Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Text Maximilian Link
Alt-j---kopie-von-choke-slam-lo

Ach, ist die Hipster-Symbolik – überall diese Dreiecke – jetzt auch in den Proberäumen der britischen Unibands angekommen? Bei der jungen Band, die sich alt-J nennt und auf »An Awesome Wave« einen wirklich tollen neuen Folk spielt, ist die Indie-Zeichensprache allerdings auf die Metaebene genommen und sogar ein bisschen lustig gebrochen worden. alt-J sind nämlich vor allem eine kluge Band. Auf Pressefotos sieht man sie in steifen, abstrakten Posen – man kennt das aus der Krautrock-Ästhetik oder von Kraftwerk – oder ganz einfach von hinten. Das Kürzel alt-J kennt man hingegen bestenfalls von seiner eigenen Tastatur her und wenn man es auf einem bestimmten Typ (Macbook, englisch) drückt, bekommt man das Hipster-Dreieck alias Delta-Symbol (∆) alias den eigentlichen Namen dieser jungen britischen Band, die gerade von all denen gehört wird, die etwas auf ihren guten Musikgeschmack geben.
alt-J haben somit ganz gut verstanden, wer überhaupt als Hörer ihrer Musik infrage kommt: Junge und mittelalte geschmäcklerische Kids, die ein Macbook besitzen und in dem ∆ die Referenz erkennen. Für was das Dreieck genau steht, weiß natürlich kein Mensch. Ist aber auch vollkommen egal, es ist ein bisschen so, als gelte den Musik-Hipstern das Symbol als Leerstelle für all die düsteren, euphorischen, unsagbaren Dinge, die man durch Musik (und ganz generell im Leben) so empfindet. Von daher ist es den alt-Js wohl gar nicht so unernst mit den Dreiecken. Zitat aus ihrem Song »Tesselate«: »Triangles are my favourite shape«.

Der etwas ungewöhnliche Name scheint auch ein wenig Platzhalter für die absolut normale Bandbiographie zu sein. Man lernte sich standardmäßig in Leeds an der Uni kennen, wechselte dann ein paar mal Namen, Stil und Formation und schloss sich, um ein Album aufzunehmen, in einen Keller in Cambridge ein. Entdeckt wurden die vier Jungs dann auch ganz standesgemäß von der sogenannten Blogosphäre; dort hörte man vor allem den Song »Matilda«, an dem gleich die interessanten Stimmexperimente auffielen. Ob der omnipräsenten Internetpräsenz nicht weiter verwunderlich: In Großbritannien sind alt-J letzte Woche dann direkt in die Top 20 der Albumcharts eingestiegen.
Ihr für ein Debütalbum viel zu vollkommenes Debütalbum heißt »An Awesome Wave« (das Dreieck als Soundwelle). Man hört den Songs an, dass da ewig dran gefeilt wurde und das Einzige, was ein klein wenig sauer aufstößt, ist, dass alles zu perfekt klingt (man erinnert sich unweigerlich an The xx). Natürlich ist das ein totaler Quatsch, sich darüber zu beschweren, dass alles zu gut ist, aber es gibt eben immer mehr gute, kluge Bands, gegen die man eigentlich nichts einwenden kann. Außer, dass es eben zu viele von ihnen gibt.

alt-J sind also doch keine weitere, einfache Indieband, dafür ist ihr Songwriting zu ausgefeilt, dafür kombinieren sie zu geschickt das beste aus den Fleet Foxes, Foals, Bon Iver und James Blake Doch wenn sich der warme, dahin näselnde Folk-Gesang über den am Computer und während unzähliger Proben berechneten, eklektischen Grundsound legt, dann ist es der Band alt-J hier tatsächlich gelungen, nochmal mit etwas Neuem anzukommen, das man gerne und immer wieder hören mag. alt-J sind also doch keine weitere, einfache Indieband, dafür ist ihr Songwriting zu ausgefeilt, dafür kombinieren sie zu geschickt das beste aus den Fleet Foxes, Foals und natürlich auch ein bisschen Bon Iver und James Blake. Die Songs fließen mehr in- und auseinander als dass es einfache Popsongs wären. Die ausgedehnten Instrumentalparts sorgen wie bei »Ms« und »Taro« gar regelmäßig für Glücksschübe. Trotz alledem sind die Songs eingängig und immer wieder überrascht die mit Hall versehene, jammernd-schöne Folkstimme von Frontman Joe Newman. Der letzte Song des Albums, »Hand-made«, der einzige astreine Folksong, stellt vielleicht ein bisschen klar, in welcher Tradition man sich am ehesten sieht. Ansonsten gehen alt-J nach der heute schon altbewährten Methode: das Beste aus allem vor.

Die Jungs scheinen übrigens nicht nur Freunde der, ähem, Hipsterästhetik, sondern auch große Filmfreunde zu sein. Zumindest lassen einige Songtitel darauf schließen. »M∆tilda« (natürlich mit Δ) spielt auf Luc Bessons Leon an und die Besungene wäre in dem Fall die 13-jährige Nathalie Portman! Was nun das kryptische Hipsterdreieck mit dem Folktum der Musik zu tun hat, bleibt allerdings im Unklaren. Vielleicht mögen die Jungs das Dreieck einfach daher so gern, weil es ihrer Musik so ähnlich ist: makellos.

Das Album »An Awesome Wave« von Alt-J findest du bei hhv.de auf LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.06.2012
alt-J (∆)
An Awesome Wave
Bei Alt-J kommt das Beste aus Folk, Bässen und Sampling zusammen, ohne das rad neu zu erfinden und doch auf frische, ungehörte Weise.
Music Review | verfasst 19.09.2014
alt-J (∆)
This Is All Yours
Der eklektizistische Kunst-Pop von alt-J (∆) ist mit »This Is All Yours« noch ausladender, noch versponnener und spezieller geworden.
Music Review | verfasst 17.09.2012
Dinosaur Jr.
I Bet On Sky
Alles wie immer bei Dinosaur Jr.? Vielleicht nicht, denn »I Bet On Sky« taugt bestens in diesem Jahr, auch wenn der Sound bekannt ist.
Music Review | verfasst 30.04.2014
Jamaica
Ventura
Jamaica könnten als Festival-Konsens der Saison funktionieren. Im nächsten Jahr werden sie eben nur von anderen Sommer-Hits abgelöst.
Music Review | verfasst 10.09.2014
Interpol
El Pintor
Ein dunkles, aber kein tiefschwarzes Album ist »El Pintor« von Interpol geworden. Trotzdem knüpft ihre fünfte Platte an ihre Anfänge an.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Black Rebel Motorcycle Club
Live In Paris
Nach 20 Jahren Bestehen liefern Black Rebel Motorcycle Club mit »Live In Paris« ihr erstes Livealbum.
Music Review | verfasst 10.03.2016
Violent Femmes
We Can Do Anything
Nach 16 Jahren veröffentlichen Violent Femmes mit »We Can Do Anything« ein neues Album. Nostalgikern dürfte die Platte gefallen.
Music Review | verfasst 18.03.2016
James
Girl At The End Of The World
Für viel sind James Legenden. Das dürfte sich auch mit »Girl At The End Of The World« nicht ändern. Obwohl es dafür Gründe gäbe…
Music Review | verfasst 07.11.2018
Dead Can Dance
Dionysus
Mit eindrucksvoller Seriosität streben Dead Can Dance auf »Dionysus« nach dem Transzendenten und bleiben ihren Anhängern nichts schuldig.
Music Bericht | verfasst 24.09.2012
Soap&Skin
Live mit Ensemble und Chor am 21.9. im Astra Kulturhaus in Berlin
Die Österreicherin Anja Plaschg hat auf ihrem jüngsten Album als Soap&Skin, »Narrow«, den frühen Tod ihres Vaters verarbeitet. Auch auf der Bühne des Astra Kulturhauses in Berlin war diese Trauerarbeit noch gegenwärtig.
Music Review | verfasst 16.10.2011
Cant
Dreams Come True
Chris Taylor von Grizzly Bear und George Lewis Jr. von Twin Shadow machen gemeinsame Sache.
Music Review | verfasst 05.03.2012
Pete Philly
One
Pete Philly wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das von seinen Fun-Rap-Vorgängern ramponierte Image Hollands wieder gründlich aufpolieren.
Music Review | verfasst 17.01.2013
Mogwai
A Wrenched Virile Lore
Mogwais musikalischer Korpus eignet sich hervorragend zu Verfremdungszwecken, doch wird die Bisskraft dadurch nicht unbedingt maximiert.
Music Review | verfasst 08.04.2013
Soap&Skin
Sugarbread
Mit der Single »Sugarbread« beendet Soap&Skin das, wenn auch traurige, aber musikalisch eindrucksvolle Kapitel »Narrow«.
Music Review | verfasst 29.05.2013
Ghostpoet
Some Say I So I Say Light
»Some Say I So I Say Light« ist eine dunkle und in sich versunkene Platte, auf der der Ghostpoet seinen Gedanken freien Lauf lässt.
Music Review | verfasst 06.06.2013
Valerie June
Pushin' Against A Stone
Country genießt heutzutage nicht unbedingt eine hohe Wertschätzung bei hippen Pop-Musik-Connaisseuren. Valerie June könnte das ändern.
Music Review | verfasst 23.01.2014
Bohren & Der Club Of Gore
Piano Nights
Die Meister der Langsamkeit sind zurück: Bohren & Der Club Of Gore veröffentlichen mit »Piano Nights« ihr siebtes und großartiges Album.
Music Review | verfasst 11.03.2014
East India Youth
Total Strife Forever
Das Debütalbum von East India Youth ist wohl für so manche überraschend. Eine Sensation ist es aber nicht.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.