl veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, die Tracks jetzt einige Jahre später noch einmal zu hören?
Onra: Leider habe ich Tribute selbst noch nicht von Platte gehört. Aber Quetzal und ich sind sehr zufrieden, dass es jetzt doch noch auf Vinyl veröffentlicht wird, damit gibt es nun unsere gesamten Discographien komplett auf Platte. Wenn ich mir Tribute anhöre, versetzt mich das irgendwie in die Zeit vor fünf Jahren zurück, als wir mit dem Projekt begonnen haben. Es war eigentlich nur für unseren kleinen Freundeskreis gedacht. Wir haben uns dann einfach zusammengesetzt, um ein Cover zu entwerfen, wir sind beide keine begabten Grafikdesigner, Quetzal hatte zu der Zeit noch nicht einmal einen Computer. Schließlich haben wir das bunte Artwork mit Microsoft Paint entworfen (lacht). Wir haben uns einfach einen Spaß daraus gemacht und wollten vielleicht 50 Kopien pressen lassen und selbst im Freundeskreis verkaufen und dann wurde es bei Bo Bun Records ganz offiziell auf CD veröffentlicht.

Ihr habt also einfach herumexperimentiert und es hat sich so ergeben. Ich habe gelesen, dass dein Track The Anthem von Chinoiseries ja auch überraschenderweise von Coca Cola für einen Werbeclip zu den Olympischen spielen in Beijing verwendet wurde.
Onra: Nicht wirklich. Sie mochten die Mischung von asiatischen Samples und westlichem Hip Hop, haben meinen Song aber dann einfach kopiert und daraus einen eigenen Beat gemacht. Sie haben sich also nur von The Anthem inspirieren lassen. Wir konnten nämlich die Rechte für das vorhandene Sample nicht klären, da es von einer alten chinesischen Platte aus den 1970er Jahren stammt und wir den aktuellen Rechteinhaber nicht herausfinden konnten. Und da haben sie dann einfach den Song selbst nachgebaut und das wars.

Was können wir denn in Zukunft von dir erwarten? Mehr Miami Vice-inspirierten 80er-Jahre-Sound?
Onra: Das werde ich natürlich weiterverfolgen. Seit Long Distance letztes Jahr herausgekommen ist sehe ich, wie viele Menschen sich davon inspirieren lassen. Seitdem habe ich bei vielen anderen Künstlern ähnliche 80s-Samples gehört, ich muss aber einfach sichergehen, dass es auch genau mein Ding ist und ich das auch persönlich machen will. Darüber hinaus habe ich auch ein Dub-Projekt, ein Deep House-Projekt und ein paar Kollaborationen mit unterschiedlichen Künstlern geplant, für die ich gerade einfach nur ausreichend Zeit brauche. Ich bin sehr beschäftigt und fast jedes Wochenende auf Reisen und da muss man seine Zeit schon bewusst einteilen.

Das Album Tribute von Onra & Quetzal findest du bei hhv.de: CD | 2LP
Das Album Chinoiseries Pt. 2 von Onra findest du bei hhv.de: CD | 2LP | CD + T-Shirt | 2LP+T-Shirt
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.11.2011
Onra & Quetzal
Tribute
Onra & Quetzal zollen auf ihrem Debüt den Größen des Soul, Funk und HipHop ein bemerkenswertes Tribut.
Music Review | verfasst 15.11.2011
Onra
Chinoiseries Pt. 2
Der französische Beatmaker hat abermals in vietnamesischen Plattenarchiven gewühlt und einen weiteren Teil seiner Chinoiseries produziert.
Music Review | verfasst 16.04.2013
Onra & Buddy Sativa
Yhata Bhuta Jazz Combo
»Therapeutisch« nannten die beiden Produzenten die Sessions für »Yatha Bhuta Jazz Combo« – das Ergebnis ist es auch für den Hörer.
Music Review | verfasst 08.03.2017
Onra
Chinoiseries Pt. 3
Onra wollte mit »Chinoiseries Pt.3« noch tiefer gehen, die unwahrscheinlichen Samples finden und so viele Emotionen wie möglich integrieren.
Music Review | verfasst 07.02.2018
Onra
Nobody Has To Know
Mit »Nobody Has To Know« hat der französische Producer Onra dem New Jack Swing eine Liebeserklärung gemacht.
Music Review | verfasst 10.06.2015
Onra
Fundamentals
Onra belehrt alle eines Besseren, die denken: Das Berufen auf die Musik der 90er fabriziere einen hängengebliebenen Sound.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Review | verfasst 20.02.2011
Martyn / Mike Slott
Collabs 1
Mit den beiden Tunes verhält es sich wie mit den beiden Produzenten: Unterschiedliche Stile auf hohem Niveau.
Music Review | verfasst 09.10.2013
Knxwledge
Kauliflowr
Knxwledge veröffentlicht so gut wie jeden Monat irgendwas. Sein Album »Kauliflowr« ist aber zum Glück nicht irgendwas, sondern richtig gut.
Music Interview | verfasst 18.04.2011
Knxwledge
Beats und Soul zusammendenken
Die Beat-Szene kennt eine große Vielfalt an Namen und Produzenten die durch ihre Produktionen die Messlatte ständig höher legen. Einer der Namen, mit denen man definitiv vertraut sein sollte, ist Knxwledge.
Music Interview | verfasst 08.10.2012
Fulgeance
»Man kann nicht alles neu erfinden«
Der umtriebige Franzose veröffentlichte seine »langsame Tanzmusik« bereits bei Labels aus Frankreich, England, Irland und nun sogar Slowenien. Sein neues Album »Step Thru« erscheint in diesen Tagen bei rx:tx. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Interview | verfasst 16.09.2011
Fulgeance
»Ich will mich nicht einschränken«
Fulgeance zählt gemeinsam mit Onra und Häzel zu einer neuen Generation an französischen Beatbastler. Wir trafen ihn zum Gespräch über die Vielfalt der elektronischen Musik und Wege, diesen gerecht zu werden.
Music Bericht | verfasst 22.03.2013
All City Dublin
Platten für die Zukunft
Zwölf Jahre nachem Olan O’Brien 2001 einen kleinen Plattenladen im Temple Bar District in Dublin eröffnet hat, ist All City Records zum einem kleinen Brückenkopf amerikanischer Musik in Europa gewachsen.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 24.05.2011
Co. Fee
Easy Listening
Co. Fee aus Los Angeles’ Künstlerkollektiv My Hollow Drum hat zunächst eine Weile mit Teebs musiziert und veröffentlicht nun sein Debüt.
Music Review | verfasst 08.12.2011
Brenk Sinatra
Gumbo 2 (Pretty Ugly)
Melting Pot’s Finest Brenk Sinatra bringt mit Gumbo 2 (Pretty Ugly) sein bereits drittes Instrumental-Album.
Music Review | verfasst 01.02.2012
813
Spectrum Riff EP
Hip-Hop/Electro-Hybride haben ja bekanntlich Hochkonjunktur, in dem russischen Feuerwehrmann 813 hat die Szene einen Meister gefunden.
Music Review | verfasst 07.11.2013
Twit One
Urlaub In Der Bredouille
Twit One bleibt mit »Urlaub in der Bredouille« einer der interessantesten Spieler im allemanischen Instrumentalkosmos.
Music Review | verfasst 15.03.2016
Odd Nosdam
Sisters
»Sisters« heißt das neue Album von Odd Nosdam. Drauf zu finden sind 9 Tracks, die wirklich ein wenig wie Schwestern sind.
Music Interview | verfasst 18.04.2011
Beat Freaks
Für die Nerds
Die Events der Beatevolutioners haben seit Jahren den Beat in seiner ganzen Formenvielfalt zum Thema. LeBob und Suff Daddy machen ihre Liebe zum gepflegten Beat nun mit der Veranstaltung »Beat Freaks« im Kreuzberger Monarch explizit.
Music Interview | verfasst 26.08.2011
Paul White
Eine Reise, ein Ausweg
Sein enormer Output und seine vielfältigen Produktionen haben Paul White schnell in die erste Liga der Produzentengilde katapultiert. Wir sprachen mit ihm über das Produzieren von Beats mit und ohne Raps.
Music Kolumne | verfasst 14.08.2013
Zwölf Zehner
Juli 2013
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 31.07.2012
Om Unit
10 Favourites
Om Unit ist ein musikalisches Chamäleon: die Wurzeln im Hip Hop, die Blütezeit in der elektronischen Musik der Zukunft. In einer exklusiven Auslese gewährt er uns einen kleinen Einblick in seinen persönlichen Musikgeschmack.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.