Music Interview | verfasst 29.04.2013
Kendrick Lamar
Den Ausgleich schaffen
Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Album »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap und die Bedeutung von Compton.
Text Grashina Gabelmann , Fotos Jeff Forney / © Universal Music , Übersetzung Julia Hinz
Photo2_jeff-forney_300cmyk
Fruehling_sommer_2013_de

Als Retter des Westküsten-Hip-Hop gefeiert, sagt Kendrick Lamar’s Albumerfolg »good kid m.A.A.d city’s« etwas über den aktuellen Stand des Hip Hop aus. Scheinbar gibt es ein Publikum, das nach etwas anderem suchte, etwas vermisste und womöglich konnte Lamar diesen Rap-Fans nun gerecht werden. Sein Album ist ein autobiographisches Konzeptalbum, welches den treffenden Untertitel »A Short Film by Kendrick Lamar« trägt, da es mithilfe von naturalistischen Sketchen, Gebeten, atmosphärischen Beats und selbstreflexiven Texten die nichtlineare Geschichte von Lamar’s Compton erzählt. Wir als Zuhörer bekommen die vielen Stimmen in Lamar’s Kopf zu hören und damit werden alle Bereiche von Komödie bis Tragödie effektiv und überzeugend abgedeckt und ein unvergleichlicher Blick auf das Leben eines Jungen in Compton wird geschaffen – eine Geschichte die so sehr mit einem bestimmten Ort verwoben ist und es dennoch schafft alle geographischen Grenzen zu durchbrechen. Wir sprechen mit Lamar über Vergangenheit und Gegenwart des Rap, Konzept oder Freestyle und die Bedeutung von Compton in der Welt des Hip Hop.

Nas sagte einmal, dass Freestyle Bullshit ist. Wenn du kein Konzept hast, bist du kein guter Rapper. Stimmst du dem zu?
Kendrick Lamar: Ein Teil von mir stimmt dem zu. Ich mag Freestylen. Ich mag es, Leute rappen zu hören über woran immer sie auch denken, aber ich mag ebenso Leute, die Alben machen und Konzeptplatten. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein bisschen von beidem.

Gibt es eine neue Ehrlichkeit im Hip Hop, durch die der Ausdruck von Schwäche erlaubt ist, wie auf deinem Track »The Art of Peer Pressure«?
Kendrick Lamar: Es fühlt sich definitiv so an, als gäbe es eine neu gefundene Ehrlichkeit im Hip Hop. Hip Hop wurde von Menschen gemacht, die ihre Wahrheiten erzählten und sich selbst audrückten. Das habe ich auf meinen Alben auch gemacht und setze damit fort, was die frühen Stadien des Hip Hop hervorbrachten, Rapper die sich selbst ausdrückten, von NWA bis Big Daddy Kane.

All diese Gerapppe über Bitches, Cars und Bling ist nicht verschwunden, aber es gibt jetzt auch viel anderes Zeug da draußen. Was denkst du, woher das kommt?
Kendrick Lamar: Ich denke, der Wandel geht von den Leuten aus. Die Leute haben keine Lust mehr so was zu hören. Es ist nichts falsch daran; in den frühen Tage des Hip Hop ging es immer darum mit dem was man hatte zu prahlen, wie gut du im Rappen warst und wie viele große Goldketten du hattest. Das war Hip Hop, aber dann kommt mit der Zeit ein Punkt wo es einen Ausgleich braucht. Das ist es was die Leute wollen – einen Ausgleich und hoffentlich kann ich diesen Ausgleich schaffen.

Compton ist ein mythischer Ort im Hip Hop. Kannst du die kulturelle Wichtigkeit von Compton für diejenigen beschreiben, die damit nicht so vertraut sind?
Kendrick Lamar: Ich würde sagen Compton ist der Geburtsort des Gangsta-Rap. All die Künstler von Dr. Dre, NWA bis Snoop haben aktuell über die Realität in ihren Raps gesprochen. Es gibt dort eine große Gangkultur mit Bloods und Crips. Es ist wirklich eine verflixte, verflixte Stadt basierend auf Zugehörigkeiten. Man muss einfach wissen wie man sich in dieser Stadt bewegt. Wenn man Compton mit nur einem Wort beschreiben müsste, es wäre »unberechenbar«.

Warst du jemals frustriert über den Stand des Hip Hop?
Kendrick Lamar: Ja, ich war frustriert. Nicht so sehr über den Stand des Hip Hop, sondern mehr über mich selbst, der ich versuche meine eigene Sprache und Nische zu finden, in der Lage zu sein über das zu reden worüber ich reden will und trotzdem akzeptiert zu werden. Das ist es was die Frustration auslöst.

»In Compton kennt mich jeder noch als K. Dot. Es hat sich nichts verändert. Dort bin ich immer noch bloß ein Kind.« ( Kendrick Lamar) War »good kid m.A.A.d city« ein Weg mit der Frustration umzugehen?
Kendrick Lamar: Das war es definitiv. Zu der Zeit als mein Album herauskam wusste ich, dass ich in der Lage bin so zu denken, wie ich es schon Jahre zuvor wollte, bevor diese Art von Musik und Sound als ein großer, ehrlicher Sound wahrgenommen wurde. Es ging eigentlich darum, dass die anderen aufholten.

Für dein Album gingst du in dein altes Viertel zurück. Warst du in Lage Dinge zu verstehen, aus denen du 2004 keinen Sinn schöpfen konntest?
Kendrick Lamar: Ja, definitiv. Ich war viele Male zurück und bin jetzt in der Lage zu diesen realen Orten zurückzukehren und zurückzublicken, nachdem ich diesen langen Weg zurückgelegt habe – das ist eine positive Veränderung. Es ist eine tolle Sache all die Kids zu beeinflussen, die in den Parks rumhängen, in denen ich auch rumhing.

Ist merkwürdig zurückzugehen? Sagen die Leute, du hättest dich verkauft oder so was?
Kendrick Lamar: Nicht in meinem Viertel- das bekomme ich da nicht zu hören. Jeder kennt mich noch als K. Dot. Es hat sich nichts verändert. Dort bin ich immer noch bloß ein Kind.

Wie kamen die Sketches für dein Album zu Stande?
Kendrick Lamar: Jeder einzlene Sketch bezieht sich auf reale Personen in realen Stituationen. Ich brachte meine Jugendfreunde und Eltern ins Studio und ließ sie vor dem Mikrofon in Erinnerungen Schwelgen und nahm Stücke daraus. Ich wollte kein Schauspieler nehmen, dass hätte die ganze Sache kitschig gemacht. Ich wollte, dass es so klingt, als wenn jemand die ganze Zeit ein verstecktes Mikrofon in meinem Leben hatte.

Ist der sprichwörtliche Rap-Lifestyle, so wie man sich ihn vorstellt?
Kendrick Lamar: Um diese Frage zu beantworten muss ich wahrscheinlich mindestens noch ein oder zwei Jahre warten um diesen Lifstyle wirklich zu kennen. Momentan weiß ich es nicht, ich bin noch ziemlich bei mir.

Wohin wolltest du zwischen »Section.80« und »good kid a.A.A.d city?
Kendrick Lamar: Ich habe versucht mich zu fokussieren, herauszufinden was ich werden wollte. Ohne diesen Fokus wäre ich jetzt nicht hier. Es war eine ziemlich ernste Zeit, meine Ziele zu schärfen und dieses Album zu machen war eines der Ziele.

Keiner der Artikel über deine Musik verweist auf DJ Quik als Einfluss, obwohl er solch ein wichtiger Westküsten- Gangstarapper ist. Ist das was, was die Journalisten übersehen haben, oder war er nicht wichtig für deine Entwicklung als Künstler?
Kendrick Lamar: Er war definitv ein Bezugspunkt. Er hatte unglaublich viel Einfluss auf die Stadt, machte Tonnen von Geld und brachte einige Klassiker heraus. Jeder sieht nur NWA aber DJ Quik war genauso groß – vielleicht nicht auf dem Mainstreamlevel, aber er ist ein sehr großer Einfluss.

Das Album »good kid m.A.A.d city« von Kendrick Lamar findest du bei hhv.de 2LP 2CD CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.06.2018
Kendrick Lamar
OST Black Panther
Kendrick Lamars Zerrissenheit passt nicht zu den Heldenphantasien von »Black Panther«.
Music Review | verfasst 26.10.2012
Kendrick Lamar
good kid, m.A.A.d city
Lange hat keiner so technisch versiert Geschichten gerappt, wie Kendrick Lamar. Das reicht allerdings nicht für den ganz großen Wurf.
Music Bericht | verfasst 06.02.2013
Kendrick Lamar
Live am 1.2. in der C-Halle in Berlin
Freitag war endlich Berlin an der Reihe Kendrik Lamar zu empfangen. K.Dot. Mr. 2012. Die Fakten, dass Lamars Album gerade Gold gegangen ist und sein Konzert ausverkauft war, bereiteten einen nicht auf den Wahnsinn vor, der Lamar begleitet.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Essay | verfasst 05.03.2018
Kendrick Lamar & »Black Panther«
Black Future Month
Kendrick Lamar hat sich für den Soundtrack zu »Black Panther« verantwortlich gezeigt und ist vielleicht jetzt, wo Diversity verkauft werden soll, damit sie niemand tatsächlich leben muss, wichtiger denn je zuvor.
Music Review | verfasst 13.08.2007
50 Cent
Curtis
Kaum ein anderer Künstler hat sich nach gutem Start derart dämlich ins Abseits manövriert wie 50 Cent.
Music Review | verfasst 20.12.2012
Chief Keef
Finally Rich
Das aus einer guten Hook und einem guten Hausproduzenten noch lange kein gutes Album wird, beweist Chief Keefs Debüt.
Music Review | verfasst 25.11.2016
Schoolboy Q
Blank Face
»Blank Face« kommt ein halbes Jahr nach der digitalen Veröffentlichung nun auf Vinyl. Das Gangstarap-Opus hat den Langzeittest bestanden.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2012
Zwölf Zehner
Oktober 2012
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.09.2013
Zwölf Zehner
August 2013
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 15.04.2015
Zwölf Zehner
März 2015
Willkommen im April . Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 16.07.2015
Halbjahresrückblick 2015
12 Platten gegen die Gesamtscheiße
Ein weiteres halbes Jahr liegt hinter uns, Zeit für einen Rückblick der besonderen Art: Wir haben zwölf Platten ausgewählt, die sich mit den Umständen nicht zufrieden geben. Die einen sprechen das laut und deutlich, die anderen subtil aus.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Review | verfasst 06.11.2007
M.I.A.
Kala
Operation: Quietschbunte Weltrevolution, Phase Zwei. Wollen wir doch mal sehen, was Maya diesmal so macht.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.