Music Interview | verfasst 07.05.2012
Freddie Gibbs
»Ich sage Sachen, die gesagt werden müssen.«
Freddie Gibbs gilt unter seinen und unseren Kollegen als der »realste« aller Gangsta-Rapper. Wir sprachen mit ihm über seine Heimat, Drogen, Ängste und eine Hand voll anstehender Kollaborationen.
Text Georg Rackow , Fotos Tobias Hoffmann / PhyreWorX
Hhv-gibbs-final-tobiashoffmann-phyreworx-img_0707_l

Freddie Gibbs gilt unter Rappern und Journalisten als der »realste« aller Gangsta-Rapper. Er hat Drogen verkauft und Diebstahl begangen und ist dafür in den Knast gegangen. Diese Welt hat er jedoch hinter sich gelassen. Plan B ist: Geld mit Rap zu machen und die Lebenswelt, die für viele Jugendliche in ärmlichen Gegenden die einzige Wahl zu sein scheint, kritisch zu dokumentieren. Der Plan scheint aufzugehen für Freddie Gibbs, denn von Madlib über J.U.S.T.I.C.E. League und Statik Selektah bis hin zu DJ Drama wollen alle mit ihm zusammenarbeiten. Nach dem Interscope-Debakel ohne Veröffentlichung und einem anschließenden, kaum vergleichbaren Internet-Hype, ist er nun bei Young Jeezys Label CTE untergekommen, was einmal mehr zeigt, dass stilistische Grenzen für Freddie Gibbs nur da sind, um überschritten zu werden.

Was hast du am meisten gehasst an deiner Heimatstadt Gary, Indiana?
Freddie Gibbs: Die Einstellung der Menschen. Die Mentalität, dass keiner dem anderen etwas gönnt. Aus Neid gehen die Menschen sich gegenseitig an. Sie ziehen sich runter, anstatt sich zu unterstützen.

Es ist schwer, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn jeder Einzelne ums Überleben kämpft.
Freddie Gibbs: Ich verstehe das nur zu gut, entweder fressen oder gefressen werden. Kein Job, keine sinnvolle Aufgabe, wenn du morgens aufstehst. Du musst auf die Straße gehen und dir dort dein Überleben sichern. Aber nur Wenige schaffen es.

Also hieß es für dich, um jeden Preis raus aus Indiana?
Freddie Gibbs: Mein ganzes Leben war immer davon bestimmt, ein Schritt weiter zu gehen, das nächste Level zu erreichen. Wenn man nicht über den Tellerrand gucken will, dann schließt man sich selbst von so vielen Sachen aus. Ich würde meine Kindheit gegen nichts in der Welt eintauschen, sie hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Weißt du, in Gary wohnen auch viele gute Menschen, die hart arbeiten. Doch es ist nicht mehr wie früher, als der gesamte Block deine Familie war. Wenn du an einem Ende der Straße Mist gebaut hast, dann erzählte der Nachbar es deiner Mutter und du hast Ärger gekriegt. Diese Umgebung, in der man ein Kind großziehen sollte, gibt es heute nicht mehr. Das müsste man wieder hinkriegen.

Dein Leben hatte viele Höhen und Tiefen zwischen Sportstipendium und Knast. Gibt es etwas, dass du wirklich bereust?
Freddie Gibbs: Nein, eigentlich nicht. Aber es gibt viele Sachen, auf die ich nicht besonders stolz bin. Ich habe meiner Mutter das Herz gebrochen, als sie mich aus dem Knast kommen sah. Ich war oft respektlos zu ihr und habe nicht auf sie gehört. Sie hat mich definitiv nicht zu dem erzogen, der ich war, als ich auf der Straße unterwegs war. Ich habe sie so häufig verletzt und das tut mir bis heute leid. Zum Glück verstehen wir uns heute wieder. Wir haben eine starke Beziehung. Sie ist mein Homie.

Fühlst du dich manchmal missverstanden?
Freddie Gibbs: Nein, ich fühle mich höchstens unterschätzt. Ich kümmere mich nicht darum, was andere von mir denken.

»Natürlich ist mir die Message meiner Songs wichtig, aber ich habe keinen Einfluss darauf, wie sie aufgenommen wird.« (Freddie Gibbs) Schwer zu glauben, dass es dir egal ist, ob deine Message ankommt bei den Menschen.
Freddie Gibbs: Natürlich ist mir die Message meiner Songs wichtig, aber ich habe keinen Einfluss darauf, wie sie aufgenommen wird. Das kümmert mich wirklich nicht. Ich sage Sachen, die gesagt werden müssen. Sachen, die andere sich nicht trauen. Außerdem sind die Menschen heutzutage so übersensibel. Ich sage etwas und schon bin ich ein Rassist, ein Schwulenhasser oder Frauenfeind oder Krimineller. Die, die mich kennen, die wissen, wie es in meinem Herzen aussieht, wissen, was ich sage. Nur das zählt.

Ein Großteil deiner Texte dreht sich um Drogen. Hast du deine eigene Grassorte? Nicht wenige Rapper brüsten sich ja damit.
Freddie Gibbs: Nein, ich rauche ganz normales OG Kush. Letztens war ich in Amsterdam, da hatten sie das tatsächlich da. Mann, in Cali bauen sie das beste Gras der Welt an.

Was war seit der High School die längste Phase ohne Drogen für dich. Kannst du dich daran erinnern?
Freddie Gibbs: (lacht): Also ich bin jetzt nicht so ein Drogenkonsument, ich rauche nur weed. Aber das letzte Mal ohne Alkohol oder Gras oder verschreibungspflichtige Tabletten war wohl im Boot Camp. Da ging gar nichts. Im Knast dagegen war es einfach an weed zu kommen. (lacht)

Wann war dieses Boot Camp?
Freddie Gibbs: 2001, 2002. Das ist lange her. (lacht halbherzig und wird wieder ernst) Weißt du, ich hatte meine Probleme mit Drogen. Ich war abhängig von rezeptpflichtigen Medikamenten. Es hat auch Zeit und Anstrengung gekostet, da raus zu kommen und sich selbst bewusst zu machen, dass man kein Drogenabhängiger mehr ist. Dazu musste ich aber auch meine gewohnte Umgebung verlassen. Mit harten Drogen hatte ich dagegen keine Probleme. Verkaufen ist eine Sache, aber mir Trips darauf geben, das war nie mein Ding.

Bist du nach etwas anderem süchtig?
Freddie Gibbs: Ja, ich bin süchtig nach weed, Pussy und Geld. Ohne die kann ich nicht. (lacht)

Und nach deinem Smartphone?
Freddie Gibbs: Scheiße ja, du hast Recht. Ich kann keine fünf Minuten ohne. Also ich bin süchtig nach Weed, Pussy, Geld und meinem Handy. (lacht)

Du hast mal erzählt, dass du Höhenangst hast. Hast du sonst vor nichts Angst?
Freddie Gibbs: Doch Mann, ich habe Angst vor Wasser. Ich habe Angst vor Höhen und vor Wasser. Ich kann auch nicht schwimmen. Wenn du mich an den Rand eines Wasserfalls stellst, muss ich augenblicklich sterben. (lacht)

Gary liegt doch direkt am Lake Michigan. Da hast du nie schwimmen gelernt?
Freddie Gibbs: Nein Mann. Das letzte Mal, dass ich im Wasser war, war auf Hawaii, da hat meine Freundin mich dazu gebracht zu schnorcheln. Und dann war da auf einmal eine Riesenschildkröte neben mir, das war abgefahren. Also am Strand chille ich liebend gerne. Ich bin auch oft in Long Beach, aber ins Wasser gehe ich auf keinen Fall.

Du arbeitest mit so vielen verschiedenen Produzenten zusammen. Was glaubst du, mögen die an dir? Was macht dich besonders?
Freddie Gibbs: Also die meisten von denen sind tatsächlich Homies und Freunde, aber davon mal abgesehen ist es wahrscheinlich meine Arbeitsmoral. Da kommen nicht viele ran. Und das treibt dann auch sie an.

» Ich habe Angst vor Höhen und vor Wasser. Ich kann auch nicht schwimmen. Wenn du mich an den Rand eines Wasserfalls stellst, muss ich augenblicklich sterben.« ( Freddie Gibbs) In Europa bist du ohne Backup aufgetreten. Wolltest du es so aus stilistischen Gründen, oder wolltest du die Gage nicht teilen?
Freddie Gibbs: (lacht) Nein, die Gage hätte ich schon geteilt, aber ich wollte beim neuen Publikum einfach, dass der Fokus auf mir liegt und nicht auf irgendeinem Hypeman. Sonst habe ich schon einen Backup dabei, aber hier wollte ich es nicht.

Du hast in Europa vor 400 Leuten gespielt, aber auch vor 40. Ist das schwer für dich?
Freddie Gibbs: Nein, die Crowd muss in jedem Fall gerockt werden. Wenn das der Job ist, für den du bezahlt wirst, dann hast du ihn gefälligst auch zu erledigen.

In den letzten Monaten und Jahren wurde mehrere Albumprojekte von dir angekündigt… Lass uns die mal durchgehen: Was ist mit dem Album mit Ski Beatz?
Freddie Gibbs: Das kommt, aber ich weiß wirklich nicht wann. Ich habe gerade erst angefangen.

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Freddie Gibbs: Ich bin andauernd in New York, fast die Hälfte des Jahres. Ich kenne Damon Dash und bin gut mit Curren$y befreundet. Und darüber haben wir uns dann auch angefreundet.

Was ist mit dem Album mit Madlib?
Freddie Gibbs: Das ist so gut wie fertig. Ich habe bestimmt schon 80 Prozent. Es wird »Madgibbs« heißen und wahrscheinlich ist es das Außergewöhnlichste, was ich in meiner gesamten Karriere bisher veröffentlicht habe. Es wird definitiv herausstechen. Zufällig habe ich alle Songs davon gerade hier auf meinem Smartphone (sucht und zeigt die Playlist). Wer mir das klauen würde, hätte pures Gold in den Händen. (lacht)

Was ist mit dem Album »Devil‘s Palace« zusammen mit Alchemist?
Freddie Gibbs: (guckt verwundert und schüttelt mit dem Kopf)

So ist es im Internet zu lesen, angekündigt noch für dieses Jahr. Stimmt also nicht?
Freddie Gibbs: Also ich würde gerne mit ihm zusammenarbeiten und das habe ich auch mal in einem Interview gesagt. Und wahrscheinlich würde ich auch das Album so nennen, aber da ist bis jetzt noch nichts geplant. Wir haben immerhin losen Kontakt und leben beide in Los Angeles, also wer weiß?

Dann ist noch ein Album angekündigt mit Chip Tha Ripper sowie Chuck Inglish und Mikey Rocks von The Cool Kids, ihr vier zusammen als Pulled Over by the Cops…
Freddie Gibbs: Ja, das ist auch in Arbeit, aber wir haben alle viel zu tun gehabt in letzter Zeit.

Diese Rap-Supergroup-Sachen funktionieren momentan ziemlich gut.
Freddie Gibbs: Ja, aber wenn was funktioniert, dann wird es auch schnell ausgereizt. Mich interessiert so etwas nicht. Wenn es soweit ist, dann ist es so soweit.

Und was ist dann dein nächstes Album?
Freddie Gibbs: Das wird »Baby Face Killa« sein, mit DJ Drama. Und natürlich mit Young Jeezy und den CTE-Jungs drauf. Und Daz, Daz Dillinger, das ist mein Homie.

Die Musik von Freddie Gibbs findest du bei hhv.de. Und dieser Link führt dich zur Webseite von Freddie Gibbs.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 09.08.2010
Freddie Gibbs
Str8 Killa
Zugegeben, Gangsta-Rap ist in den USA zur Zeit nicht gerade angesagt. Doch Freddie Gibbs gibt sich davon unbeeindruckt.
Music Review | verfasst 21.03.2014
Freddie Gibbs & Madlib
Piñata
Seit der ersten EP fieberte man auf das erste gemeinsame Album von Freddie Gibbs und Madlib hin. Hat sich definitiv gelohnt.
Music Review | verfasst 16.08.2019
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review | verfasst 03.06.2020
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Porträt | verfasst 13.07.2017
Freddie Gibbs
»There Can Be No Peace Without Justice«
Die Überschrift ist Teil eines Zitats des Predigers Louis Farrakhan. Der wichtigste Einfluss für Freddie Gibbs Drehbücher. Halt, was, Drehbücher? Eines nach dem anderen, es ist viel passiert im Leben des Fredrick Tipton.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Kolumne | verfasst 17.07.2019
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Ice Cube
I Am The West
Auf seinem zehnten Solo-Album präsentiert Ice Cube routinierten, aber innovationsarmen Gangsta Rap.
Music Review | verfasst 28.01.2013
The Game
Jesus Piece
Tony Soprano geht zum Psychiater. Jayceon Taylor aka The Game findet sein Seelenheil in der Bibel.
Music Review | verfasst 06.03.2008
Scarface
Made
Dass Scarface immer noch einer der großen Zampanos ist, wenn es darum geht introspektiv zu werden, wird hier eindrucksvoll untermauert.
Music Review | verfasst 17.08.2010
De La Soul
Stakes Is High
Mit gewisser Ignoranz behaupte ich, dass »Stakes Is High« musikalisch die beste Platte von Amiraps letzter verbliebener Harmonietruppe ist.
Music Review | verfasst 13.10.2014
The Game
Blood Money: Year Of The Wolf
The Game knurrt auf »Blood Money: Year Of The Wolf« angriffslustig aus seinem Wolfsbau, aber bleibt uns einen weiteren Klassiker schuldig.
Art Bericht | verfasst 15.09.2011
Gregory Bojorquez
»Streets of L.A.«, Fotoausstellung in der Hardhitta Gallery in Berlin
Die Hardhitta Gallery in der Potsdamer Straße in Berlin zeigt noch bis zum 3.10. Arbeiten des amerikanischen Fotografen Gregory Bojorquez. In den Arbeiten wird deutlich: Die Straßen von Los Angeles sind beides – Verzweiflung und Versprechen.
Music Interview | verfasst 26.11.2012
Roc Marciano
Habe die Ehre
Roc Marciano setzt bei seinem zweiten Soloalbum auf gewohnte Zutaten. Hypnotische Loops treffen auf eindringliche Straßenpoesie, »Reloaded« also. Wir luden den sonst so interviewscheuen MC und Producer zum Gespräch.
Music Kolumne | verfasst 22.01.2014
Records Revisited
Ice-T's Rhyme Pays, 1987
Als das Debüt von Ice-T 1987 erschien, entstand ein neuer Ton im Rap. Das darauf enthaltene »6 ‘N The Mornin’« ist der Blueprint des Gangster Rap. Es legt aber auch offen, wie Rap funktioniert: »It’s all game. I’m just working these niggas«
Music Kolumne | verfasst 27.03.2014
Records Revisited
Dr. Dre's The Chronic, 1992
»The Chronic« gilt als Meilenstein, als »Game Changer«. In Records Revisited blicken wir auf Dr. Dre’s Solodebut zurück – eine Platte die zurecht als Meisterwerk gilt, aber auch Fragen aufwirft.
Music Porträt | verfasst 22.05.2018
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.