Music Kolumne | verfasst 16.07.2014
Aigners Inventur
Juni 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Cro, Young Thug, Throwing Snow und How To Dress Well.
Text Florian Aigner

Cro - Melodie (LP) (Cover) Find it at hhv.de:LP+CD | 2CD Seien wir ehrlich: jeder Journalist, der in den letzten vier Wochen noch Zeit hatte irgendwas außer der FIFA WM zu verfolgen, dürfte mit Lebrons Feelgood-Brief bereits ausgelastet gewesen sein. Folgerichtig möchte ich gar nicht so tun, als wäre diese Inventur nicht stark assoziativ zwischen Welkes Dachterrassen-Zynismus, Jan Hofers willkommenen Reality Checks und dem Warten auf die nächste Hansi Flick-Pressekonferenz entstanden. Dem mag es auch geschuldet sein, dass wir direkt mit dem auf dem Papier schlimmsten beginnen: Cro, dieser CR7 des Deutschraps, diese Hassfigur aller selbsterklärten Auskenner, der Nani vom Bodensee. Klar, »Melodie« ist so fürchterlich wie Ronaldos Zackenfrisur aus Spiel 2, aber ganz ehrlich: am Ende ist Cro damit näher dran an Philipp Lahm, als uns allen lieb ist. Während wir ihn nicht Ernst nehmen, poliert er in einer viel zu großen und viel zu teuren Wohnung nämlich seine Platinplatten, während die Besserwisser, die ihre Huss & Hodn-Platten mit Eden-Hazard-Clips synchronisieren, alleine nach Hause gehen und schon wieder vergessen haben, den Wasserkocher zu entkalken.
 

Riff Raff - Neon IconFind it at hhv.de:CD Weiter mit Riff Raff aka Lukas Podolski. Mehr Self-Awareness als man glaubt, aber dabei so grundsympathisch, dass man dem cartoon’esken Charme halt doch einfach erliegen muss. Nun haben weder Poldi 2014, noch Riff Raffs Albumdebüt »Neon Icon« etwas Messbares vorzuweisen, aber irgendwie macht das Spiel ohne beide auch keinen Sinn. Da ist es auch nicht weiter schlimm, dass Riff Raff auf »Cool It Down« über etwas rappt für das sich vermutlich auch Kid Rock beworben hätte, den direkt danach legt er mit »VIP Pass To My Heart« das extrem hüftsteife Tumblr-Äquivalent zu »Atemlos« vor. Womit wir dann auch bei Matze Ginters ungelenke Überlebensversuchen beim Karneval am Brandenburger Tor wären.
 

young thug 2 Überhaupt, diese neue Generation. Young Thug ist Neymars Buchse, Young Thug ist Pogbas Iro, Young Thug ist Palacios ekliges Rattenschwänzchen, Young Thug ist ein Andre Schürrle Selfie, Young Thug ist Miguel Herrera nach einem Tor für Mexiko. Und so irritierend man all jenes finden mag: er ist hier um zu bleiben. Das zeigt auch wieder sein jüngstes Mixtape, auf dem er zwar ab und an nur im Mittelfeld rumeumelt, dann aber doch das entscheidende Ding mit der Brust annimmt, reinschiebt und danach nicht mal seinen Scheitel richten muss. #rapgamemariogoetze.
 

rock konducta Find it at hhv.de:LP | 2CD Passiert aber alles nicht ohne väterlichen Rückhalt. Da sitzt also Otis »Jogi« Jackson in seinem Liegestuhl, macht Yoga und nimmt Miro Klose ein Udo Jürgens-Mixtape auf und alle sind sich einig: Er ist immer noch der Größte. Äh, Moment: ein paar Korrekturen: der Liegestuhl ist der Bombshelter, wir sind Miro Klose und Udo Jürgens ist obskurster Psych-Rock aus mehr Ländern als die WM-Teilnehmer. Dass Madlib immer noch einer der Größten ist muss hingegen nicht korrigiert werden, auch nicht wenn er sich als Rock Konducta vor Katrin Müller-Hohenstein versteckt.
 

dk drop Find it at hhv.de:LP Apropos K.M.H.: ich hätte mir so sehr gewünscht, dass deren Fußfetisch-Plantsch-Reportaten aus dem deutschen Camp ausschließlich mit Tracks aus D.K.s »Drop« LP unterlegt worden wären. Das hätte diese sensationell geile Fernsehgarten-Atmosphäre mit geschmackssicherstem midtempo Throwback-House und Boogie Grooves wenigstens so konterkariert, dass man sich nicht jedes Mal danach direkt die Fremdscham mit einer kalten Dusche aus den Poren reiben hätte müssen.
 

big strick generation next Find it at hhv.de:2LP | CD Nun stehen weder die Kloses, noch die Podolskis im Verdacht einen besonders guten Draht nach Detroit zu haben, aber das, was dort Big Strick und sein Sohn Generation Next auf »Like Father, Like Son« veranstalten, ist eigentlich mindestens so drollig wie die Furcht der kleinen Kloses vor Frau Merkels Mundfalte oder Lil Poldis Elfmetertraining auf dem heiligen Rasen mit Vaddern. Nur dass Strick seinen Sohn eben früh an seinen Maschinenpark im Keller rangelassen hat und die beiden jetzt den reduziertest-unaufgeregtesten Detroit House der Gegenwart produzieren, wobei beim Senior die Kraft nur noch für die erste Halbzeit reicht und der Junior das Ding dann nach Hause bringt.
 

Fhloston Paradigm - The PhoenixFind it at hhv.de:2LP Ein wenig Mitleid habe ich mit King Britt. Seit einer Ewigkeit macht jener nämlich großartige Dinge, als Fhloston Paradigm veröffentlichte er gerade auf Hyperdub ein tolles Album voll mit weirdem Space Age-House und kruden »Blade Runner«-Zitaten, das aber vermutlich in zwei Wochen schon wieder alle vergessen haben, wie Tim Cahills Anschlusstor gegen Holland oder Lavezzis erste Halbzeit am Sonntag.
 

aphex twin caustic Es sind andere Dinge, die im Kopf bleiben, beispielsweise Van Persies majestätisch ergraute Schläfen oder die absurde Geschichte hinter Aphex Twins »Caustic Window«. Nun hört und sieht man dieser Kuriosität durchaus die Abnutzungserscheinungen an, aber genau diese sind es ja, die uns häufig am meisten faszinieren (Schweinsteiger-Gladiator-Memes bitte an dieser Stelle einfügen).
 

plastikman fx Find it at hhv.de:2LP | 2LP Wenn diese aber chronisch werden, nähern wir uns gefährlich nah der Vorrunde und Richie Hawtin, ein Satz, den ich so auch nicht erwartet hätte je zu schreiben. So viel Häme wie der sich für sein aktuelles, im Guggenheim Museum performtes Plastikman -Album »Ex« gerade anhören muss, könnte man glatt meinen, dass die ganze Welt komplett verdrängt hat, was Richie Hawtin in grauer Vorzeit geleistet hat. Gut, aber andererseits: Wer grinste nicht wie ein 3-jähriger im Cola-Rausch als Spanien von »White Mamba« Robben gefressen wurde und die Italiener für ihre Signature-Pomadigkeit erneut abgestraft wurden?
 

Martyn - The Air Between Worlds Find it at hhv.de:3LP | CD Solche Gefühle löst Martyn hingegen nicht bei Menschen aus. »The Air Between Words« ist der Per Mertesacker unter den Alben des Monats, unaufgeregt, gut aufgestellt, ohne die ganz großen Glanzlichter, aber mit handwerklichem Geschick den ganzen Ableton-Übersteigern im Eins gegen Eins doch meilenweit überlegen.
 

luke abbott forestFind it at hhv.de:2LP Tragischer wird’s dann wieder mit Luke Abbott, der sich auf »Wysing Forest« ganz kurze Euphoriephasen mit allerlei zögerlichen Zwischentönen und einer melancholischen Grundverunsicherung zerschießt. Ein Album wie die Three Lions also, zudem auch, weil sich Abbott stets bewusst ist, dass er im Winter besser aufgehoben ist und mit dieser tropischen Sommerschwüle nichts am Hut haben will. An sich wären hier jetzt auch noch Gags in Sachen Abschlussschwäche notwendig, da Rooney ja aber doch getroffen hat, bleibt diese Punchline eingemottet.
 

Throwing Snow - MosaicFind it at hhv.de:2LP Machen wir weiter mit der unausweichlichen Raumdeuter-Metapher. Die staubt Throwing Snow mit »Mosaic« ab. Ein Album, das viel versucht und irgendwie alles gut macht, auch wenn der ein oder andere Gesangsbeitrag oder hektische Breakbeat stacksig-storchiger wirkt als Müller im Sechzehner. Es mag in den gefühlt 30 Micro-Genres, die Throwing Snow hier streift jeweils andere Klassenbeste geben, aber das große Ganze im Blick habend, ist Mosaic ein faszinierend abgezocktes Album eines altklugen Jungspunds.
 

Lone - Reality Testing Find it at hhv.de:2LP | CD Ähnliches gilt für Lone, der sich für eine »Reality Test« einen James Rodriguez-Vergleich gefallen lassen darf, weil man auch bei ihm um seine Qualitäten wusste, aber nicht abzusehen war, wie leichtfüßig er hier mit Hip Hop und House jongliert und diese beiden Sozialisationseckpunkte so mühelos in den Knick hämmert wie auf Großteilen von »Reality Test«. Nun gut, es bestehen auch hier noch begründete Zweifel ob der langfristigen Champions League-Eignung, aber es soll ja auch Leute gegeben haben, die Jerome Boateng für langsam hielten.
 

head high megatrap Womit wir beinahe schon am Ende dieser Allegorien-Hölle angekommen wären. Noch aber ist die Schweinsteiger/Mascherano-Rolle zu besetzen, für die sich Shed im Head High Kostüm bewirbt. Kompromissloser Tackling-House ist das, von der Hemdsärmeligkeit her fast schon höwedesk, wer auf dem Flur ausgeknockt wird steht wieder auf und reckt die Faust nach oben. Man könnte jetzt hier noch mit Männersport-Keulen auf Mädchentechno einklöppeln, aber die Chauvi-Quote dürfte heute schon Sujet-mäßig völlig ausgereizt sein.
 

Sébastien Tellier - L'AventuraFind it at hhv.de:2LP Bevor wir uns dem schönen Mats und dem großen Manu widmen können, quaken uns jetzt noch Giovane Elber und Fernanda Dings aka Sebastien Tellier und Arthur Verocai die Mär von brasilianischer Lebensfreude, Samba in Favelas und dem ganzen anderen Schmu, den man sich vor dem Gute Nacht Spiel um Mitternacht täglich bieten lassen musste. Das ist wahrscheinlich der undankbarste Vergleich, den sich »L’Aventura« je wird gefallen lassen, aber für mich ist Tellier viel viel überzeugender, wenn er sich in seiner ganzen Frenchiness suhlt anstatt hier den Samba- und Bossa-Versteher zu geben. Frankreich – Brasilien: 1-0.
 

how to dress well what is this heart Find it at hhv.de:2LP+10Inch | 2LP In meiner weltmeisterlichen Überemotionalität streichelte Mats Hummels übrigens Manuel Neuer in der gemeinsamen WG zum neuen How To Dress Well Album so lange die Wangen bis Neuer dieses stoische Grinsen entwickelte, das all die Higuains und Slimanes zu Kreisliga-Abschlüssen zwang. Dass dort in Wahrheit vermutlich auch wieder Uns Helene und der übliche Autoscooter-EDM lief, verdrängen wir an dieser Stelle ganz schnell. Aber: was wäre das schön gewesen, mit Manu, Mats und »What Is This Heart«?
 


Wenn dir die Kolumne gefallen hat, scheue dich nicht, die erforderlichen Buttons zu drücken, um sie mit deinen Freunden zu teilen.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 25.04.2012
Aigners Inventur
April 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Actress, OFWGKTA, Aphroe und Dream 2 Science.
Music Kolumne | verfasst 23.05.2012
Aigners Inventur
Mai 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Killer Mike, Jadakiss, Shackleton, Lone und Kindness.
Music Kolumne | verfasst 25.07.2012
Aigners Inventur
Juni & Juli 2012
Letzten Monat im wohlverdienten Urlaub holt unsere Kolumnist vom Dienst das Verpasste nach und setzt sich mit der Veröffentlichungsflut, die die letzten beiden Monate brachten, auseinander.
Music Kolumne | verfasst 05.09.2012
Aigners Inventur
August 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Holy Other, Max Herre, Rick Ross, Four Tet und JJ Doom.
Music Kolumne | verfasst 27.08.2014
Aigners Inventur
Juli/August 2014
Nach einer kurzen Sommerpause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Common, FKA Twigs, The Bug, Rustie und FaltyDL.
Music Kolumne | verfasst 24.09.2014
Aigners Inventur
September 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Aphex Twin, Sinkane, Roman Flügel und Mick Jenkins.
Music Kolumne | verfasst 30.01.2013
Aigners Inventur
Januar 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Chief Keef, Four Tet und Mushy.
Music Kolumne | verfasst 31.07.2013
Aigners Inventur
Juni / Juli 2013
Nach einer kurzen Urlaubspause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Ka, J.Cole, Hade & DWFL, David Lynch und Disclosure.
Music Kolumne | verfasst 08.11.2017
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.
Music Kolumne | verfasst 21.03.2012
Aigners Inventur
März 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Motrip, Lee Fields, Grimes, Ital und DJ Cam.
Music Kolumne | verfasst 02.10.2012
Aigners Inventur
September 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The XX, Flying Lotus, Xavas, Mala und Robert Hood.
Music Kolumne | verfasst 31.10.2012
Aigners Inventur
Oktober 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kendrick Lamar, Bat For Lashes, Andy Stott und Daphni.
Music Kolumne | verfasst 05.12.2012
Aigners Inventur
November 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Captain Murphy, Roc Marciano, Karenn und Zombie Zombie.
Music Kolumne | verfasst 27.02.2013
Aigners Inventur
Februar 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Trus’me, Max D, Pusha T, Darkstar und JBG2.
Music Kolumne | verfasst 27.03.2013
Aigners Inventur
März 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Justin Timberlake, DJ Koze und Function.
Music Kolumne | verfasst 05.06.2013
Aigners Inventur
Mai 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Mount Kimbie, Daft Punk, The-Dream und Vampire Weekend.
Music Kolumne | verfasst 29.08.2013
Aigners Inventur
August 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Forest Swords, Earl, Julia Holter und Moderat.
Music Kolumne | verfasst 06.12.2013
Aigners Inventur
November 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: 7 Days Of Funk, Blood Orange, Shadowlust und Logos.
Music Kolumne | verfasst 13.06.2014
Aigners Inventur
Mai 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The Roots, SD Laika, Joakim und zwei Fatimas.
Music Kolumne | verfasst 29.10.2014
Aigners Inventur
Oktober 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Flying Lotus, Dorian Concept, Objekt, T.I. und SBTRKT.
Music Kolumne | verfasst 01.03.2017
Aigners Inventur
Februar 2017
Auch im Februar setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Migos, Roc Marciano, Kingdom und Vermont.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2017
Aigners Inventur
April 2017
»Damn.« ist wie Durant im Rucker Park, Actress gerade nochmal gut gegangen: Unser Kolumnist Aigner hat sich durch die Release im April gehört und weiß jetzt vor allem, welche Art von Musik er mit etwas mehr Talent selbt gemacht hätte.
Music Kolumne | verfasst 07.08.2017
Aigners Inventur
Juli 2017
Die Inventur im Juli, es geht um’s: Älterwerden. Unser Kolumnist aka angryoldmanyellingatclouds.jpg beobachtet den Reifeprozess von Jigga, Tyler, Floating Points, und duckt sich zwischendurch unter Instagram-Stories weg.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.