Music Kolumne | verfasst 06.03.2013
Zwölf Zehner
Februar 2013
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-01 Detroit – in unserer romantisierten Vorstellung trifft man sich dort, pleite aber sexy, zum BBQ, setzt Kinder im Vorschulalter an den Maschinenpark, echauffiert sich über die da oben, hört nebenher VG-Platten und kreiert aus dem Stegreif Magie für die alte Welt. Dass diese herzlich naive Vorstellung im Hause Strickland nicht ganz so weit weg ist von der Realität, wissen wir zumindest annähernd und wenn Big Stricks Sohnemann mit 16 nun seine erste EP veröffentlicht, die er sich nicht mit der Verwandtschaft teilt, hören wir natürlich besonders genau hin. »Lamborghini Dreams« (was sonst?!) erscheint (natürlich) über 7 Days Ent, das Label des biologischen Erzeugers von Generation Next, und jeder der vier Tracks ist für sich genommen eine Sensation. Der Titeltrack aber, mit dieser federleichten Italo-Figur, ließe sich direkt als eines, der nicht gerade seltenen, Highlights auf einem weiteren familieninternen Label vermerken: FXHE. Ja, so gut ist der kleine Strickland. Fast schon beängstigend.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-02 Wie kann eine solche Hymne eigentlich nicht auf einem Willie Hutch-Sample basieren? Und apropos Willie Hutch, apropos Hymme: Als einer der Track des Jahres 2007 ist uns UGK’s International Player’s Anthem noch bestens in Erinnerung, jetzt erhält dieser mit Project Pat‘s »Drank and that strong« so etwas wie einen Junior Partner. Zum einen ist da dieses orchestrale Soulsample mit seinen Strings und wenn ein Raptrack Strings enthält, dann honorieren wir das verdammt nochmal. Denn: It’s always all about the strings! Ihr wisst ja wie da ist mit der Ausnahme und der Regel. Zum anderen ist da dieser einfachste Drumloop, der in seiner Einfachheit nur noch von der grenzdebilen Delivery Project Pat’s getoppt wird. Der Bruder Juicy J’s (ein alter Bekannter dieser Kolumne), knallt sich hier offensichtlich nicht nur lyrisch Hucke voll, raucht Joint auf Joint back to back, vernichtet den Codeinsirup mit Sprite gar literweise, auf dass er mit seinem Erste-Klasse-Ticket ins Nirvana über Telefongespräche mit Cheech and Chong philosophiert. Habe ich bereits diese Hook erwähnt? Dass man im Rausch zur eigenen Überhöhung neigt, das wissen wir nicht erst seit Project Pat. Sich aber nicht immer so bierernst nehmen, gut dass uns Pat daran erinnert.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-03 Der Eklektiker und zuckersüßer Neon-Pop, das könnte schwierig werden. Der Streber aus Österreich scheint sich zu Beginn direkt mal eine Synth-Melodie seines Bruders im Geiste Floating Points zu borgen, anstatt es sich aber einfach zu machen und fünf Minuten auf deren Schönheit zu setzen, verwandelt Dorian Concept das im Original relativ unspektakuläre »D&T« in einen stolpernden Adrenalin-Rausch mit klassischem Break in der Mitte, atemlosen Finale und postkoitaler Coda. Quasi die langerwartete Bilingual Dance Sexperience.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-04 Bereits an anderer Stelle wurde auf die Brillanz des kompromisslosen Soundentwurfs von Streetwalker eingegangen und der Titeltrack des gerade erschienenen »Future Fusion« mag diesbezüglich das größte Ausrufezeichen sein. Nach einem kurzen de Palma kompatiblen Soundtrack-Bit beginnt sich ein unkontrolliertes Arpeggio zu überschlagen und der Drumcomputer rattert. Unmittelbar danach ein Trenz Reznor Tribut in wunderbarer Rotzigkeit, leidend, masochistisch, böse. Ein fünfeinhalbminütiger Mindfuck, der wiedermal beweist, dass Epigonentum etwas wunderbares sein kann, wenn sich dafür die richtigen Leute finden.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-05 Noch so ein Raider, den man häufig vergisst. Grandmillys »The Paper« hat schon zwei, drei Monate auf dem Buckel und ging mal wieder in der Flut der BRK-Tracks unter, was Emerald Ruins hier aber am Beat veranstaltet muss nachträglich noch aufgegriffen werden. Inoffizieller Keep It G Nachfolger, ick hör dir trappsen. Grandmilly rotzt dazu noch schnell eine gewohnt nihilistische Strophe hin, im Refrain dann der übliche Chopped & Screwed-Wahnsinn – die gehen nirgendwo hin, diese 275er.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-06 Juli 2011, Kantine Konstanz. Beautiful Swimmers DJ Set. Der letzte Track. Das schreit nach was Großem. Max D legt den Rohling gemach in den den CD-Player, wartet auf die Schlusstakte eines ausklingenden Chicago Smashers und wagt einen kurzen Blick in die Menge, ehe er mit einem untersetzten 80-BPM-Kehraus den Laden in kollektive Ekstase versetzt.
Kollege Aigner und ich gucken uns verduzt an. Was zur Hölle? Was ist das, was soll das – wir haben die Worte nicht. Der unbekannte Track, ein sanftes Drumgerüst, das den schwebenden Untersatz liefert für einen esoterischen Panflötenteppich, der sich auf drei Minuten immer wieder Raum lässt (schließlich schwebt er ja auch!) und mit dem wiederkehrenden Sample und einsetztendem Basslauf immer weiterzieht. Schweben, Teppich, ja, das sind die Klischees aus Tausend und einer Nacht, aber das war eben nicht irgendeine Nacht, es war diese eine. Gefühlte tausend mehr hat es dann schließlich auch gedauert, bis »Peeling An Orange In One Piece« auf Tonträger verweigt worden ist und auf dem grandiosen »House Of Woo« schier heraussticht.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-07 Ich will ja nicht wirklich daran glauben, dass im Sommer tatsächlich die Veröffentlichung des neuen The-Dream Albums bevorsteht. Zu häufig wurde diese in letzter Zeit nach hinten terminiert und unsere Vorfreude ( die Vorfreude echter Fanboys) jedes Mal aufs weitere getrübt. Dass der gute Terius seine Fans regelmäßig mit Free Tracks entschädigt, erweist sich dahingehend auch fast schon als kontraproduktiv, weil sich die Freude auf das Album nahezu ins Unermessliche steigert. Anyway, Free-Track-Objekt der Begierde des Februars ist das schmissige »Slow it down«, das sich nicht nur mit Project Pat’s »Drank and that strong« einen Zweikampf liefert um die eingängigste Hook des Monats (Slow it doooown, doooown dooown dooown), sondern noch folgende unterstützungswerte Forderung propagiert: Enough with the motherfuckings dance songs, DJ you gotta slow it down! Full support von dieser Stelle. Und weiter: Sollten seine Songs weiterhin nicht gespielt werden im Radiooooo, die weißen Mädels werden trotzdem darauf reiten wie ein Rodeeeeoooooo. Man muss ihn einfach gern haben.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-08 So ganz sicher sind wir uns immer noch nicht, ob die das Ernst meinen. inc. haben eine derart pathetisch, schmierige Ballade geschrieben, dass sich im schlimmsten Fall 2015 die Soundtrack-Redaktion von Grey’s Anatomy daran vergreifen könnte, gleichzeitig ist »Angel« aber auch ein Statement für weniger Ironie und große Gefühle. Oder sie sind einfach bessere Schauspieler als The Weeknd, wir wissen es nicht genau. Fest steht aber, dass »Angel« die einzige Möglichkeit ist, sich zu rasieren und dabei den autistischen Gosling-Blick aus Drive proben zu können, ohne sich selbst sofort dafür zu hassen. Danke dafür, inc.!

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-09 Ninja Tune beschreibt Moire’s »Drugs« bildlich als als diesen surrealen Moment, in dem man beim Sonnenaufgang um 5 Uhr morgens auf einem Dach steht und über die Stadt blickt, und dermaßen gepackt oder wird, dass man sich weigert loszulassen. Das trifft es ganz gut, aber nicht ganz. Es ist eher der Moment, in dem man im Morgengrauen den Club verlässt, körperlich völlig verausgabt vom pulsierenden Rythmus, dem wummernden Bass und möglichweise auch von den illegalen Substanzen und geblendet wird von den Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne. Dieser Ausgenblick, shizophren und völlig gegensätzlich, ein Augenblick der Grenzerfahrung, der das Gehirn zu überfordern scheint, all das ist »Drugs«.

LISTEN

ZEHNER-FEBRUAR2013-BANNER-10Everyone? Kann raus.” Ja ja, der Okraj wollte Joakim und Kindness absehbarerweise nicht unbedingt hier vertreten sehen und das leuchtet eigentlich ein. Sowohl Kindness, als auch der erfahrene Franzose haben schon wesentlich überraschenderes und kreativeres produziert als »No Time To Waste«, einen eigentlich recht biederen Chicago House Throwback, der durch die mal an David Byrne, mal an Arthur Russell angelehnte Delivery des verkappten Haarmodels Bainbridge etwas zu offensichtlich ein Hit sein will. Aber: nach zwei, drei Durchgängen zwangssnobistischer Analyse merkt man auch wieder, dass all solche Dekonstruktionen Zeitverschwendung sind, wenn man auf einmal grinsend zu summen beginnt. Frühling, everyone?

LISTEN

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 04.10.2011
Zwölf Zehner
September 2011
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 28.11.2012
Zwölf Zehner
November 2012
Willkommen (fast) im Dezember. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 02.05.2011
Zwölf Zehner
April 2011
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2014
Zwölf Zehner
Mai 2014
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 17.10.2014
Dorian Concept
Joined Ends
Dorian Concepts »Joined Ends« ist wie eine kaleidoskopartige Suite, in der sich die musikalischen Bestandteile allmählich aufsplittern.
Music Interview | verfasst 23.05.2011
Affine Records
Wiener Spezialitäten
Erst gingen sie gemeinsam zur Schule, dann teilten sie sich ihre Liebe zur Musik, schließlich gründeten sie ein Label. Wir sprachen The Clonious und Cid Rim von Affine Records anlässlich der Compilation What A Fine Mess We Made.
Music Liste | verfasst 24.08.2018
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Maxmillion Dunbar
Cool Water
Slow Motion House? Cosmic Boogie? Alles kann, nichts muss. Wir müssen vor allem eines: Staunen über eines der besten Alben des Jahres.
Music Review | verfasst 28.04.2015
Lifted
1
Max D und Co La haben einfach mal gemacht: Das hier der improvisierte Wahnsinn mit besonnenem Kern.
Music Porträt | verfasst 10.10.2010
Maxmillion Dunbar
Von Hip Hop bis »Bauhouse«
Maxmillion Dunbar versteht es Genres auszureizen: Ob als Hälfte der Beautiful Swimmers, als Teil der Hip Hop-Formation Food For Animals oder nun auf Solopfaden. Andrew Field-Pickering sucht in allen Musikrichtungen die Innovation.
Music Interview | verfasst 30.07.2011
Beautiful Swimmers
Get symbolized, yo!
Auf ihrer Deutschlandvisite schnappten wir uns Ari und Andrew (alias Maxmillion Dunbar), die als Beautiful Swimmers eklektische Tanzmusik produzieren, sperrten sie zwei Stunden weg und spielten ihnen Platten vor. Get symbolized, yo!
Music Kolumne | verfasst 13.03.2013
Hyperton
März 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2011
Zwölf Zehner
März 2011
Der März ist um, es lebe der März. Florian Aigner und Paul Okraj lassen den Monat März Revue passieren und destillieren in der neuen Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.06.2011
Zwölf Zehner
Mai 2011
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.08.2011
Zwölf Zehner
Juli 2011
Willkommen im August. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 27.12.2011
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2011 (Teil 1)
Unser Kolumnen-Duo Aigner und Okraj schließt das Jahr mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab, wie üblich streitbar aber scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip Hop und Post-Everything.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.