Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Zwoelf Zehner, 2012-02 (01)

Ja, wir wiederholen uns. Neben Omar-S, der Future Times-Posse und The-Dream hat auch Funkineven mittlerweile ein Abo für diese Kolumne. Waren seine letzten hier masturbatorisch gefeierten Tracks meist rohe Acid-Jams, ist Chips allerdings eine etwas andere Baustelle. Klar, auch hier rumpeln die alten Drummachines, aber alles wird dominiert von diesem brillant extrahierten Sample der gleichnamigen TV-Serie, das Funkineven immer und immer wieder loopt, choppt, stoppt und damit ein bißchen so klingt, als hätte Gene Farris 1996 den Prog-Rocker in sich nicht weiter unterdrückt. Seit Monaten bereits in jedem Funkineven-Set gehört, verzweifelt darauf gewartet, jetzt endlich da – Okraj und Aigner freuen sich kollektiv einen Ast ab und werden in vier Wochen vermutlich auch nicht davor zurückschrecken Funkinevens Photomachine Remix an selber Stelle wieder ähnlich euphorisch zu besprechen. No escapin’ this, der Mann hat den Midas Touch momentan.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (02) Man darf feststellen: Aigner und Okraj sind ganz klare The-Dream-Fanboys. Egal, was der Mann in den letzten Monaten publiziert hat (neben den musikalischen Ergüssen auch die digitalen Identitäten bei Twitter oder Instagram) – wir fressen ihm aus der Hand. Teilt man diese Zuneigung zusätzlich noch in potenzierter Weise für ein purpurnes Genie aus Minneapolis, kommt es beim Erstgenuss von The-Dreams Kill the Lights gleich knüppeldick. Überall diese Prince-Referenzen! Dieses Downtempo! Diese bassreduzierte Spur! Die plötzlichen Breaks nach der Snare. Das Stimmarrangement. Und dieses Falsetto! Im Duett mit Casha führt man sich zurückversetzt in Zeiten purpurner Magie und schmachtvoller Liebesbekundungen von Darling Nikki, When 2 R In Love, If I Was Ur Girlfriend oder der Scandalous Sex Suite. Ob diese Verweise gewünscht sind, bewusst sind, originell sind? Das mag der Rezipient für sich selbst entscheiden. Für uns bleibt klar: We stay fans. Mehr denn je.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (03)Find it at hhv.de: 12inch Da ist er wieder, unangekündigt, wie sich das seit dem DJ Kicks Fiasko so eingebürgert hat. Seit Untrue tausendfach kopiert, ist es für Will Bevan mittlerweile schwieriger geworden Burial zu sein. Jeder Track, ach, was sag ich, jeder Takt wird seziert, analysiert und an seinen karrieredefinierenden Werken gemessen. Radikale Neupositionierungen will keiner, Redundanz aber genau so wenig. Ashtray Wasp von seiner neuen, natürlich trotz all dieser unerfüllbaren Erwartungen großartigen neuen 3-Track EP für Hyperdub, schafft diesen Spagat vielleicht am besten. Der von einer durchgeravten Nacht übrig gebliebene, vertonte Tinitus, die melancholisch-romantische Trademark-Vocalsamples, die sphärischen Chords, die fordernderen, aber gleichzeitig subtilen Drums – Untrue, ich hör dir trappsen. Dennoch wirkt Burial hier gehetzter, die gesamten 11.45 Minuten sind von einer selbst für Burial ungewöhnlichen Unstetheit bestimmt, die sich im letzten Drittel in einer elegischen Koda auflöst, die eigentlich streng genommen ein vollkommen eigenständiger zweiter Tune ist. Er ist und bleibt konkurrenzlos auf seinem Gebiet, egal, was die Epigonen auch versuchen.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (04) Dieser wahnwitzige Marcus Mixx aus der Windy City hat sichtlich Spaß an dem, was er so tut. Dreht auf Special Creme den kurzen Bassloop bis zum Kompressoranschlag und knallt dann hinterrücks den Handclap so laut auf die Eins und die Drei, dass einem ganz Bange wird. Und überhaupt, dieser Bassloop: Läuft und läuft und läuft, überdauert den stets übersteuerten Klavierakkord und die kanonischen Esovocals, ehe er sich in der letzten Minute doch eine Ruhepause gönnt, den Track von seiner hypnotischen Wirkung loseist und ordentlich ungeschliffen zum Ende kommen lässt. Die Welt braucht mehr solcher Platten. Platten, die dermaßen unverkrampft aus der Hüfte schießen, anecken und auf die stets identischen Muster verzichten.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (05)Find it at hhv.de: 12inch Das Timing hätte kaum besser sein können. Nicht dass sich das Italians-Do-It-Better-Camp in der Vergangenheit über einen Mangel an Hype hätte beklagen können, aber nun einige Monate nach der “Drive”-Manie endlich ein neues Album der Aushängeschilder in die Läden zu stellen, sollte sich auch monetär bemerkbar machen. Während Lady auf diesen patentierten Tiefkühltruhendisco-Charme setzte, der auch Desires verspäteten Hit Under My Spell zum integralen Teil der Gosling’schen Half John Wayne Half Rainman Show machte, ist Into The Black ein straightes Hipster-Pop-Cover eines Neil Young Klassikers, dessen Weisheiten (It’s better to burn out than to fade away) durch Ruth Rethelens Gesangsminimalismus noch viel trauriger wirken. Ach ja, Kollege Okraj hasst diese Band, aber wie sich das in Berlin in den letzten Wochen eingebürgert hat, versuchen wir es nun eben auch mal mit einer demokratischen Diktatur.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (06)Find it at hhv.de: 12inch Parallel zur Entstehungsgeschichte dieser Kolumne erschien ein packender Podcast des Mannes, um den sich dieser Text gleich dreht. Eine Stunde Tribut an Hardcore Raving zum Beginn der Neunziger, in dem verschiedene Einflüsse zwischen Quadrophonia, 808 State, Derrick May, Joey Beltram (danke dafür) und auch Westbam vereinigt werden. Analog, treibend, over the top und selbstverständlich wie der Kollege Aigner und ich es am liebsten haben: Ruff, rugged und raw.
Dass der für diesen aussergewöhnlichen Mix verantwortliche mysteriöse Bintus, der offenbar mit dieser Musik sozialisiert wurde, auch selbst seit 20 Jahren Musik produziert (soviel gibt die Recherche her), bei all diesen Einflüssen (und zumindest unter diesem Pseudonym) erst in diesem Jahr damit begonnen hat, diese auch auf das schwarze Gold zu verewigen, das stimmt ein wenig traurig. Denn Corrosion Control ist ein nur so vor Energie strotzender Acid-House-Jam, der diese unwiderstehlichen tiefen Frequenzen herrlich unaufgeregt in den Vordergrund rückt und völlig nüchtern nach vorne presst. Seht her, ich mache Acid, der auch so klingt und mit der ersten Bassline die Assoziationskette zu schwefelnder Säure herstellt. Acid ist, auch 25 Jahre nach seiner Entstehung nicht totzukriegen. Hell yeah, und das ist auch gut so.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (07) Dieses Toronto scheint derzeit eine nie versiegende Quelle für vielversprechende Talente zu sein. Nun gut, der Hybris möchte ich jetzt wirklich nicht unterliegen und diesen jungen selbsternannten Dream-Pop-Künstler auf eine Stufe mit Drake oder The Weeknd hieven, aber zumindest aus dem beschaulichen Metropölchen aus Ontario kommt er schon mal. Berührungsängte, sein Innerstes in Songinhalt transparent nach aussen zu kehren, scheinen ihm auch fremd zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, warum Western Walk mit Channel Twenty ausgerechnet einer der käsigsten (aber sie berührt einen ja doch) Hitsingles der Achtziger-Jahre Tribut zollt. Sein Edit von Sandras Maria Magdalena (nebenbei erwähnt nicht nur eine der käsigsten, sondern auch eine der erfolgreichsten Singles der Achtziger Jahre) konzentriert sich auf die einprägsame Melodie des Originals, die gebettet in ein äußerst filigranes Drumkit zu neuem Glanze geführt wird. Dank der feudalen Bassline und der vielen Halleffekte funktioniert der Song gleichermaßen in der Pop- wie auch der Cosmic-Disco. Mal sehen, welcher Realkeeper im Sommer die Eier hat, auf Channel Twenty einfach mal loszulassen. Denn ein Hit wird das gewiss.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (08)
Es ist schon verwunderlich wie gut Shlohmos zäher Downtempo-Sound im Remixformat funktioniert, während viele seiner Solostücke seltsam leer und unspektakulär wirken. Gebt dem Mann aber eine Ische, die sich auf The Weeknds Keyboard die Nase pudert und einen Drake, der nie herausfinden wird, wohin einen Harvard bringen kann und auf einmal macht das alles Sinn. Auf dem nächsten Drizzy Album dann bitte mit Lohnarbeit, er hat es sich verdient, dieser Shlohmo. Und danach dann der große Gucci ‘n’ Waka-Takeover.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (09) Bei allen Lobhuldigungen, die wir in dieser Kolumne bereits auf Omar-S angestimmt haben, überrascht uns unser Liebling aus der Motor City immer wieder aufs neuste. War ja irgendwie klar, dass er neben drückenden, synthdominierten psychotischen oder trancigen Housekonstrukten auch die gute alte Vocal-Schule versteht. Blickt man auf die wenigen bislang erschienenden Mixe, aber auch Interviews des Mannes zurück, wird einem jedoch schnell klar: he did that too. New York, New Jersey, Masters At Work oder MK, you name it. Und apropos MK: Omar-S war es, der vergangenes Jahr mit der Wiederveröffentlichung von Given sich des Werks des Altmeisters annahm, ehe dieser von der Dancemanufaktur Defected auf die dunkle Seite gezogen wurde.
Doch zurück zum Track. Omar-S’ Detroit-Mix von Tonite, der ersten Single von Aaron ‘Fit’ Siegel, überzeugt mit einer strukturierten, unaufdringlichen Percussion (nun gut, die Hi-Hats drücken ordentlich), dezent zurückgenommener Synth (dabei wissen wir: sein Markenzeichen!) und gekonnt in den Vordergrund akzentuierter Klavierakkorden. Und ja das Vocal, davon gibts in der House Music doch momentan nachwievor zu wenig. Nächster Monat, nächster Hit.

Zwoelf Zehner, 2012-02 (10) Während sich der Rap-Nachwuchs momentan bevorzugt an Screws Kodein-Blaupausen abarbeitet oder in New Jersey vor Clams Casinos Wohnungstür kampiert, lässt ein gewisser SL Jones auf Actin Bad Just Blaze um die Jahrtausendwende zitieren, inklusive Breathe-Gedächtnispiano. Dazu ein pflichtbewusst gescrewtes Vocal des großen Project Pat, ein Impala-lastiges Video und eine herzliche Einladung Jonesy doch an der Tankstelle die Hand zu schütteln, fertig ist eine waschechte Frühjahrshymne.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2011
Zwölf Zehner
März 2011
Der März ist um, es lebe der März. Florian Aigner und Paul Okraj lassen den Monat März Revue passieren und destillieren in der neuen Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 28.11.2012
Zwölf Zehner
November 2012
Willkommen (fast) im Dezember. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.10.2013
Zwölf Zehner
September 2013
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 02.02.2015
Zwölf Zehner
Januar 2015
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.08.2012
Zwölf Zehner
Juli 2012
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.05.2014
Zwölf Zehner
April 2014
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.10.2011
Zwölf Zehner
September 2011
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.03.2013
Zwölf Zehner
Februar 2013
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 14.08.2013
Zwölf Zehner
Juli 2013
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 05.02.2014
Zwölf Zehner
Januar 2014
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.