Music Kolumne | verfasst 04.03.2014
Aigners Inventur
Februar 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Patten, Schoolboy Q, Kassem Mosse und The Notwist.
Text Florian Aigner

Schoolboy Q - Oxymoron Find it at hhv.de: 2LP | CD | Deluxe-CD Schoolboy Qs »Oxymoron« ist ein unerwartet schwerer Brocken. Erste Annäherungsversuche erfolgten im Rahmen zweier 2K14-Partien, die Kollege und Eurostep-Legende P. Kunze recht unbeeindruckt aber treffend mit einem »hätte auch in jedem Jahr in den letzten 20 Jahren erscheinen können« quittierte. Zwischen Noah’schen Offensiv-Rebounds (Aigner) und und einer surreal liebevoll-komplexen Beziehung zu Marcin Gortat (Kunze), ging dann der wahre Gehalt des Albums jedoch erwartungsgemäß verloren. Dabei merkt man bei konzentriertem Hören sehr genau, dass sich Schoolboy Q von der mehr als euphorischen Rezipierung des Kendrick’schen Geniestreiches durchaus hat inspirieren lassen. Westküsten-Hedonismus wird sofort und oft zynisch von väterlichen Versagensängsten konterkariert, Man Of The Year-Schulterklopfen mit den eigenen Suchtproblemen. Und dazwischen eine große Menge rekontextualisierter Samples, die bereits in den Neunzigern teils prominent geflippt wurden und nun hier einer neuen Hörerschaft ans Herz gelegt werden. Hits gibt es, aber sie passieren eher zufällig, zwischen humorloser Alchemie, furztrockenen Raekwon-Sechzehnern und einem völlig unerwarteten Kurupt-Vers. Das klang jetzt vielleicht nicht so, aber: irgendwie schon geil, was hier passiert.
 

Rome Fortune - 1(2014) Weil sich diese Rapper wieder besonders viel Zeit lassen, um aus ihrem weihnachtlichen Kush-Koma zu erwachen gibt es diesen Monat außer Schoolboy Q auch nur zwei Mixtapes, die ich ad hoc als besprechenswert rezipiert habe. Zunächst wäre da Rome Fortune, der allein schon mit diesem Cover praktisch die Platte des Monats verzeichnet, aber glücklicherweise auch musikalisch nachlegt. Und zwar richtig. »Beautiful Pimp 2« ist kurz, kohärent, Organized Noise-sozialisiert und künstlerisch ein Statement gegen den Khaledismus. Auch letzterer hat seine Daseinsberechtigung, aber wenn sich mal jemand so konsequent der All Starisierung des Spiels widersetzt wie Rome Fortune hier, dann ist das schon mehr als eine Meldung wert.
 

GOD - Before The Bible Fast noch mehr am Herzen liegt mir God. Das könnte gut und gerne der Slogan für ein besonders debiles Bible Belt Tattoo sein, ist aber auf einen dieser jungen Chiraq-Typen bezogen. Das Ungewöhnliche an jenem God ist, dass er zwar in der Klarheit seiner Ansagen durchaus mit der O.T.F/G.B.E-Lebensphilosophie d’accord sein könnte, gleichzeitig aber auch deutlich von Stilisten wie Kendrick, Nas oder auch Tree beeinflusst ist. Das führt noch zu einer gewissen künstlerischen Unentschlossenheit, aber »Before The Bible« ist als erster Kick in die Tür schon von einer Wucht, die noch einiges erwarten lässt zukünftig.
 

Illum Sphere - Ghosts Of Then And Now Find it at hhv.de: 2LP und CD Erwartungen durfte man definitiv auch haben an Illum Sphere, dessen Debütalbum auf Ninja Tune aber einfach nicht weiß, was es sein will. Die Karriere begann mit Wonkerei, die gerade Vier hat aber auch ihre Reize, Footwork und Jungle sowieso. »Ghosts Of Then And Now« ist also durchaus ein typischer Zeuge der Zeit, nur dass er mit seiner Geschichte zu penetrant Klinken putzen geht und vergisst, dass eine solche Geschichte meist von ihren Zwischentönen lebt.
 

Com Truise - Wave 1 Find it at hhv.de: LP Auch mit Com Truise werde ich nicht so recht warm. Schon sein erstes Album wirkte in seiner überzeichnet perfektionistisch-pedantischen Art eher wie ein vertonter Flyer für retrofuturistisches Design-Circlejerking denn genuin produzierte Musik. Auch »Wave 1« ist wieder mehr Seht Her! als Hört Zu! und in seiner Style-Obsession zwar konsequent, aber auch viel zu vorhersehbar.
 

Poemss - Poemss LP Find it at hhv.de: LP Wer sich nicht vom tumben Urban Outfitters-Cover abschrecken lässt, bekommt mit Poemss hingegen ein ebenfalls exzessiv käsige 80s-Synths auffahrendes, aber wesentlich fragileres, ja sanftes Album geschenkt, und das obwohl sowohl Planet µ, als auch der hier exekutiv tätige Venetian Snares nun nicht unbedingt der Ruf vorauseilt besonders kuschelig veranlagt zu sein. Das mag auch an Joanne Pollock liegen, deren Vocals wunderbar antithetisch zu Funks grobem Timbre funktioniert und so eine durchaus interessante Dynamik entwickelt.
 

Patten - Estoile Naiant LP Find it at hhv.de: LP und CD patten hat unterdessen genau die richtigen Gönner gefunden. Fühlten sich zahllose Warp-Signings in den letzten Jahren wie am Reißbrett entschieden an, ist »Estoile Naiant« endlich wieder ein Album, das in seiner Verkopftheit dort genau richtig ist, aber auch jene Instinktivität aufweist, die die wirklich guten Warp-Veröffentlichungen von den bloßen Strebereien unterscheiden. Ambient spielt hierbei eine Rolle, aber eher im Sinne von Amon Tobin denn Brian Eno, irgendwo ist Richard D James auch Pate, aber das ist er ja immer. Und dennoch ist da etwas, was anders ist als sonst. Womit wir wieder bei der Sache waren, die Warp einst auszeichnete.
 

Untold - Black Light Spiral Find it at hhv.de: 2LP Untold ist eine Zicke. Nicht menschlich, da gibt er sich gerne als der unprätentiöse Lad, der hinter seinen perkussiv teils hyperkomplexen Tracks nichts mehr sieht als Handwerk für Nachtclubs. Musikalisch ist auch »Black Light Spiral« wieder mehr Autoren-Techno als viele dieser überambitionierten Dial-trifft-Stockhausen-trifft-Kammerorchester-Geschichten und das aber auf eine derart bockige Art und Weise, dass der Einleitungssatz in diesem Abschnitt Not tat. Wie klaustrophobisch hier in den tiefen Frequenzen erzählt wird, ist schon ganz stark.
 

Morphology - Identity Component Find it at hhv.de: 2LP Eine klassischeres Narrativ verfolgen weiterhin Morphology, deren bisherige Alben völlig zu Unrecht kaum Beachtung fanden, obwohl kaum einer derart elegant die 50 Shades Of Drexciya ins Zentrum seines Schaffens stellt, wie diese Finnen. »Identity Component« ist durchgängig Hommage, ganz klar, aber darin so zeitlos und charmant, dass das an dieser Stelle explizit als Kaufargument aufgefasst werden soll.
 

Kasseem Mosse - Workshop 19 Derweil kristalliert sich Kassem Mosse mehr und her als Deutschlands eigenwilligster House- und Techno-Produzent dieses Jahrzehnts heraus. Seit jeher großen Eindruck machend, sei es auf die Briten oder aber sogar auf den nicht besonders leicht zu begeisternden Alex O. Smith, bleibt Mosse weiter rastlos und veröffentlicht nun über Workshop ein Soloalbum, das er wahrscheinlich gerne eher als ausgedehnte EP verstanden haben will, um es von Kohäsionserwartungen zu befreien, genau dieses Definitionsgehampel hat der Doppelpack aber sowieso gar nicht nötig. Das ist kleinteilige House-Musik, die mit sich selbst völlig im Reinen ist, nicht diese teutonische Malen-Nach-Zahlen-Deepness heuchelt und in ihrer Toughness teilweise tatsächlich an Omar-S erinnert.
 

Kangding Ray - Solens Arc Find it at hhv.de: 2LP Eine ganz wunderbar unterkühlte 2LP erreichte uns derweil von Kangding Ray, dessen viertes Album für Raster Norton positiv ausgedrückt zeitlos klingt und Techno in dieser typischen Autechre-Brechung liefert, bei der man direkt das I, das D und das M mitdenken muss, insbesondere, wenn man an einem Sonntagmorgen feststellt, dass die Zahnpasta ausgegangen ist und diese Erkenntnis von »Crystal« bitterböse begleitet wird.
 

Achterbahn D'Amour - Odd Movements Find it at hhv.de: 2LP Zu Achterbahn D’Amour möchte ich in erster Linie einmal loswerden, dass Achterbahn D’Amour ein toller Name ist und ein Album auch Achterbahn D’Amour heißen sollte, wenn man denn schon Achterbahn D’Amour heißt. Diesem Gedanken schlossen sich Iron Curtis und Jool nicht an, wohl aber verfolgen sie auf »Odd Movements« weiter konsequent diesen blubbrigen Acid-Sound, zu dem man sich eher eine Tolle wachsen lassen will, als sich morgens um 7 ein Stirntatoo mit einem Zahnstocher zu stechen. Das ist irgendwie auch ein bißchen deutsch, ein bißchen gehemmt, ein bißchen zu überlegt, aber irgendwo in seiner Feingeistigkeit auch wieder so unschmerzhaft, dass man sich dazu doch ganz erhaben fühlt während man in seiner gentrifizierten Wohnung Brokkoli blanchiert.
 

Bruta Non Calculant - World In Tears Find it at hhv.de: LP »Bruta Non Calculant’s debut album blends new wave elements with folkloric balladry impeccably, and approaches this with a modern sensibility. ›World In A Tear‹ is an elegant collection of seductive songs.« Das sagt der Waschzettel von Cititrax. Eine ungewöhnlich vorsichtige Formulierung dafür, dass die beiden Brüder hier die seltene Balance zwischen weinerlicher Joy Division Erstsemester-Pose und seelenberaubtem Nowave-Nihilismus finden und mittels Roland-Romance auch noch die House-Konservativen abholen. Cititrax, immer noch eines der am herausragend kuratiertesten Labels, quod erat demonstrandum.
 

The Notwist - Close To The Glass LP Find it at hhv.de: LP-EU und LP-US Ach, zu The Notwist hat meine Generation ja schon eine spezielle Beziehung. Kaum jemand der einen Großteil der Nuller in asbestverseuchten Hörsälen verbracht hat und nicht mindestens eine handvoll nostalgischer »Neon Golden«-Anekdötchen erzählen könnte. Nun ist »Close To The Class« weder Quantensprung noch Redefinition des Weilheimerismus, aber das erwartet 2014 auch keiner. Stattdessen verstehen es die alten WG-Küchen-Götter heute immer noch bemerkenswert geschmackssicher zwischen Frickelei- und Derrida-Romantik den Soundtrack für Freunde-von-Freunden-Pop-Ups einzuspielen.
 

St. Vincent - St. Vincent Find it at hhv.de LP Ui, ich entdecke bei St. Vincent ja immer wieder diesen seltsamen Drang in mir mit viel zu hoher Stimme und zu vielen i-Lauten zu sprechen, weil die gute Annie Clark einfach immer die richtigen Knöpfe bei mir drückt. Polyphonic Spree, super, David Byrne, sowieso, Kulleraugen, aber hallo. So schön also, dass auch das neue Album wieder ein greller Poptraum und Annie (wir duzen uns) eine ganz ausgezeichnete Songwriterin ist. Vielleicht sollte ich meine Prioritäten ordnen und wesentlich öfter Songs wie »Birth In Reverse« hören (»Oh what an ordinary day / take out the trash, masturbate«).
 

Beck - Morning Phase Find it at hhv.de LP Zum Schluss noch die bahnbrechende Erkenntnis: Beck ist Beck ist Beck. »Morning Phase« ist ein smartes Album, weil Beck nach all den Jahren endlich mal das ist, was wir gar nicht wussten, was er sein kann: die geile Version von Jack Johnson. Ohne Flip Flops und Ukulele. Mit Streichern und janz viel Jefööl. Moralisten vermuten dahinter direkt wieder Scientology-Nepperei, stattdessen ist »Morning Glory« eine grandios entschlackte und pointierte Coming Of Age-Platte eines ehemals notorisch Getriebenen. Und dass sich dazu jetzt auch noch ein schüchterner Sonnenstrahl auf meinem Trackpad verirrt, ist schon wieder so ekelhaft schön, dass wir das alles an dieser Stelle schleunigst beenden und mal schön das Altglas wegbringen.
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 10.08.2011
Aigners Inventur
Juni/Juli 2011
Wer anfängt sich in seinem Liegestuhl zu langweilen, bekommt nun die Gelegenheit, die nächsten 15 Minuten mit unserem Scharfrichter vom Dienst und Casper, Wiley, Zomby, MCDE, fLako, den Junior Boys und Laurel Halo zu verbringen.
Music Review | verfasst 01.11.2012
Thavius Beck
The Most Beautiful Ugly
Die Erwartungen an eine Veröffentlichung von Thavius Beck sind gewohnt hoch. Handwerklich gibt’s da selten etwas zu meckern.
Music Review | verfasst 24.02.2014
Beck
Morning Phase
Beck veröffentlicht mit »Morning Phase« sein zwölftes Album – ein funkelndes Kleinod mit ironiefreier Schönheit.
Music Review | verfasst 17.10.2017
Beck
Colors
Beck greift auf seinem neuen Album »Colors« so schamlos wie nie zuvor in die bunte Trickkiste des Pop.
Music Review | verfasst 25.11.2016
Schoolboy Q
Blank Face
»Blank Face« kommt ein halbes Jahr nach der digitalen Veröffentlichung nun auf Vinyl. Das Gangstarap-Opus hat den Langzeittest bestanden.
Music Liste | verfasst 15.10.2012
Rappers aged 25 and under
10 Favourites - Special
Einige junge Menschen, von denen die meisten noch nicht einmal in dem Alter sind, um in den USA legal ein Bier zu bestellen, gestalten derzeit die Hip Hop-Landschaft. Wir stellen 10 besonders interessante Vertreter vor.
Music Kolumne | verfasst 05.03.2014
Zwölf Zehner
Februar 2014
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Review | verfasst 05.05.2011
13&God
Own Your Ghost
Es brauchte sechs Jahre bis die Zusammenkunft von Themselves und The Notwist ein zweites Mal Früchte getragen hat.
Music Review | verfasst 21.02.2014
The Notwist
Close To The Glass
»Close to the Glass«, das neue Album von The Notwist, ist das wohl abwechslungsreichste Album ihrer Bandgeschichte.
Music Review | verfasst 05.02.2013
Kangding Ray
The Pentaki Slopes
Die Pentaki Slopes sind der singuläre Ort der Wahrheit, so meinen religiöse Anführer, CEOs und Gurus. Kangding Ray hat sie alle befragt.
Music Review | verfasst 27.02.2014
Kangding Ray
Solens Arc
Für 2014 ist hiermit offiziell der Platz als bestes TechnoALBUM vergeben. Sorry an alle Nachkömmlinge.
Music Review | verfasst 10.11.2015
Kangding Ray
Cory Arcane
Mit seinem fünften Album zielt Kangding Ray weiter auf den Techno-Floor ab. Simpel ist »Cory Arcane« deswegen lange nicht – im Gegenteil.
Music Review | verfasst 27.02.2017
Kangding Ray
Hyper Opal Mantis
Die Musik von Kangding Ray war schon mal komplexer. »Hyper Opal Mantis« markiert seine Ankunft auf dem Bigroom-Floor der Techno-Szene.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Review | verfasst 14.02.2014
Illum Sphere
Ghosts Of Then And Now
Dieses Album ist das schreiende Kind, das brüllt: »»Schau, schau, seh her, was ich alles kann«.
Music Review | verfasst 02.03.2018
Various Artists
Waves Of The Future
Die Compilation »Waves Of The Future« vereint Synthesizer-getriebene Tracks von Freundes des in Berlin ansässigen Labels Mannequin.
Music Review | verfasst 02.08.2011
Com Truise
Galactic Melt
Es ist ein Konzeptalbum das uns Com Truise als sein Debüt anbietet und in dem die Achtziger, Porno und Science Fiction zusammenfließen.
Music Review | verfasst 05.04.2016
Com Truise
Silicon Tare EP
Zeitlos klingt die Musik von Com Truise in ihren besten Momenten. Die »Silicon Tare EP« hat von diesen Momenten nur wenige.
Music Review | verfasst 16.06.2017
Com Truise
Iteration
Auf »Iteration« hat Com Truise die Wiederholung des Sounds selbst zum Kunstwerk erhoben.
Music Porträt | verfasst 07.07.2011
Com Truise
Seeing Sounds
Seth Haley ist nicht nur der Musiker Com Truise, er ist auch visueller Künstler. Als Musiker sagt er, dass er die Musik sehe, bevor er bestimmen könne, wie sich diese später anhöre. Sein Album Galactic Melt bringt diese Welten zusammen.
Music Review | verfasst 28.01.2014
patten
Eolian Instate E.P.
Pattens Ansatz ist das Chaos. Warp Records hat nach längerer Zeit mal wieder einen frischen Künstler mit verquerem Stil an Bord.
Music Review | verfasst 24.02.2014
patten
ESTOILE NAIANT
Wow, dieser patten hat wirklich das Potential, einigen seiner etablierten Labelkollegen auf Warp Records den Rang abzulaufen.
Music Review | verfasst 14.09.2016
patten
Ψ (Psi)
patten macht mit »Ψ (Psi)« da weiter, wo sie mit »Estoile Naiant« vor zwei Jahren aufgehört haben.
Music Liste | verfasst 06.10.2016
patten
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nehmen sich die Londoner patten der Aufgabe an.
Music Review | verfasst 17.02.2014
Poemss
Poemss
Grundsätzlich haben Aaron Funk und Joanne Pollock alles richtig gemacht und ein Album aufgenommen, dass weder nach ihr, noch nach ihm klingt
Music Review | verfasst 23.04.2012
Untold
Change In A Dynamic Environment Pt.1
Untolds erster Teil seiner Trilogie definiert den musikalischen Spiegel unserer dynamischen Gesellschaft endlich neu.
Music Review | verfasst 12.07.2012
Untold
Change In A Dynamic Environment Pt.2
Die Überraschungen, mit denen uns Untold auf dem ersten Teil der Trilogie noch in Staunen versetzte, bleiben diesmal aus.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!