Music Essay | verfasst 05.10.2012
Analog Africa, Soundway, Strut Records
Jäger des verlorenen Schatzes
Analog Africa, Soundway und Strut Records werden von Liebhabern afrikanischen Souls und Funks oft in einem Atemzug genannt. Wir haben uns mit den Betreibern der drei Häuser unterhalten und zeigen, dass sie so ähnlich gar nicht sind.
Text Lukasz Tomaszewski
Fruehling_sommer_2012_de

Analog Africa Analog Africa: Archivar der afrikanischer Jugendkultur
Samy Ben Redscheb war vor zehn Jahren als DJ in einem senegalesischen Hotel engagiert als er in einer alten Plattenkiste eine besonders groovige Funk-Scheibe aus Simbabwe entdeckt. Fasziniert von diesem ihm bislang völlig fremd Sound, entschließt er sich kurzerhand in das südafrikanische Land zu fliegen und sich auf Spurensuche zu begeben. Doch die Recherche erweist sich schwieriger als gedacht: Wo man alten Soul, Funk und Rock auf Vinyl bekommen kann? Stets bekommt er nur Schulterzucken als Antwort. Doch der Deutsch-Tunesier lässt nicht locker, reist mehrmals nach Harare, klappert lokal Radiostationen ab, fragt in die Jahre gekommene Musiker und Taxifahrer, bis er schließlich nach drei Jahren im entlegenen Goldminen-Dorf Shishavani fündig wird: »Sie haben die Türen aufgemacht und dort war ein Lager von 50 mal 30 Metern und alles voller Schallplatten. Wir haben dort zwei Tage verbracht und unser Auto so vollgepackt, dass die Mittelachse auf dem Weg nach Harare gebrochen ist.« Die Ladung alter Schallplatten wird mit einem Container nach Deutschland verschifft. Aus dem Rohmaterial pickt Ben Redscheb die Perlen heraus, lässt sie remastern und presst sie für den Markt der nördlichen Hemisphäre. Ein neues Label ist geboren: Analog Afrika.

Der Digger Ben Redscheb ist dermaßen angefixt, dass er sein Leben umkrempelt und seine Leidenschaft zur Berufung macht: Er schmeißt seinen Job als Tauchlehrer, heuert vorerst bei der Lufthansa als Flugbegleiter an und fliegt alle paar Wochen nach Lagos, Accra oder Khinshasa. Lager- und Kellerräume oder verrümpelte Terrassen und Hinterhöfen werden für ihn zu Arbeitsstätten; Fundgruben von Tonträger einer vergessenen Blütezeit afrikanischer Jugendkultur. Nach den Simbabwe-Compilations folgen Nigeria, Ghana, Benin. Die Weltmusik-Community ist begeistert: Kosmischer Afro-Soul aus Togo und Ghana oder psychedelischer Voodoo- Funk aus Benin. Auf der nördlichen Welthalbkugel hat man bisher kaum gewusst, dass es ebenfalls in Afrika eine Beat-und Hippie-Ära gab, in der verzerrte Gitarren, Hammond Orgeln, Schlaghosen und Flowerpower-Hemden en vogue waren.

Die Geschichten dieser Ära und die Biographien und Interviews mit Musikern wie Amadou Ballaké aus Burkina Faso, Rob Raindorf aus Ghana oder dem Orchestre Polyrythmo aus Benin erfährt man nicht nur auf dem Blog von Analog Africa. Jede Vinyl wird stets von einem liebevoll gestaltetem Booklet und rarem Bildmaterial begleitet. Labelbetreiber Ben Redscheb ist es wichtig diesen »Mehrwert« den Käufern seiner Scheiben mitzugeben: »Das vermittelt dem Hörer eine Idee davon, was wirklich in einem Land passiert ist. Wenn du Musik hörst ohne zu wissen woher die Leute kommen, wer sie sind und was für Probleme sie hatten, dann kannst du die Musik mögen. Aber lieben wirst du sie erst, wenn du diese Menschen kennenlernst.«

Soundway Soundway fischt in karibischen Gewässern
Miles Cleret, Betreiber von Soundway Records, das im April sein zehnjähriges Bestehen feiert, hat nie beabsichtigt ein eigenes Label zu gründen. Er war 2002 im Urlaub in Ghana und hörte wie ein lokaler DJ einen Track von Ebo Taylor auflegte. Taylors Afrobeat vereint traditionelle ghanaische Musik mit Elementen amerikanischer Funk- und Rockgiganten wie James Brown oder Deep Purple. Seine Songs basieren auf populären Reimen aus der Goldmine der traditionellen ghanaischen Musik. Die instrumentalen Tools: E-Gitarren, Bass, Drumset und Bläsersektion sind Importe aus der westlichen Hemisphäre. Wie so viele Kinder der HipHop-Generation beginnt auch Miles Cleret in den Neunzigern Soul-, Funk- und Jazz-Platten zu entdecken, die als Sample-Fundgrube der HipHop-Produzenten gedient haben. Die Schnittmenge aus eigenem Musikgeschmack und der neuentdeckten Exotik lassen Cleret in Afrika den Soundtrack seines Lebens finden. Raue Soul- und Funk-Perlen, die zwar nicht den technischen Standard der US-Produktionen haben, dafür aber durch eine besondere Experimentierfreude autrumpften. »Es gab eine Aufbruchstimmung, ein Gefühl von Selbstermächtigung. Die meisten Länder hatten ja gerade mal ein Jahrzehnt Unabhängigkeit hinter sich«, erklärt er. Fasziniert von diesem originellen Soundhybrid bereist er drei Jahre lang Ghana um anschließend die Compilation »Ghana Soundz« zusammenzustellen. Als sich kein Label für die Compilation interessiert, gründet Cleret Soundway. Nach zehn Jahren blickt er heute stolz auf rund 40 Releases von Singles, EPs, Compilations und wiederveröffentlichter Alben zurück.

Anders als bei Ben Redscheb ist der Fokus des Labels über die Jahre von Afrika abgerückt. Als Cleret eines Tages auf Ebay Calypso-Platten kauft, freundet er sich mit dem Verkäufer Roberto Gyement an. Ein Kalifornier mit Latino-Wurzeln, der anschließend für Soundway eine Reihe panamaischer und kolumbianischer Compilations zusammenstellt. Gyement teilt Clerets Werdegang: Seine Jugendhelden waren Black Sabbath und Run DMC. Doch im Jahre 2000 zieht er für sechs Jahre nach Costa Rica und entwickelt langsam ein Gespür für Calypso, Salsa und Cumbia. Um sein Visum zu verlängern muss er alle drei Monate einen Abstecher ins benachbarte Panama machen. »Ich suchte direkt in der Grenzstadt eine Radiostation auf wo ich tausende alter LPs und Singles kaufte. Sie hatten Tonnenweise Schallplatten.« Gyement übernimmt die Abteilung Panama und Kolumbien und stellt fünf sagenhafte Compilations zusammen, die als genetischer Code panamaischer und kolumbianischer Musikkultur der 1960er und 1970er Jahre betrachtet werden könne. Anders als bei Kuba oder Jamaika, standen die karibischen Grooves der Nachbarn nie im weltweiten Fokus. Dabei haben beide Länder ganz eigene Styles: Panamas Musikszene wurde in den Sechzigern und Siebzigern durch Calypso von Emigranten aus Trinidad und Funk amerikanischer GIs bereichert. An der kolumbianischen Karibikküste wurde die Cumbia erfunden; jener schlurfend-rauchige Offbeat-Groove, der in Peru und Argentinien seine Nachahmer fand und heutzutage mit Clubbeats vermischt als »Electro-Cumbia« seinen Siegeszug in Clubs von Buenos Aires bis Berlin feiert.

Mit Will Holland (aka Quantic) fanden Cleret und Gyement schließlich den dritten angelsächsischen Plattennerd, mit einem Faible für Latin-Grooves. Der englische Produzent, Multiinstrumentalist und Plattenliebhaber wohnt seit einigen Jahren im kolumbianischen Cali und liefert dieses Jahr mit 59 Tracks der sechsfach-Vinyl »The Original Sound of Cumbia« ein wahres Vermächtnis rarer Cumbia-Tunes der Jahre 1948-1979. Doch Soundway bleibt keineswegs ein reines Liebhaber-Label für obskure B-Seiten und verlorengeglaubte Klangjuwelen. Denn das Haus erweitert stets sein Spektrum. Im April ist mit »Batida« erstmals ein modernes Clubalbum eines Solo-Künstlers erschienen. Hinter Batida steckt der angolanisch-portugiesische DJ Mpula alias Pedro Coquenao, der 70er-Jahre-Samples aus Angola mit elektronischen Clubbeats und Kuduro-Raps vermischt. Dazu suchte sich Batida Samples seiner Lieblingstunes, verwurschtelt sie mit synthetischen Basslines und knackigen Elektrokicks und verschickte diese Riddims an MCs aus Angola und Portugal. Für Soundway ist somit das erste auf Filesharing und Sampling basierte Album entstanden.

Strut Records Strut Records: Sie sind immer noch hungrig
Die Helden der afrikanischen Swinging Sixties und Roaring Seventies in modernen Studios neue aufzunehmen, ist dagegen das Rezept des englischen Labels Strut Records. So geschehen im Fall des äthiopischen Jazz-Vibraphonisten Mulatu Astatke, des ghanaer Hiplife-Löwen Ebo Taylor oder den aus Benin stammendenVoodoo-Funkern Orchestre Polyrhytmo. _»Viele dieser alten Künstler leben noch und wir müssen die Zeit nutzen, die uns noch bleibt, um sie aufzunehmen. Vor allem aber sind sie immer noch tolle Musiker und sie sind immer noch hungrig auf Live-Gigs«, erklärt Label-Manager Quinton Scott. Und genau das zeichnet Strut im Vergleich zu Analog Africa und Soundway aus. Das Label fliegt die alten Herren nach Paris (Orchestre Polyrhytmo), London (Mulatu Astatke) oder Berlin (Ebo Taylor) ein und vermittelt ein Studio. Vor allem aber organisiert Strut eine Band von jungen lokalen Enthusiasten, die nicht nur das Backing für eine Albumproduktion liefern, sondern anschließend auch mit den grauen Afro-Rockern durch die Welt touren. Es finden sich zwar stets Musiker, die auf genau diesen analogen Sound stehen, aber die größte Herausforderung sei es, so Scott, nicht einen Abklatsch der legendären, alten Aufnahme zu liefern.

Denn genau den »originalen« Sound erwarten die Fans. Als Scott die jungen britischen Jazz-Funker Heliocentrics mit Mulatu Astatke zusammenbrachte, zweifelten einige Fachsimpler die analogen Studioaufnahmen an. _»Die Heliocentrics sind Puristen, der Sound ist zwar sehr clean aber es gab kein Sampling oder andere Tricksereien, hundert Prozent analog«, versichert Scott. Auch die Wahlverwandschaft von Ebo Taylor und den Jungstars der Berliner Afrobeat Academy war ein genialer Schachzug. Während sich die erste Zusammenarbeit, das 2010 veröffentlichte »Love And Death«, hauptsächlich auf Neueinspielungen alter Afrobeat-Nummern Taylors konzentrierte, bricht die dieser Tage erscheinende zweite Scheibe »Appia Kwa Bridge« Bahnen. Ganze sechs von acht Tracks sind neue Kompositionen. Und Gastmusiker Taylors Altersklasse wie Tony Allen, Oghene Kologbo oder Pax Nicholas leisten ihm beim Generations-Clash Schützenhilfe. »Appia Kwa Bridge« ist anders als die Compilations mit Originalaufnahmen keine vertonte Zeitmaschine, sondern eine lebende Begegnung mehrerer Musikergenerationen unterschiedlichster Länder im ghanaischen Hiplife-Gewandt. Aufgenommen in den Berliner Lovelite Studios mitten im Friedrichshainer Kiez.

Die Musik von Analog Africa, die Musik von Soundway als auch die Musik von Strut Records findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 29.03.2011
Orchestre Polyrythmo
Die Rückkehr des Voodoo-Funk
Nachdem das Orchestre Polyrythmo für über 20 Jahre von der musikalischen Bildfläche verschwunden waren, melden sich die ergrauten Funk-Löwen mit einem neuen Studioalbum zurück. Lukasz Tomaszewski sprach mit Vincent Ahehehinnou.
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Various Artists
Afrobeat Airways
Mehr als 77 Minuten feinster Afro-Beat als Beispiel für die Funk, Soul- und Jazzmusik der 1970er Jahre in Togo und Ghana.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
Angola Soundtrack
Die erstaunliche Qualität der Compilation beweist, dass es noch viel in Afrika zu entdecken gibt.
Music Review | verfasst 08.02.2011
Various Artists
The Sound Of Siam
Westlich-inspirierte, thailändische Musik der 1960er und 1970er Jahre, geheimnisvoll und groovy
Music Review | verfasst 22.03.2011
Sofrito
Tropical Discotheque
Sofrito vereinen seit Jahren die Leidenschaften des Musikzuhörers mit denen des Partylöwen.
Music Review | verfasst 10.09.2012
Sofrito
International Soundclash
Hier reihen sich alte wie neue Tracks aneinander, so dass sich der legendäre Ruf des Sofrito Soundsystem nur zu gut nachvollziehen lässt.
Music Review | verfasst 26.09.2012
Ondatropica
Ondatropica
Will Holland und Marioa Galeano übersetzen das musikkulturelle Erbe Kolumbiens ins 21. Jahrhundert. Koste es, was es wolle.
Music Review | verfasst 05.12.2012
Tunji Oyelana
A Nigerian Retrospective 1966-79
Voll Herzblut und mit dem Herz am rechten Fleck suggeriert Tunji Oyelana Glückseligkeit wie man sie selten in Form von Musik erleben kann.
Music Review | verfasst 23.05.2013
Various Artists
Diablos del Ritmo – The Colombian Melting Pot 1965-1985
Analog Africa heißt das Label und dann steht etwas von »The Colombian Melting Pot« im Titel. Passt das denn zusammen? Ja, tut es!
Music Review | verfasst 15.01.2014
Various Artists
Angola Soundtrack 2
Die Labels Rebita, N’Gola und CDA nahmen Mitte der 1970er Jahre etwa 800 Platten auf, von denen 21 der besten Songs hier versammelt sind.
Music Review | verfasst 12.03.2014
Various Artists
Haiti Direct: Big Band, Mini Jazz & Twoubadou Sounds 1960-1978
Hugo Mendez vom Sofrito Soundsystem hat in akribischer Kleinarbeit einige Perlen der jüngeren haitischen Musikgeschichte zusammengeklaubt.
Music Review | verfasst 02.06.2014
Various Artists
The Sound Of Siam 2
Die Thailand-Experten Chris Menist und Maft Sai haben für Soundway Records »The Sound Of Siam 2« zusammengestellt.
Music Review | verfasst 20.06.2014
Mestre Cupijo E Seu Ritmo
Síria
In Brasilien hat Sami Ben Redjeb den neuesten Schatz für Analog Africa gehoben. »Siriá« von Mestre Cupijo E Seu Ritmo ist euphorisierend.
Music Review | verfasst 11.11.2014
Various Artists
Ten Cities
Die Soundway-Compilation »Ten Cities« ist nicht nur ein äußerst spannendes Projekt, sondern einfach eine tolle Dance Music-Sammlung.
Music Review | verfasst 14.11.2014
Fantasma
Eye Of The Sun
»Eye Of The Sun« ist ein tolles Album von dem vielversprechenden Projekt »Fantasma« des Sängers und Rappers Spoek Mathambo aus Südafrika.
Music Review | verfasst 02.12.2014
Verckys et L'Orchestre Vévé
Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978
»Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978« von Verckys et L’Orchestre Vévé spiegelt die Stimmung Kongos in den Siebzigern.
Music Review | verfasst 06.03.2015
Fantasma
Free Love
Das südafrikanische Musikprojekt Fantasma überzeugt auf »Free Love« mit einem breiten stilistischem Spektrum.
Music Review | verfasst 04.09.2015
Amara Touré
Amara Touré 1973 - 1980
Analog Africa veröffentlicht mit »Amara Touré 1973 – 1980« zehn neu gemasterte Stücke des äthiopischen Musikers.
Music Review | verfasst 24.02.2016
Various Artists
Soul Sok Séga
Sturt Records wirft seinen geschmackssicheren Blick diesmal nach Mauritius und bringt mit »Soul Sok Séga« 20 schräge Tracks zum Vorschein.
Music Review | verfasst 20.12.2016
Shadow
Sweet Sweet Dreams
Auch über 30 Jahre später klingt »Sweet Sweet Dreams« von Shadow, ein Juwel der tribagischen Popmusik sexy, modern, zumindest zeitlos.
Music Review | verfasst 01.06.2017
Kondi Band
Salone
Kondi Band, das sind der Daumenklavierspieler Sorie Kondi und DJ Chief Boima. »Salone« heißt ihr bei Strut erschienenes Album.
Music Review | verfasst 20.06.2017
Various Artists
Oté Maloya
Die Compilation »Oté Maloya« beleuchtet ein kleines Genre afrikanischer Musik auf der kleinen Insel La Réunion im Indischen Ozean.
Music Review | verfasst 16.03.2018
Various Artists
Gumba Fire: Bubblegum Soul & Synth Boogie In 1980s South Africa
Die Compilation »Gumba Fire« stellt Stücke aus den Townships Südafrikas in den 1980er Jahren zusammen.
Music Review | verfasst 08.05.2018
Various Artists
Heads Records - South African Disco Dub Edits
Mit »Heads Records – South African Disco Dub Edits« wirft Soundway einen weiteren Blick auf die südafrikanische Musik der 1980er Jahre.
Music Porträt | verfasst 10.11.2010
Ebo Taylor
König des Highlife
Mit »Love & Death« erscheint dieser Tage das erste international vertriebene Album der Highlife- und Afrobeat-Koriphäe.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.