Music Essay | verfasst 05.10.2012
Analog Africa, Soundway, Strut Records
Jäger des verlorenen Schatzes
Analog Africa, Soundway und Strut Records werden von Liebhabern afrikanischen Souls und Funks oft in einem Atemzug genannt. Wir haben uns mit den Betreibern der drei Häuser unterhalten und zeigen, dass sie so ähnlich gar nicht sind.
Text Lukasz Tomaszewski
Fruehling_sommer_2012_de

Analog Africa Analog Africa: Archivar der afrikanischer Jugendkultur
Samy Ben Redscheb war vor zehn Jahren als DJ in einem senegalesischen Hotel engagiert als er in einer alten Plattenkiste eine besonders groovige Funk-Scheibe aus Simbabwe entdeckt. Fasziniert von diesem ihm bislang völlig fremd Sound, entschließt er sich kurzerhand in das südafrikanische Land zu fliegen und sich auf Spurensuche zu begeben. Doch die Recherche erweist sich schwieriger als gedacht: Wo man alten Soul, Funk und Rock auf Vinyl bekommen kann? Stets bekommt er nur Schulterzucken als Antwort. Doch der Deutsch-Tunesier lässt nicht locker, reist mehrmals nach Harare, klappert lokal Radiostationen ab, fragt in die Jahre gekommene Musiker und Taxifahrer, bis er schließlich nach drei Jahren im entlegenen Goldminen-Dorf Shishavani fündig wird: »Sie haben die Türen aufgemacht und dort war ein Lager von 50 mal 30 Metern und alles voller Schallplatten. Wir haben dort zwei Tage verbracht und unser Auto so vollgepackt, dass die Mittelachse auf dem Weg nach Harare gebrochen ist.« Die Ladung alter Schallplatten wird mit einem Container nach Deutschland verschifft. Aus dem Rohmaterial pickt Ben Redscheb die Perlen heraus, lässt sie remastern und presst sie für den Markt der nördlichen Hemisphäre. Ein neues Label ist geboren: Analog Afrika.

Der Digger Ben Redscheb ist dermaßen angefixt, dass er sein Leben umkrempelt und seine Leidenschaft zur Berufung macht: Er schmeißt seinen Job als Tauchlehrer, heuert vorerst bei der Lufthansa als Flugbegleiter an und fliegt alle paar Wochen nach Lagos, Accra oder Khinshasa. Lager- und Kellerräume oder verrümpelte Terrassen und Hinterhöfen werden für ihn zu Arbeitsstätten; Fundgruben von Tonträger einer vergessenen Blütezeit afrikanischer Jugendkultur. Nach den Simbabwe-Compilations folgen Nigeria, Ghana, Benin. Die Weltmusik-Community ist begeistert: Kosmischer Afro-Soul aus Togo und Ghana oder psychedelischer Voodoo- Funk aus Benin. Auf der nördlichen Welthalbkugel hat man bisher kaum gewusst, dass es ebenfalls in Afrika eine Beat-und Hippie-Ära gab, in der verzerrte Gitarren, Hammond Orgeln, Schlaghosen und Flowerpower-Hemden en vogue waren.

Die Geschichten dieser Ära und die Biographien und Interviews mit Musikern wie Amadou Ballaké aus Burkina Faso, Rob Raindorf aus Ghana oder dem Orchestre Polyrythmo aus Benin erfährt man nicht nur auf dem Blog von Analog Africa. Jede Vinyl wird stets von einem liebevoll gestaltetem Booklet und rarem Bildmaterial begleitet. Labelbetreiber Ben Redscheb ist es wichtig diesen »Mehrwert« den Käufern seiner Scheiben mitzugeben: »Das vermittelt dem Hörer eine Idee davon, was wirklich in einem Land passiert ist. Wenn du Musik hörst ohne zu wissen woher die Leute kommen, wer sie sind und was für Probleme sie hatten, dann kannst du die Musik mögen. Aber lieben wirst du sie erst, wenn du diese Menschen kennenlernst.«

Soundway Soundway fischt in karibischen Gewässern
Miles Cleret, Betreiber von Soundway Records, das im April sein zehnjähriges Bestehen feiert, hat nie beabsichtigt ein eigenes Label zu gründen. Er war 2002 im Urlaub in Ghana und hörte wie ein lokaler DJ einen Track von Ebo Taylor auflegte. Taylors Afrobeat vereint traditionelle ghanaische Musik mit Elementen amerikanischer Funk- und Rockgiganten wie James Brown oder Deep Purple. Seine Songs basieren auf populären Reimen aus der Goldmine der traditionellen ghanaischen Musik. Die instrumentalen Tools: E-Gitarren, Bass, Drumset und Bläsersektion sind Importe aus der westlichen Hemisphäre. Wie so viele Kinder der HipHop-Generation beginnt auch Miles Cleret in den Neunzigern Soul-, Funk- und Jazz-Platten zu entdecken, die als Sample-Fundgrube der HipHop-Produzenten gedient haben. Die Schnittmenge aus eigenem Musikgeschmack und der neuentdeckten Exotik lassen Cleret in Afrika den Soundtrack seines Lebens finden. Raue Soul- und Funk-Perlen, die zwar nicht den technischen Standard der US-Produktionen haben, dafür aber durch eine besondere Experimentierfreude autrumpften. »Es gab eine Aufbruchstimmung, ein Gefühl von Selbstermächtigung. Die meisten Länder hatten ja gerade mal ein Jahrzehnt Unabhängigkeit hinter sich«, erklärt er. Fasziniert von diesem originellen Soundhybrid bereist er drei Jahre lang Ghana um anschließend die Compilation »Ghana Soundz« zusammenzustellen. Als sich kein Label für die Compilation interessiert, gründet Cleret Soundway. Nach zehn Jahren blickt er heute stolz auf rund 40 Releases von Singles, EPs, Compilations und wiederveröffentlichter Alben zurück.

Anders als bei Ben Redscheb ist der Fokus des Labels über die Jahre von Afrika abgerückt. Als Cleret eines Tages auf Ebay Calypso-Platten kauft, freundet er sich mit dem Verkäufer Roberto Gyement an. Ein Kalifornier mit Latino-Wurzeln, der anschließend für Soundway eine Reihe panamaischer und kolumbianischer Compilations zusammenstellt. Gyement teilt Clerets Werdegang: Seine Jugendhelden waren Black Sabbath und Run DMC. Doch im Jahre 2000 zieht er für sechs Jahre nach Costa Rica und entwickelt langsam ein Gespür für Calypso, Salsa und Cumbia. Um sein Visum zu verlängern muss er alle drei Monate einen Abstecher ins benachbarte Panama machen. »Ich suchte direkt in der Grenzstadt eine Radiostation auf wo ich tausende alter LPs und Singles kaufte. Sie hatten Tonnenweise Schallplatten.« Gyement übernimmt die Abteilung Panama und Kolumbien und stellt fünf sagenhafte Compilations zusammen, die als genetischer Code panamaischer und kolumbianischer Musikkultur der 1960er und 1970er Jahre betrachtet werden könne. Anders als bei Kuba oder Jamaika, standen die karibischen Grooves der Nachbarn nie im weltweiten Fokus. Dabei haben beide Länder ganz eigene Styles: Panamas Musikszene wurde in den Sechzigern und Siebzigern durch Calypso von Emigranten aus Trinidad und Funk amerikanischer GIs bereichert. An der kolumbianischen Karibikküste wurde die Cumbia erfunden; jener schlurfend-rauchige Offbeat-Groove, der in Peru und Argentinien seine Nachahmer fand und heutzutage mit Clubbeats vermischt als »Electro-Cumbia« seinen Siegeszug in Clubs von Buenos Aires bis Berlin feiert.

Mit Will Holland (aka Quantic) fanden Cleret und Gyement schließlich den dritten angelsächsischen Plattennerd, mit einem Faible für Latin-Grooves. Der englische Produzent, Multiinstrumentalist und Plattenliebhaber wohnt seit einigen Jahren im kolumbianischen Cali und liefert dieses Jahr mit 59 Tracks der sechsfach-Vinyl »The Original Sound of Cumbia« ein wahres Vermächtnis rarer Cumbia-Tunes der Jahre 1948-1979. Doch Soundway bleibt keineswegs ein reines Liebhaber-Label für obskure B-Seiten und verlorengeglaubte Klangjuwelen. Denn das Haus erweitert stets sein Spektrum. Im April ist mit »Batida« erstmals ein modernes Clubalbum eines Solo-Künstlers erschienen. Hinter Batida steckt der angolanisch-portugiesische DJ Mpula alias Pedro Coquenao, der 70er-Jahre-Samples aus Angola mit elektronischen Clubbeats und Kuduro-Raps vermischt. Dazu suchte sich Batida Samples seiner Lieblingstunes, verwurschtelt sie mit synthetischen Basslines und knackigen Elektrokicks und verschickte diese Riddims an MCs aus Angola und Portugal. Für Soundway ist somit das erste auf Filesharing und Sampling basierte Album entstanden.

Strut Records Strut Records: Sie sind immer noch hungrig
Die Helden der afrikanischen Swinging Sixties und Roaring Seventies in modernen Studios neue aufzunehmen, ist dagegen das Rezept des englischen Labels Strut Records. So geschehen im Fall des äthiopischen Jazz-Vibraphonisten Mulatu Astatke, des ghanaer Hiplife-Löwen Ebo Taylor oder den aus Benin stammendenVoodoo-Funkern Orchestre Polyrhytmo. _»Viele dieser alten Künstler leben noch und wir müssen die Zeit nutzen, die uns noch bleibt, um sie aufzunehmen. Vor allem aber sind sie immer noch tolle Musiker und sie sind immer noch hungrig auf Live-Gigs«, erklärt Label-Manager Quinton Scott. Und genau das zeichnet Strut im Vergleich zu Analog Africa und Soundway aus. Das Label fliegt die alten Herren nach Paris (Orchestre Polyrhytmo), London (Mulatu Astatke) oder Berlin (Ebo Taylor) ein und vermittelt ein Studio. Vor allem aber organisiert Strut eine Band von jungen lokalen Enthusiasten, die nicht nur das Backing für eine Albumproduktion liefern, sondern anschließend auch mit den grauen Afro-Rockern durch die Welt touren. Es finden sich zwar stets Musiker, die auf genau diesen analogen Sound stehen, aber die größte Herausforderung sei es, so Scott, nicht einen Abklatsch der legendären, alten Aufnahme zu liefern.

Denn genau den »originalen« Sound erwarten die Fans. Als Scott die jungen britischen Jazz-Funker Heliocentrics mit Mulatu Astatke zusammenbrachte, zweifelten einige Fachsimpler die analogen Studioaufnahmen an. _»Die Heliocentrics sind Puristen, der Sound ist zwar sehr clean aber es gab kein Sampling oder andere Tricksereien, hundert Prozent analog«, versichert Scott. Auch die Wahlverwandschaft von Ebo Taylor und den Jungstars der Berliner Afrobeat Academy war ein genialer Schachzug. Während sich die erste Zusammenarbeit, das 2010 veröffentlichte »Love And Death«, hauptsächlich auf Neueinspielungen alter Afrobeat-Nummern Taylors konzentrierte, bricht die dieser Tage erscheinende zweite Scheibe »Appia Kwa Bridge« Bahnen. Ganze sechs von acht Tracks sind neue Kompositionen. Und Gastmusiker Taylors Altersklasse wie Tony Allen, Oghene Kologbo oder Pax Nicholas leisten ihm beim Generations-Clash Schützenhilfe. »Appia Kwa Bridge« ist anders als die Compilations mit Originalaufnahmen keine vertonte Zeitmaschine, sondern eine lebende Begegnung mehrerer Musikergenerationen unterschiedlichster Länder im ghanaischen Hiplife-Gewandt. Aufgenommen in den Berliner Lovelite Studios mitten im Friedrichshainer Kiez.

Die Musik von Analog Africa, die Musik von Soundway als auch die Musik von Strut Records findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 29.03.2011
Orchestre Polyrythmo
Die Rückkehr des Voodoo-Funk
Nachdem das Orchestre Polyrythmo für über 20 Jahre von der musikalischen Bildfläche verschwunden waren, melden sich die ergrauten Funk-Löwen mit einem neuen Studioalbum zurück. Lukasz Tomaszewski sprach mit Vincent Ahehehinnou.
Music Review | verfasst 24.11.2010
Ebo Taylor
Love & Death
Highlife- und Afrobeat-Legende Ebo Taylor veröffentlicht nach 20jähriger Abstinenz ein neues Album.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Various Artists
Afrobeat Airways
Mehr als 77 Minuten feinster Afro-Beat als Beispiel für die Funk, Soul- und Jazzmusik der 1970er Jahre in Togo und Ghana.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
Angola Soundtrack
Die erstaunliche Qualität der Compilation beweist, dass es noch viel in Afrika zu entdecken gibt.
Music Review | verfasst 08.02.2011
Various Artists
The Sound Of Siam
Westlich-inspirierte, thailändische Musik der 1960er und 1970er Jahre, geheimnisvoll und groovy
Music Review | verfasst 22.03.2011
Sofrito
Tropical Discotheque
Sofrito vereinen seit Jahren die Leidenschaften des Musikzuhörers mit denen des Partylöwen.
Music Review | verfasst 10.09.2012
Sofrito
International Soundclash
Hier reihen sich alte wie neue Tracks aneinander, so dass sich der legendäre Ruf des Sofrito Soundsystem nur zu gut nachvollziehen lässt.
Music Review | verfasst 26.09.2012
Ondatropica
Ondatropica
Will Holland und Marioa Galeano übersetzen das musikkulturelle Erbe Kolumbiens ins 21. Jahrhundert. Koste es, was es wolle.
Music Review | verfasst 05.12.2012
Tunji Oyelana
A Nigerian Retrospective 1966-79
Voll Herzblut und mit dem Herz am rechten Fleck suggeriert Tunji Oyelana Glückseligkeit wie man sie selten in Form von Musik erleben kann.
Music Review | verfasst 23.05.2013
Various Artists
Diablos del Ritmo – The Colombian Melting Pot 1965-1985
Analog Africa heißt das Label und dann steht etwas von »The Colombian Melting Pot« im Titel. Passt das denn zusammen? Ja, tut es!
Music Review | verfasst 15.01.2014
Various Artists
Angola Soundtrack 2
Die Labels Rebita, N’Gola und CDA nahmen Mitte der 1970er Jahre etwa 800 Platten auf, von denen 21 der besten Songs hier versammelt sind.
Music Review | verfasst 12.03.2014
Various Artists
Haiti Direct: Big Band, Mini Jazz & Twoubadou Sounds 1960-1978
Hugo Mendez vom Sofrito Soundsystem hat in akribischer Kleinarbeit einige Perlen der jüngeren haitischen Musikgeschichte zusammengeklaubt.
Music Review | verfasst 02.06.2014
Various Artists
The Sound Of Siam 2
Die Thailand-Experten Chris Menist und Maft Sai haben für Soundway Records »The Sound Of Siam 2« zusammengestellt.
Music Review | verfasst 20.06.2014
Mestre Cupijo E Seu Ritmo
Síria
In Brasilien hat Sami Ben Redjeb den neuesten Schatz für Analog Africa gehoben. »Siriá« von Mestre Cupijo E Seu Ritmo ist euphorisierend.
Music Review | verfasst 11.11.2014
Various Artists
Ten Cities
Die Soundway-Compilation »Ten Cities« ist nicht nur ein äußerst spannendes Projekt, sondern einfach eine tolle Dance Music-Sammlung.
Music Review | verfasst 14.11.2014
Fantasma
Eye Of The Sun
»Eye Of The Sun« ist ein tolles Album von dem vielversprechenden Projekt »Fantasma« des Sängers und Rappers Spoek Mathambo aus Südafrika.
Music Review | verfasst 02.12.2014
Verckys et L'Orchestre Vévé
Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978
»Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978« von Verckys et L’Orchestre Vévé spiegelt die Stimmung Kongos in den Siebzigern.
Music Review | verfasst 06.03.2015
Fantasma
Free Love
Das südafrikanische Musikprojekt Fantasma überzeugt auf »Free Love« mit einem breiten stilistischem Spektrum.
Music Review | verfasst 04.09.2015
Amara Touré
Amara Touré 1973 - 1980
Analog Africa veröffentlicht mit »Amara Touré 1973 – 1980« zehn neu gemasterte Stücke des äthiopischen Musikers.
Music Review | verfasst 24.02.2016
Various Artists
Soul Sok Séga
Sturt Records wirft seinen geschmackssicheren Blick diesmal nach Mauritius und bringt mit »Soul Sok Séga« 20 schräge Tracks zum Vorschein.
Music Review | verfasst 20.12.2016
Shadow
Sweet Sweet Dreams
Auch über 30 Jahre später klingt »Sweet Sweet Dreams« von Shadow, ein Juwel der tribagischen Popmusik sexy, modern, zumindest zeitlos.
Music Review | verfasst 01.06.2017
Kondi Band
Salone
Kondi Band, das sind der Daumenklavierspieler Sorie Kondi und DJ Chief Boima. »Salone« heißt ihr bei Strut erschienenes Album.
Music Review | verfasst 20.06.2017
Various Artists
Oté Maloya
Die Compilation »Oté Maloya« beleuchtet ein kleines Genre afrikanischer Musik auf der kleinen Insel La Réunion im Indischen Ozean.
Music Review | verfasst 16.03.2018
Various Artists
Gumba Fire: Bubblegum Soul & Synth Boogie In 1980s South Africa
Die Compilation »Gumba Fire« stellt Stücke aus den Townships Südafrikas in den 1980er Jahren zusammen.
Music Review | verfasst 08.05.2018
Various Artists
Heads Records - South African Disco Dub Edits
Mit »Heads Records – South African Disco Dub Edits« wirft Soundway einen weiteren Blick auf die südafrikanische Musik der 1980er Jahre.
Music Porträt | verfasst 10.11.2010
Ebo Taylor
König des Highlife
Mit »Love & Death« erscheint dieser Tage das erste international vertriebene Album der Highlife- und Afrobeat-Koriphäe.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli/August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.