Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
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Kunze: »Lese Majesty« heißt soviel wie Majestätbeleidigung. Welche Majestät beleidigen Shabazz Palaces denn?
Aigner: Ich hab ja die Pitchfork-Review gelesen, da wurde wieder so herrlich dummbatzig philosophiert diesbezüglich.
Kunze: Gut, ich habe erstens die Review noch nicht gelesen und stehe zweitens auf dummbatziges Philosophieren. Bei Wikipedia findet man übrigens dieses Bild zu Lèse-Majesté.
Aigner: Lolmao.
Kunze: Vielleicht beleidigen Shabazz Palaces mit diesem Album all die selbsterkorenen Kings Of Rap? Die ganzen Bosse und Könige. Aber am wahrscheinlichsten beleidigt das Album einfach den König Unterhaltung. Die Form von allgegenwärtiger Unterhaltung: einfach, leicht und berieselnd. »Lese Majesty« kackt im Sinne des Bildes auf die Produzenten und Konsumenten solcher Unterhaltung; kackt ihnen in ihr niederes Kellerfenster und flattert vom Furzdruck getragen ins Universum. Und folgen kann nur, wer auch mit genug Nachdruck auf einfachen Zugang und billigen Spaß scharten kann. Der Zugang zum Universum führt über einen Haufen Kot. Stinkend, flüssig und weit verstreut.
Aigner: »I’m coming up like Donald Duck, i’m nice like jerry rice.« Okay, das ist tatsächlich Persiflage. Und danach direkt: »I’m not messing with your mind, I don’t have that time«.
Kunze: Damit macht er sich doch auch wieder lustig über uns. So nach dem Motto: »Hö, hat dich die Donald-Billig-Line über diesen merkwürdigen Flubber-Beat verwirrt? Pfff, das hat mich keine Mühe gekostet, deine Hörgewohnheiten sind nur so Migos-isiert«.
»Heute ist halt Mustard on dat beat hoe und »Lese Majesty« ein krasses Statement.« Aigner: »Harem Aria« heißt der Track dann auch noch. Ich bin überfragt, aber ich habe das Gefühl, dass ich wie bei allen Alben, die tatsächlich semi-kryptisch sind, ich mich da überhaupt nicht ans Dechiffrieren machen will.
Kunze: Sei nicht so ’ne feige Sau!
Aigner: Deswegen fand ich ja auch Doom immer großartig. Das ist maximale randomness in den Beobachtungen, toll.
Kunze: Aber hier musst du schon noch was dazu sagen: Gegen wen wehrt sich das Album bzw. wem scheißt es deiner Meinung nach ins Gesicht?

Aigner: Ich finde den Zugang echt eher autistisch hier. Das wirkt für mich nicht so »I’ll shit on your veranda«-mäßig. Eher in der eigenen Katharsis verloren. Finde ich auch geiler, Sendungsbewusstsein ist ja so letztes Millenium.
Kunze: So ist es aber nicht, glaube ich! Dieses »Money«-Sample auf »Motion Sickness« zum Beispiel, das ist wie bei James Ferraro. Und sich als Rapalbum in diese Richtung zu verbünden ist schon ein kräftiges Statement mit Sendungsbewusstsein. Das alles ist Kritik an der US-amerikanischen Raplandschaft und v.a. wie sie konsumiert wird. Rap kann man ja heute normalerweise immer leicht einem Anwendungsbereichen zuordnen: Strip Club, Sex, zum Auto fahren, zum Gangbängen oder ähnliches, weißte? Und hier gibt’s nichts zu verorten; das sind Malariaträume, verloren meinetwegen in der eigenen Katharsis.

Aigner: Hmmm, ich glaube auch, dass du so einen krassen Interpretationsdruck hier verspürst, weil so etwas im Rap eben nicht mehr passiert. Solche Alben werden nicht mehr gemacht. Bis vor zehn Jahren gab es mindestens zwei pro Jahr, die so oddball-ig waren. Heute ist halt Mustard on dat beat hoe und »Lese Majesty« ein krasses Statement.
Kunze: Und damit widersprichst du mir und bestätigst mich gleichzeitig. Ist das nicht passend <3?
Aigner: Ich finde ja übrigens, dass das ein Produzentenalbum ist. Alle reden nur über Ishmael Butler, aber die Beats… Das ist für mich, als hätte Madlib damals Saul Williams statt Doom gecastet.
Kunze: Wer ist Saul Williams?
Aigner: Googlest du gerade Saul Williams, du Strolch? Ah, hahaha. Jedenfalls einer, nach dem alle Poetry Slams hätten verboten werden müssen, weil alles gesagt war.
Kunze: Das exakte Gegenstück zu der One-Day-Baby-Zumutung. Verschlossen, unverständlich und darin groß.
Aigner: Du hast gar keinen Zugang zu diesen Klassikern in dieser Sparte, richtig? Also Madvillain, Deltron 3030, Octagon. Was gibt dir dieses Album?
Kunze: Doom z.B. war mir immer zu hölzern. Das hier ist es zwar auch, aber da schwingt so etwas, entschuldige bitte, Ätherisches mit, was mich wieder krass anspricht. Ich komme halt bei den angesprochenen Klassikern auf die Instrumentals klar, auf die Raps aber weniger.
Aigner: Ich finde es aber auf diesem Album fast am toughesten dranzubleiben, was die Raps anbelangt. Das ist alles die ganze Zeit dabei zu zerfließen.
Kunze: Ja, und auf dieses Zerfließen komme ich besser klar, als auf elaborierten Rap mit Fünffachreimen.

»Während bei Captain Murphy oder Quasimoto die Vocals nur Beiwerk sind, verhandeln sie hier die Welt.« Kunze: Über das Album ist echt schon viel gesagt, wenn wir erkennen, dass wir hier in unserem Sprechstunden-Konzept nur schwerlich zu einem erfrischenden und gewitzten Punkt kommen werden.
Aigner: Naja, es ist halt auch schwierig sich hinzustellen und das nicht auf künstlerischer Ebene wertzuschätzen. Das ist ja so, wie einen Ingmar Bergmann zu verreißen und sich danach hinzustellen und »Die Hard« als Lieblingsfilm zu bezeichnen, weil der mehr LOLs hat: völlig legitim, aber macht keiner. Ich bin halt echt beeindruckt – was da in dem Alter noch geht und was das für ein Sprung ist zum niedlich esoterischen Jazz-Rap von Digable Planets.
Kunze: Bist du beeindruckt und genießt oder beeindruckt und erschlagen?
Aigner: Schon zweites.
Kunze: Also Actress-beeindruckt.
Aigner: Ich würde das gerne mal instrumental hören.
Kunze: Ja, ich auch! So ist das halt schon eine Menge gleichzeitig, die man aufnehmen muss, dieser Wonky-Spacefunk-Blubber-Wave-Jazz und darüber der dämonische Geist von Donald Duck.
Aigner: Und deswegen ist das hier eben auch nicht wie Captain Murphy. Oder Quasimoto.
Kunze: Weswegen?
Aigner: Weil dort die Vocals nur Beiwerk sind, hier aber wird die Welt verhandelt.
Kunze: Jaaa, genau! Und da fühlt man sich als tab-springender Tumblr-Adhs-Patient trotzdem überfordert. Starke Leistung.
Aigner: Ja! Weil stringent in seiner randomness. Oh Gott, wir müssen aufhören, bevor sich das liest wie ein Protokoll des literarischen Quartetts.
Kunze: Warte: da steckt immer noch zu viel Musikalität drin, als dass ich das Album dafür kritisieren würde, dass es nur versucht die Hörgewohnheiten der Masse anzukacken. So einfach machen es sich die beiden auch nicht. »Lese Majesty« ist so schwer zu verhandeln, weil es nicht einlädt, aber absolut nicht nur Ablehnung ist.
Aigner: Absolut. Das ist dann die Art von Jazz auf die ich klarkomme.
Kunze: Mhm. Aber okay, hören wir auf und sagen irgendwas wie, dass ein Fazit nicht möglich ist, weil ein Fazit einen Punkt hat, das Album aber alle Punkte zerfließen lässt und sich in die Sprachlosigkeit ausdehnt? Und ich mir völlig unschlüssig bin, ob es ein großer Wurf ist…
Aigner:Ich finde schon, dass es im heutigen Rapkontext schon ein großer Wurf ist, es das aber 2005 nicht unbedingt gewesen wäre.

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