Music Kolumne | verfasst 05.03.2014
Zwölf Zehner
Februar 2014
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Beyoncé - Drunk in love (Remix feat. Kanye West) »Drunk in Love« ist automatisch die Eins, weil Kanye. Was der auf seinem gemeinsam mit Mike Dean aufgebockten Remix wieder an völligem Münchhausen-Gone-Northpole-Irrsinn zu Protokoll gibt, ist Zeile für Zeile ein fleischgewordener Meme-Traum. Außerdem muss »Drunk In Love« auch deswegen hier ganz oben stehen, weil es zwischen Mitte Januar und Ende Februar circa 538 neue Versionen, Remixes, Re-Edits etc. gegeben hat, von denen kaum einer die Magie des Originals nachhaltig zerstören konnte, was ein nicht zu unterschätzendes Merkmal eines zuvor nicht ausgiebig genug gewürdigten Geniestreichs ist. Und dann war da noch Vin Diesel und diese kolossal-schöne Awkwardness. Ganz klar, all dieser Irrsinn konnte und musste final von Herrn Kardashians viel zu graphischer Ringelpiezerei adäquat zusammengefasst werden. Danke, Kanye, wir freuen uns auf den Rosenkrieg 2016, solange aber weiter viel Vergnügen im Luftschloss <3

Beyonces’ »Drunk in Love (Remix feat. Kanye West)« bei Audiomack anhören

An-i - Kino-iFind it at hhv.de: 12inch Dass man das Legowelt’sche Energiepegel diesen Monat sogar noch steigern kann (dazu gleich mehr), dafür steht der mir bislang unbekannte An-I (dahinter steckt der jetzt in Berlin ansässige New Yorker Doug Lee) Pate, der über Veronika Vasickas Minimal Wave Ableger Cititrax eine essentielle 12" veröffentlicht. Im Gegensatz zu Legowelt agiert Doug Lee weniger heimtückisch, sondern macht unmissversändlich sein Anliegen klar. Schon seit Monaten von L.I.E.S.-Patron Ron Morelli in seinen DJ Sets rauf- und runter gespielt, dreht »Kino I« den Masterregler noch mindestens eine Stufe höher, schichtet die Synths stapelweise, schleudert uns Drumrolls um die Ohren und hat mindestens sieben Effektgeräte zwischengeschaltet, auf dass die Punk- und Noise-Sozialisation im musikalischen Werdegang des Mannes bitteschön sofort auf den ersten Blick ersichtlich wird.

An-I »Kino-I« auf Soundcloud anhören

Schoolboy Q - Break the bankFind it at hhv.de: 2LP »Break The Bank» ist tough. Tough im Sinne der frühen Nuller, als Alchemist gerade in seine besten Jahre schlitterte und sich anschließend einfach weigerte in ein Formtief zu fallen. Es ist also eigentlich auch nur logisch, dass jener Alchemist hier nun Schoolboy Q mit einem derart humorlosen, geradlinigen Something Is Happening – Flip versorgt, dass man dessen Energie in jeder Zeile hört, nicht unnähnlich der Reaktion Ghostfaces auf The Forest. Im Chorus dann ungenierte 90s-Euphorie irgendwo zwischen Hit ’Em High und vergessenen Lost Boyz Großtaten. Wir hatten ja fast vergessen wie wir aufgewachsen sind. Danke für die Erinnerung, Q und A!

Schoolboy Qs »Break the bank« auf Clipfish anschauen

Pye Corner Audio - Inside the wave Pye Corner Audio kann vieles, am zwingendsten finde ich ihn aber trotzdem, wenn er sich nicht auf Mimikry beschränkt. »Inside The Wave« trägt zwar seine Inspiration im Titel, lässt aber auf Cold Wave Tropen verträumt-moderne Flächen folgen, die auch Dial-Intellektuelle glücklich machen und all die schönen Frauen, die sich morgens zu John Talabots DJ Kicks die Augenbrauen zupfen. Und das ist eine Assoziation, die uns automatisch einen Platz ganz weit vorne wert ist.

Pye Corner Audios »Inside the wave« auf Youtube anhören
 

Legowelt - Lovecraftiannature Find it at hhv.de: 3LP Unser Mann Danny Wolfers macht es uns in diesem Monat nicht einfach, sich für einen seiner Tracks zu entscheiden. Ein Killer jagt da den nächsten und ein neuer Longplayer steht auch schon in den Startlöchern. In der engeren Auswahl zwischen »Blue Tearz« und »Lovecraftianature« zieht der Erstgenannte den Kürzeren, aber es war eine schwierige Wahl. »Lovecraftianature« ist mal wieder Legowelt-Techno, ist mal wieder Twin-Peaks-Techno par excellance. Von Beginn an strotzt der Track schon voller Power, aber die mächtigen Kicks wollen noch nicht ganz durchdringen durch den dichten Synthebel aus enigmatischen (im Sinne Michael Cretu) Esowolken. Zur Trackmitte dann schlägt der Blitz ein und die geballte Energieladung entlädt sich volle Breitseite. Wer hat das kommen sehen?! So stelle ich mir das Berghain vor, sonst will ich da gar nicht erst hin.

Legowelts »Lovecraftiannature« auf HHV.de anhören

God - Still Alive Es geht los wie immer in Chiraq: mit Drama. Eine hektische Babymomma, die sich telefonisch nicht besonders entspannt über den Verbleib von zwei Millionen Dollar erkundigt und ihren Unmut über ihre Lebensumstände durchaus nachdrücklich artikuliert. Irgendwas hat das auch mit unserem Protagonisten hier zu tun, der auf den wahnwitzigen Namen God hört und uns nach gut 35 Sekunden mit protestantischer Arbeitsethik vertraut macht, bevor uns ein im allerbesten Sinne zeitloser Piano-Beat gleichzeitig Jewelz und Ghetto Millionaire denken lässt. So geht das dann noch gute zwei Minuten, inklusive einer unglaublichen elegant-reduzierten Bridge, in der der gute alte Sozialdarwinismus in all seiner Kaputtheit reflektiert wird. Wir mögen sowas.

Gods »Still Alive auf Youtube anhören

Photomachine - Special Luv Dieser PhOtOmachine und der R&B, da stellt sich sofort die Alchemie ein. Erst der zuckersüße inofizielle Remix für Musiq Soulchild im letzten Jahr, jetzt dieser bummlige Edit des 1982er Boogie Klassikers von Sharon Brown. Wer hätte das gedacht, aber auch anno 2014 ist Edit, wenn er gut gemacht ist, immer noch King. Das ist so ähnlich wie mit Herrenfilmen. Aber zurück zum Thema. PhOtOmachine verlagert das Tempo deutlich unter die 100, konzentriert sich zu Beginn weniger auf den Groove als auf die Kernbotschaft »Special Luv« und deren kurze Hook und holt dann im genau richtigen Moment eben den Groove und mit ihm die Breaks raus. So viel zum Edit. Wenn wir aber ehrlich sind, sind wir aber ohnehin so große Fans des Originals, Fans von Sharon Brown, Fans von Tee Scott, Fans von PhOtOmachine und Fans der hier verkörperten Attitüde hinter dem Song, der uns jedes Mal verzücken lässt, ähnlich wie bei einem anderen alchemistischen Werk, das wir jedes Mal aufs Neue feiern werden.

Photomachines »Special Luv« auf Youtube anhören

Flatbush Zombies – LiT Was Kollege Aigner schon vor Monaten über Flatbush Zombies’ »Palm Trees« geschrieben hat, könnte ich an dieser Stelle auch eins zu eins für »Lit« gelten lassen und unwidersprochen rüberkopieren. Lasse ich aber. Mir bleibt unverständlich, wie die Jungs hier ihren, nüchtern ausgedrückt, überdurchschnittlichen Haschischkonsum mit ihrer Libido in Einklang kriegen, aber ich nehme ihnen dennoch einfach alles ab. Alleine weil sich dieses Drumkit so furztrocken wie langsam über das melancholische Sample scheppert. An dieser Stelle will ich den Kollegen doch wissenschaftlich unsauber zitieren: Mit viel Fantasie ist das 14 till infinity. Ja, mit allem nötigen Ernst.

Flatbush Zombies’ »Lit« auf Youtube anhören

Specter - ZodiakFind it at hhv.de: 12inch Irgendwie gehen die Sound Signature Nummern ohne Schirmherrschaft durch Herrn Parrish immer etwas unter. Specter ballerte zwischen den Jahren mit »Zodiak« eine derart vehemente Acid-Bombe heraus, dass selbst sein Vorgänger, das ebenfalls exzellente Pipe Bomb, dagegen fast schon zahm wirkte. Off Beat Percussion über einen morastigen Squelch-Tümpel, keinerlei Appeasement-Politik. Und trotzdem redeten alle wieder nur über Theos Platte für Trilogy Tapes

Specters »Zodiak« auf HHV.DE anhören
 

Future feat. Pharrell, Pusha T and Casino - Move That Dope Mike Will zitiert Salt ’N Pepa auf seiner Version von Clique, Future lässt die Red Carpet Schmuserei mit Ciara ruhen um im omnipräsenten Migos Flow im Maserati über chinesisches Weiß zu sinnieren, bevor Pusha thematisch ein Heimspiel feiert, inklusive Pharrell Throwback-Adlibs (»from ashy to classy»). Skateboard P bestätigt uns dann in der Annahme, dass man sich um seine Laune weiterhin keine Sorgen machen muss, solange er mit 20 Nackedeis Yoga macht und seinen Gandalf-Hut spazieren tragen darf. Austrudeln tut »Move That Dope« mit einem zu vernachlässigenden Casino 16er, aber das geht dank der vorangegangenen Wohlstandsbekundungen dann fast ein bißchen unter.

Futures »Move that dope« auf youtube anhören

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.07.2012
Zwölf Zehner
Juni 2012
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.07.2013
Zwölf Zehner
Juni 2013
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 27.06.2018
Vinyl-Sprechstunde
Kanye West – ye
Slavery was a choice, Make America Great Again, man kennt die Storys. »ye« einfach nur als Tonträger zu besprechen, ist unmöglich. Drei Wochen nach Release versuchen wir, den ganzen Wahnsinn irgendwie einzuordnen.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.10.2012
Zwölf Zehner
September 2012
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2014
Zwölf Zehner
Mai 2014
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 11.03.2016
Flatbush Zombies
3001: A Laced Odyssey
Die Vorannahme bestätigt: Die Flatbush Zombies können mit ihrem Debüt »3001: A Laced Odyssey« die Qualität der YouTube-Hits nicht halten.
Music Essay | verfasst 26.03.2013
The Moving Still
Flatbush Zombies' »MRAZ«
Mit »The Moving Still« wollen wir Momenten Aufmerksamkeit schenken, die wir für besprechenswert halten. Nur ein Still aus einem Video oder einem Film dient dabei als Anstoß für einen Gedanken. Das Still als Bild, Geste, Metapher, Verweis.
Music Review | verfasst 11.11.2011
Pusha T
Fear Of God II: Let Us Pray
Bruder Malice fehlt deutlich auf Pusha T’s Solo-Versuch. Als Ausgleich gibt es durchwachsene Features, aber auch einen Pusha in Bestform.
Music Review | verfasst 15.10.2013
Pusha T
My Name Is My Name
Dieses Album hätte einen Offenbarung werden können. Drei Namen sorgen dafür, dass es leider keine geworden ist.
Music Essay | verfasst 14.10.2013
Pusha T
Es kommt auf den Tony an
Pusha Ts erstes Solo-Album erscheint elf Jahre nach »Lord Willin’«. Viel Zeit im schnelllebigen Musik-Geschäft und trotzdem ist Pusha T gefragter denn je. Doch was macht das Phänomen Pusha T so faszinierend?
Music Liste | verfasst 29.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (30-11)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Interview | verfasst 22.02.2016
Pusha T
»Die Angst alles zu verlieren...«
Pusha T rappt seit über einem Jahrzehnt mit ungebrochener Bissigkeit. Dieses Jahr will er sich mit »King Push« selbst krönen. Wir haben mit ihm über das Prelude zum Album, »Darkest Before Dawn« gesprochen.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Review | verfasst 17.04.2014
Legowelt
Crystal Cult 2080
Legowelts neues Werk »Crystal Cult 2080« bleibt eine wunderbare Konstante. Zehn Mal Techno, etwas Esoterik und dennoch diese Techno-Dynamik.
Music Review | verfasst 13.03.2015
Legowelt
Immensity Of Cosmic Space
Neue Woche, neues Legowelt-Release. Mit »Immensity Of Cosmic Space« bricht Danny Wolfers ins Unbekannte auf.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!