Music Kolumne | verfasst 31.10.2012
Aigners Inventur
Oktober 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kendrick Lamar, Bat For Lashes, Andy Stott und Daphni.
Text Florian Aigner

Kendrick Lamar - good kid, m.a.a.d cityFind it at hhv.de:LP, CD und Deluxe Edition Eins vorweg: der Hype trifft nicht den Falschen. Kendrick Lamar ist ein bemerkenswerter Rapper. Introspektiv, aber dickeierig, klassisch geschult, aber weit weg von Duck Down, mit Westküsten-Chuzpe und Ostküsten-Schreibtalent. »Good Kid, M.a.a.d. City« ist jedoch kein perfektes Album und auch kein Album, das dem vollen Potential der größten Rap-Hoffnung der letzten Jahre gerecht wird, egal was uns die Rap-Presse und Fachfremde aktuell erzählen wollen. Ja, K. Dot verfolgt ein in sich schlüssiges Konzept, bricht den Erzählstrang aber unvermittelt nach 10 von 12 Tracks ab und tackert dann in der Deluxe Edition noch relativ lieblos thematisch nur bedingt anschlussfähiges Bonusmaterial an. Auch die so häufig gelobte Kohärenz ist nur bedingt vorhanden, Hit-Boys hypermodernes Boasting-Brett harmoniert so gar nicht mit der Zurückgenommenheit der ersten Albumhälfte und die Drake und MJB-Features wirken unangenehm konstruiert. Auch sind 10-Minuten-Epen schwer zu verdauen, sofern dort musikalisch bereits nach drei Minuten das Wichtigste gesagt ist. Natürlich ist Kendricks Major-Debüt ein wirklich erhabenes Album eines eleganten Stilisten, der einen immensen Gewinn für die Rap-Landschaft darstellt, wer sich jedoch nach all der medialen Gehirnwäsche verpflichtet fühlt Erweckungserlebnisse, wie zuletzt vielleicht bei Madvillain oder mit Abstrichen auch bei My Beautiful Dark Twisted Fantasy, haben zu müssen, könnte eventuell doch etwas enttäuscht sein. Und das wäre so unfair wie schade.
 

100s ice cold perm Leichter zu absorbieren ist 100s »Ice Cold Perm«, das Debütalbum eines dieser viel zu jungen Westküstenrapper, das jedoch so abgezockt klingt wie Kurupt anno 1996. Kein Wunder also, dass sich der akkurat gebürstete 19-Jährige für das Artwork direkt mal bei Tha Doggfather bedient und ein ausgesprochen beeindruckendes Gefühl dafür hat, sich Beats zu krallen, die gleichzeitig nach DJ Quick und Hud Mo klingen. Eine kleine Sensation, die, wie das heute halt so läuft, momentan noch auf Bandcamp versauert.
 

main attrakionz 2nd albumFind it at hhv.de: 2LP Bereits das zweite offizielle Album gibt es dieser Tage von den vor enigen Monaten noch so häufig als “Cloud Rap” (totestes Label seit “Witch House”?) verkannten Main Attrakionz. Fun Fact: jene beiden gastierten nicht nur auf Live Love A$AP, sondern featureten auf ihrem Debüt auch diesen 100s-Typen, von dem eben die Rede war. »Bossalinis & Fooliyones« ist in seiner abgeklärten 808-Obligatorik und dem ganzen purpurnen Hedonismus durchaus auch unterstützenswert, aber große Autoritätsfiguren am Mikro sind hier nur selten zu hören.
 

gorgeous children Wer von Lil Ugly Mane als der einzige Rapscheiß bezeichnet wird, dem er in den letzten Wochen Gehör geschenkt hat, bekommt von mir schon automatisch einen wuschigen Klick auf die – richtig – Bandcamp-Seite. Gorgeous Children ist ein, gar nicht arg sympathisch aussehendes, Duo, das auf seinem ersten Album bisweilen an die morbide Grundstimmung der ersten beiden Gravediggaz-Alben erinnert, oder an Illogic mit weniger Neurosen. Auch als Raider Klan Mitglieder Nummer 1034 + 1035 würden sich die beiden durchaus anbieten, auch wenn ihr Debüt dafür zu gewissenhaft gemastert wurde und der Südstaaten-Einfluss nur sehr rudimentär ausgeprägt ist. Sei es drum, das ist Gefrierpunkt-Hop und genau deswegen jetzt genau das Richtige.
 

Mellowhype 2012 Numbers CoverFind it at hhv.de: CD | 2LP Mellowhype werden niemals Odd Future Posterboys werden, dafür sind zum einen Tyler, Earl und natürlich Frank Ocean viel zu präsent, zum anderen aber auch weil Hodgy Beats und LeftBrain hierfür auch zu wenig herausfordern. Auch »Numbers« wird wieder zwischen Captain Murphy Spekulationen und Oceans Sommermemoiren verloren gehen, was zwar angesichts der durchaus vorhandenen Qualität, vor allem seitens der Produktion, etwas schade ist, aber auch logisch, wenn das einzige, was wirklich hängenbleibt die Tatsache ist, dass Mellowhype auch gerne ihre Kreuze umgedreht aufhängen und Frankie Oceans kurzes Gastspiel wieder ad infinitum auf Ein- und Zweideutigkeiten untersucht werden wird.
 

Sean Price Mic Tyson LPFind it at hhv.de: 2LP Es gab mal einen Zeitpunkt an dem ich von Sean Price genervt war, nicht weil er MySpace clever dafür nutzte als Callboy lieblose 16er an naive Wiggahz aus Ohio zu verchecken, sondern weil man den Eindruck gewann, dass er jede Punchline bereits zum dritten Mal benutzt. Nun lag genügend Zeit zwischen dieser Ära und »Mic Tyson«, so dass ich mich mittlerweile wieder genuin über Püüüüüs ignoranten Gags freuen kann. Auf der Produktionsseite vertraut Sean Price den üblichen Verdächtigen, was in einem naturgemäß überraschungsfreien Album resultiert, aber wenn ich mir diese Jahrtausendwenden-Ästhetik heute noch geben muss, dann am besten so wie hier.
 

prodigy bumpy Tendenzen zur Redundanz gibt es auch seit Jahren bei Prodigy, aber auch auf einem wirklich mediokren Album, was »Bumpy Johnson« ohne Zweifel ist, habe ich mein Fantum nicht so ganz im Griff. Das ist meilenweit entfernt von Return Of The Mac, H.N.I.C,, geschweige denn den Mitneunziger-Großtaten, aber frei nach Guru: diese Stimme und Präsenz, ey.
 

Brother Ali - Mourning In America & Dreaming In Color (2012)Find it at hhv.de: CD | 2LP »Mourning In America & Dreaming In Color« beweist vor allem eins: dass politischer Rap meist nur dann gut ist, wenn er das nicht explizit sein will. Brother Ali versteigt sich hier in teils hanebüchen plakative Poesiealbums-Sprüchen, die in ihrer Unreflektiertheit mindestens genau so peinlich sind wie die ach so verwerfliche Ignoranz seiner Mitbürger. Musikalisch geht das schon in Ordnung, die liebevoll produzierte Rhymesayers-Schule halt. Aber Ali sollte sich vielleicht wieder mehr mit seinem Innenleben beschäftigen, als zum Substitut für all jene befremdlichen TV-Prediger zu werden, die er selbst vermutlich verabscheut.
 

Vinnie Paz - God of the SerengetiFind it at hhv.de: CD | 2LP Lustiger ist Vinnie Paz, wenngleich natürlich unfreiwillig, Daddy. Wie immer vermischt sich mal hyperexplizite, mal kryptische Kriegsrhetorik mit Sample-Bombast und wie immer klingt Vinnie dabei wie Kool G Rap nach drei Bypass-Operationen, Faggot. Und auch wie immer, gibt es den ein oder anderen Gastvers oder überraschenden Beat-Beitrag, der den Karren für einige Minuten aus dem Dreck zieht, Son. Wie man »God Of The Serengeti« (Really, I mean, REALLY?!?) aber im entferntesten ernst nehmen kann, ist mir ein echtes Rätsel, Cousin.
 

xzibit napalmFind it at hhv.de: CD Mit ähnlichen Problemen hat Xzibit zu kämpfen. Zu viele Fishtanks wurden in die Fishtanks der Fishtanks gebaut, zu präsent ist X heute als West Coast Customs Gimmick. Dabei ist »Napalm« an sich gar nicht so schlimm, einigermaßen souverän passt sich das KFZ-Maskottchen an die heutigen Gepflogenheiten an und featuret sicherheitshalber von Wiz über The Game, B-Real bis zu E40 einfach mal die halbe Rap-Demographie. Natürlich kann und sollte man auch diesen Monat wieder 20 Alben den Vorzug geben, aber irgendwie tut er mir dafür fast zu sehr leid.
 

rza iron fistsFind it at hhv.de: 2LP Dass RZAs Tarantino-unterstütztes »The Man With The Iron Fists« seinen Detox-Status überwunden hat, ist mittlerweile bekannt. Auch in Unkenntnis der begleitenden Bilder funktioniert der begleitende Soundtrack schon recht gut, RZA verknüpft die klassische Morricone- und Schifrin-Schule gekonnt mit beatlastigeren Neubearbeitungen des afroamerikanischen Soul-Kanons. Zusätzlich wird es demnächst auch die Hip Hop Version des Soundtracks geben, auf der sich der Clan, Kanye, Pusha T, die Eastflatbush Zombies und viele weitere die Klinke in die Hand geben und auf Spagetti-Western-Samples mit rauem Duktus die Hand im Schritt verstauen.
 

Miles Bonny & Brenk Sinatra Supa Soul Sh*t LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Extrem abgehangen und zeitlos bounct auch der von Brenk und Miles Bonny fabrizierte »Supa Soul Shit«. Brenk verschreibt sich hier dem reduzierten Rumms der ersten Slum Village Ära und manchmal, nur manchmal, gibt man sich der Illusion hin, dass so auch das notwendige Steve Spacek und Dilla Album hätte klingen können. Das wiederum sind dann, das gesamte S3 Album nüchtern betrachtet, zuviel der Lorbeeren, aber dennoch: das ist schon wirklich gelungene Erwachsenenunterhaltung.
 

Two Fingers - Stunt Rhythms LPFind it at hhv.de: 2CD | 3LP Bei Amon Tobin freut man sich hingegen richtig, wenn er mal diesen ganzen apokalyptischen Collagen-Kram beiseite legt und sich mit seinem Buddy Doubleclick als Two Fingers im tanzflurkompatiblen Bass-Sumpf austobt. Auf »Stunt Rhythms« verzichten die beiden im Gegensatz zum Debüt fast komplett auf Gastvokalisten, einzig auf der Bonus CD kommen unter anderem Peedi Crakk und Lady Pharroh zu Wort. Das macht allerdings gar nichts, weil Tobin, der alte Wall-Of-Sound-Maniac, selbst reduzierte Grime-Instrumentals so fett klingen lässt, dass gesprochene Worte nur ablenken. So springen die beiden wild zwischen Terror Danjah, Rustie, Baauer und was gerade noch so im gediegenen Tempo den klassischen Grime und Trap Neon anstreicht und stets hat man das Gefühl, dass das selbst auf Zimmerlautstärke die Veltins Arena zerbersten würde. Ach ja, der Hit heißt Smurf und klingt wie Hit-Boy auf Steroiden. Kann man machen.
 

Pangaea Release LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Pangaea bleibt unterdessen der Trickster der Brit-Bassler. »Release« ist nun de facto das Albumdebüt des Hessle Audio Co-Chefs, auch wenn er das selbst anders sieht und »Release« als EP tituliert. Das jedoch ist völlig nebensächlich, das eigentlich interessante bleibt, dass Pangaea auch hier wieder keinerlei Erwartungshaltungen bereit ist zu erfüllen. Die halbe Insel schwenkt gen geradlinigen Techno? Pangaea begrüßt uns mit Missy Elliott. Alle streuen herzschmerzige R&B-Samples in ihre neoklassizistischen House-Banger? Pangaea klöppelt uns mit 145 BPM Jungle die Sentimentalität aus den Ohren. Half-Step ist verboten? Pangaea erhöht gefühlt auf Quarter-Step. Und genau das macht ihn unverzichtbar, auch wenn nicht jede dieser querköpfigen Ideen zündet.

oneohtrix reneFind it at hhv.de: LP Es klingt wie ein Oxymoron, aber auch Oneohtrix Point Never erfüllt die an ihn gesetzten Erwartungen, in dem er sich mal wieder komplett verweigert. Gemeinsam mit Rene Hell setzt er uns eine Split-LP vor, auf der er sich zunächst durch zahllose irritierende Schnipsel hackt, um Rene Hell dann Platz zu machen, der eine elegische Suite programmiert, die mit der A-Seite nichts zu tun hat. Komisch, komisch, aber das muss so sein.
 

Andy Stott - Luxury ProblemsFind it at hhv.de: CD | 2LP+CD Derweil trifft sich Andy Stott mit der Piano-Lehrerin seiner Jugend und produziert mit dieser ad hoc direkt mal das beste Portishead Album seit – genau – dem letzten Portishead-Album. Stotts in Zeitlupe kriechende, verhuschte Techno-Skizzen aus den vergangenen Jahren klingen nicht mehr ganz so nach dem jüngsten Gericht, aber von Yoga-Kursen und Starbucks ist er immer noch meilenweit entfernt, nicht zuletzt weil seine Stücke trotz oder auch mit Vocals von ihren Brüchen leben. »Luxury Problems« lebt dann auch von der Dynamik des abseitigen Produzenten, der sich auf seine verschrobene Art mit den Konventionen des Instruments ‘Gesang’ auseinandersetzt und daraus ganz andere Schlüsse zieht als beispielsweise ein Bonobo oder Massive Attack. Für mich ein Highlight der dunklen Jahreszeit.
 

elbee bad rhFind it at hhv.de: 2LP Auch ein Highlight: die nächste Rush Hour Reissue/Compilation, auch wenn Elbee Bad mit seinem verschwitzten, klassischen Chicago House nur bedingt Sprühregen-kompatibel ist. Trotz des gewichtigen Titels »The Prince Of Dance Music: The True Story Of House Music« nicht ganz so epochal wie das Lebenswerk der Gebrüder Burrell und auch die lange angekündigte Romanthony Compilation wäre noch einen Tacken erektionsinduzierender gewesen, aber als Geschichtsstunde über einen der seltenst genannten Künstlern im Jack-Kontext ist das dennoch längst überfällig und essentiell.
 

Daphni - JialongFind it at hhv.de: CD | 2LP Caribous Entwicklung hin zum Vollzeit-Houser ließ sich schon mit dessen letztem Album erahnen, »Jialong« ist also irgendwo auch der Kulminationspunkt einer längeren Entwicklung. Auch als Daphni vergisst Caribou freilich eingängige Melodien nicht, wie der großartige und mittlerweile allerorts fies durchgenudelte Opener beweist und auch die zunächst eher als Edits präsentierten ersten Daphni-Tracks waren noch schüchterner in ihrem Funktionalitätsdenken. Die nun vorliegende Langspielrille ist dann aber unterm Strich ein relativ konservativ gestricktes House-Album, mal mit Acid.Referenzen, mal ready for the Mainfloor, aber irgendwie auch nicht mehr so charmant wie Dan Snaiths Übergangsphase vor 1-2 Jahren.
 

Michael Mayer - MantasyFind it at hhv.de: 2LP Ach Köln, man muss dich so gern haben. Die Nummer 250 im Kompakt-Katalog hast du selbstredend für Michael Mayer reserviert und der dankt mit einem fokussierten Album, das mit Roses einen derart fragil schönen Hit hat, dass sämtliche Galleristinnen bereits nach 90 Sekunden ihr Höschen wechseln müssen. Später dann Ansatzpunkte an Electro im klassischen Sinn, dann wieder nerdiger Hot Chip Pop mit Planet Rock Breaks, Gezwitscher im Baumhaus, Käse und die ein oder andere größere Geste. Dafür, dass diese Kompakt-Ding schon so häufig für tot erklärt wurde ist »Mantasy« wieder eine solide Sache geworden.
 

blackbelt andersen 2Find it at hhv.de: 2LP So kölsch Mayer ist, so skandinavisch ist Blackbelt Andersen. Auf seinem zweiten Album, versehen mit einem wenig subtilen Cover, rührt Andersen diesen von Lindstrom und Co. vor einer gefühlten Ewigkeit gekochten Brei ein wenig um, verändert die Zutaten jedoch nicht. Krautrockiger Neo-Disco-Sound mit prominent gemischten Vintage-Synths und so vielen Melodien, dass man tatsächlich eher geneigt ist von “Songs” als “Tracks” zu sprechen. Das schmeckt nach längeren Auszeiten immer noch ganz gut, aber die Euphorie mit der man als Kind Miracoli verspeist hat, ist auch hier nicht mehr vorhanden.
 

bat for lashes 3rd albumFind it at hhv.de: 2LP Meine Zurückhalting bezüglich großer Indie-Pop-Sensationen ist wohldokumentiert, aber Bat For Lashes mag ich immer noch. Das dritte Album von Fräulein Khan ist, vom übergeschnappten Cover, über die Melodramatik des Openers und “Laura”, die Verspieltheit von “A Wall” bis zur krystallinen Verspultheit von “Deep Sea Driver” auch wieder eine gute Sache geworden.
 

Cat Power - SunFind it at hhv.de: 2LP Und weil ich Cat Power irgendwie auch nichts übel nehmen kann, erteile ich direkt auch noch gönnerhaft »Sun« die Absolution, auch wenn dort nichts geschieht, was man nicht schon in ähnlicher Form besser von Madame Power gehört hätte. Und um noch eine Prise trivialen Chauvinismus unterzukriegen: sie hat die Haare wieder so schön.
 

Tame Impala - Lonerism Cover Find it at hhv.de: CD | 2LP Die Haare so gar nicht schön haben Tame Impala, aber in Australien scheint dieses Björn Borg Ding auch konsensfähiger zu sein. Dazu gibt es leicht psychedelischen Surf-Pop mit Prog-Piano und lauten Drums. Mir deutlich zu harmlos, aber anscheindend findet man die dieses Jahr wohl gut, spätestens wenn sich Audi oder Fanta einen der gefühlten 10 Hits auf »Lonerism« krallt.
 

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Boards Of Canada
Music Has the Right to Children, 1998
Nostalgie als Zukunft: Boards of Canada boten mit ihrem Debütalbum »Music Has the Right to Children« eine Blaupause für zahllose Downtempo-Künstler und bauten aus Vintage-Synthesizern einen melancholisch-irritierenden Klassiker.
Music Interview
Kamaal Williams
Zurück zum rawen Shit
Gemeinsam mit Yussef Dayes veröffentlichte er vergangenes Jahr mit »Black Focus« einen Fan-Liebling. Jetzt ist Henry Wu aka Kamaal Williams solo zurück. Seine Musik ist von vielen Stilen inspiriert. Von nichts mehr aber als vom Glauben.
Music Liste
Benedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicholas Benedek ist ein Tausendsassa. Seine Musik klingt nach seiner Heimatstadt Los Angeles. Sie ist eine Mischung aus West Coast G-funk und Lo-fi-House. Er hat unserem Sortiment 10 aktuelle Lieblingsplatten entnommen.
Music Porträt
Gzuz
Wieso? Weshalb? Warum?
»This shit ain’t for fun«. Stimmt nicht ganz. Für den Konsumenten ist es das weiterhin, Gzuz verkauft und verkauft. Das kann man finden wie man will. Man sollte sich nur fragen: Warum?
Music Liste
Bluestaeb
Picks 10 latest Vinyl Records
Detailverliebter Eklektizismus kontra instrumentale Monokultur: Das zeichnet Bluestaebs Beats aus. Und das zeichnet auch die 10 Schallplatten aus, die er aktuell am meisten feiert.
Music Kolumne
Records Revisited
Guru – Jazzmatazz Vol.1 (1993)
Das Genre-Crossover war die große Verbeugung des Gang Starr MC vor den Jazzwurzeln der Rap-Musik. Es war jedoch auch eine verpasste Chance und ein Anachronismus in einer sich rasant wandelnden Hip-Hop-Welt.
Music Liste
Courtney Barnett
Picks 10 latest Vinyl Records
Auf ihrem zweiten Soloalbum »Tell Me How You Really Feel« schickt sich Courtney Barnett an, sich einen Platz neben den ganz Großen zu reservieren. Dort, wo ihre Picks Cate Le Bon und Torres schon sitzen und Joni Mitchells Platz gesetzt ist.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai 2018
Auch bei Aigner ist die Future female: die Highlights diesen Monat kommen fast ausschließlich von Frauen. Kein Platz also eigentlich für Bierbongs und lecker im Speckmantel verpackte Mediokrität. Aber muss halt. Die Inventur.
Music Porträt
Knekelhuis
Wandern zwischen Welten
New-Wave-Nostalgie, Techno-Ahnenforschung und melancholische Dancefloor-Kracher: Das Amsterdamer Label Knekelhuis gräbt längst beerdigte Klänge aus und erweckt sie wieder zum Leben – nicht nur mit Reissues, sondern auch mit neuer Musik.
Music Porträt
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Interview
DJ Koze
Soulful und ein bisschen kaputt
DJ Koze: vielleicht House-Musik-Deutschlands letzter wahrer Eklektiker! Vielleicht der nächste kredible Pop-Produzent des Landes. Ganz sicher ist er einer der besten Gesprächspartner, die man sich wünschen kann.
Music Porträt
Pierre von Helden
Hinter die Mauern der Klischees
Deutsch-Rap sieht oft sehr, sehr ähnlich aus. In den Videos und was die grafische Gestaltung der Alben anbelangt. Ein Leipziger Künstler schickt sich an, das zu verändern.
Music Essay
Bubblegum & Kwaito
Südafrikas fast vergessene Musik
Zwei neue Compilations lassen ein fast vergessenes Südafrika erklingen. Wir sprachen mit DJ Okapi, der für beide Zusammenstellungen mit nach der Musik gesucht hat. Über ein bewegtes Land – damals und heute.
Music Kolumne
Aigners Inventur
April 2018
Kennt sein Passwort fürs UGHH-Forum noch auswendig und weiß, was in Zukunft die NTS-Sets dominieren wird: unser Kolumnist Florian Aigner. Ganz klar der Mann also, dem du vertrauen solltest.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Kolumne
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Essay
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Liste
12 Disco Music Records
with Sleazy Cover Artwork
Mit dem Disco-Revival kamen auch die alten, aufreizenden Plattencover zurück. Wir möchten diesen schmalen Grat zwischen Altherrengeilheit und kultiger Ästhetik würdigen, auf dem sich Sleazy Cover immer bewegen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März 2018
Er hat es alles schon gesehen: Männer-Wampen, deprimierte Stones Throw-Has-Beens, Free-Jazz-Weitwichsen. Vielleicht ein härterer Job als bei der chinesischen Internet-Zensur-Behörde zu arbeiten. Wer weiß das schon?
Music Essay
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Kolumne
Records Revisited
Digable Planets – Reachin’ (A New Refutation of Time and Space) (1993)
Digable Planets besprachen auf ihren Debütalbum ein Thema, das nicht unbedingt auf Rapalben zu finden ist: weibliche Selbstbestimmung und Pro-Choice. Und zeigen, dass sich seit 1993 eigentlich nichts geändert hat.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Suba – Wayang
»Komm, das ist dieses Geräusch, das klingt als würden 500 Frösche gleichzeitig laichen.« Unsere Biologie-Expertenrunde im Talk über das neueste Release auf Vladimir Ivkovics Offen-Label.
Music Kolumne
Records Revisited
Sun Kil Moon – Ghosts Of The Great Highway (2003)
Die Reissue von »Ghosts Of The Great Highway« erschien die Tage. Es ist eines der besten Gitarrenalben des 21. Jahrhunderts, obwohl oder vielleicht gerade weil es die maßlose Selbstübersteigerung Kozeleks erstmals in voller Blüte zeigt.
Music Interview
Palmbomen II
Fake Memories
Palmbomen II reist in seiner Musik mit altem Equipment in eine neue Welt. Eine Welt, die es nicht gibt. Aber als Hörer meint man sich an sie erinnern zu können. Verwirrend? Gut, dass wir den Mann sprechen konnten.
Music Interview
Wolf Müller & Niklas Wandt
Trommelkunde
»Wie geil kann alles sein. Aber vor allem: wie geil kann es noch werden?«. Es wird im Folgenden sehr geil – oder sau langweilig. Kommt jetzt ganz auf den jeweiligen, natürlich immer geschätzten, Leser an.
Music Liste
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Februar 2018
Der Mann mit dem härtesten Job der Welt ist zurück: Aigner schlägt sich für die erste Inventur des Jahres mit Reizdarm durch die Spotify-Hölle, umgeben von Hollister-Modeln, die Midlife-Crisis vor den Augen. Stehen wir es durch, togezer!
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Rhye – Blood
Lieder über die Liebe, sinnliche Coverbilder nackter Frauen: Rhye sind nach vier Jahren zurück mit einem neuen Album. Es kommt ganz unschuldig daher, am Ende könnte aber James Franco dahinter stecken.
Music Porträt
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Liste
Tribal, Voodoo, Folklore
10 aktuelle Platten von weit weg
Deutschland im Januar: Jahresanfangsmüdigkeit, Schneeregen, Heizungsluft. Man möchte woanders sein. Unsere Liste geht direkt einen Schritt weiter, GANZ woanders hin. Hier sind 10 aktuelle Platten wie sie exotischer kaum klingen könnten.
Music Liste
Ausklang | 2017
Die essentiellen Platten des Dezember
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Essay
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Interview
Torky Tork & Doz9
Der Kandinsky-Code
Torky Tork und Doz9 waren zum dritten Mal gemeinsam im Urlaub, um ein Album aufzunehmen. Oder waren sie es nicht? Egal, die Formel ist die gleiche. Und frag nicht, warum du nur Vierecke siehst.