Music Interview | verfasst 08.10.2012
Fulgeance
»Man kann nicht alles neu erfinden«
Der umtriebige Franzose veröffentlichte seine »langsame Tanzmusik« bereits bei Labels aus Frankreich, England, Irland und nun sogar Slowenien. Sein neues Album »Step Thru« erscheint in diesen Tagen bei rx:tx. Wir trafen ihn zum Interview.
Text Georg Rackow , Fotos Tobias Hoffmann / PhyreWorX
Fulgeance_splash-hhv-tobias-hoffmann-phyreworx_img_4945

Fulgeance tourt europaweit von Club zu Club und von Label zu Label. Der umtriebige Franzose veröffentlichte seine »langsame Tanzmusik« bereits bei Labels aus Frankreich, England, Irland und nun sogar Slowenien. Sein erstes großes Album »To All Of You« veröffentlichte er 2011 jedoch bei dem deutschen Qualitäts-Indie Melting Pot Music. Nach eigener Aussage bringt der gelassene Socialiser dem Hip-Hop die notwendige Portion Tanz in Form von Funk und House zurück. Und live rockt er hyperaktiv jede MPD von Bratislava bis Bilboa.

Du wechselst musikalische Stile wie Unterhosen – ist das manchmal schwer für deine Fans dir zu folgen?
Fulgeance: Ich habe etwa vier Jahre gebraucht, um einen Fuß in die Tür zu bekommen bei Indie-Partys, um manchmal vielleicht sogar etwas Geld dafür zu bekommen. Das hat natürlich eine gewisse Ästhetik geprägt. Heute wird meine Musik eben wieder differenzierter, persönlicher. Dadurch habe ich vielleicht ein paar Fans verloren, aber das kümmert mich nicht. Also, es ist mir nicht egal, aber es bekümmert mich eben auch nicht. Aber ich finde auch, dass die Musikrichtung, in der ich unterwegs bin, grob gesagt im »electronic Hip Hop«, sich generell sehr schnell weiterentwickelt.

Welche Rolle spielt die MPC in deinem Schaffen?
Fulgeance: Als ich angefangen habe die MPC zu benutzen, war sie alles andere als trendy. Alle anderen benutzten mittlerweile Laptops und so. Aber es war überraschend zu sehen, wie sehr die Leute die MPC mochten, wie viel Respekt dafür vom Publikum kam und auch von anderen Produzenten. Das beeinflusste natürlich meine Produktionen, die live gut zu performen sein mussten. Aber die MPC ist ziemlich schwer und ich bin lange Zeit mit zwei Stück gereist, eine im normalen Gepäck, eine im Handgepäck, und ich habe sie beide geschrottet. Außerdem hat sie nur einen geringen Speicherplatz und erschwert damit das Arbeiten. Deshalb produziere ich mittlerweile doch wieder mit dem Laptop. Aber ich habe einen MPD-Controller, der im Endeffekt genauso arbeitet wie eine MPC.

»Ich liebe Momente, in denen ich sagen kann: ›Oh, das klingt wie XY, nur etwas funkiger.‹« (Fulgeance) Viele Produzenten sind eher ruhige Typen, die nicht gerne im Rampenlicht stehen, bei dir ist das anders…
Fulgeance: Ja, ich habe zum Beispiel auch ein Micro auf der Bühne. Ich will immer mit der Menge interagieren. Ich quatsche da auch viel Bullshit und manchmal verstehen die Leute auch gar nichts, wegen meines französischen Akzents. (lacht) Die Gefahr dabei ist, dass wenn du hyperaktiv auf der Bühne bist, dann kannst du entweder die Crowd für dich gewinnen oder alle verschrecken. Nun möchte ich kein Joe Satriani an der MPC sein, aber ich mag es, wenn die Leute tanzen können und trotzdem was zum Schauen haben. Ich habe es aber auch schon manchmal übertrieben und das Publikum abgetörnt. (grinst)

Amüsierst du dich manchmal darüber, wenn Journalisten sich mit gewagten Genre-Begriffs-Kombinationen zu behelfen versuchen, wenn sie deine Musik beschreiben? Wie zum Beispiel: Soul-HipHop-Disco-Avantgarde-Electronics oder Afrobeat-UKsubbass-Skweee-Techno.
*Fulgeance:
(lacht) Ich habe mit »Low Club« mittlerweile zum Glück einen guten Namen für mich gefunden. Aber ich hatte immer großen Spaß an absurden Genrebezeichnungen, v.a.im Goldenen MySpace-Zeitalter. Hudson Mohawke hatte auf seinem Profil die Beschreibung »Emotronic« stehen, dann kam Rustee mit »Aquacrunk« und ich fühlte mich davon angestachelt, mir auch eine eigene Genrebezeichnung zuzulegen. Ich hatte mal eine EP mit dem Titel »Low Club« und da ich Musik mache, die tanzbar und trotzdem verhältnismäßig langsam ist, so zwischen 90 und 110 bpm, hatte ich das Gefühl, das würde gut passen. Und zum Glück hat der Begriff sich unter Journalisten mittlerweile gut verbreitet. Und letztens habe ich sogar einen anderen Produzenten getroffen, der meinte, er produziere »Low Club«. Da habe ich nur gedacht: Yeeeaaah! (lacht)

Was ist der Unterschied zwischen dem Kopieren eines Sounds und dem Referieren an einen Sound?
Fulgeance: Um ehrlich zu sein, ich habe ziemlich oft das Gefühl, dass ich genauso klinge wie der und der. Doch der Beat gefällt mir trotzdem. Ich versuche aber insgesamt stets nicht zu nahe an irgendetwas dran zu sein. Das ist manchmal gar nicht so leicht, denn man kann nicht ständig alles neu erfinden. Wir kopieren, wenn man es genau nimmt, in jedem einzelnen Song. Aus der Kopie kann nur dann eine Referenz werden, wenn man etwas eigenes daraus macht. Ich liebe Momente, in denen ich sagen kann: »Oh, das klingt wie XY, nur etwas funkiger.«

Du vertreibst deine Musik auf Vinyl, auf CD und Online. Du kannst also die mystische Frage beantworten: Was verkauft sich am besten?
Fulgeance: Puh … also ich finde MP3s sind eine gute Sache, ich benutze selbst ständig welche. Aber wenn ich meine gesamte Musikvergangenheit betrachte, dann wahrscheinlich Vinyl. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Platten immer am schnellsten weg waren. Ich weiß leider keine genauen Zahlen. Ich meine, ich sollte es, ich habe immerhin ein Label … (lacht) Ja, nee, ich glaube es ist Vinyl. Nein, definitiv, es ist Vinyl!

Das Album »Step Thru« von Fulgeance findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 16.09.2011
Fulgeance
»Ich will mich nicht einschränken«
Fulgeance zählt gemeinsam mit Onra und Häzel zu einer neuen Generation an französischen Beatbastler. Wir trafen ihn zum Gespräch über die Vielfalt der elektronischen Musik und Wege, diesen gerecht zu werden.
Music Review | verfasst 02.01.2012
Fulgeance
To All Of You
Der Franzose Fulgeance hat ein sehr hörenswertes Album auf Melting Pot Music veröffentlicht.
Music Review | verfasst 25.10.2012
Fulgeance
Step Thru
Fulgeance hat ganz bestimmte Ansprüche an sein neues Album gestellt. Wir haben überprüft, ob er diese erfüllen konnte.
Music Review | verfasst 14.10.2013
Fulgeance
Cubes
Schrille Synths, blubbernde Beats und wuchtige Wellen mit dystopischer Grundeinstellung: Fulgeance’ neues Album ist richtig gut.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 20.02.2011
Martyn / Mike Slott
Collabs 1
Mit den beiden Tunes verhält es sich wie mit den beiden Produzenten: Unterschiedliche Stile auf hohem Niveau.
Music Review | verfasst 15.11.2011
Onra
Chinoiseries Pt. 2
Der französische Beatmaker hat abermals in vietnamesischen Plattenarchiven gewühlt und einen weiteren Teil seiner Chinoiseries produziert.
Music Review | verfasst 08.12.2011
Brenk Sinatra
Gumbo 2 (Pretty Ugly)
Melting Pot’s Finest Brenk Sinatra bringt mit Gumbo 2 (Pretty Ugly) sein bereits drittes Instrumental-Album.
Music Review | verfasst 15.12.2011
Hulk Hodn & Hubert Daviz
Kaseta
Die zwei Beatbrüder Hulk Hodn und Hubert Daviz aus dem sonnigen Köllefornia haben für Kaseta tief in ihrem Beatarchiv gewühlt.
Music Review | verfasst 03.02.2012
Various Artists
Beat Fight #2
Im Oktober trafen sich in Köln zwölf Produzenten aus Deutschland und Österreich und stellten sich dem Wettbewerb. So klingt das Ergebnis.
Music Review | verfasst 09.10.2013
Knxwledge
Kauliflowr
Knxwledge veröffentlicht so gut wie jeden Monat irgendwas. Sein Album »Kauliflowr« ist aber zum Glück nicht irgendwas, sondern richtig gut.
Music Review | verfasst 26.11.2014
Betty Ford Boys
Retox
Nichts mit Entschlackungskur – hier wird nachgeschüttet. Hier steckt richtig Volumen hinter.
Music Interview | verfasst 18.04.2011
Knxwledge
Beats und Soul zusammendenken
Die Beat-Szene kennt eine große Vielfalt an Namen und Produzenten die durch ihre Produktionen die Messlatte ständig höher legen. Einer der Namen, mit denen man definitiv vertraut sein sollte, ist Knxwledge.
Music Interview | verfasst 26.08.2011
Paul White
Eine Reise, ein Ausweg
Sein enormer Output und seine vielfältigen Produktionen haben Paul White schnell in die erste Liga der Produzentengilde katapultiert. Wir sprachen mit ihm über das Produzieren von Beats mit und ohne Raps.
Music Interview | verfasst 07.11.2011
Onra
»Bei mir kommt alles vom Hip Hop«
Onra hat sich mit uns zusammengesetzt, um über seine Arbeitsweise, seine musikalischen Inspirationen und sein Debüt Tribute, dass er 2006 zusammen mit Quetzal veröffentlicht hat, zu sprechen.
Music Bericht | verfasst 21.05.2012
Suff Daddy
Live am 16.5. in der Alten Feuerwache in Mannheim
Bevor Suff Daddy sein Berliner Beatlabor verlässt, um seine neue Wahlheimat Sydney anzusteuern, lud er im Mai noch einmal zur Abschiedstour ein. In der Nacht zum Vatertag zeigte er in Mannheim, was uns auf dem kommenden Album erwartet.
Music Kolumne | verfasst 31.07.2012
Keine halbe Sätze
Proband: TBRCK
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: TBRCK. Im Gespräch wird eines deutlich: TBRCK nimmt sich Zeit, für seine Musik und zum Überlegen bevor er antwortet.
Music Bericht | verfasst 22.03.2013
All City Dublin
Platten für die Zukunft
Zwölf Jahre nachem Olan O’Brien 2001 einen kleinen Plattenladen im Temple Bar District in Dublin eröffnet hat, ist All City Records zum einem kleinen Brückenkopf amerikanischer Musik in Europa gewachsen.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.