Music Interview | verfasst 08.10.2013
Hade
My Latest Epiphany
Der Kölner HADE hat im Frühsommer diesen Jahres zusammen mit DWFL ein nicht nur für die Verhältnisse von Meltiing Pot Music ungewöhnliches Album veröffentlicht. Wir sprachen mit ihm über seine persönlichen Höhepunkt in letzter Zeit.
Text Philipp Kunze
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»My Latest Epiphany« fragt Monat für Monat nach einer Begegnung der besonderen Art, sei sie persönlich, ästhetisch, konstruktiv oder chaotisch – und Künstler antworten. Diesmal haben wir dem Kölner Produzenten Hade zugehört:

Mein Kurzzeitgedächtnis ist wirklich das einer Taube… Ich guck‘ einfach mal in mein Telefon, was da so ist. Okay, das ist jetzt wahrscheinlich so ‘ne Antwort, die bei vielen ein »Hööää, was?« auslöst, aber ich fand z.B dieses Alchemist/Prodigy-Mixtape so uuuuultrageil. Ich freu‘ mich ja immer darüber, wenn man von Künstlern so ‘ne gewisse Erwartungshaltung erfüllt bekommt. Also ich stehe total auf Alchemist. Spätestens seit den ganzen Gangrene-Sachen, die ich sehr gefeiert habe. Aber ich bin halt auch ultra Mobb Deep… also ein Mobb-Deep-Ultra. Vielleicht lasse ich mir das tätowieren. Aber was ich nicht vergessen will: Ich hab‘ »Invisible Touch« wieder ausgegraben und da ist dieser »Domino Part 1« drauf… ich habe den auch schon in einem Arrangement drin, habe aber noch nichts hinbekommen – ich wollte da irgendwas draus machen. Jedenfalls war da halt so der Gedanke wieder: Ah ja, Phil Collins – the man! Ich habe erst die letzten Tage so Edits entdeckt, also habe da bei Soundcloud so einen Typen gefunden. Strictly 160/170-BPM-Juke-Mucke. Ich weiß nicht, wo der herkommt und ich weiß nicht, wie alt der ist, jedenfalls hat der so zehn Songs in seinem Spotlight drin. Und der hat erstens »Hyperballad« von Björk – ich sag mal – »vergewaltigt« und dann noch »Throwin‘ It All Away« von Genesis… und damit kriegt man mich einfach! Aber, was mich den ganzen Sommer über begleitet hat, war Eden Ahbez. Das ist irgendwie so ein Guru/Alt-Hippie, der halt so Tropical-Mucke gemacht hat in den Sechzigern. So Hippie-Tropical. »Exotica« nennt sich das Genre. Und dann habe ich halt einfach bei so einem Streaming-Dienst »Exotica« eingegeben und ich habe mich gefühlt wie Cosmo Kramer mit ‘ner Lavalampe in der Ecke und habe den ganzen Tag nur so »Exotica«-Mucke gehört und habe mich so Kramer-/Mad-Men-mäßig gefühlt. Das war so dieses 60s-Balkon-Ach-Lass-Mal-Noch-Einen-Old-Fashioned-Trinken… das war mein Sommermoment, was Neuentdeckungen anging. Fand ich total geil.

Das Album »The Healthiest Man In Chicago« von HADE & DWFL findest du bei hhv.de: LP
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