Music Interview | verfasst 11.03.2013
DJ Day
Fast Food eher selten
Seit Kindesbeinen interessiert sich Damien Beedle aka DJ Day für Musik. Dabei ist er mit Vinyl aufgewachsen und es ist so für ihn das selbstverständliche Formate geworden. Wir trafen ihn in Berlin zum Gespräch.
Text Frédéric Hartmann , Fotos Frédéric Hartmann
Dj-day-21_nt
Rubriken_sticker_detail_05

Ein jeder kann die Nacht zum Tag machen. Umgekehrt fällt es den meisten wahrscheinlich sogar schwer, es sich vorzustellen. Damien Beedie ist dem Ruf der schwarzen Rille tief in die Nacht gefolgt, hat an seine Berufung geglaubt und wie wenige sonst an den Tag gelegt wie man seine Passion zum Beruf machen kann. – Grinsend. Na das auch, aber wir haben uns nicht über sein scheinbar unerschütterliches Wohlempfinden unterhalten, sondern über die dafür verantwortliche Liebe zum schwarzen Gold, das nicht mehr nur sein Herz oder seinen Körper antreibt sondern mittlerweile auch seine Familie. Und ganz nebenher noch zur Referenz und Inspiration für eine ganze Generation wurde.

Zunächst mal ein paar Eckdaten. Wann und wie hast du begonnen Platten zu sammeln?
DJ Day: Ich war noch sehr jung als ich anfing mich für Hip Hop zu interessieren. Kurz danach begann ich bereits die Scheiben meiner Mum nach Samples zu durchforsten, worin ich so sehr aufging, dass es zum Gesprächsthema Nummer Eins zwischen allen meinen Verwandten und mir wurde und ich von ihnen jede Menge Material aus ihren Sammlungen zur Verfügung gestellt bekam. Der Rest ist Geschichte.

Wie umfangreich ist deine Sammlung?
DJ Day: Ich schätze irgendwo zwischen 2.500 bis 3.000 Schallplatten.

Das hält sich ja noch arg in Grenzen. Nichtsdestotrotz stellt das für viele aber eine exorbitante Zahl dar. Deswegen die Frage: Wozu so viele?
DJ Day: Hahah! Das frag ich mich auch immer wieder. Kann das wirklich irgendeiner von uns Sammlern beantworten? Bei mir, wie den meisten, kann man das wohl am besten mit einer Sucht vergleichen. Und hierfür gibt es nunmal keine rationalen Erklärungen. Der Platz in meiner Bude wird zunehmend geringer und trotzdem kaufe ich, wo immer ich hinreise, dutzendfach neues Material. Nüchtern betrachtet ist das einfach lächerlich. Ich will nicht sagen, dass ich Sachen unnütz horte, weil sich das bei mir auf die Platten reduziert. Aber es ist mir schier unmöglich, alte Scheiben loszuwerden. Ich kenne so viele Leute, die nicht nur kaufen, sondern auch verkaufen und sich damit ihre Leidenschaft finanzieren. Ich habe es mir immer wieder vorgenommen, aber ich schaffe es einfach nicht. Und das nicht einmal mit Alben, an denen ich im Moment weder professionell noch privat etwas finde. Zu oft sind mir nach Jahren wieder Sachen in die Hände gekommen, die mir ungeachtet meiner vorherigen Meinung plötzlich voll unter die Haut gingen.

Du sprichst von einer gewissen irrationalen Liebe zum Medium Vinyl. Wo kommt da die Nutzung moderner Formate unter. Inwiefern vereinbarst du die Hingabe zu Analogem mit dem digitalen Einzug in deinen Sessions wie wahrscheinlich auch in deinen Produktionsansätzen?
DJ Day: Ich nutze ganz klar die Vorzüge beider Welten und will oder kann wahrscheinlich keiner den Vorzug geben. Das Plattensammeln ist bei mir in den letzten Jahren zurückgegangen. Vor allem auf Reisen macht das für mich noch Sinn, da ich wirklich neues Zeug kennenlernen kann. Aber ich habe aufgehört Scheiben zu kaufen, einfach nur um Serien zu vervollständigen oder bessere Kopien von bereits erstandenen Exemplaren zu bekommen. Selbstverständlich gibt es jede Menge Sachen, die noch nicht digitalisert wurden, und die es somit in meine Kollektion schaffen. Aber ja, ich kaufe zunehmend einzelne Songs im Netz oder auch mal eine CD. Solange die Musik gut ist, passt das schon.

» Digitale Musik hat bei den meisten den Stellenwert von Fast Food, da sie fast überall zugänglich, kostengünstig (wenn nicht gar umsonst) und dadurch in einer kaum zu verdauenden Fülle erhältlich ist. Für eine Schallplatte muss man in den Laden gehen, entsprechend teuer bezahlen und weit mehr als nur einen Knopf drücken um sie zu hören. Dies trägt dazu bei, dass man viel bewusster zuhört und die Wertschätzung ungleich grösser ist. « (DJ Day) Ich hab mal irgendwo gelesen, dass der angeblich einzige physikalische Vorzug von Vinyl gegenüber einer CD der ist, dass Sie einen grösseren Dynamikumfang bietet, ansonsten aber klanglich nicht mehr hergibt. Was hältst du von der allgemeinen Meinung, Vinyl klinge besser als sein digitales Pendant?
DJ Day: Ich war nie ein audiophiler Nerd, der sich viel aus professionellem Equipment gemacht hat. Ebenso habe ich Schallplatten nie gesammelt, weil ich dachte, sie würden besser klingen. Die Liebe zu dem Medium kommt von ganz anderer Seite. Allerdings kann ich sagen, dass ich in dem Falle meines Albums einen definitiven Unterschied vernommen habe. Ich hatte sicherlich hunderte Vorabversionen in digitaler Form gehört und das Klangerlebnis von der finalen Vinylversion konnte in Sachen Wärme und Fülle mit so viel mehr aufwarten. Es steht also außer Frage, dass ich Vinyl bevorzuge. Das geht aber nicht so weit, dass es ausschließlich so ist. Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Unterscheidung ist die Art und Weise wie man Musik von beiden Formaten konsumiert. Digitale Musik hat bei den meisten den Stellenwert von Fast Food, da sie fast überall zugänglich, kostengünstig (wenn nicht gar umsonst) und dadurch in einer kaum zu verdauenden Fülle erhältlich ist. Für eine Schallplatte muss man in den Laden gehen, entsprechend teuer bezahlen und weit mehr als nur einen Knopf drücken um sie zu hören. Dies trägt dazu bei, dass man viel bewusster zuhört und die Wertschätzung ungleich grösser ist.

Einer der maßgeblichen Antriebe eines Sammlers, insbesondere im Verbund mit der Tätigkeit des Produzierens, ist es das Sample zu finden, welches niemand anderes benutzt hat. Wie erklärst du dir, dass aus dem immensen Pool an Musik zwischen den 1920er und 1950er Jahren es bislang nur so wenig Material in moderne Produktionen geschafft hat?
DJ Day: Gute Frage! Einer der wichtigsten Gründe ist mit Sicherheit die klangliche Qualität der Aufnahmen aus dieser Zeit. Da seit jeher insbesondere die Jahre zwischen Mitte der 1960er und den frühen 1980er Jahren verwendet wurden, verbindet man den Sound des Swing der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einfach nicht mit Hip Hop. Problematisch ist dabei aber auch, dass aus dieser Zeit meist nur Schellack zu finden ist, was in der Handhabung ganz anders ist als Vinyl. Es gibt hier und da aber schon Leute, die sich damit beschäftigen. Exile zum Beispiel hat angefangen den Doo-Wop der 1950er Jahren zu benutzen, weil er selbstverständlich voll drauf abgeht aber es wie gesagt eine unbesetzte Nische darstellt.

Auch wenn sich Vinyl einer steigenden Popularität erfreut, macht es nur einen verschwindet geringen Prozentsatz des internationalen Musik-Absatzmarktes aus. Die wenigsten Jugendlichen kennen das Medium – vielleicht noch von ihren Eltern -, und verstehen dadurch seine unmittelbare Wertigkeit. Gleichzeitig kennen fast alle Kids die Vorzüge der digitalen Welt, von der Mobilität hin bis zu den Preisvorteilen, die ihnen ihre Smartphones und Laptops bieten. Wieso sollte sich deines Erachtens ein musikbegeisterter Jugendlicher, trotz aller auf der Hand liegenden Nachteile, für die Schallplatte interessieren?
*DJ Day:
Wenn sich dieser Jugendliche dafür interessiert auch Musik zu machen, dann beantwortet sich die Frage quasi selber. Eine Schallplatte im Verbund mit adäquatem Equipment ist ein Instrument mit dem man genauso versatil komponieren, produzieren und musizieren kann wie mit einer Gitarre oder einem Klavier. Für den einfachen »Aficionado« ist die Frage schon schwieriger zu beantworten. Spontan fällt mir ein, dass Musik in digitaler Form oft den »plötzlichen Kindstod« ereilt. Ich glaube ein jeder von uns hat schonmal das Problem gehabt, dass einem die Festplatte oder gleich der ganze Computer abgeschmiert ist und mit einem Schlag die gesamte Musikbibliothek weg war. Bei einer Schallplattensammlung bedarf es dafür schon ein flächendeckendes Feuer. Ausserdem ist Vinyl fast schon so etwas wie eine Kapitalanlage, die wie ein guter Wein bei entsprechender Handhabung im Preis steigt und immer wieder aufs neue konsumiert werden kann.

… es sieht so aus, als hättest du noch mehr Gründe in der Hinterhand…
DJ Day: Ja, denn ich muss ganz ehrlich sagen, wenn einen Musik bewegt, dann sollte man es zumindest einmal ausprobiert haben, sich diese auch auf Vinyl zu Gemüte zu führen. Für so viele Musikliebhaber ist es der Genuss schlechthin und die sollten es halt wissen. Entscheidet man sich hiernach trotzdem dagegen und deckt sich über iTunes oder vergleichbarem mit seinem Stoff ein, ist das genau so gut. Was so oft vergessen wird – und das von den Plattennerds mit Tausenden von Scheiben, wie auch von den Netzpiraten, die sich Songs zu Tausenden für lau aus dem Web saugen – ist, dass das eigentlich wichtige die Musik selbst ist – nicht das Format. Ich weiß noch wie ich damals meine ersten Tonträger förmlich in mich aufgesaugt habe und jede Wendung und Textzeile verinnerlicht hatte. Heute wissen viele Kids gerade mal den Namen der Künstler, die ihre Playlists anführen. Und die Hälfte ihrer Sammlung haben sie wahrscheinlich niemals gehört, weil Sie einfach viel zu viel davon haben. Auf der anderen Seite gibt es diese DJs, die grosse Stücke auf sich halten, weil Sie ausschliesslich mit Vinyl auflegen. Das kommt dann mit auf den Flyer und man meint, man hätte sich dadurch von den anderen abgesetzt. Das aber doch wirklich nur indem man offenkundig sagt, dass man allen ernstes die Musik ausschließt, die nicht im vermeintlich »richtigen« Format vorliegt. Und außerdem interessiert das die Partygänger nicht im geringsten, ob die Musik zu der man tanzt von einer CD, einem Laptop, einer 12“ oder 7“ kommt. Ich verstehe nicht, wie die DJs, die dies schreiben, nicht merken. Sie könnten genauso auf ihrer Flyer schreiben: »100% Formatvoreingenommen«. Aber um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: Ein jeder muss für sich herausfinden, was gut oder besser für ihn ist. Solange dabei die Musik im Vordergrund ist, ist der Rest ziemlich egal.

Das Album »Land Of 1.000 Chances« von DJ Day findest du bei hhv.de: CD LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 12.02.2013
DJ Day
The Land of 1000 Chances
Der Kalifornier DJ Day liefert »The Land Of 1.000 Chances« ein überraschend entspanntes Werk ab.
Music Interview | verfasst 08.02.2012
Lord Finesse
Digger With Attitude
Lord Finesse ist vor allem bekannt als Produzent und DJ von Digging in the Crates (DITC) und dafür die Tradition des Samplens und Aufspürens alter Schallplatten am Leben zu erhalten. Ein Interview über den Status Quo im Beat-Digging.
Music Review | verfasst 06.07.2011
Miles Bonny
Lumberjack Soul
Anstatt sich für irgendeine Kiste herzugeben, freestylet Bonny ungezwungen zwischen allem, was ihn inspiriert aus Soul, Funk und Jazz.
Music Review | verfasst 01.06.2007
Zeph & Azeem
Rise Up
Auf Zephs abwechslungsreichen Instrumentals macht Azeems Zunge Yoga: das Debüt des Duos aus San Francisco macht Spaß.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 15.04.2007
Various
OM HipHop Volume 1
Das in San Francisco ansässige Label OM Records setzt mit ihrer neuen Compilation die Ansprüche hoch
Music Review | verfasst 25.05.2007
Sa-Ra Creative Partners
The Hollywood Recordings
Das ist die erste Sa-Ra-Review, die ohne die Attribute »unique«, »innovativ« und »next-level« auskommt.
Music Review | verfasst 08.05.2007
Lifesavas
Gutterfly
Ein weiterer Beitrag zum Thema »Blaxploitation als Samplequelle«: Livesavas veröffentlichen ein richtig gutes Album.
Music Review | verfasst 02.01.2007
Various
The Best Of Lewis Recordings
Die Briten von Lewis Recordings, Heimat von Edan, beehren uns mit einer interessanten Labelschau
Music Review | verfasst 02.12.2010
2Mex
My Fanbase Will Destroy You
Zwei Jahre hat er sich für »My Fanbase Will Destroy You« Zeit genommen. Ungewöhnlich lange für 2Mex.
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 08.11.2010
Celph Titled & Buckwild
Nineteen Ninety Now
»Nineteen Ninety Now« transportiert den Vibe der 1990er Jahre perfekt in die Jetztzeit.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Atmosphere
To All My Friends / Blood Make The Blade Holy
Eine Doppel-EP, die die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album überbrücken soll.
Music Review | verfasst 02.11.2010
Breez Evahflowin
As He Goes On...
Breez Evahflowin hört auf. Zum Abschied gibt er seinen Fans ein reflektiertes, ehrliches und erwachsenes Album.
Music Review | verfasst 22.10.2010
FS Green & Full Crate
Hi-Hat Club 5: Eggs And Pancakes
Die Stärke besteht in Bassläufen, die ausgewählte Samples dezent in den Hintergrund rücken.
Music Review | verfasst 30.11.2010
Kanye West
My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West besinnt sich auf seine alte Stärken, besinnt sich auf große Popmomente und geht damit wieder ein, zwei Schritte nach vorne.
Music Review | verfasst 19.11.2010
Intalek & Ritchcraft
Lives And Vibes
Perfektes Zusammenspiel: Ritchcraft erschafft einen warmen, elektrolastigen Sound, Intaleks frischer und gelassener Flow rundet ab.
Music Review | verfasst 24.09.2010
Professor Green
Alive Till I'm Dead
Ein Album samt selbstironischer Anspielungen auf das Musikbusiness, das irgendwo zwischen den Stühlen von HipHop und Mainstream-Pop Platz.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Shad
TSOL
Im Vergleich mit Drake das spannendere kanadische Exportgut, das die Nische zwischen Common, Blu und Talib Kweli ebenbürtig ausfüllt.
Music Review | verfasst 12.11.2010
U-N-I
A Love Supreme 2.0
Von Hipster-Rap und Gangstarap sind U-N-I genausoweit entfernt. A Love Supreme zählt zu den besseren Hip-Hop-Platten des Jahres.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.