Music Kolumne | verfasst 04.06.2014
Zwölf Zehner
Mai 2014
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

01-maxd Der Mai, das ist der letzte Monat vor der sommerlichen Offenbarung, die wirklich ersten heißen Tage des Jahres klingen aus und die Gemütslage tendiert noch mehr gen House Music also ohnehin schon. Aber im Sommer, da kann man sich nicht mit irgendwas zufriedengeben, das müssen schon amtliche Anthems sein. Unser Spezi Max D, der weiß das, auf ihn ist Verlass. Also propagiert er den Sommer mit einem Track, der hoffentlich das Feuer legt für einen Trend, der uns die nächste Zeit über begleiten soll: Jungle House! Nicht lediglich so subtil angedeutet wie in vielen Platten der vergangenen Monate. Nein, Max D geht keine Kompromisse ein. Die Breaks dürfen dann ruhig bockbeinig scheppern. Die Fanfaren pfeifen währenddessen den Spatz von den Dächern und der Bass, ja, der bläst durch das Didgeridoo Richtung Sonnenuntergang. What the fuck, »High Life« ist mal wieder so unglaublich, so eine typische Swimmers-Platte, perfekt für den Sommer, nonchalant wie nonkonform. Man muss den Max einfach so gern haben.

Max Ds »High Life« auf Soundcloud anhören

02-hercul Zugebenen: schon das Original ist so ein Hit, dass vermutlich sogar ich diese Spuren nicht hätte so anordnen können, dass »I Try To Talk To You« nicht Konsens bleibt. Aber wie stilsicher hier Morgan Geist seine Storm Queen Synths für den Refrain völlig ungeniert auf die Spitze treibt und Vers 1 mit einem minimalistischen Bass/Drum-Korsett noch kraftvoller wirken lässt, ehe in Strophe 2 dann jede Zurückhaltung flöten geht und Hercules & Love Affair auf einmal auf ihrem größten Hit seit »My House«, ach was sag ich, seit »Blind« sitzen, das, ja das ist ganz großer Freudentaumel und kontextuell von Defected bis Grillparty eine absolute Allzweckwaffe. We <3 Morgan.

Hercules & Love Affairs »I Try To Talk To You (Morgan Geist Remix)« auf Soundcloud anhören

03-chaosFind it at hhv.de: 12inch Oh, Danny gönn dir doch mal ein bißchen Tageslicht, geh mit Xosar mal zum Italiener, esst eure Ravioli einmal nicht auf einer Juno und macht eine Soft Rock Platte in eurem Karibik-Urlaub. Das wäre eigentlich das einzige, was Legowelt uns bis jetzt schuldig geblieben ist. In Sachen Techno/House/Electro wird hier immer noch in Akkordarbeit alles abgerissen, proggier als all seine Kollegen, aber auch häufig brachialer, hinterfotziger. All das und noch mehr passiert erneut auch auf »Delorean Dream«, das Legowelt in eine Sci-Fi-Verfolgungsjagd verwandelt, die von Minute zu Minute hektischer wird und nach dem großen Acid-Crash postapokalyptisch ins Jenseits fadet. Ganz groß und wieder mit diesem eher zu erahnenden, als tatsächlich hörbaren fiesen Wolfers-Zwinkern programmiert.

Chaos In The CBDs »DeLorean Dreams (Legowelt By A Light House Remix)« auf Soundcloud anhören

 

04-french French Montana löst irgendwie immer Mitleid in mir aus. Egal ob er in Chiraq Hoodcredits sammeln geht, mit Diddy sonnenbebrillt anstößt, mit Jalen Rose halbwissend NBA-Gibberish von sich gibt oder sich wie hier über einen Harry Fraud Beat von Jada in Grund und Boden rappen lässt: Er wirkt immer wie ein Fremdkörper, wie das Stuntdouble für den eigentlichen 16er, der an jener Stelle vorgesehen war. Das ist tragisch, aber irgendwie auch knuffig. Und weil Harry Fraud auf »88 Coupés« endlich mal wieder seine Tru School’ismen richtig portioniert hat, wirkt das auch gar nicht mal so hüftsteif wie über ein Young Chop Snare-Gemetzel. Nun gut, zumindest bis Jadakiss, der alte Raptor, keifend und spuckend alles in Stücke reißt und man sich mal wieder die Frage stellen darf, ob Jay-to-the-Mmmhwa der beste Feature-Rapper der Geschichte ist.

French Montanas & Jadakiss’ »88 Coupes« auf Youtube anhören

05-JohnFind it at hhv.de: 12inch Hat John Roberts auf seinem ewigen Trip bei Gui Borratos Familie in Brasilien überwintert oder wie dürfen wir uns diese neue Hymnenhaftigkeit erklären? Melodien konnte Roberts zwar schon immer, aber kaum ein Track Roberts’ hatte einen derart undistanzierten, ungebrochenen Impetus auch große Tanzböden zu bedienen. Natürlich lässt er sich dafür erstmal staatsmännische zweieinhalb Minuten Zeit, aber dann klingt »Ausio« ein bisschen so, als würden sich Ame mit Oni Ayhun zusammentun um Gui Borratos ungenierteste Momente zu remixen, insbesondere wenn Roberts nach guten fünfeinhalb Minuten die eigene Verkopftheit kurz einholt und all die Schönheit kurz mit Glitches in der Matrix bekämpft wird, ehe Roberts doch wieder loslassen kann und dem Flur nochmal zwei Minuten Glückseligkeit gönnt.

John Roberts’ »Ausio« auf Soundcloud anhören
 

06-bloodFind it at hhv.de: 12inch Ein bißchen Leid kann einem Robert Owens hier schon tun. Man wird irgendwie das Gefühl nicht los, dass diese postmodernen Zyniker Blood Orange und Kindness den großen Mister der House-Music mehr als Token, denn als genuinen Gesangspartner geladen haben, um Kindness’ kein Disco-Klischee scheuende Neubearbeitung um ein Meta-Statement reicher zu machen. Das zumindest ist die Assoziationskette, bevor Kindness einen fetten Slap-Bass vorausschickt, um gefühlstechnisch direkt vorzufühlen, ehe der Altmeister sparsam aber äußerst beeindruckend Seele in diese ganzen desillusionierten Normcore-Pin-Ups haucht. Klar ist das auch äußerst eitel, aber auch auf eine sehr verschwitzte Art und Weise geil.

Blood Oranges »ACE (Kindness Remix)« auf Tape.TV anhören
 

07-gerryFind it at hhv.de: 12inch Das hätte ich von Gerry Read jetzt nicht erwartet. Legt er doch sonst gerne richtig viel Wumms in die Instrumentalisierung, dreht das Disco-Sample gern in den Filteranschlag und boxt die Kick brachial durch den Kompressor. »Charcoal« hingegen ist für seine Verhältnisse geradezu grazil. Warme Chords legen sich über eine verspielte, unglaublich catchy eingespielte Bassline, die ununterbrochen im Zentrum bleibt, während sich die filigranen Hi-Hats und das kurze Vocalsample nebst kleiner Effekt dezent um diesen verführerischen Groove winden. Diese Bassline. Das ist die richtige Richtung, liegt doch die Vermutung nahe, dass Gerry Read sich mit seinem ewig währenden wie sich stets wiederholenden Prinzip bald ein Eigentor schießt. »Charcoal«, Vorsicht Wortwitz, holt jetzt die Kohlen aus dem Feuer. Und nochmal: diese Bassline!

Gerry Reads »Charcoal« auf Spotify anhören
 

08-2chainz »Trap Back« beginnt mit einer tumben Gilbert Arenas Punchline, die in ähnlicher Form bereits dutzendfach geschrieben wurde, und endet mit einem Oralsex-Teekesselchen (Head/Cold/Beanie), für das sich selbst Farid Bang zu schade wäre, aber ich kann mir nicht helfen: 2 Chainz ist zumindest für mich eine der unterhaltsamsten Kuriositäten des Rapspiels. Mit so viel Verve und Hingabe wünscht er sich hier über einen erstaunlich sperrigen Beat die gute alte Zeit im Drecksloch zurück, nur um drei Zeilen später zu berichten, dass seine Olle jetzt in London shoppen geht und dafür viel Liebe hat. Sinn möge der finden, für den sowas 2014 noch eine Rolle spielt, ich unterlege damit dann mal den nächsten Einmarsch der neuen Volkshelden aus Costa Rica.

2 Chainz ’»Trap Back« auf Youtube anhören

09-naples Ein House-Techno-Hybrid-Killer im Monat für die Zwölf Zehner, das muss auch im Mai schon drin sein. Hier hält Anthony Naples die Stellung mit einer neuen Platte für The Trilogy Tapes, der auf »More Problem« genau dort anknüpft, wo Daywalker+CF im Vormonat die Spitzenposition an sich riss. Nun gut, ganz so viel Euphorie wie »Supersonic Transport« kann »More Problem« nicht transportieren. Nichtdestotrotz berauscht sich dieses Gemisch aus fortwährend treibenden Hi-Hats und den mal klaren, mal aus dem Echo wiederkehrenden Klavierstabs nicht nur an sich selbst, es macht auch unmissverständlich klar, an welcher Stelle man diese Platte bitteschön anordnen soll: Peak Time, Peak Time, Peak Time. Und wenn diese prägnant kurzen Akkordfolgen den Endorphinausstoß des Körpers zum Höchstmaß rütteln, setzt Napels der Schelm heimtückisch auf Entschleunigung, nimmt neuen Anlauf und beginnt das Szenario von Neuem. Coming this summer to your favorite club.

Anthony Naples’ »More Problem« auf Soundcloud anhören

10-kiesza Selten trifft der Begriff »Multitalent« so perfekt auf eine Künstlerin zu, wie auf die gebürtige Kanadierin Kiesza (gesprochen: Kaisa): Angehende Ballerina, passionierte Navy-Reservistin, begeisterte Seglerin, hochbegabte Schützin und natürlich Songwriterin und Sängerin. Das spiegelt auch der Lebenslauf der 25-Jährigen wider, die lieber die Weltmeere besegelte und eine Ausbildung zur Scharfschützin ablehnte, um sich dann der Musik zu widmen. Kiesza erhielt daraufhin ein Stipendium am renommierten Berklee College of Music in Boston. Nach einem ausgiebigen Abstecher in der New Yorker Clubszene hat es Kiesza nun nach London verschlagen. Von dort aus erobert sie jetzt die Musikwelt: Mit ihrer Debütsingle “Hideaway” stürmte Kiesza in der 1. Woche auf Platz 1 der UK-Charts! Und liefert das am schnellsten verkaufte Debüt des Jahres ab. Genug im Pressetext. Und wir haben mal wieder nichts mitbekommen. Doch dann nach zu viel Radler auf dem Beat-BBQ sitzen wir bei einem Freund, schwärmen für die vietnamesische Küche auf GustoTV und blenden in der Werbepause über zu MTV, wo Kiesza’s »Hideaway« in uns spontane Assoziationsketten zu Robin S., Gala oder Sophie-Ellis Baxtor weckt. Was für ein Feel-Good-House-Anthem, bei dem lediglich dieser angedeutete EDM-Drop etwas lästig, aber sonst so viel richtig ist! Und sie trägt sogar Knieschoner unter der Jeans, wir mögen sie auf Anhieb. Manchmal können selbst 27 Millionen Youtuber-Views nicht irren. Hach Kiesza.

Kieszas »Hideaway« auf Youtube anhören

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 02.05.2011
Zwölf Zehner
April 2011
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.10.2011
Zwölf Zehner
September 2011
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.03.2013
Zwölf Zehner
Februar 2013
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.09.2012
Zwölf Zehner
August 2012
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 05.03.2014
Zwölf Zehner
Februar 2014
Willkommen im März. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Maxmillion Dunbar
Cool Water
Slow Motion House? Cosmic Boogie? Alles kann, nichts muss. Wir müssen vor allem eines: Staunen über eines der besten Alben des Jahres.
Music Review | verfasst 28.04.2015
Lifted
1
Max D und Co La haben einfach mal gemacht: Das hier der improvisierte Wahnsinn mit besonnenem Kern.
Music Porträt | verfasst 10.10.2010
Maxmillion Dunbar
Von Hip Hop bis »Bauhouse«
Maxmillion Dunbar versteht es Genres auszureizen: Ob als Hälfte der Beautiful Swimmers, als Teil der Hip Hop-Formation Food For Animals oder nun auf Solopfaden. Andrew Field-Pickering sucht in allen Musikrichtungen die Innovation.
Music Interview | verfasst 30.07.2011
Beautiful Swimmers
Get symbolized, yo!
Auf ihrer Deutschlandvisite schnappten wir uns Ari und Andrew (alias Maxmillion Dunbar), die als Beautiful Swimmers eklektische Tanzmusik produzieren, sperrten sie zwei Stunden weg und spielten ihnen Platten vor. Get symbolized, yo!
Music Kolumne | verfasst 13.03.2013
Hyperton
März 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Review | verfasst 23.02.2011
Hercules & Love Affair
Blue Songs
Mit Blue Songs gelingt Andrew Butler ein weiteres imponierendes und überraschendes Album.
Music Review | verfasst 03.12.2012
Hercules and Love Affair
DJ Kicks
Andrew Butler, Mastermind hinter Hercules and Love Affair, widmet seine Ausgabe der DJ Kicks dem New York der Neunzigerjahre.
Music Review | verfasst 13.06.2014
Hercules & Love Affair
The Feast of the Broken Heart
Böse Basslines, eine old-schoolige House-Produktion: Hercuels & Love Affair haben sich auf »The Feast of the Broken Heart« viel vorgenommen.
Music Bericht | verfasst 02.03.2011
Hercules & Love Affair
Live am 28.2. im Kölner Bahnhof Ehrenfeld
Wann tanzten zuletzt an einen Montagabend – »the last day of the weekend« – derart viele Menschen zu pulsierender House-Musik?
Music Review | verfasst 17.04.2014
Legowelt
Crystal Cult 2080
Legowelts neues Werk »Crystal Cult 2080« bleibt eine wunderbare Konstante. Zehn Mal Techno, etwas Esoterik und dennoch diese Techno-Dynamik.
Music Review | verfasst 13.03.2015
Legowelt
Immensity Of Cosmic Space
Neue Woche, neues Legowelt-Release. Mit »Immensity Of Cosmic Space« bricht Danny Wolfers ins Unbekannte auf.
Music Review | verfasst 25.10.2019
Occult Orientated Crime
The Occult Orientated Crime Album
Occult Orientated Crime ist weitere Seitenprojekt des Niederländers Legowelt. »The Occult Orientated Crime Album« ist nicht von dieser Welt.
Music Liste | verfasst 04.08.2017
Ausklang | 2017KW31
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste | verfasst 11.06.2018
Legowelt
12 Essentials
Danny Wolfers aka Legowelt zu begreifen – schier unmöglich. Eine Liste mit 12 seiner essentiellen Stücken zu erstellen – ebenfalls, unzählige Releases unter unzähligen Pseudonymen. Wir mussten es dennoch mal versuchen.
Music Review | verfasst 22.11.2013
Blood Orange
Cupid Deluxe
80er-Glam-Rock trifft 80er-Glam-Disco trifft 80er-Glam-Pop. Hauptsache 80er und Glamour. Seit Prince klang Schnulzigkeit nicht mehr so gut.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.