Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Text Andreas Margara, Ben Grosse-Siestrup , Benjamin Mächler, Carlos Steurer, Florian Aigner, Florian Triesch, Henning Koch, Jan Wehn, Jens Pacholsky, John Luas, Julian Brimmers, Marc Leopoldseder, Martin Silbermann, Michel Leuffen, Patrick Cavaleiro, Paul Okraj, Philipp Kunze, Sebastian Hinz, Stefan Zehentmeier, Tony Kunstmann

Mark McGuire - Get LostFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Ein großartiges Jahr für Mark McGuire, dass der Gitarrist der Emeralds krönte mit diesem Album. Zwar basiert auch Get Lost auf die für Mark McGuire typische Schichtung von Loops, aber der Musiker aus Cleveland, Ohio lässt hier seinen Kompositionen mehr Raum, kreiert Tracks, die in Länge und Arrangement schon fast song- und weniger skizzenhaft sind und puren Optimismus ausstrahlen. Das ist ein Paradigmenwechsel, ein Sprung, der mit dem von Here Comes The Indian zu Sung Tongs bei Animal Collective vergleichbar ist und wir wissen ja, wo das fünf Jahre später hinführte. (Sebastian Hinz)
 

Martyn - Ghost PeopleFind it at hhv.de: LP | CD Martyns Ghost People ziert sich nur noch ganz selten mit diesen betörenden Flächen, die Great Lengths zu einem Semi-Klassiker gemacht haben. Streng genommen hätten sich sogar nur Distractions und Twice As auf Martyns Debüt problemlos eingefügt, zu widerspenstig weigert sich das Gros der hier versammelten Tracks dem früheren Trademark-Sound des Niederländers gerecht zu werden. Ein Album, das seine Liebe für klassischen House und Techno ausdrückt, wolle er machen. Aber selbst wenn Martyn die Technokeule schwingt, bricht er die Bassdrum-Euphorie mit verspultem Bit-Gezwitscher (Maske), Angst einflößenden Störgeräuschen und Staccato-Elementen (Horror Vacui) oder tribalesken Breaks (Ghost People). Popgun ist dann sogar noch ein Seitenhieb auf die grassierende Bass-Pornographie und Bauplan ein gelungener Verweis auf Carpenter, Moroder und damit indirekt auch auf Drexciya, Model 500 und Co. Tolles Album. (Florian Aigner)  

Matana Roberts - Coin Coin Chapter One: Gens de Coloeur LibresFind it at hhv.de: 2X10inch Your Rating?: Go to Review Nach Jahren des kreativen Stillstands hat sich das kanadische Label Constellation Records in diesem Jahr mit einigen sehr guten Alben wieder ins Sichtfeld der Musikliebhaber geschoben. Sandro Perri, Colin Stetson oder Esmerine waren hier beteiligt. Den Vogel abgeschossen aber hat eine Jazzplatte. Coin Coin Chapter One: Gens de Coloeur Libres von Matana Roberts, live vor kleinem Publikum in Montréal eingespielt wurde zu einem aufwühlenden, mitreißenden, nachdenklichen Statement der Freiheit. In einem politisch so aufgeladenem Jahr wie diesem ist es erstaunlich, dass die (Pop-)Musik weiterhin an ihrer Entpolitisierung arbeitet und dieses Album quasi als einziges sinnvoll einen Gegenpol dazu bildete. Was Coin Coin noch wertvoller macht. (Sebastian Hinz)
 

The Midnight Eez - the Midnight EezFind it at hhv.de: LP So sehr wir alle diesen Sound lieben, zerrt die ständige Reanimierung des Boom Baps doch stetig an manchen Nerven. Produzenten in riesigen Heerscharen versuchen sich an der Replikation dieses charakteristischen Sounds, kopieren bestimmte Verfahrensmuster und meditieren in geistigen Zeitreisen zu den Five Boroughs anno 1993. Bisweilen durchaus talentiert, wenn auch zumeist auch äußerst berechenbar. Warum nicht gleich die Originale hören? Doch wenn man auf dem Feld bewandert ist, vieles bereits gehört hat, werden die Momente weniger, in denen ein Track, ein Song, ein Beat noch zu berauschen imstande ist. Nicht aber bei den Midnight Eez. Die selbstbetitelte Demo des Produzenten-Duos aus New York City, die die Iren von All City Records glücklicherweise in Vinyl gepresst haben, ist schließlich genau zu jener Zeit entstanden. Der Rest ist Legende, Informationen sind Mangelware: 1995/1996 remastered demo with unreleased beats from unknown Bronx duo called the Midnight Eez. Bitte mehr davon! (Paul Okraj)
 

The Mighty Mocambos - The Future Is HereFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Die Mighty Mocambos haben sich in den letzten Jahren dank Veröffentlichungen diverser vermeintlich obskurere Singles unter Pseudonymen bewusst und unbewusst eine treue Hörerschaft im Bereich der analogen Klänge erspielt. Weiteres Aufsehen erregten sie als Backing Band auf Gizelle Smiths Solo-Album 2009. The Future is Here lebt von seinem Abwechslungsreichtum und einer puristischen Band, die es versteht ein altes Groove-Prinzip ins neue Jahrtausend zu transportieren. (Florian Triesch)
 

Nicolas Jaar - Space Is Only NoiseFind it at hhv.de: CD Your Rating?: Go to Review Nicolas Jaar verdeutlichte mit seinem fantastischen Debüt, dass man interessante elektronische Musik auch fernab vom Club-Kontext machen kann. Die vielseitigen Instrumente, Geräusche und Sprach-Samples fügen sich auf Space is Only Noise wie zu einem meditativen Soundtrack für einen fiktiven Experimentalfilm zusammen und erschaffen ganz eigene, hochkomplexe und melancholische Klang-Texturen. (Henning Koch)
 

omar-s inventurFind it at hhv.de: LP Kommen wir zum größten Charakterkopf, den die House-Szene seit der Mäßigung Kenny Dixon Juniors hervorgebracht hat. Omar-S konstatiert, dass diese analogen Rhythmen gepaart mit expressiven Synth-Lines zwar machbar sind, aber nur von Herrn Smith persönlich. It Can Be Done But Only I Can Do It ist eine Ansage, vom größenwahnsinnigen Titel, über das dadaistische Cover bis hin zum überragenden musikalischen Inhalt, der im Vergleich zu Omar-S’ Frühwerk noch deutlicher Chicago huldigt, immer aber auch den kalten Atem Detroits transportiert, ältere Stücke updated und sich auch nicht scheut einen verschleppten Groove mit der Tonspur eines Pornos zu paaren. Nennt ihn Aggressive Leader, bipolar, Genie – völlig egal, denn keiner kann’s wie Alex O. Smith es kann. (Florian Aigner)
 

Oneohtrix Point Never - ReplicaFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Der New Yorker Daniel Lopatin war als Oneohtrix Point Never einer derjenigen, die im vorletzten Jahr oder so eine Welle von Synthesizermusik losgetreten haben, deren Sound auf gute oder ungute Weise die Rezipienten an ihre Kindheit in den 1980er Jahren erinnerten. Sein diesjähriges Werk Replica legte hier noch eine Schippe drauf und collagierte Akustisches aus Reklame, Dokumentationen und Lehrfilmen dieser Kindheitstage und gibt so den emulierten Panflötentönen, die Weite suggerieren sollen, ihre Unschuld wieder zurück. Dafür sollten wir dankbar sein. (Sebastian Hinz)
 

Onra - Chinoiseries Pt. 2Find it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Der Titel »Beat Konducta Fernost« sollte Onra spätestens mit dem zweiten Teil von Chinoiseries sicher sein. Rare Rillen, die der französische Beatschrauber in China und Vietnam zusammengeklaubt hat, unterlegt er auf seiner MPC mit zischender Snare und bouncenden Kopfnick-Rhythmen. Eine saftige Frühlingsrolle für die Ohren! (Andreas Margara)
 

Panda Bear - TomboyFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Es klingt schon beinahe floskelhaft, wenn man schreibt, dass man mit Panda Bear’s Nachfolger zu Person Pitch, einem der vielleicht wichtigsten Alben der letzten zehn Jahre, genau das bekommt, was man erwartet. Von einem Album allerdings, dessen Erwartungshaltung so hoch waren, diese Erwartungen dann erfüllt zu sehen, beweist nur einmal mehr das Ausnahmetalent von Noah Lennox. Tomboy huldigt zwar weniger dem Experiment, ist aber dafür über und über gespickt mit kleinen Hits. Panda Bear bedient sich wieder aus dem Archiv der Popgeschichte, durchwühlt die Zeitleiste horizontal und vertikal, um daraus etwas ganz eigenes zu machen. Sollen die anderen doch der »Retromania« verfallen, bei Panda Bear hört man die Zukunft von Pop. Auch in diesem Jahr. (Sebastian Hinz)
 

Peaking Lights - 936Find it at hhv.de: 2LP | CD Wer zum ersten Mal das Peaking Lights Album 936 hört, könnte sich wegen des schräg verdrehten Grooves eventuell wieder abwenden. Ihre abgehangenen, verspult verwunschenen Stücke zwischen traditionellem Songwriting und freier Improvisation nagen sich erst nach mehrmaligen hören tief im Kopf fest. Ist das geschehen, will man sie nur noch im Loop hören und mit dem Duo aus Madison, Wisconsin abtauchen in eine glückseelig vernebelte New-Age-Welt, in der man tanzen, träumen und sein Selbst an Musik verlieren kann, die sich keine Gedanken um ihre Verwertbarkeit macht. Ihr elektronisch versetzter Hippie-Pop kommt direkt von der Seele und genau deshalb schließt man 936 auch unwiderruflich ins sein Herz. (Michel Leuffen)
 

Pharoahe Monch - WARFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review 2011 hat sich der Pharoahe des Rap zurückgemeldet. Fake-MC’s und der Industrie erklärt er auf W.A.R. den, ja genau, Krieg. Neben anspruchsvollen Rap-Lyrics ist sein Waffenarsenal jedoch vor allem mit einer geballten Portion Soul bestückt. Jill Scott, Phonte und MeLa Machinko können davon ein Liedchen singen. Shine zählt zweifelsohne zu den einprägsamsten Titeln 2011. (Andreas Margara)
 

Random Axe - Random AxeFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Lange hatten Black Milk, Sean P. und Guilty Simpson mit ihrem Supergroup-Projekt Random Axe auf sich warten lassen. Nachdem zwischendurch unzählige aufgenommene Spuren verloren gingen, war es im Juni dann endlich soweit. Typischer instrumentaler Wahnsinn, größtenteils auf der Grundlage psychedelischer Rock-Samples, des einzig legitimen »Dilla-Nachfolgers« Black Milk trifft auf zwei wahre Punchline-Könige. Ein kompromissloses Rap-Album, weit entfernt von Experimenten und der Anbiederung an neue Trenderscheinungen. Auch wenn sich Kritiker und Fans nicht ganz einig werden wollten, war Random Axe eines der Highlights im Rap-Jahr 2011. (Carlos Steurer)
 

The Rapture - In The Grace Of Your LoveFind it at hhv.de: 2LP | 2LP Your Rating?: Go to Review In The Grace Of Your Love von The Rapture schaffte, wie in diesem Jahr kaum eine andere Platte, den Spagat zwischen extrovertierter Hookline und introvertierter Nachdenklichkeit. Das nach fünf Jahren Abwesenheit erschienene Meisterwerk ist eine mitreißende, euphorische Platte, die zugleich eine undurchdringbare und lyrisch wohl vielschichtigste der Band ist. Als Album konzipiert, funktionieren die Songs auch am besten in eben jenem Kontext und sie werden mit jedem Hören nur besser. (John Luas)
 

Rick Wilhite - Analog AquariumFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Dass Rick Wilhites Analog Aquarium so klingen würde wie andere Platten aus der Motor City, nach denen wir uns hier monatlich die Finger lecken, konnte man getrost voraussetzen. Und wenn das Patenkind Detroits zum langerwarteten Debüt bittet, lassen sich illustre Gäste wie Theo Parrish, Marcellus Pittman und Osunlade nicht lange bitten und partizipieren bereitwillig wie spielerisch an einem fulminanten Erstlingswerk. Hier wird House-Musik nicht programmiert, hier wird sie gespielt, gejammt, gelebt und mit sakraler Hingabe gepredigt. Fulminant. (Paul Okraj)
 

Rise - MessagesFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Ähnlich wie Quantic wechselt auch Rise verschiedene musikalische Entitäten wie andere ihre Sneakers, um so genregerecht und -authentisch die dazugehörigen Stilarten zu bedienen. Messages, sein jazziges-bis-boombapiges Instrumentalalbum spiegelt diese Wandlungsfähigkeit wider und will uns stimmungsmäßig in eine eigene Welt, irgendwo zwischen DJ Shadow’s Entroducing und Aim’s Cold Water Music locken. Diese Platte hätte die Grundlage für Guru’s Jazzmatazz Vol. 5 werden können. (Florian Triesch)
 

Rustie, Glass SwordsFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Beginnen wir doch gleich mit dem soziokulturellen Link zur im Kalenderjahr 2011 omnipräsenten Retromania-Debatte: Rustie bedient sich auf seinem Debütalbum Glass Swords u.a. den aufgeladenen Gefühlen des Glam-Metals der Achtziger und schlägt gleich mehrere Haken zu Van Halen und Co. Es wabert, schimmert, leuchtet, glänzt. Auf dem 13 Stücke umfassenden Album vereint der 27-jährige Glasgower eine krude Anzahl schier unpassend anmutender Einflüsse, die bei aller Dialektik – und das ist die Kunst dabei – chirurgisch exakt zusammengeführt werden. Keine Frage: Glass Swords ist ein großer Wurf. Oder wie es gleich der knackigste Soundcloud-Kommentar zu repräsentativen Ultra Thizz auf den Punkt bringt: »Next level vintage future made from some crystaline substance from space, designed to be listened to at full bass in a Cadillac Escalade with 5 15† speakers. Dubstep is dead. This is next level vintage future.« (Paul Okraj)
 

Shabazz Palaces - Black UpFind it at hhv.de: CD | LP Mal ehrlich, Black Up dürfte so ziemlich die Platte gewesen sein, die das Gewissen der meisten Indie-Magazine dahingehend beruhigte, doch nicht den Anschluss in Richtung Hip Hop verloren zu haben. Spiritualität, verdrehte Takte, Dub-Einflüsse, Afrozentrismus und Beats direkt aus der Voodoopuppe geschüttelt – was Ishmael Butler und Tendai Maraire als Shabazz Palaces auffuhren, überzeugte wie es verstörte. Clear some space out, so we can space out. Einmal Hirn frei blasen und Synapsen neu verknüpfen auf etwas mehr als einer halben Stunde. Und das mit einer der besten Platten des Jahres. Ganz ehrlich. (Björn Bischoff)
 

Toro y Moi - Underneath The PineFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Chillwave ade. Auf dem zweiten Album nimmt sich Chaz Bundick lieber 70ies-Funk, Krautrock und Frensh Pop an. Große Melodien, analoge Wärme und knackige Grooves anstatt Samples und Laptop-Frickeleien stehen Toro y Moi ausgezeichnet zu Gesicht. Eine Weiterentwicklung, die einem Quantensprung gleichkommt, und obwohl mit New Beat und Still Sound zwei lupenreine Hits vertreten sind, präsentiert sich Underneath The Pine (auch durch den verhallten Gesang) als atmosphärisches und rundes Gesamtwerk. (Martin Silbermann)
 

Twit One - Stepping Stone Album CoverFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review »Ach, verdammt, der Song war so guuut – warum ist er nur schon wieder vorbei« denkt man sich oft beim Hören dieses Albums, auf dem der längste Track eine Spielzeit von 2:35 besitzt. Doch der Gedanke währt stets nur kurz – weil: Der nächste Track auf Stepping Stones ist immer mindestens genauso gut, wie der vorige; »skippen« ist keine Option! Zeitlose Samples werden vom Kölner Twit One zu einem sprießenden Gemisch aus HipHop, Soul und Jazz zusammengemischt – Nostalgie in ihrer belebendsten Form. (Philipp Kunze)
 

Tyler The Creator- GoblinFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Dem überlebensgroßen Internet-Hype der OFWGKTA folgte mit Goblin der nächste logische Schritt in den internationalen Mainstream. Auch wenn die Wenigsten eigentlich verstehen konnten, warum Tyler the Creator hier Frauen vergewaltigen und Schwule beleidigen musste, sahen sich selbst provinzielle Kulturredaktionen gezwungen, auf den Zug aufspringen. Das paranoide Psychogramm Rap’s enfant terrible, geprägt von Selbstmord-Fantasien und der Auseinandersetzung mit dem Fehlen des väterlichen Elternteils, lieferte ganz nebenbei mit Yonkers eines der besten Videos und einen der besten Rapsongs der letzten Jahre. (Carlos Steurer)
 

Virgo Four - ResurrectionFind it at hhv.de: 2LP | CD Eric Lewis und Merwyn Sanders waren und sind dank Rush Hour jetzt wieder Virgo 4. Resurrection versammelt Material, das in den Jahren 1984 bis 1990 entstanden ist und zementiert das, was spätestens seit dem letzten Jahr alle wissen: Virgo 4 sind die historisch unterbewertetste House-Combo aller Zeiten. Da können manche Kollegen noch so oft schreiben, dass nicht alles auf dieser monströsen 5er-LP essentiell sei und manche Tracks eher Skizzen gleichen würden. Banausen, ihr! Für mich sind diese subtilen und tiefen Tracks nicht nur eine Reise in das sagenumwobene Chicago der Achtziger, sondern so ziemlich das Beste, was 2011 hätte passieren können. Da kann sich der Rest der heutigen House Nation noch so oft durch die Roland-Palette durchdeklinieren: this is how it’s supposed to be done! (Florian Aigner)
 

The Weeknd - House Of Balloons R&B war für Menschen mit Musikgeschmack ja lange Zeit eine eher schwierige Angelegenheit: zu oberflächlich, zu schmierig, zu schmalzig, zu eindimensional, zu dumm. Wenn man Soul haben wollte, dann suchte man eher in der Historie oder bei der, nun ja, Conscious-Fraktion – bis dieses Jahr House Of Balloons von The Weeknd bei so ziemlich jedem mit Internetzugang und Ohren die Haltung zu R&B gehörig auf den Kopf stellte: Hypnotische Musik irgendwo zwischen Drake und Burial, Abel Tesfaye singt dazu wie ein junger Dionysos über Gefühle, Drogen, Sex, Sex und Sex – so geht das klar. Von wegen nur »für die Ladys«. (Marc Leopoldseder)
 

Wye Oak - CivilianFind it at hhv.de: LP | LP Your Rating?: Go to Review Das Ambivalente, das Hin- und Hergerissensein, zwischen Euphorie und Abgrund pendelnd, das Kratzen und Streicheln, das Küssen und Beissen haben uns Wye Oak mit Civilian in diesem Jahr musikalisch zurückgebracht. Sonic Youth, My Bloody Valentine, PJ Harvey, Seely so ungefähr vor zwanzig Jahren stecken da drin. Eine Platte, die so ein bisschen aus der Zeit ist und gleichzeitig so aktuell (da haben wir sie wieder, die Ambivalenz). Das beste Indie-Rock-Album seit Jahren! (Sebastian Hinz)
 

Zomby - DedicationsFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Künstlerisch sich seiner selbst noch nie so sicher war Zomby. Das mag seltsam klingen, zieht sich durch Dedication doch ein depressiver Fatalismus, der den halluzinogenen Neon-16Bit-Bleep-Sounds seiner vorherigen Veröffentlichungen fehlte. Genau durch jene Unsicherheit, die wohl auch damit zu erklären ist, dass Zomby in der Entstehungszeit den Tod seines Vaters zu verarbeiten hatte, gewinnt der Künstler Zomby aber eine Facette, die ihn aus der freigeistigen Dubstep-Not-Dubstep-Außenseiter-Nische befreit und zum potentiellen nächsten Thom Yorke Ziehsohn macht. Ob der – zumindest via Twitter – durchaus kapriziös wirkende Zomby eine solche Entwicklung begrüßen würde, darf zwar durchaus bezweifelt werden, dass Dedication ein tolles Album ist jedoch nicht. (Florian Aigner)
 

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Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.