Music Bericht | verfasst 17.06.2014
Sea Change
Live am 4.6. im Badehaus in Berlin
»We’re Sea Change aus Norwegen« – die Wahlberlinerin Ellen A. W. Sunde aka Sea Change präsentierte im Rahmen ihrer ersten Deutschlandtour neue Songs und arbeitet weiter hart an ihrem Bekanntheitsgrad.
Text Christian Schellenberg , Fotos Christian Schellenberg / © hhv.de mag
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Über Ellen A. W. Sunde ist bisher noch nicht so viel bekannt. Ihre Faszination für Noise, Improvisation und Synthie Pop brachten die in Flekkefjord an der Südwestküste Norwegens geboren und aufgewachsene Musikerin dazu, im Jahr 2012 während ihres Musikstudiums in Oslo das Projekt Sea Change ins Leben zu rufen. Etwa ein Jahr später zog sie nach mehreren längeren Aufenthalten endgültig mit dem Ziel nach Berlin, sich von dieser riesigen Stadt und lebendigen Musikszene inspirieren zu lassen, um ihrem doch eher Skandinavischen Style eine gewisse Internationalität einzuhauchen. Die Wahl des Namens Sea Change geht auf den Titel des achten Studio-Albums des Musikers Beck zurück, der 2002 nach der Disco-fähigen »Midnite Vultures LP« mit traditionellem und melancholischem Folk-Songwriting überraschte und Ellen A. W. Sunde nachhaltig beeindruckte. Das Idiom Sea Change steht aber auch besonders in der Industriebranche für tiefgreifende Veränderungen und ist in diesem Zusammenhang auch eine Anspielung auf rechnerbasiertes Songwriting.

Die beiden Singles »Let’s Dance« und »Bursting«, auf 7inch selbst veröffentlicht und vertrieben, sowie weitere, vor allem in Berlin geschriebene Songs präsentierte Sea Change im Musiksalon Badehaus Szimpla. In dem knapp 40-minütigen Set wurde Sea Change an diesem Abend von Beginn von Hilmar B. Larsen und Jakob Jones unterstützt, so dass weit mehr als nur Loopmaschine und Midi-Controller bedient wurden. Vielmehr sorgten unter anderem die dezenten Backvocals, zusätzliches Sample-Pad-Drumming und E-Gitarren-Effekte, zuweilen auch mit einem Bogen abgenommen, für eine organische Aufwertung der aller geschaffenen zumeist mystischen, oft düsteren, aber auch bombastischen Klangwelten. Das Lo-Fi Elektro-Geflecht bettete die warmen Stimmenbilder ein, so dass diese niemals dominierten. Die knapp fünfzig Zuschauer wurden nahezu verzaubert von der Musikerin Sea Change und ihren Soundcollagen, die sich zumindest für diesen Abend wie folgt beschreiben lassen: weniger experimentell als Björk, wärmer als Fever Ray, erwachsener als Dillon und, wenn gewollt, erhaben wie Ane Brun. Sea Change verwies nach tosendem, ehrlichen Applaus auf ihr erstes Album, welches nach der Festivaltour im Spätherbst 2014 erscheinen wird.

Die MUsik von Sea Change findest du bei hhv.de.
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