Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Tatsuro Yamashita - Merry-Go-Round Es ist das erste Mal, dass wir vom Leitprinzip dieser Kolumne abweichen und nicht ausschließlich neue Stücke präsentieren. Denn kein Song hat uns in den vergangenen Monaten dermaßen gepackt, berührt, geschmeichelt und sich als legitimer Nachfolger des Pina Colada Songs in unsere Herzen gespült wie Yamashita Tatsuros 1983 erschienenes rührseliges »Merry-Go-Round«. Den hübschen Swimmers haben wir zu danken, die diesen herzergreifenden J-Funk-Boogie in ihrem fulminanten Boiler-Room-Auftritt zum Abschluss spielten und der uns unisono mit Gänsehaut erstarren ließ. Zwei Wochen und etliche Google-Recherchen später erlöste uns dann die Kommentarsektion des Boiler Rooms und bezeugte die Identität unseres neuen Lieblingslieds, das seitdem auch alle unseren sozialen Kanäle pflastert. Es geht um Liebe und wir sind bereit, diese zu teilen. Round and Round.Die Platte ist natürlich, auch bei horrenden Discogs-Preisen, längst besorgt, so gehört dieser ultimative Feelgood-Song natürlich in jedes gut sortierte Plattenregal. Oder?

10er Oktober 01Find it at hhv.de: 12inch Die L.I.E.S.-Katalognummer #10 ist wieder so eine Sache, für die man einen langen Atem brauchte. Von Labelchef Ron Morelli vor über einem Jahr bereits in seinem Beats In Space Set gespielt, warteten wir Monat für Monat darauf, dass Steve Moores verquere Techno-Odyssey »Ancient Shorelines I« endlich Platz finden würde im hektischen L.I.E.S.-Schedule. Nun also kriegen wir was wir wollten. Eine artifizielle Synth-Melodie dominiert die acht Minuten, erst nach gut drei Minuten stellt ihr Moore weitere paranoide Akkorde zur Seite. Die stoischen Kickdrums sind in der zweiten Hälfte das einzige Element, das die immer drastischer werdende Bladerunner-Atmosphäre durch ihre Gemächlichkeit etwas erdet. Siebeneinhalb Minuten steuern wir so auf die Katastrophe zu, diese jedoch bleibt aus. Die Snare, auf die wir so lange gewartet haben – Moore gönnt sie uns nicht. Stattdessen löst er gen Ende tatsächlich alles in eine Vangelis-Dystopie auf. Radikal, bösartig, L.I.E.S.

10er Oktober 02 Erneut bitten wir um Nachsicht, einen Raider Klan verwandten Track mit sechswöchiger Verspätung zu würdigen. Chris Travis nennt sich mittlerweile ab und an Prometheus und weil ein gewisser Eric Dingus Travis’ hier einen unsterblichen Sade-Klassiker zuschanzt, und zwar so dermaßen geil plakativ, strapazierte dieser Track mehr als jeder andere die Replay-Buttons im Oktober. Wie jugendlich prollig Travis Sades Melancholie konterkariert und auf denkbar plumpste Art und Weise seine Bindungsunwilligkeit protokolliert, ist dann noch das I-Tüpfelchen. Siehe auch

10er Oktober 03Find it at hhv.de: 12inch Vor zwei Monaten an gleicher Stelle sorgte Theo Parrish für das größte eklektische WTF des Sommers. Angekommen im Frühherbst, reiht sich Jamal Moss aka Hieroglyphic Being aus Theos Schatten und steht diesem mit »How Wet Is Your Box« in nichts nach. Das Sammelsurium dissonanter Töre, obskurer Freuquenzen und Radiosamples verarbeitet er zu einem durchaus störenden, vor allem aber irrwitzig zusammengesetzen House-Tweaker an der Schnittstelle von kruden Industrial, Jungle und Microhouse à la Akufen, der von allerlei brachialer Percussionelemente zusammengehalten wird. Wenn man so will: Mouse On Mars in.. ähhh…: Gut! Plattitüde im Anschlag, aber dieser sympathische MoFo von Genie beherrscht das Chaos hier nach Belieben. Wahnsinn!

10er Oktober 04Find it at hhv.de: 2LP Team Aigraj ziert sich ja zugegebenermaßen noch etwas Kendrick Lamar jenen Gottstatus zuzusprechen, den er offensichtlich schon von 95% der schreibenden Kollegen gebilligt bekommen hat, aber dass »Bitch, Don’t Kill Me Vibe« eine verdammte Hymne ist, haben auch wir schon kapiert. Selten klangen von Selbstzweifel zerfressene Rapper derart souverän, selten suchte man hinter Poesiealbums-Sprüchen so bereitwillig nach tieferer Bedeutung, selten hatte ein Chorus eine so nonchalante Pointe. Dass K.Dot über das Aquemini meets Ridin Dirty Instrumental wie immer äußerst elegant klingt und in besagtem Chorus völlig unaufgeregt den ganz frühen Cee-Lo mimt, ist dann ein weiteres klares Indiz für den H.N.I.C.-Status vor dem wir zwei Ignoranten so zurückschreckten.

10er Oktober 05Find it at hhv.de: 12inch Kollege Aigner wird sich freuen über diese Randnotiz. Belächelt er mich doch nachwievor für meine jugendliche Schwärmerei für Mars Volta anno 2002. Alle drei Monate muss ich den Running Gag über mich ergehen lassen. Nun gut, denn da schenken wir uns nichts. Nichtdestotrotz: Das Upperground Orchestra, deren Mitglied Rabih Beaini als Morhosis galante Technoalben produziert, schlägt in die selbe Kerbe und verwandelt Theos bislang größten Hit »Falling Up« in ein linear rhythmisches, neunminütiges, wah-wah-getriebenes Proggedonner, das die einprägsame Melodie des Originals leicht disharmonisch per sexy Sax durch die wenigen sich bietenden Poren schleudert. Das klingt irgendwie, um den Bezug zum Aigner-Anekdötchen wiederherzustellen: Outstanding. Sounds like Mars Volta wie ein aufmerksamer Hörer in den Souncloud-Kommentaren anführt. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

10er Oktober 06Find it at hhv.de: 2LP Es ist viel geschrieben geworden, darüber, dass Andy Stott auf »Luxury Problems» den Morast seiner beiden vorherigen Mini-Alben abgewaschen hat und nun tatsächlich ab und an Musik produziert, die nicht zwangsweise Albträume bei Kleinkindern und schwangeren Bio-Lehrerinnen evoziert. Nicht dass uns die Vocal-Stücke mit Stotts ehemaliger Piano-Lehrerin zu harmlos gewesen wären, aber wenn Stott auf »Sleepless« ein fies runtergepitchtes Vocal-Sample auf einen derart grollenden Bass und wundervoll rumpelige Drums treffen lässt, ticken wir noch mehr aus als bei Stotts hervorragenden Versuchen Portishead zu beweisen, dass es immer noch eine Spur finsterer und desillusionierter geht als beim großen P.

10er Oktober 07Find it at hhv.de: 12inch Die ganz großen Momente scheint sich Stephan Laubner für Smallville aufzuheben. Während er auf seiner eigenen Spielwiese Something zwar auch im Monatstakt wunderbar verschrobene House- und Techno-Exkursionen veröffentlicht, dürfte ihm mit dem ungewöhnlich schroffen »My Turn« wieder ähnliche Aufmerksamkeit zu Teil werden wie zuvor mit der Smallville-Perle »Silent State» vor drei Jahren. Hier ist Acid nicht nur Referenz, sondern Programm, ‘jacking’ keine Assoziation sondern Impuls. Gut neun Minuten kanalisiert STL hier Chicago, auf eine derart authentische Weise, dass einem hier ab und an tatsächlich kurz der Name Omar-S durch die Synapsen geistert, vor allem weil er all das so unendlich weniger plakativ tut, als all diese Ableton-Krieger, die sich in letzter Zeit berufen geühlt haben, den Adonis in sich zu entdecken. Nach sechs Minuten macht uns Laubner dann noch mit ganz simplen Mitteln wesentlich mehr Angst als Blawan mit seinem momentan omnipräsenten Ted Bundy-Tune »Why They Hide Their Bodies Under My Garage». Killerplatte.

10er Oktober 08 Nochmal BRK-Business, nochmal ein bekanntes Sample. Nell und Ethelwulf zerfetzen auf »Pistol Grip« ein Teena Marie Loop, im Chorus programmatisch unterstützt von gescrewten Three 6 Mafia Zitaten. Insbesondere Ethelwulf unterstreicht dabei, warum viele in ihm den im traditionellen Sinne versiertesten Rapper der Raider-Posse sehen, aber auch Nell schlägt sich mehr als achtbar. Wer Metaphysik erwartet, ist hier natürlich wieder falsch, aber das Schöne ist, dass diese ganze 2.7.5.-Chose tatsächlich jene Dynamik hat, die man der Wolf Gang immer attestieren wollte, aber selbst nicht so richtig glaubte.

10er Oktober 09 Zwei Platten hat James Nathaniel Tinsley bislang gemacht. Eine, erschienen im Jahre 1994, ist ein nicht nur sogenannter – sie ist ein Klassiker. Die andere, gute 16 Jahre später, zu der mussten ihn die Pariser von My Love Is Underground wohlmöglich erst überreden. Oktober 2012 erscheint mit The First Supplement EP die dritte und diese – sie bietet dem halben Vereinigten Königreich und all jenen Soundcloudproducern, von denen es gerade gefühlt tausende gibt und die diesen Sound zu kopieren versuchen, nonchalant Anschauungsunterricht in Sachen (Deep) House Music.
Das Nathaniel X Project steht dabei für einen Sound, der in diesem Jahr omnipräsent ist: Unverkennbarer Garage Sound der frühen Neunziger Jahre, der damals gleichermaßen in New Jersey, New York, aber auch London angesiedelt war. Sein Entwurf hebt sich aber deutlich ab von den immergleichen Patterns, Vocalschnipseln und dem sauberem Klangdesign, das die vergangenen Monate den Internetäther beherrscht. Den Tracks ist keine Funktionalität zu eigen, vielmehr versteht Tinsley diese als persönliches Ausdrucksventil, das sich in Titelbezeichnungen wie »We’re All Amazing«, »Eye-Lust« oder »Emotional High« manifestiert. Klar, sagt jeder – macht aber keiner. Deep House der originären Art – dabei voller Ideen und noch mehr Spuren, voller Musikalität, getrieft in Spiritualität – dafür steht Tinsley. Oder auch anders, Oberlehrer beiseite: »Eye-Lust« ist gerade die Platte, die Mark »MK« Kinchen heute gerne wieder machen würde.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 01.06.2011
Zwölf Zehner
Mai 2011
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Review | verfasst 20.09.2012
Andrew Ashong & Theo Parrish
Flowers EP
»Next Level Soul!«Mit der Debut-EP »Flowers« treffen die Jungs einen Ton der nicht nur bei Neo Soul Freunden einschlagen wird wie ein Blitz.
Music Review | verfasst 28.02.2014
Moodymann
Moodymann
Mit »Moodymann«, seinem streng genommen sechstem Album, liefert Kenny Dixon Jr. auch sein persönlichstes ab.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Theo Parrish
American Intelligence
Ob als DJ, Produzent oder Rennfahrer: Theo macht überall eine gute Figur. Eine Ode an sein neues Album »American Intelligence«
Music Liste | verfasst 05.09.2011
Permanent Vacation
DJ Charts
Benjamin Fröhlich und Tom Bioly von Permanent Vacation sprechen über die zehn Stücke, die momentan für sie besonders wichtig sind. Der eine hat hierfür aktuelle Platten ausgesucht, während der andere Klassiker vorstellt.
Music Kolumne | verfasst 08.02.2016
Entweder Oder
Entscheider: Andy Vaz
Andy Vaz lässt sich auch bei den fiesen Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Neben seinem neues Album »House Warming« macht uns der Kölner bei »Entweder oder« vor allem die Vorzüge des Mangalorian Fishcurry schmackhaft. Wir sind überzeugt.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Maxmillion Dunbar
Cool Water
Slow Motion House? Cosmic Boogie? Alles kann, nichts muss. Wir müssen vor allem eines: Staunen über eines der besten Alben des Jahres.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 28.11.2012
Zwölf Zehner
November 2012
Willkommen (fast) im Dezember. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 23.11.2011
Andy Stott
We Stay Together
Dunkler Dubstep, abgestumpfter House und kalter Minimal-Techno gehen auf We Stay Together eine unheilige Allianz ein.
Music Review | verfasst 31.10.2012
Andy Stott
Luxury Problems
Andy Stott hat seinen rabiaten Industrial-Techno diesmal mit einer elfenhaften Stimme gepaart: Das Resultat macht die Musik unvorhersehbarer
Music Review | verfasst 17.11.2014
Andy Stott
Faith In Strangers
Andy Stott bietet auf »Faith In Strangers« die passende musikalische Untermalung für eine gepflegte Winterdepression.
Music Review | verfasst 21.04.2016
Andy Stott
Too Many Voices
Steinmetz oder Ballettänzer? Andy Stott ist sich noch unsicher. Das hört man dem Album an. Es schadet aber nur der Durchschlagskraft.
Music Review | verfasst 19.11.2019
Andy Stott
It Should Be Us
Kurzerhand hat Andy Stott mit »It Should Be Us« neue Musik veröffentlicht. Neun Tracks, die der Vorbote eines neuen Albums sind.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.