Music Essay | verfasst 19.11.2012
Tools Of War
Respect Where It All Began
Mit Tools Of War aus New York City gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine kleine Institution, die versucht, die Lücke zwischen legendärer Vergangenheit und Mainstream-Gegenwart zu schließen.
Text Jens Pacholsky , Fotos Joe Conzo , Übersetzung Sebastian Hinz
Herbst_winter_2012_de HipHop existiert in seiner Philosophie eigentlich nur noch als Erinnerung – kanonisiert und nicht selten verklärt zu Legenden. Der Hang zum Storytelling und die Affinität für rhetorische Superlativen dürfte das unterstützen. Da gibt es die großen Sagen um den New Yorker Blackout 1977, der viele Kids mit neuen Plattenspielern versorgte, weil diese einfach die Elektronikläden plünderten. Illegale Block Partys mit angezapften Laternen. Die zufällige Entdeckung des Scratch durch Grandwizard Theodore. Die vier Elemente. Das Golden Age. In Diskussionen verkommen diese Erinnerungen beinahe zum nostalgischen Kitsch samt Superhelden und Religionsansatz. Doch längst sind die unschuldigen, wilden Zeiten vorbei. Wer interessiert sich heute noch für HipHop per se, ohne Blick auf das Return on Investment?

Mit Tools Of War aus New York City gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine kleine Institution, die versucht, genau diese Lücke zwischen legendärer Vergangenheit und Mainstream-Gegenwart zu schließen. Hinter Tools Of War verbirgt sich das Ehepaar Christie Z-Pabon und Jorge Pabon. Sie sehen Tools Of War ganz in der Tradition des HipHop, »in dem es verschiedene Tools gibt, um sich zu behaupten – mit Plattenspieler, Mikro, Graffiti etc.«. Begonnen hatte Tools Of War 1996 als Mailorder. Daraus wurde schnell einer der wichtigsten Newsletter der HipHop-Community weltweit. Dieses Jahr feiern sie das zehnjährige Jubiläum ihrer True School Park Jam Series. Diese kleinen Blockpartys stehen ganz im Geiste der Jams in den 1970er Jahren, weshalb dort auch regelmäßig die Großen der Geschichte hinter den Reglern stehen – von Biz Markie über Jazzy Jay, Grandwizard Theodore bis Grandmaster Flash und Roc Raida (RIP). Dokumentiert werden die Events nicht selten von einem der bekanntesten Fotografen der HipHop-Kultur: Joe Conzo.
Wir versuchen eine Bestandsaufnahme.

Es geht darum, wer du bist
Jorge Pabon, auch bekannt als Pop Master Fabel, gehört zu den Gestaltern der HipHop-Kultur. In den Siebzigern begann er in der South Bronx als B-Boy mit einer besonderen Vorliebe für Rock Dance. »Obwohl New Yorks Straßen gefährlich waren, fanden wir Wege, das Leben durch HipHop und andere Formen der urbanen Kultur zu feiern«, beschreibt er das damalige Lebensgefühl. 1984 brillierte er in dem ersten kommerziellen HipHop-Film »Beat Street«, später wurde er Vice President der legendären Rock Steady Crew und ist mittlerweile vielgefragter Choreograph und Panel-Gast.
Joe Conzo ist ebenfalls seit den frühen Tagen dabei. Im Gegensatz zu Jorge Pabon hat Conzo vor allem beobachtet und als Fotograf die Jugendtage des HipHop maßgeblich dokumentiert. Aufgewachsen in der Bronx, sind seine Fotos der 1970er und 1980er Jahre nicht nur rare Zeugnisse einer pulsierenden, ungebundenen Jugendkultur, sondern auch des Sozialverfalls vieler New Yorker Stadtteile. Den ersten Kontakt mit der aufkeimenden HipHop-Kultur hatte er auf einem der Jams in New York. »Das muss auf der The T Connection 1979 in der North Bronx gewesen sein. Ich war an diesem Abend schlicht überwältigt und von diesem Mix aus Drums und Bass mit R&B und Disco total hypnotisiert.«
Christie Z-Pabon dagegen kam als reiner Fan zum HipHop. »Da ich im Südwesten von Pennsylvania aufwuchs, hörte ich die Sugar Hill Gang im Radio«, gesteht sie und ergänzt anekdotisch: »Ich bin mit meiner Freundin Ronda in alle HipHop /Dance-Filme gegangen. Nur ›Beat Street‹ lief bei uns nie, so dass ich meinen späteren Ehemann nie in dem Film gesehen habe.« Mittlerweile ist sie die treibende Kraft hinter Tools Of War und organisiert nebenbei im Alleingang die DMC USA Championships, die seit den 1980er Jahren wichtigste Battle-DJ Meisterschaft der USA.
Wie schon Rakim einst rappte: »It’s not where you’re from, it’s where you’re at.« Christie, Jorge und Joe hatten ihren jeweils eigenen Einstieg. Alle drei sind HipHop.

»Obwohl New Yorks Straßen gefährlich waren, fanden wir Wege, das Leben durch HipHop und andere Formen der urbanen Kultur zu feiern« (Fabel) Was bedeutet HipHop für euch?
Christie: Ich liebe die HipHop-Kultur, weil jeder daran teilhaben kann – jede Hautfarbe, Rasse, Alter. Ich arbeite selbst innerhalb dieser Kultur und sehe es als großen Faktor meines Lebens. Aber ich betrachte es nicht als Religion oder mehr. Ich mag es, zur HipHop-Community zu gehören – lokal, national und international. Und damit meine ich die True School Heads der Pioniere, Legenden, Macher, Promoter und Enthusiasten.
Jorge: HipHop ist etwas besonderes, weil es aus einer Jugendkultur hervorging. Die HipHop-Bewegung der 1970er und frühen 1980er war raw and real! All die Elemente waren viel präsenter. HipHop wurde populär, weil es rebellisch, revolutionär, höchst kompetitiv und selbstbestärkend war. Es war und ist noch immer sehr viel Spaß und aufregend!
Joe: HipHop gehörte uns, es gehörte der Jugend der Bronx, und wir haben es an die Welt weitergegeben. Ich hatte eigentlich keine Ahnung, dass das, was ich dort dokumentierte, jemals ein globales Phänomen werden würde. Ich meine, allein zu sehen, wie es sich von den Spielplätzen der Bronx stadtweit ausbreitete, war schon unglaublich. Es war eine unschuldige Zeit junger, farbiger Leute, die mit der Musik ihrer Eltern zu ihrer Umwelt ein Statement abgaben – absolut fantastisch.

Was vom Vibe blieb
Diese Rohheit der Anfangszeit trifft man heute bestenfalls in den Büchern von Jeff Chang und Dan Charnas, welche die Geschichte der HipHop-Kultur in vielen Einzelheiten sezieren. Für Jorge ist die heutige Kultur eine Mischung aus echter Unterstützung und Identitätskrise. »Einige Leute verstehen HipHop und andere begreifen es. Und Einzelne versuchen, die Kultur zu erhalten und innerhalb dieser trotzdem Karriere zu machen.«
Dennoch ist HipHop bei vielen längst zum reinen Synonym für Rap geworden. Die anderen Elemente, das B-Boying & B-Girling, Graffiti und DJing sind in diesem Kontext nur vergessene Marketing-Anhängsel. Christie macht an dieser Stelle eine klare Unterscheidung, allein schon, weil sie sich für die grafische und die DJ-Seite des HipHop interessiert. »Ich arbeite in der HipHop-Kultur, nicht in der Rap-Industrie«, stellt sie klar. »Selbst die MCs, mit denen ich arbeite – GrandMaster Caz, Lord Finesse und Biz Markie – sind ebenfalls DJs.«

Was muss ein DJ heute eher mitbringen: Skills, Groove oder Arsch in der Hose?
Christie: Alles drei ist absolut essentiell. Du kannst ein großartiger Turntablist sein, aber wenn du nie gebattled hast, wirst du wahrscheinlich nie auf einem DMC USA Battle teilnehmen. Ich bin nicht supertechnisch, aber ich weiß, was gut klingt, was Flavor hat und was den Championsound hat. Wenn du dir die meisten DMC Weltchampions anschaust, hörst du diesen Championsound. Und er ist immer aufregend.

Hat sich viel geändert im Vergleich zu früher?
Christie: Die europäischen DJs sind sehr weit entwickelt, was die Scratches angehen. Ich persönlich (nicht DMC) denke aber, dass kein DJ ohne Beat Juggling durchkommen sollte. Eine Sache, die ich nicht mag, ist diese bestimmte Art generischer Electro-/Dance Music, die viele DJs in den DMC World Finals nutzen. Ich wünsche mir, dass die DJs unterscheidbare Musik nutzen, so dass man auch hören kann, wie sie es verändern. Und neue Techniken? Die DJs haben die beiden Haupttechniken [Scratching und Beat Juggling] verfeinert oder neue Pattern entwickelt, aber niemand hat bisher eine dritte Technik hervorgebracht.

»Der Vibe war früher unschuldig und experimentell. Vor allem war es Spaß.« (Joe Conzo) Gibt es ähnliche Veränderungen im B-Boying?
Jorge: Früher ging es beim B-Boying und B-Girling um Flavor und Finesse. Später ging es mehr um die Akrobatik. Die Tänzer fokussierten sich eher auf die einzelnen Bewegungen anstatt auf die [HipHop-] Bewegung. Innerhalb der letzten 15 Jahre hat sich aber eine gute Mischung aus dem Originalrezept, Power Moves und Blow-Ups entwickelt.

Was sagt der Beobachter?
Joe: Der Vibe war früher unschuldig und experimentell. Vor allem war es Spaß. Du kannst denselben Vibe auf Tools Of War-Konzerten wiedererleben, während andere Veranstaltungen noch immer kommerzialisiert sind.

Alive & Kickin’
Tools Of War ist die Antwort auf die Sehnsucht nach einer vergangenen und verlorenen Zeit. Laut Jorge geht es darum »HipHop und die urbane Kultur zu erhalten«. Kultur bedeutet demnach weit mehr als die reine Musik und Party. Es geht nach wie vor um eine Bewegung, welche eine Veränderung einfordert. Und es geht um Kommunikation. »Wir unterstützen durch die Künste viele Initiativen für Frieden, Einheit, Gleichberechtigung und Freiheit. Und wir ermutigen dazu, HipHop als Form der positiven Konfrontation zu nutzen – künstlerische Battles anstelle Disrespekt und Gewalt.« Das Ziel ist ein Miteinander. Seit 2003 organisiert Tools Of War deshalb (legale) Park Jams in verschiedenen New Yorker Gemeinden. Die Jams werden von HipHop-nahen Unternehmen wie Serato und Rane unterstützt, Merchandise-Stände für sie gibt es aber keine. Der Eintritt ist frei und die Künstler kommen allein wegen der Sache. Hinter den Reglern finden sich Altermeister wie Grandmaster Flash, Afrika Bambaataa und Lord Finesse. Im Cypher treffen legendäre B-Boys wie Crazy Legs und Pop Master Fabel auf den jungen Nachwuchs. Charlie Ahearn, Joe Conzo, Res One und andere Fotografen mischen sich begeistert unter die Menge.

Ist das die Rückkehr der alten Energie?
Christie: Zusammen mit unseren legendären Freunden versuchen wir, die Essenz der legendären Park Jams der Siebziger und Achtziger zurückzubringen. Wenn der Park Manager es erlaubt, zapfen wir den Strom aus der Straßenlaterne. Nach dem Aufbau des Soundsystems tauchen meist schon die ersten vertrauten Gesichter auf. Dann fangen die DJs an und die Menge wird größer und größer. GrandMaster Caz hostet. Fabel übernimmt das Mikrofon, wann immer er eine Ansage machen möchte. Um die DJ-Sets versammeln sich die DJ Fans. Meist sind einige B-Boys schon sehr früh da. Die Cypher sind auch die ganze Zeit aktiv und ich habe meist keine Chance zuzuschauen, weil die Menge drumherum so dicht ist.
Joe: Das macht Tools Of War so »real«. Es ist wirklich derselbe Vibe wie damals. Die Leute kommen aus der ganzen Welt, um Teil von Tools Of War zu sein!
Jorge: Ich fühle mich dabei wie Kind und Veteran des HipHop zugleich. Die HipHop-Kultur ist eben die Quelle der Jugend!

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Books Review | verfasst 25.01.2013
Gerry »Cutmaster GB« Bachmann
The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking
Geschichtsdokument, Fotoband und nützliche Küchenhilfe: Ein Buch, das nach der Lektüre nicht im Regal verschwinden muss.
Art Kolumne | verfasst 30.03.2011
Yaneqdoten
Venga, venga, motherfuckers!
Yaneq reist mit einem Kumpel nach Gran Canaria und findet dort wie zufällig Belege für die bereits von seinem Geschichtslehrer gehegte Binsenweisheit: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein!
Art Kolumne | verfasst 04.05.2011
Yaneqdoten
»Waaas?!«
Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!«
Art Kolumne | verfasst 06.06.2011
Yaneqdoten
Learn the rules, kid!
Yaneq gerät in eine verbale Auseinandersetzung mit einem französischen Plakatkleber über bestimmte Regeln im Plakatkleberbusiness, die es einzuhalten gilt. Doch was hat Frau Reich, Schaffnerin der Deutschen Bahn damit zu tun?
Art Kolumne | verfasst 29.06.2011
Yaneqdoten
SSSSt!
Yaneq erzählt von den Gepflogenheiten und wenig geschäftsfördernden Gebaren Kreuzberger Grasdealer und über einen Gast aus Baltimore, der zum ersten Mal außerhalb der USA weilt und sich mitunter in der Zeit zurückversetzt fühlt.
Music Bericht | verfasst 17.08.2011
Graffitibox Summer Jam
»Rischtisch Jeil«
Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Berliner Yaam in eine Insel, auf der die Hip Hop Kultur in allen Disziplinen gefeiert wurde. Auf der Bühne gab sich der deutsche Rap-Untergrund die Klinke in die Hand.
Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Art Kolumne | verfasst 11.10.2011
Yaneqdoten
Aufbau West!
Yaneq hat Probleme mit der Ost-Berliner Polizei und stolpert darüber in ein anekdotenreiches Sinnieren über das deutsche-deutsche Verhältnis zweiundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall.
Film Essay | verfasst 22.07.2013
Spike Lee und das »New New York«
It's gotta be the shoes
Beinahe alle, die da in vorderster Front für das »New New York« im Hip Hop stehen, veröffentlichen in diesen Tagen Videos, die stärker denn je die Ästhetik Spike Lee‘s beschwören. Was hat es damit auf sich?, fragt unser Monthly Peak.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 24.09.2010
Professor Green
Alive Till I'm Dead
Ein Album samt selbstironischer Anspielungen auf das Musikbusiness, das irgendwo zwischen den Stühlen von HipHop und Mainstream-Pop Platz.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Shad
TSOL
Im Vergleich mit Drake das spannendere kanadische Exportgut, das die Nische zwischen Common, Blu und Talib Kweli ebenbürtig ausfüllt.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 10.03.2007
Evidence
The Weatherman LP
Weniger Nostalgie, mehr Risikofreude, ohne die klassizistische Nische zu verlassen: Evidence-Haten ist wieder uncool geworden.
Music Review | verfasst 10.05.2007
Sage Francis
Human The Death Dance
Sage Francis zeigt sich abwechlungsreich bis widerspenstig. Von Stand Up Comedy oder Slam Poetry, über E-Gitarren bis hin zu HipHop-Standards.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!