Music Kolumne | verfasst 14.05.2014
Vinyl-Sprechstunde
Kollegah's »King«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erörtern Florian Aigner und Philipp Kunze was Tiki-Taka mit Kollegahs neuem Album »King« gemeinsam hat.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
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Kunze: Ich habe echt keine Lust, das Album jetzt zu hören! Die Beats machen mich schon fertig, bevor ich sie überhaupt gehört habe. Wetten, dass ich mich danach fühle, als hätte ich 12 Stunden auf voller Lautstärke Cartoons geguckt.
Aigner: *Du musst eigentlich nur 15 Minuten schaffen und hast das Album gehört: »Omega« und »Königsaura«. Der Rest wird dann redundant.
*Kunze:
Ich merk’s schon bei »Königsaura«: Ich will kein Album von Kollegah hören, ich will es lesen.
Aigner: Gerade wollte ich es sagen! Ich finde auch, dass sich das auf Papier viel unglaublicher liest als mit der überpräsenten Kolle-Trademark-Delivery. So in Sachen Onomatopeia und phonetisch und überhaupt. Ohne Scheiß, der Deutschlehrer in mir kämpft da hart mit anerkennender Schnappatmung.

Kunze: Ich dachte, du würdest Kollegah ohnehin tatsächlich pumpen?
Aigner: Das konnte ich noch bis zum »Hoodtape«. Danach hat sich das auf so eine manchmal unangenehme Zlatko-Art verselbstständigt. Ich habe ja gefühlt fünf neue Boss-Clips im Feed pro Tag. Das strengt mich ungeheuer an. Dabei war Der Boss auf Mallorca anno dazumal ein Gamechanger. So in dieser ganzen Dekonstruktion der Kunstfigur Kollegah. Der hatte ja diese kalauerhafte Miniclubs-Animateurs-Pose erst recht spät für sich entdeckt.
Kunze: Kollegahs Omnipräsenz hat ihm geholfen, jetzt in 24 Stunden Gold zu gehen.
Aigner: Jaja, klar, und das mit einem weit weniger bemühten Album als dem vorherigen.
Kunze: Die Malle-Episode wirkte damals jedenfalls so geil ungeplant und kam überraschend. Seitdem ist das nur noch berechnendes Clowning. So auf dem Level von Snoop Doggs »Comedy-Show«.

Aigner: Die ganze Bosshaft-TV-Sache ist natürlich maßgeschneidert für das Achtklässler-Klientel. Finde ich einfach nur clever. Aber ist auch Wahnsinn, der Typ ist einfach ein Rapautomat. Das ist alles Sport. 17 bis 20 Uhr jeden Tag Brust und Bizeps, dann 21 bis 22.30 Uhr Punchlines schreiben.
Kunze: Dann ist das bis 20 Uhr Sport, den er für sich macht. Danach nur noch Wrestling – straight für das Publikum geschrieben, das er genau kennt. Ich schätze so berechnende Cleverness in dem Fall einfach nicht mehr wert. Das war bei Bushido anders. Bei Kollegah geht das einfach schon zu lang und immer entlang der genau gleichen Parameter.

Aigner: Naja, jein. Also ich bin mir nicht sicher, ob ein Deutsch-LK ad hoc auch nur 70 Prozent der Wortspiele in »Omega« finden würde, wenn man da nicht Felix Antoine Blume als Autor angeben würde.
Kunze: Soll heißen? Findest du Kollegah jetzt wichtig im Sinne eines Bildungsauftrages?

»Ich finde das einfach auf einem sportlichen Level bemerkenswert. Was da mit Worten gemacht wird und wie man diese tumbe Ignoranz so mannigfaltig inszenieren kann, mit immer neuen Wortspielen.« (Florian Aigner) Aigner: Dass er als Rapper nicht unbedingt nur bedient, sondern primär sich selbst herausfordert. Das ist thematisch natürlich meist grobes Wortpumpen, aber ich bin mir halt sicher, dass er sich so etwas Bildungsbürgerliches wie »Universalgenie« gar nicht mehr geben müsste, weil er stattdessen auch »Rabigramme« in der Schildergasse einsingen könnte, wenn er tatsächlich nur sein Klientel bedienen wollen würde. Ich finde das einfach auf einem sportlichen Level bemerkenswert. Was da mit Worten gemacht wird und wie man diese tumbe Ignoranz so mannigfaltig inszenieren kann, mit immer neuen Wortspielen.
Kunze: Aber er macht genau diese Art von Sport einfach schon zu lange. Ich finde nicht, dass er sich dabei noch herausfordert. Herausfordern würde er sich, wenn er mal Songs schreiben, Musik machen würde. Kollegah hören, ist, als würde man dasselbe Spiel in Dauerschleife gucken. Fünf Durchgänge lang wowt man noch über die einzelnen Moves. Danach sieht man die nicht mehr, weil sie in der plumpen Eintönigkeit des Gesamtpakets ersticken.
Aigner: Deswegen sag ich ja: hör’ »Omega« und »Königsaura«! Das ist genau die richtige Dosis. 15 Minuten Cardio-Rap. Das Krasse ist ja auch: Das ist vermutlich das beste, aber auch uncharmanteste Kollegah-Album. Es ist die Perfektion von Punchline-Tiki-Taka.
Kunze: Ja, Ballbesitz-Rap!
Aigner: Ja!
Kunze: Die Kugeln (Plural, weil wir bei Rap immer auch von Eiern reden) immer im Griff. Aber die Angriffe ballern nicht mehr.

Aigner: Andererseits: Ich habe eben mal die Musik ausgemacht und nur stichprobenartig den zweiten Vers von »Warum Hasst Du Mich« gelesen. Alter, das ist phonetisch einfach unglaublich.
Kunze: Unglaublich. Das ist echt ein Ton, im gleichen Bereich des Mundraum geformt. Da sind vielleicht zwei »U«s drin.
Aigner: Unglaublich. Vor allem, weil so etwas mit der deutschen Sprache eigentlich nicht möglich ist.
Kunze: Dafür hat er bei mir eh ein Stein im Brett: Weil er die deutsche Sprache liebt und gießt. So mit seinen bosstransformierten Oberarmen, aber schön das kleine rote Gießkännchen in der Hand, mit der er echt liebevoll die deutsche Sprache pflegt.

Aigner: Das ist alles so schön, 90 Prozent der Zeit redet er von Bizeps-Hypotrophie und Versace-Strings, aber eigentlich geht ihm mit am Meisten einer ab, wenn er zwischen »Massephase« und »Cock« »Nietzsche« und »Hybris« sagen darf.
Kunze: Wenn wir da noch mal die Fußballmetaphorik auspacken…
Aigner: Immer!
Kunze: In solchen Momenten macht er das Spiel halt mal breit, spielt auf die Flügel. Dann kommt aber der Ball doch zurück zu Schweinsteiger, der alt und mit grauen Haaren an den Schläfen das Spiel wieder langsam macht. Ich finde halt, dass das Album an Dynamik verliert, weil es so technik-besessen ist. Kollegah erzählt keine Geschichte mehr. Die Songs, die inhaltlich noch am ehesten Zusammenhang haben, sind so platte Kopf-Hoch-Songs.

»Kollegah erzählt keine Geschichten mehr. Die Songs, die inhaltlich noch am ehesten Zusammenhang haben, sind so platte Kopf-Hoch-Songs. Fehlt nur noch das Azad-Feature. (Philipp Kunze) Aigner: Ich bin ja Hardcore-Kolle-Apologet, aber auch für mich ist »King« unglaublich ermüdend. Lass mal so einen Kopf- Hoch-Song hören, das illustriert das Problem glaube ich am besten.
Kunze: »Du bist Boss«?
Aigner: Ja.
Kunze: Auf dem Song fehlt nur noch das Azad-Feature. Und Moses Pelham, wie er auf dem Dach eines Hochaus steht und die Arme ausbreitet.
Aigner: Oder Late Appreciation für Samy. Das ist eh ein bisschen Kollegahs »Weck Mich Auf«.
Ich glaube aber, dass das so einen Pennäler, dem die Eltern gerade das Handy für 2 Tage weggenommen haben, krass upliftet. Das ist genau die Plakativität, die man in dem Alter braucht.
Kunze: Ich mag die Welt nicht.
Aigner: »Schmerz ist vergänglich, was bleibt ist der Stolz.« I LOLed.
Kunze: Ich dachte: Ich mag die Welt nicht.
Aigner: »SCHAU IN DEN SPIEGEL UND SAG DU BIST BOSS!« I LOLed again.

Kunze: Weißt du, das gibt’s doch nicht, du hast es ja eben gesagt: Die Ignoranz verwaltet er im Stile eines Perfektionisten auf Amphetaminen. Aber bei so ›realen‹ Themen bleibt er auf Plattitüden hängen.
Aigner: Ja. Aber, sag du mal noch was zu »Rolex Daytona«. So als jemand für den: »The Documentary« > »Illmatic«. Oh! The Game hat gerade »Stuttgart« gesagt. Das Album ist eine 10/10. Ganz klar.
Kunze: Haha, wie The Game »Stuttgart« sagt, ist fast so geil, wie wenn 2 Chainz Modelabel ausspricht.
Aber 1) ist The Game darüber und 2) ist der Beat einfach Müll. Jetzt mal im Ernst: Die Musik auf dem gesamten Album ist krasser Müll!
Aigner: Das ist musikalisch tatsächlich Sperrmüll.
Kunze: Und sprachlich, technisch, blabla, halt, ja, Königsklasse. Damit haben wir nichts Neues über Kollegah gesagt. Weil es das Album aber auch nicht zulässt.
Aigner: Punchline-Tiki-Taka/Ballbesitz-Rap! Lass da mal ein Patent für anmelden…

Das Album »King« von Kollegah findest Du bei hhv.de als 2LP-Gold-Edition.
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