Music Kolumne | verfasst 31.10.2012
Aigners Inventur
Oktober 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kendrick Lamar, Bat For Lashes, Andy Stott und Daphni.
Text Florian Aigner

Kendrick Lamar - good kid, m.a.a.d cityFind it at hhv.de:LP, CD und Deluxe Edition Eins vorweg: der Hype trifft nicht den Falschen. Kendrick Lamar ist ein bemerkenswerter Rapper. Introspektiv, aber dickeierig, klassisch geschult, aber weit weg von Duck Down, mit Westküsten-Chuzpe und Ostküsten-Schreibtalent. »Good Kid, M.a.a.d. City« ist jedoch kein perfektes Album und auch kein Album, das dem vollen Potential der größten Rap-Hoffnung der letzten Jahre gerecht wird, egal was uns die Rap-Presse und Fachfremde aktuell erzählen wollen. Ja, K. Dot verfolgt ein in sich schlüssiges Konzept, bricht den Erzählstrang aber unvermittelt nach 10 von 12 Tracks ab und tackert dann in der Deluxe Edition noch relativ lieblos thematisch nur bedingt anschlussfähiges Bonusmaterial an. Auch die so häufig gelobte Kohärenz ist nur bedingt vorhanden, Hit-Boys hypermodernes Boasting-Brett harmoniert so gar nicht mit der Zurückgenommenheit der ersten Albumhälfte und die Drake und MJB-Features wirken unangenehm konstruiert. Auch sind 10-Minuten-Epen schwer zu verdauen, sofern dort musikalisch bereits nach drei Minuten das Wichtigste gesagt ist. Natürlich ist Kendricks Major-Debüt ein wirklich erhabenes Album eines eleganten Stilisten, der einen immensen Gewinn für die Rap-Landschaft darstellt, wer sich jedoch nach all der medialen Gehirnwäsche verpflichtet fühlt Erweckungserlebnisse, wie zuletzt vielleicht bei Madvillain oder mit Abstrichen auch bei My Beautiful Dark Twisted Fantasy, haben zu müssen, könnte eventuell doch etwas enttäuscht sein. Und das wäre so unfair wie schade.
 

100s ice cold perm Leichter zu absorbieren ist 100s »Ice Cold Perm«, das Debütalbum eines dieser viel zu jungen Westküstenrapper, das jedoch so abgezockt klingt wie Kurupt anno 1996. Kein Wunder also, dass sich der akkurat gebürstete 19-Jährige für das Artwork direkt mal bei Tha Doggfather bedient und ein ausgesprochen beeindruckendes Gefühl dafür hat, sich Beats zu krallen, die gleichzeitig nach DJ Quick und Hud Mo klingen. Eine kleine Sensation, die, wie das heute halt so läuft, momentan noch auf Bandcamp versauert.
 

main attrakionz 2nd albumFind it at hhv.de: 2LP Bereits das zweite offizielle Album gibt es dieser Tage von den vor enigen Monaten noch so häufig als “Cloud Rap” (totestes Label seit “Witch House”?) verkannten Main Attrakionz. Fun Fact: jene beiden gastierten nicht nur auf Live Love A$AP, sondern featureten auf ihrem Debüt auch diesen 100s-Typen, von dem eben die Rede war. »Bossalinis & Fooliyones« ist in seiner abgeklärten 808-Obligatorik und dem ganzen purpurnen Hedonismus durchaus auch unterstützenswert, aber große Autoritätsfiguren am Mikro sind hier nur selten zu hören.
 

gorgeous children Wer von Lil Ugly Mane als der einzige Rapscheiß bezeichnet wird, dem er in den letzten Wochen Gehör geschenkt hat, bekommt von mir schon automatisch einen wuschigen Klick auf die – richtig – Bandcamp-Seite. Gorgeous Children ist ein, gar nicht arg sympathisch aussehendes, Duo, das auf seinem ersten Album bisweilen an die morbide Grundstimmung der ersten beiden Gravediggaz-Alben erinnert, oder an Illogic mit weniger Neurosen. Auch als Raider Klan Mitglieder Nummer 1034 + 1035 würden sich die beiden durchaus anbieten, auch wenn ihr Debüt dafür zu gewissenhaft gemastert wurde und der Südstaaten-Einfluss nur sehr rudimentär ausgeprägt ist. Sei es drum, das ist Gefrierpunkt-Hop und genau deswegen jetzt genau das Richtige.
 

Mellowhype 2012 Numbers CoverFind it at hhv.de: CD | 2LP Mellowhype werden niemals Odd Future Posterboys werden, dafür sind zum einen Tyler, Earl und natürlich Frank Ocean viel zu präsent, zum anderen aber auch weil Hodgy Beats und LeftBrain hierfür auch zu wenig herausfordern. Auch »Numbers« wird wieder zwischen Captain Murphy Spekulationen und Oceans Sommermemoiren verloren gehen, was zwar angesichts der durchaus vorhandenen Qualität, vor allem seitens der Produktion, etwas schade ist, aber auch logisch, wenn das einzige, was wirklich hängenbleibt die Tatsache ist, dass Mellowhype auch gerne ihre Kreuze umgedreht aufhängen und Frankie Oceans kurzes Gastspiel wieder ad infinitum auf Ein- und Zweideutigkeiten untersucht werden wird.
 

Sean Price Mic Tyson LPFind it at hhv.de: 2LP Es gab mal einen Zeitpunkt an dem ich von Sean Price genervt war, nicht weil er MySpace clever dafür nutzte als Callboy lieblose 16er an naive Wiggahz aus Ohio zu verchecken, sondern weil man den Eindruck gewann, dass er jede Punchline bereits zum dritten Mal benutzt. Nun lag genügend Zeit zwischen dieser Ära und »Mic Tyson«, so dass ich mich mittlerweile wieder genuin über Püüüüüs ignoranten Gags freuen kann. Auf der Produktionsseite vertraut Sean Price den üblichen Verdächtigen, was in einem naturgemäß überraschungsfreien Album resultiert, aber wenn ich mir diese Jahrtausendwenden-Ästhetik heute noch geben muss, dann am besten so wie hier.
 

prodigy bumpy Tendenzen zur Redundanz gibt es auch seit Jahren bei Prodigy, aber auch auf einem wirklich mediokren Album, was »Bumpy Johnson« ohne Zweifel ist, habe ich mein Fantum nicht so ganz im Griff. Das ist meilenweit entfernt von Return Of The Mac, H.N.I.C,, geschweige denn den Mitneunziger-Großtaten, aber frei nach Guru: diese Stimme und Präsenz, ey.
 

Brother Ali - Mourning In America & Dreaming In Color (2012)Find it at hhv.de: CD | 2LP »Mourning In America & Dreaming In Color« beweist vor allem eins: dass politischer Rap meist nur dann gut ist, wenn er das nicht explizit sein will. Brother Ali versteigt sich hier in teils hanebüchen plakative Poesiealbums-Sprüchen, die in ihrer Unreflektiertheit mindestens genau so peinlich sind wie die ach so verwerfliche Ignoranz seiner Mitbürger. Musikalisch geht das schon in Ordnung, die liebevoll produzierte Rhymesayers-Schule halt. Aber Ali sollte sich vielleicht wieder mehr mit seinem Innenleben beschäftigen, als zum Substitut für all jene befremdlichen TV-Prediger zu werden, die er selbst vermutlich verabscheut.
 

Vinnie Paz - God of the SerengetiFind it at hhv.de: CD | 2LP Lustiger ist Vinnie Paz, wenngleich natürlich unfreiwillig, Daddy. Wie immer vermischt sich mal hyperexplizite, mal kryptische Kriegsrhetorik mit Sample-Bombast und wie immer klingt Vinnie dabei wie Kool G Rap nach drei Bypass-Operationen, Faggot. Und auch wie immer, gibt es den ein oder anderen Gastvers oder überraschenden Beat-Beitrag, der den Karren für einige Minuten aus dem Dreck zieht, Son. Wie man »God Of The Serengeti« (Really, I mean, REALLY?!?) aber im entferntesten ernst nehmen kann, ist mir ein echtes Rätsel, Cousin.
 

xzibit napalmFind it at hhv.de: CD Mit ähnlichen Problemen hat Xzibit zu kämpfen. Zu viele Fishtanks wurden in die Fishtanks der Fishtanks gebaut, zu präsent ist X heute als West Coast Customs Gimmick. Dabei ist »Napalm« an sich gar nicht so schlimm, einigermaßen souverän passt sich das KFZ-Maskottchen an die heutigen Gepflogenheiten an und featuret sicherheitshalber von Wiz über The Game, B-Real bis zu E40 einfach mal die halbe Rap-Demographie. Natürlich kann und sollte man auch diesen Monat wieder 20 Alben den Vorzug geben, aber irgendwie tut er mir dafür fast zu sehr leid.
 

rza iron fistsFind it at hhv.de: 2LP Dass RZAs Tarantino-unterstütztes »The Man With The Iron Fists« seinen Detox-Status überwunden hat, ist mittlerweile bekannt. Auch in Unkenntnis der begleitenden Bilder funktioniert der begleitende Soundtrack schon recht gut, RZA verknüpft die klassische Morricone- und Schifrin-Schule gekonnt mit beatlastigeren Neubearbeitungen des afroamerikanischen Soul-Kanons. Zusätzlich wird es demnächst auch die Hip Hop Version des Soundtracks geben, auf der sich der Clan, Kanye, Pusha T, die Eastflatbush Zombies und viele weitere die Klinke in die Hand geben und auf Spagetti-Western-Samples mit rauem Duktus die Hand im Schritt verstauen.
 

Miles Bonny & Brenk Sinatra Supa Soul Sh*t LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Extrem abgehangen und zeitlos bounct auch der von Brenk und Miles Bonny fabrizierte »Supa Soul Shit«. Brenk verschreibt sich hier dem reduzierten Rumms der ersten Slum Village Ära und manchmal, nur manchmal, gibt man sich der Illusion hin, dass so auch das notwendige Steve Spacek und Dilla Album hätte klingen können. Das wiederum sind dann, das gesamte S3 Album nüchtern betrachtet, zuviel der Lorbeeren, aber dennoch: das ist schon wirklich gelungene Erwachsenenunterhaltung.
 

Two Fingers - Stunt Rhythms LPFind it at hhv.de: 2CD | 3LP Bei Amon Tobin freut man sich hingegen richtig, wenn er mal diesen ganzen apokalyptischen Collagen-Kram beiseite legt und sich mit seinem Buddy Doubleclick als Two Fingers im tanzflurkompatiblen Bass-Sumpf austobt. Auf »Stunt Rhythms« verzichten die beiden im Gegensatz zum Debüt fast komplett auf Gastvokalisten, einzig auf der Bonus CD kommen unter anderem Peedi Crakk und Lady Pharroh zu Wort. Das macht allerdings gar nichts, weil Tobin, der alte Wall-Of-Sound-Maniac, selbst reduzierte Grime-Instrumentals so fett klingen lässt, dass gesprochene Worte nur ablenken. So springen die beiden wild zwischen Terror Danjah, Rustie, Baauer und was gerade noch so im gediegenen Tempo den klassischen Grime und Trap Neon anstreicht und stets hat man das Gefühl, dass das selbst auf Zimmerlautstärke die Veltins Arena zerbersten würde. Ach ja, der Hit heißt Smurf und klingt wie Hit-Boy auf Steroiden. Kann man machen.
 

Pangaea Release LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Pangaea bleibt unterdessen der Trickster der Brit-Bassler. »Release« ist nun de facto das Albumdebüt des Hessle Audio Co-Chefs, auch wenn er das selbst anders sieht und »Release« als EP tituliert. Das jedoch ist völlig nebensächlich, das eigentlich interessante bleibt, dass Pangaea auch hier wieder keinerlei Erwartungshaltungen bereit ist zu erfüllen. Die halbe Insel schwenkt gen geradlinigen Techno? Pangaea begrüßt uns mit Missy Elliott. Alle streuen herzschmerzige R&B-Samples in ihre neoklassizistischen House-Banger? Pangaea klöppelt uns mit 145 BPM Jungle die Sentimentalität aus den Ohren. Half-Step ist verboten? Pangaea erhöht gefühlt auf Quarter-Step. Und genau das macht ihn unverzichtbar, auch wenn nicht jede dieser querköpfigen Ideen zündet.

oneohtrix reneFind it at hhv.de: LP Es klingt wie ein Oxymoron, aber auch Oneohtrix Point Never erfüllt die an ihn gesetzten Erwartungen, in dem er sich mal wieder komplett verweigert. Gemeinsam mit Rene Hell setzt er uns eine Split-LP vor, auf der er sich zunächst durch zahllose irritierende Schnipsel hackt, um Rene Hell dann Platz zu machen, der eine elegische Suite programmiert, die mit der A-Seite nichts zu tun hat. Komisch, komisch, aber das muss so sein.
 

Andy Stott - Luxury ProblemsFind it at hhv.de: CD | 2LP+CD Derweil trifft sich Andy Stott mit der Piano-Lehrerin seiner Jugend und produziert mit dieser ad hoc direkt mal das beste Portishead Album seit – genau – dem letzten Portishead-Album. Stotts in Zeitlupe kriechende, verhuschte Techno-Skizzen aus den vergangenen Jahren klingen nicht mehr ganz so nach dem jüngsten Gericht, aber von Yoga-Kursen und Starbucks ist er immer noch meilenweit entfernt, nicht zuletzt weil seine Stücke trotz oder auch mit Vocals von ihren Brüchen leben. »Luxury Problems« lebt dann auch von der Dynamik des abseitigen Produzenten, der sich auf seine verschrobene Art mit den Konventionen des Instruments ‘Gesang’ auseinandersetzt und daraus ganz andere Schlüsse zieht als beispielsweise ein Bonobo oder Massive Attack. Für mich ein Highlight der dunklen Jahreszeit.
 

elbee bad rhFind it at hhv.de: 2LP Auch ein Highlight: die nächste Rush Hour Reissue/Compilation, auch wenn Elbee Bad mit seinem verschwitzten, klassischen Chicago House nur bedingt Sprühregen-kompatibel ist. Trotz des gewichtigen Titels »The Prince Of Dance Music: The True Story Of House Music« nicht ganz so epochal wie das Lebenswerk der Gebrüder Burrell und auch die lange angekündigte Romanthony Compilation wäre noch einen Tacken erektionsinduzierender gewesen, aber als Geschichtsstunde über einen der seltenst genannten Künstlern im Jack-Kontext ist das dennoch längst überfällig und essentiell.
 

Daphni - JialongFind it at hhv.de: CD | 2LP Caribous Entwicklung hin zum Vollzeit-Houser ließ sich schon mit dessen letztem Album erahnen, »Jialong« ist also irgendwo auch der Kulminationspunkt einer längeren Entwicklung. Auch als Daphni vergisst Caribou freilich eingängige Melodien nicht, wie der großartige und mittlerweile allerorts fies durchgenudelte Opener beweist und auch die zunächst eher als Edits präsentierten ersten Daphni-Tracks waren noch schüchterner in ihrem Funktionalitätsdenken. Die nun vorliegende Langspielrille ist dann aber unterm Strich ein relativ konservativ gestricktes House-Album, mal mit Acid.Referenzen, mal ready for the Mainfloor, aber irgendwie auch nicht mehr so charmant wie Dan Snaiths Übergangsphase vor 1-2 Jahren.
 

Michael Mayer - MantasyFind it at hhv.de: 2LP Ach Köln, man muss dich so gern haben. Die Nummer 250 im Kompakt-Katalog hast du selbstredend für Michael Mayer reserviert und der dankt mit einem fokussierten Album, das mit Roses einen derart fragil schönen Hit hat, dass sämtliche Galleristinnen bereits nach 90 Sekunden ihr Höschen wechseln müssen. Später dann Ansatzpunkte an Electro im klassischen Sinn, dann wieder nerdiger Hot Chip Pop mit Planet Rock Breaks, Gezwitscher im Baumhaus, Käse und die ein oder andere größere Geste. Dafür, dass diese Kompakt-Ding schon so häufig für tot erklärt wurde ist »Mantasy« wieder eine solide Sache geworden.
 

blackbelt andersen 2Find it at hhv.de: 2LP So kölsch Mayer ist, so skandinavisch ist Blackbelt Andersen. Auf seinem zweiten Album, versehen mit einem wenig subtilen Cover, rührt Andersen diesen von Lindstrom und Co. vor einer gefühlten Ewigkeit gekochten Brei ein wenig um, verändert die Zutaten jedoch nicht. Krautrockiger Neo-Disco-Sound mit prominent gemischten Vintage-Synths und so vielen Melodien, dass man tatsächlich eher geneigt ist von “Songs” als “Tracks” zu sprechen. Das schmeckt nach längeren Auszeiten immer noch ganz gut, aber die Euphorie mit der man als Kind Miracoli verspeist hat, ist auch hier nicht mehr vorhanden.
 

bat for lashes 3rd albumFind it at hhv.de: 2LP Meine Zurückhalting bezüglich großer Indie-Pop-Sensationen ist wohldokumentiert, aber Bat For Lashes mag ich immer noch. Das dritte Album von Fräulein Khan ist, vom übergeschnappten Cover, über die Melodramatik des Openers und “Laura”, die Verspieltheit von “A Wall” bis zur krystallinen Verspultheit von “Deep Sea Driver” auch wieder eine gute Sache geworden.
 

Cat Power - SunFind it at hhv.de: 2LP Und weil ich Cat Power irgendwie auch nichts übel nehmen kann, erteile ich direkt auch noch gönnerhaft »Sun« die Absolution, auch wenn dort nichts geschieht, was man nicht schon in ähnlicher Form besser von Madame Power gehört hätte. Und um noch eine Prise trivialen Chauvinismus unterzukriegen: sie hat die Haare wieder so schön.
 

Tame Impala - Lonerism Cover Find it at hhv.de: CD | 2LP Die Haare so gar nicht schön haben Tame Impala, aber in Australien scheint dieses Björn Borg Ding auch konsensfähiger zu sein. Dazu gibt es leicht psychedelischen Surf-Pop mit Prog-Piano und lauten Drums. Mir deutlich zu harmlos, aber anscheindend findet man die dieses Jahr wohl gut, spätestens wenn sich Audi oder Fanta einen der gefühlten 10 Hits auf »Lonerism« krallt.
 

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Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.
Music Liste
Ross From Friends
10 Favorites
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.
Music Liste
X.Y.R.
Picks 10 latest Vinyl Records
Aufgewachsen in einer Provinzstadt im Nordwesten Russlands, atmet die Musik von X.Y.R. die russische Seele. Seine Auswahl an 10 Schallplatten zeigt hingegen, dass sein musikalischer Geschmack nicht an den Grenzen seiner Heimat Halt macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Liste
WEN
Picks 10 latest Vinyl Records
Soeben ist auf Big Dada »Ephem:era«, das zweite Album des als »Wunderkind des Post-Grime« hofierten Producers WEN erschienen. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begeistern.
Music Kolumne
Records Revisited
Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000)
Deutsch-Rap in seiner ersten Blüte, das Ende der Neunziger, der Anfang eines neuen Jahrtausends. Kein Album wurde mehr erwartet als das vorliegende. Und »Deluxe Soundsystem« schlug dann auch ein wie eine Bombe.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Porträt
Spasibo Records
From Russia With Funk
Eines Tages würden sie gerne mit Daptone und Jazzman in einem Atemzug genannt werden: Das St. Petersburger Label Spasibo verlegt die Grooves der Landsmänner neu. Tips dazu gab es auch von Jan Weissenfeldt.
Music Liste
Mo Kolours
Picks 10 latest Vinyl Records
»Inner Symbols« heißt das in diesen Tage erscheinende, dritte Album von Mo Kolours. Der Musiker hat für uns nun 10 Schallplatten ausgesucht, die ihn in diesen Tagen besonders begleiten. Darunter Jazz, Hip-Hop, Freunde, Bekannte, Kollegen.
Music Porträt
Macadam Mambo
Lyon zurück auf der Karte
In den letzten Jahren sind Exotika-Labels aus dem Boden geschossen wie Gemüse in Urban Gardening-Flächen. Seit 2012 ist das Lyoner Label Macadam Mambo nicht nur eines der interessantesten unter allen, sondern auch eines der bestgemachten.
Music Liste
Guts
Picks 10 latest Vinyl Records
Guts ist eine Institution im französischen, ach, im europäischen Rap. Mindestens. Soeben wurde seine Platte »Paradise For All« wieder aufgelegt. Die Gelegenheit ihn darum zu bitten, 10 Schallplatten zu picken, die ihn aktuell mitreißen.
Music Liste
16 Records from Russia
Selected by Michail Stangl
FIFA WM startet in Russland, das Passwort für ВКонтакте vergessen: es wären beinahe triste Wochen geworden. Aber nur beinahe. Hilfe kommt aus dem Boiler Room. Und plötzlich hat alles doch noch einen Sinn.
Music Liste
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.