Music Interview | verfasst 09.11.2011
Peanut Butter Wolf
»Am Ende des Tages ist alles nur Musik«
Vor genau 15 Jahren hat Peanut Butter Wolf Stones Throw gegründet, zu einer Zeit als Hip Hop so kalkuliert und vorhersehbar war wie nie zuvor. Anderthalb Dekaden später ist das Label zu einer Qualitätsmarke avanciert. Ein Gespräch.
Text Valentin Menedetter , Fotos Daniel Shaked/danielshaked.com
3105-peanutbutterwolf20112-www.hhv-mag.com

Stones Throw existiert seit 15 Jahren. Verantwortlich für Erscheinungen einiger der vielfältigsten und einflussreichste Künstler im Hip Hop und der Musikgeschichte der neueren Zeit. My World Premier von Charizma & Peanut Butter Wolf war die erste Veröffentlichung die 1996 erschien – hier begann alles. Left-field Hip Hop hat einen seiner Ursprünge bei Stones Throw und ist immer noch so stark wie je zuvor. Der Sound ist eine Marke. In den letzten Jahren hat das Label Künstler verschiedenster Musikrichtungen unter Vertrag genommen, und erweiterte dadurch die musikalische Bandbreite mit jedem Release. Madlib, Oh No, J Dilla, Mayer Hawthorne, Dâm Funk, Guilty Simpson und Aloe Blacc sind ein paar der Namen des weitreichenden Katalogs, die ihre ersten Erscheinungen und kommerziellen Erfolge auf Stones Throw hatten. Das Label ist nicht nur die Heimat des progressiven Hip Hop und allem was dazu gehört. Es ist ein Kraftwerk das unentdeckte Künstler ins Rampenlicht rückt und es versteht regelmäßig mit seinen Veröffentlichungen und kreativem Output zu begeistern. Valentin Menedetter traf Chris Manak aka Peanut Butter Wolf, den Gründer des Labels, zum Gespräch.

Wieso hast du Stones Throw gegründet?
Peanut Butter Wolf: Als ich ein Kind war, wollte ich immer ein Plattenlabel machen. Als junger Teenager waren viele der Platten, die ich kaufte auf Independent Labels. Das war für mich glamourös: Labels wie Sunny View oder später Cold Chillin’. Das war auch der Anfang von HipHop-Labels, Major Labels kannten die Musik nicht – der einzige HipHop-Künstler auf einem Major war Kurtis Blow zu dieser Zeit und das war auf Mercury. Sie haben einen guten Job mit Kurtis gemacht, abgesehen davon war jeder bei einem Indie. Als ich klein war, hatte ich es immer im Hinterkopf, ich wuchs in San Francisco in der Bay Area auf und kannte dort viele talentierte Leute. Ich wollte es einfach machen…

Audio: Charizma & Peanut Butter Wolf’s My World Premier

Wie alt warst du damals?
Peanut Butter Wolf: Mit Stones Throw begann alles 1996, da war ich 26 Jahre alt.

Wie geht man in der heutigen Zeit als Plattenlabel mit den digitalen Möglichkeiten wie Online Distribution und Downloads um?
Peanut Butter Wolf: Wir sind ganz gut bei iTunes aufgestellt und wir haben auch unsere eigene Website www.stonesthrow.com, wo wir digital als auch Vinyl und CDs verkaufen. Natürlich auch in anderen Geschäften, aber unsere Website ist in den Jahren stärker geworden.

Wie geht’s mit dem Vinyl?
Peanut Butter Wolf: Uns geht’s gut beim Vinylverkauf. Das sind die wirklich guten Nachrichten: Vinyl geht besser als je zuvor. Das ist ziemlich cool.

»Nun, ich erinnere mich, das DJ Shadow einen Track hatte, der hieß Why Hip Hop sucks in 96. Ich fühlte mich irgendwie angegriffen und dachte mir, †ºHip Hop ist immer noch dope da draußen!†¹« ( Peanut Butter Wolf) In den letzten Jahren hast du Künstler wie Mayer Hawthorne und James Pants entdeckt– die beiden kann man nicht wirklich zum Hip Hop zählen…
Peanut Butter Wolf: Nun, ich erinnere mich, das DJ Shadow einen Track hatte, der hieß Why Hip Hop sucks in 96. Ich fühlte mich irgendwie angegriffen und dachte mir, »Hip Hop ist immer noch dope da draußen!«. Ich mag Hip Hop und ich mag auch viele Dinge, die nicht Hip Hop sind. Als ich Stones Throw Mitte der Neunziger gründete war ich sehr an Rock und Electronic Music interessiert, aber seitdem habe ich mich geöffnet. Davor, in den Achtzigern mochte ich alles Mögliche an Musik – also ist es ein wenig ironisch das Hip Hop ein Teil von allem sein sollte. Du weißt ja, das Hip Hop aus einer Szene kam, die genug hatte von Disco und zeigen wollte, das es da etwas anderes gab. Aber Mitte der Neunziger hatte Hip Hop diesen Tunnelblick. Es wurde von überall gesampelt und klang doch irgendwie immer gleich. Stones Throw steht für Hip Hop, und es steht für Musik die ich mag.

Machst du die gesamte A&R-Arbeit und triffst die Entscheidungen selbst oder gibt es noch andere?
Peanut Butter Wolf: Ich mache Management für die künstlerische Seite, so begann alles. Es war nur ich und ich hatte die Kontrolle, ich glaube ich wollte sie nie aufgeben. Stones Throw hat zehn oder zwölf Angestellte, aber es ist eine Diktatur (lacht). Bei vielen Dingen, die ich herausbringen möchte, muss ich auch an die Angestellten und die den Künstler denken. Wenn ich einen Künstler unter Vertrag nehme und den Mitarbeitern gefällt das nicht, dann wird der Künstler nicht gut gehen und alle sind böse. Es ist also keine gute Idee, das zu machen. Es gibt zehn verschiedene Meinungen im Label und man kann es nicht allen Recht machen. Du kannst nur daran glauben, was du magst und hoffen, dass andere Leute es mögen.

Audio: Yesterday’s New Quintet’s Solar Wave

Durch deine Reisen bist du mit sehr unterschiedlichem Publikum in Kontakt. Wie nimmst du die Musik und den Musikgeschmack in Europa wahr?
Peanut Butter Wolf: Wenn du dir die alten Jazzmusiker aus den Sechzigern und Siebzigern ansiehst; die Musik, die sie machten, war nicht so erfolgreich in Amerika. Sie mussten nach Europa und Japan gehen, um Anerkennung zu finden und das brachten sie nach Amerika zurück. Sogar Leute wie Quincy Jones, der brasilianische Musik kennenlernte. Das begann für mich als ich 1992 nach Europa kam, mit Charizma. Regelmäßiger wurde es dann nach 1997. Damals sah ich Stones Throw in verschiedene Richtungen gehen.

Ich denke an Flying Lotus, das Beat Movement РLeute wie D̢m Funk und Dimlite die auf Now Again sind. Hast du hier versucht ein bestimmtes Publikum zu erreichen?
Peanut Butter Wolf: Dimlite ist Egon’s Ding, da müsstest du ihn fragen. Aber Dâm Funk, ich weiß nicht. Ich mochte seine Musik immer schon. Ich arbeitete mit Baron Zen, der ein Kindheitsfreund von mir war. Er hatte diese Rockplatten in den Achtzigern gemacht und sie kamen nie heraus – also machte ich das, versehen mit ein paar Remixes und Dâm Funk machte einen davon. Ich hatte das Gefühl, dass er richtig viel Zeit darauf verwendete und das Resultat war toll. Daher kam das, das war bevor ich irgendjemanden kannte, der Beat Musik machte. Ich sehe zwar Dâm Funk nicht in dieser Kategorie, aber du weißt ja, am Ende des Tages ist alles nur Musik.

Dein Kommentar
1 Kommentare
14.11.2011 23:32
Jan Simon:
Freue mich sehr über dieses Interview mit einem derjenigen, die sich treu geblieben und dennoch aktuell und relevant sind. Eine rar gesäte Ausnahme.

Spannend wäre die Frage gewesen, wie er die Tatsache einschätzt, dass Stonesthrow mit Aloe Blacc und einer Soul Platte über Universal den größten Erfolg bisher hat und wie die Zusammenarbeit zwischen Stonesthrow und Universal abläuft und funktioniert.

Auch eine Nachfrage hinsichtlich der Abstimmungsprozesse mit den 10 Individuen, die sich halbwegs einig sein müssen, wäre interessant gewesen.

Danke für den Beitrag!
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.08.2007
Oh No
Dr. No's Oxperiment
Madlib mag der Wahnsinnigere sein, nahe an der Genialität bewegt sich aber auch Oh No auf diesem Album permanent.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 09.01.2012
Madlib
Medicine Show Volume 12 & 13 - Filthy Ass Remixes
Madlib setzt mit Medicine Show 12+13 Filthy Ass Remixes vorerst einen Schlusstrich unter die kontrovers diskutierte Reihe.
Music Review | verfasst 06.06.2010
Guilty Simpson & Madlib
OJ Simpson
Madlib-Fans haben ihren Spaß an kollagenhafter Beatbastelei, dem Rest bleibt Simpsons »straight-from-the-gutter« Rapstil vorbehalten.
Music Review | verfasst 21.03.2012
Quakers
Quakers
35 Leute sind involviert in dieses Projekt um Geoff Barrow und 7STU7 aus dem Portishead-Umfeld und Producer Katalyst.
Music Review | verfasst 31.05.2012
Homeboy Sandman
Chimera EP
Homeboy Sandman bringt seine zweite Veröffentlichung über Stones Throw – wieder überzeugend und wieder leider nur eine EP – aber immerhin.
Music Review | verfasst 13.06.2012
Oh No
Ohnomite
Oh No durfte in den Archiven von Rudy Ray Moore kramen und veröffentlicht auf dieser Basis ein mit hochkarätigen Gästen bespicktes Album.
Music Review | verfasst 14.06.2012
Bruce Haack
Bruce Haack Remixes
Eine überfällige Würdigung eines Pioniers der elektronischen Musik kommt in Form dieser Remix-Zusammenstellung aus dem Hause Stones Throw.
Music Review | verfasst 19.07.2012
Dave Dub
The Treatment
Mit Dave Dub besinnt sich Stones Throw wieder mehr der guten alten Tante Hip Hop und lässt Erinnerungen an die Neunziger aufleben.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Strong Arm Steady & Statik Selektah
Stereotype
Strong Arm Steady zum zweiten Mal über Stones Throw – doch dieses Mal komplett anders. Immerhin ist auch Statik Selektah mit dabei.
Music Review | verfasst 25.09.2012
Homeboy Sandman
First Of A Living Breed
Stoppelhopser dieser Welt, ihr könnt weiter um Amber Rose buhlen. Homeboy Sandman lässt sich davon nicht beirren.
Music Review | verfasst 31.10.2012
Karriem Riggins
Alone Together
Instrumentaler HipHop, Stones Throw – das weckt Assoziationen, die sich auf Karriem Riggins’ Platte bestätigen.
Music Review | verfasst 26.06.2013
Quasimoto
Yessir, Whatever
Zwölf rare oder sogar unveröffentlichte Tracks aus den letzten 12 Jahren lassen Quasimoto, den »bad character« von Madlib wieder aufleben.
Music Review | verfasst 30.08.2013
Homeboy Sandman
All That I Hold Dear EP
Die »All That I Hold Dear EP« ist nicht das schlechteste, leider aber das unauffälligste Release aus einer Reihe exzellenter EPs.
Music Review | verfasst 02.10.2013
Jonwayne
Rap Album One
Jonwayne scheint nun nach einigen Beattapes bereit, sich auch am Mikrofon einen Namen zu machen.
Music Review | verfasst 24.01.2014
Step Brothers (Alchemist & Evidence)
Lord Steppington
Evidence macht gemeinsame Sache mit Alchemist. Und das seit seiner Kindheit. Nun erscheint von ihnen »Lord Steppington«.
Music Review | verfasst 17.01.2014
Madlib
Rock Konducta Part 1
Auf »Rock Konducta Part 1« versammelt der Loop Digga Madlib seine besten Beats seit langem.
Music Review | verfasst 15.02.2008
Percee P
Perseverance (Madlib Remixes)
Wie Madlib auch nach langer Zeit immer noch derart nonchalant nichts auf Erwartungshaltungen gibt, muss man mögen.
Film Review | verfasst 28.02.2008
Various Artists
In Living The True Gods - Stones Throw Videos 102
Stones Throw bietet mit dem Release »In Living The True Gods – Stones Throw Videos 102« etwas für das Wohnzimmer des Liebhabers.
Music Review | verfasst 04.03.2014
Homeboy Sandman
White Sands EP
»White Sands« ist der Abschluss einer EP-Reihe, bei der sich Homeboy Sandman jeweils mit einem Producer zusammengetan hat.
Music Review | verfasst 17.03.2014
Pyramid Vritra
Indra
Das abstrakte Hip Hop-Verständnis auf »Indra« von Pyramid Vritra wird vielen nicht passen. Freigeistern schmeckt dieses Album doppelt gut.
Music Review | verfasst 08.09.2014
Pyramid Vritra
Palace EP
Pyramid Vritra lädt auf seiner zweiten Veröffentlichung für Stones Throw in seinen »Palace« ein.
Music Review | verfasst 23.10.2014
Guilty Simpson
The Simpson Tape
Guilty Simpson und Oh No sammlen auf »The Simpson Tape« mit Funkrock-Geschrabbel und Soul-Sample-Sümpfen gewohnt Sympathiepunkte.
Music Review | verfasst 18.11.2015
White Boiz (Krondon & Shafiq Husayn)
Neighborhood Wonderful
Mit »Neighborhood Wonderful« der White Boiz Krondon und Shafiq Husayn veröffentlicht Stones Throw mal wieder ein saustarkes Hip Hop-Release.
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Liste
Ausklang | 2017KW48
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Bericht
Records Revisited
A Certain Ratio – To Each, 1981
Man ruft A Certain Ratio gerne als musicians’ musicians. Warum? Weil sie mit einem typischen Übergangsalbum zeigten: Wo Dinge unabgeschlossen sind, bleibt genug Platz für andere, um sich zu eigenen Lösungen anregen zu lassen.
Music Liste
Ausklang | 2017KW47
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Porträt
Princess Nokia
Für eine neue Unordnung
Zum Ende diesen Jahres hin erscheint also endlich eines der aufsehenerregensten Alben des letzten Jahres auf Platte, Princess Nokias »1992«. Es ist wie seine Interpretin: auf eine ordnende Weise chaotisch.
Music Liste
Ausklang | 2017KW46
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.