Music Essay | verfasst 20.01.2014
Monthly Peak
CALIFORNIA
Kalifornien ist ein Sehnsuchtsort und ein Prinzip; das Nadelöhr westlicher Unterhaltungsindustrie. In den dunkelsten Monaten des Jahres holen wir uns ein wenig Sonne ins Mag und machen California zu unserem ersten Monthly Peak.
Text John Luas
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Kalifornien ist ein Sehnsuchtsort und ein Prinzip. Es ist das Nadelöhr westlicher Unterhaltungsindustrie. Vom fernöstlichen Yoga bis zum West Coast Hip Hop ist die Californication Fluch und Verheißung von wirklich allem und jedem, stets jedoch eine wirksame Modellierung zu dem Exportschlager vom »Pursuit of Happiness«. Für den Pop sind die Prozesse von Imitation, Einverleibung, Umdeutung und Brauchbarmachung spannend. In Kombination mit der relativen politischen Liberalität des Staates hat unter dem Label »California« vom Surf Rock bis zum Silicon Valley, von Psychedelic bis zur Beatmaker-Kultur noch alles seinen Weg in die Welt gefunden, was mit dem Etikett »Designed In California« aufwarten kann. In den dunkelsten Monaten des Jahres holen wir uns ein wenig Sonne ins hhv.de mag und machen »California« zu unserem ersten Thema. Anstatt dabei an einer vermeintlichen Vollständigkeit zu scheitern, erzählen wir heute zum Einstieg ins Thema vom California Syndrom anhand einiger Bilder und Songs.

A STAR IS BORN California_AStarIsBornA Star is born

»California is both a place and an ideal«, sagt George Lipsitz in seinem Essay »The California Connection« treffend. Das Bild des Ortes, das zum Ideal erhoben wurde, spiegelt sich im frühen 20. Jahrhundert in einem Song, der oftmals kopiert quasi zur Hymne (oder besser: eine der vielen Hymnen) des Bundesstaats im goldenen Westens wurde:

»California, here I come
Right back where I started from
Where bowers and flowers bloom in the sun
Each morning at dawning birdies sing and everything
A sun kissed miss said, »Don’t be late«
That’s why I can hardly wait
So open up those Golden Gate
California, here I come«

So singt Al Jolson im Broadway-Musical »Bombo« von 1921. Vom Cartoon bis hin zur Hollywood-Schnulze: Kalifornien, das ist der Ort, an dem die Sonne scheint. Der Zug rollt von der Ostküste an die Westküste, durch Berge und Länder voll Regen und misery, nur um dann vom atemberaubenden sonnendurchfluteten pazifischen Küste erwartet zu werden. In der Logik der Siedler Amerikas ist Kalifornien quasi das Ende der Welt, der Fluchtpunkt, das Epizentrum der Sehnsucht: Going West heißt immer nach Kalifornien zu gehen. »If you‘re going to San Fransisco, be sure to wear some flowers in your hair«, heißt es dann viel später und obwohl die Sehnsüchte andere sind, bleibt die Projektionsfläche doch dieselbe. Im Hollywood-Streifen »A Star is born« von 1937 bekommt ein armes Bauernmädchen aus North Dakota das Geld und die Inspiration ihrer Großmutter, um ihren Traum zu leben und der ist natürlich: Hollywood in Kalifornien. Der Film ist ein Prototyp der endlosen kalifornischen Saga des »American Dream« und beschreibt die Bewegung westwärts als das Streben nach Glück. Selbst Spike Lee, der vehement wie kein zweiter sein Werk seiner New Yorker Heimat gewidmet hat, schickt seinen Protagonisten am Ende von »Clockers« im Zug nach Kalifornien, raus aus der brutalen Enge und Gewalt der New Yorker »Hood«, hinein in die Sonne. California_Spike LeeSpike Lee – »Clockers« Die rot-orangen Farben zu Ende des Films, sind so etwas wie die Cooperate Identity des Bundesstaats. Sie symbolisieren das Gold, die Sonne und den besten aller Sonnenuntergänge über der Golden Gate Bridge.

Zu Beginn des Kalten Krieges wird mit dem »Film Noir« eigentlich zum ersten Mal die Brechung dieses Sehnsuchtsortes im großen Stil gewagt. Die Zweifel am amerikanischen Traum, die nicht geglückten Abenteuer der Verlierer und einsamen Großstadtwölfe, werden zum Thema und Kalifornien steht nun nicht mehr nur für das folgerichtige Happy End. »The Prowler« von 1950 kann hier als Beispiel dieses Typus dienen, der zudem auch noch die benachbarte Wüste von Nevada als Gegenort etabliert, ein Ort der Einsamkeit, der Identitätslosigkeit und eine Metapher des gescheiterten Traums. Antonioni‘s »Zabriskie Point« lässt sich später als Höhepunkt dieser Metapher der Flucht vor dem rasanten, amerikanischen Glück, das seit den Goldgräbern ja immer auch ein kapitalistisches Glück meint, verstehen.

A BIGGER SPLASH

Der Traum vom Glück war seit der Entdeckung des Goldes Mitte des 19. Jahrhunderts, stets die Geschichte weißer, christlicher Einwanderer und ignorierte die ursprüngliche Bevölkerung dieses Landes und ebenso die spanische Geschichte. »Von Anfang an wurde die Geschichte von Kalifornien aus einer weißen Perspektive erzählt und die Entdeckung des Goldes als Beginn der Kalifornien-Saga. […] Die Antreiber dieser Geschichte, vor allem die, die sich in Los Angeles ansiedelten, konstruierten weiterhin einen Mythos, der auf dem Traum weißer Immigranten basiert.«, schreibt Kirse Granat May in »Golden State, Golden Youth«. Tatsächlich bestand die Kraft der Marke »Kalifornien« in der Einverleibung und Amerikanisierung der vielfältigen kulturellen Einflüsse der verschiedenen Einwanderergruppen. Deutlicher wurde das nach dem zweiten Weltkrieg, als Kalifornien immer mehr zum Sinnbild und Ziel für die ganze Staatengemeinschaft wurde, eine von Weißen dominierte wohlgemerkt. Irving Stone beschreibt 1955 Kalifornien als »Land der Versprechen« und »Melting Pot, in dem alte Wege und Traditionen einfach abgestoßen werden können und Innovation und Experimentierfreude sich am freisten entfalten können.« Die Marketingabteilungen, die Jahrzehnte später das Silicon Valley als Ort der Zukunft beschwören werden, hätten das Meiste aus diesem Bericht von Stone unter anderen Vorzeichen übernehmen können. Und schon 1945 hatte das Life Magazine vorhergesagt, dass »der kalifornische way of life bald radikal die Muster des gesamten amerikanischen Lebens unterwandern werde«, da es das schillerndste Beispiel modernen Lebens sei. Los Angeles überholte in diesen Jahren San Fransisco und nirgends sonst wurde so viel Geld für Highways und Autos ausgegeben, wie in Kalifornien. Das Auto gehörte fest zum Statussymbol des Erfolgs und das Laufen blieb den Armen vorbehalten. Disney bringt den kalifornischen Traum in die Kinderzimmer der Nation. (Vermeintliche) Wellness wird in diesen Jahren ebenso wie luxuriöse Statussymbole als festes Bestandteil des kalifornischen Traums etabliert. Und so ist Kalifornien schon in den 50er und 60er der beliebteste Staat der USA, genau aus diesen Gründen. Vom Surfen bis zum Yoga, von der gesunden Ernährung bis zum heimischen Swimming Pool. California_ABiggerSplashDavid Hockney – »A Bigger Splash« Die Reise nach Westen kreierte eine neue Mittelklasse des Post-War-Reichtums: Easy-Living ohne New Yorker Staus, BBQs am heimischen Swimming Pool, der schon bald zum Standard amerikanischen Lebens erhoben wird, die kalifornischen Strände vor der Haustür. Kaliforninen liefert den Lifestyle der Nachkriegsgeneration. Yoga, die fernöstliche Lebensweisheit des Ganzen erfuhr u.a. in Kalifornien ihre Säkularisierung und Brauchbarmachung als Lifestyle und trat ihren Siegeszug durch die Welt eher von San Fransisco als von Kalkutta an. Vor kurzem stellte ein kalifornischer Richter fest, dass Yoga ein »disctinctly American Cultural Phenomenon« sei – Mission Accomplished. Während die Ostküste von den alten Einwandern europäischer Wurzeln geprägt wurde, ist Kalifornien der Melting-Pot einer neuen Generation von Einwanderern, die ihre Identität weniger über die kaum noch nachvollziehbaren Wurzeln bezieht, sondern über die mediale Inszenierung der neuen Wahlheimat. Los Angeles wird das Epizentrum dieser neuen Siedler. In den 1960er Jahren erlässt der Gouverneur von Kalifornien gar einen eigenen Feiertag, Population Day, um zu feiern, dass Kalifornien nun bevölkerungsreicher als New York ist.

»YOU ARE NOW ABOUT TO WITNESS THE STRENGTH OF STREET KNOWLEDGE«
Kalifornische Musik, dank der relativen Liberalität des Staates, konterkariert über Jahrzehnte die endlose Beschwörung des goldenen Amerikas. Die Jahre der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren werden vom Travelling Blues eines T-Bone Walker, von Woody Guthrie (der in Folge der Dust Bowl von Oklahoma nach Kalifornien zieht) von den corridos eines Pedro Gonzales und die Liedern von Resignation und Trost eines Bing Crosby, begleitet. Die riots der 1960er Jahren werden von Künstlern wie The Mothers of Invention (»No Way to Delay That Trouble Coming Every Day«) und Buffallo Springfield (»For What It‘s Worth«) kommentiert, während von der Freiheit der Hippie-Bewegung und Liberalität der Drogen angezogene junge Menschen aus aller Welt mit besagten Blumen im Haar unterwegs nach San Francisco sind, die Stadt, die bis heute als Mekka der Liberalität, als Sinnbild der amerikanischen Gleichheit aller, herangezogen wird. In den 1980er und vor allem den 1990er Jahren thematisiert schließlich der West Coast Hip Hop die suburbane Realität amerikanischer Jugendliche, in einem Land, da die offizielle weiße Geschichtsschreibung immer lauter und aggressiver mit der multi-kulturellen Realität dieses Meltingpots konfrontiert wird und die immer noch etablierten Mechanismen und Rassismus und Ghettosierung anprangert. Mit Vorläufern wie den Watts Prophets hat der West Coast Rap eine konkrete Verbindung zu den riots der 1960er Jahre (Watts Riots). Spätestens mit N.W.A.’s »Straight Outta Compton« etabliert sich Gangsta Rap als Hip Hop Genre und kreiiert einen neuen symbolischen Ort in Kalifornien, der nun nicht mehr für die Sorglosigkeit des goldenen Staates, sondern die Brutalität und Gewalt eines von scheinbar unüberwindbaren gesellschaftlichen Gräben gezeichneten Landes, in dem der Traum vom Gold zum Albtraum skrupelloser Gewalt geführt hat. Und so wird der offiziellen Marketing-getriebenen Geschichtsschreibung das Wissen der Straße entgegengesetzt. N.W.A. verkünden: »You are now about to witness the strength of street knowledge« Mit diesen Worten beginnen wir unsere Reise nach Westen.

MONTHLY PEAK: CALIFORNIA
Hier geht’s weiter:
Step Brothers – Brüder im Geiste
Gonjasufi – »Sonst verschluckt Hollywood deinen Arsch«

Mehr zum Thema findest du z.B. in »Reading California: Art, Image, and Identity, 1900-2000« von Stephanie Barron, Sheri Bernstein und Ilene Susan Fort.
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