Music Kolumne | verfasst 19.08.2014
Entweder oder
Entscheider: Disarstar
Musik ist für Disarstar »’ne total ehrliche Angelegenheit« und demnach hat er keine Scheu, seine Meinung zu verkünden. So ist der Hamburger der perfekte Adressat für ein paar Entscheidungsfragen.
Text Sonja Memarzadeh , Fotos Tobias Hoffmann/PhyreWorX / © hhv.de mag
Disarstar-tobias-hoffmann-phyreworx-hhv-mag-showdown-records

Trittbrettfahrer oder Arschtreter?
Disarstar: Ich auf jeden Fall Arschtreter. Einfach schon aus Prinzip.

Vinyl oder Digital?
Disarstar: Digital. Alles ist digital, die Leute haben ihre Smartphones und so weiter… mit dem Geist der Zeit gehen.

Major Label oder lieber Free Mixtape?
Disarstar: Schwere Frage… Halbhalb. Für das Gefühl ist ein free Mixtape auf jeden Fall etwas anderes. Man kann komplett ›zwangfrei‹ Musik machen. Da ich aber mit meiner Musik auch etwas aussagen will und eben den Anspruch habe, das an den Mann zu bringen, ist ein Label auch wichtig. Mit free stuff kommt man schnell an seine Grenzen, was die Reichweite betrifft. Da braucht man dann schon ein Team und das nötige Budget um ’ne Menge Leute zu erreichen.

Robin Hood oder Robin van Persie?
Disarstar: Robin Hood! Da könnte man jetzt heftig ausholen (grinst). Es den Reichen nehmen und den Armen geben, das finde ich auf jeden Fall gut. Immer.

Haftbefehl oder Cro?
Disarstar: Ouh. Ich will nichts falsches sagen. Haftie! Definitiv. Wenn er auch mittlerweile ‘nen Majormove gemacht hat und vielleicht auch eher Entertainment als aussagekräftige Musik macht, ist das einfach realer und unzensierter. Ich respektier Cro, ich will’s nicht haten aber mir ist das zu zensiert, da wird zuviel unterschlagen. Man kann natürlich seine Augen zu machen und seine Lieder »geile Welt« nennen und sich nicht dafür interessieren, dass die Welt von anderen nicht so geil ist aber das finde ich irgendwie nicht richtig so. Haftbefehl schneidet da Themen an, die eher in meine Realität passen.

Du als Hamburger: Astra oder Becks?
Disarstar: Wenn, dann Astra. Aber seit einem Jahr trinke ich gar nicht mehr, da ich mit Alkohol zuviel negative Erfahrungen gemacht habe. Ich habe immer gern einen getrunken, aber mir sind betrunken einfach zu viele dumme Sachen passiert.

»Ich bin von meiner ganzen Art so ein Schwarzweiß-Maler. Bei mir heißt es eben Entweder oder.« (Disarstar) Selbstportrait oder Landschaftsportrait ?
Disarstar: Auf meine Texte bezogen auf jeden Fall eher Selbstportrait. Ich bin der Meinung, dass Glück und Zufriedenheit und solche Geschichten gewissermaßen immer im Auge des Betrachters liegen und eher in einem selbst stattfinden als in einem äußeren Rahmen. Ich glaube, viele Menschen haben immer so eine genaue Idee vom Leben und denken, dass sie glücklich werden, wenn sie etwas bestimmtes erreichen oder bekommen… Diese Leute verstehen eben nicht, dass Zufriedenheit in erster Linie in einem selbst beginnt. Deshalb lieber die Beschäftigung mit sich selbst als mit einer Landschaft, denn egal welche Landschaft es ist, sie sieht gut aus, wenn man mit seinem Selbstportrait zufrieden ist… (lacht)

Schwarzweiß oder Farbe?
Disarstar: Schwarzweiß in Abstufungen. Auch vor dem Hintergrund, dass Kontraste besser zu erkennen sind. Meine Welt ist einfach derbe schwarzweiß. Ich bin von meiner ganzen Art so ein Schwarzweiß-Maler. Bei mir heißt es eben Entweder oder. Mir geht’s entweder extrem gut oder extrem scheisse – obwohl es mir in letzter Zeit eher extrem gut geht. (grinst)

Pessimist oder Optimist?
Disarstar: Realist mit pessimistischem Anschlag. Wenn man sich in schlechtes hineinfuchst und ein positiven Blick auf Schlechtes entwickeln kann, dann relativiert sich ganz viel. Lieber pessimistisch an die Sachen herangehen und am Ende dann positiv überrascht sein, als zu optimistisch an die Sachen heran zu gehen um am Ende negativ überrascht zu werden… Ist das ’ne gute Antwort?

Anarchie oder Kommunismus?
Disarstar:Ganz klar Kommunismus. Was die Anarchisten nicht verstehen, ist, dass in dem Moment, in dem man eine kontrollierende Macht abschafft, sich sofort neue Machtstrukturen bilden. Wahrscheinlich so sozialdarwinistische Strukturen – soll heißen, der Stärkere überlebt. Anarchismus funktioniert überhaupt nicht und ich versteh’ auch nicht, wieso die ganzen Anarchisten das nicht verstehen. Da könnte ich jetzt aber auch wieder so weit ausholen, dass ich es einfach dabei belasse.

Einzelkämpfer oder Gruppenanhänger?
Disarstar: Auf jeden Fall eher Einzelkämpfer, da die Zugehörigkeit zu einer Gruppe immer verpflichtet, Kompromisse einzugehen und ich ein Typ bin, der das ungern macht. Mir fällt es schwer, mich unterzuordnen. War schon immer so, auch schon in der Schulzeit. Das gilt für mich vor allem auch beim Musik machen. Bei meinem Label hab ich das Gefühl, dass man mich von hinten anschiebt und mich nicht hinten anstellt. Das funktioniert da super. Also, ich korrigiere: Einzelkämpfer mit Rückendeckung von Showdown Records .

Eher Routine oder eher Rastlosigkeit?
Disarstar: Rastlosigkeit. In allen Belangen.

Himmel oder Hölle?
Disarstar: Ich würde sagen, erst durch die Hölle gehen, um im Himmel anzukommen. Dann erst bemerkst du den Kontrast. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Klingt das jetzt zu dick aufgetragen? (grinst)

Master oder Desaster?
Disarstar: Disarstar! Den finde ich Spitze!

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.02.2014
Mortis
Der Goldene Käfig EP
Kein großer Traum – dafür alle Freiheit. Mortis liefert mit »Der Goldene Käfig« eine EP, mit der er richtig großen Sport abliefert.
Music Review | verfasst 02.10.2015
Keno
Paradajz Lost
Gute Ansätze, bei denen die Vorsätze wahrscheinlich besser waren: Keno hat von seiner Türkei-Reise neue Sounds mitgebracht.
Music Porträt | verfasst 27.02.2014
Mortis
Kreuzberg Psychose
Das könnte ein richtig gutes Jahr werden für Mortis. Soeben ist »Der goldene Käfig EP« des in Berlin wohnenden Deutschrappers erschienen und wird allerorten gefeiert. Ein Longplayer dürfte da auch nicht lange auf sich warten lassen.
Music Kolumne | verfasst 05.08.2014
Keine halben Sätze
Proband: Shawn The Savage Kid
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Shawn The Savage Kid; Leistung: Doppelstatus als Produzent und Rapper.
Music Interview | verfasst 06.10.2015
Roger & Schu
»Wir haben als Hater angefangen«
Blumentopf haben sich eine künstlerische Pause verordnet. Die beiden Topf-MCs Roger & Schu nutzen die Zeit für eine gemeinsame Platte. Ein Interview über Tatendrang, Rap als Lebensaufgabe und den Respekt für die jungen Wilden im Game.
Music Kolumne | verfasst 16.11.2010
Keine halben Sätze
Proband: Tua
Diesmaliger Proband: Tua, Alter: 24, aufgewachsen in: Reutlingen, lebt heute in: Berlin, Leistung: Hat »Stille« im HipHop wieder salonfähig gemacht.
Music Kolumne | verfasst 15.11.2010
Entweder Oder
Entscheider: Haftbefehl
Wir haben den bekennenden BILD-Leser mit ein paar Promis in den Ring gebeten. Wer ist cool, wer bekommt eine Abreibung?
Music Kolumne | verfasst 01.05.2011
Entweder Oder
Entscheider: KAAS
KAAS ist ein Mensch der Gegensätze: Botschafter des Love-Movements, ein Viertel der Rapboyband Die Orsons und nun auch als leidenschaftlicher Eurodance-Fan enttart. Höchste Zeit also für ein »Entweder oder«.
Music Kolumne | verfasst 21.06.2012
Entweder oder
Entscheider: Morlockk Dilemma
An Morlockk Dilemma scheiden sich die Rap-Geister. Nun entscheidet der aus Leipzig kommende und inzwischen in Berlin lebende Rapper selbst. Wir haben ihm die passenden Fragen zurecht gelegt.
Music Kolumne | verfasst 03.08.2012
Entweder Oder
Entscheider: Dramadigs
Die Dramadigs aus Bremen rappen traurig auf Boom Bap und haben Spaß dabei. Hier beantworten die beiden Bremer Entscheidungsfragen, wobei sich herausstellt, dass die doch meist einer Meinung sind.
Music Kolumne | verfasst 17.08.2012
Entweder oder
Entscheider: Fatoni
Der Münchener ist einer von dreien bei Creme Fresh, Freestyle-Legende, nachdenklich-humoristischer Solo-Rapper und Schauspieler. Fatoni ist ein Mann mit vielen Talenten. Und deshalb prädestiniert dafür sich hier nun entscheiden zu müssen.
Music Kolumne | verfasst 31.08.2012
Entweder Oder
Entscheider: Hinterland
Hinterland sind ein DJ und zwei Rapper, kommen aus Linz und machen österreichischen Mundart-Rap. Sie nennen sich auch Hillbilly Souldier und proklamieren: »Rap ist Voixmusik«. Wir haben die Gruppe gebeten, sich zu entscheiden.
Music Kolumne | verfasst 18.09.2012
Entweder oder
Entscheider: Retrogott
Retrogott rappt auf einem schmalen Grad zwischen Beleidigen und Kritisieren. Auch Whack-MCs zu zerstören aus Selbstschutz und trotzdem noch genügend Energie zu haben für Selbstkritik, ist eine Leistung. Nun muss er sich entscheiden.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2014
Entweder oder
Entscheider: Veedel Kaztro
Auf seiner gerade erschienenen »Büdchen LP« rappt Veedel Kaztro über George Michael-Samples, zitiert Tocotronic und lehnt Beschränkungen kategorisch ab. Auch, wenn Vielseitigkeit willkommen sind, ist es höchste Zeit für Entscheidungen.
Music Kolumne | verfasst 01.09.2015
Entweder Oder
Entscheider: MC Bomber
Auf die Frage, ob MC Bomber wisse, was bei einem »Entweder oder« auf ihn zukomme, antwortet der Berliner Rapper mit einem schelmischen Lächeln: »Also so Fragen wie: Ein Curse-Feature oder den Holocaust leugnen?« Also ja, Prinzip verstanden.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.
Music Porträt
Jeff Mills & Axis Records
Tiefere Botschaften
Vor fast 30 Jahren gründete Jeff Mills das Label Axis Records, dessen Entwicklung einer verschlungenen Dialektik folgt: Der Mensch und das All. Er gelangte dabei zu seiner eigenen metaphysischen Erzählung unseres kosmischen Schicksals.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2019
Kann nur der Aigner: sich mit 70 Puls von Alt-Rap über Genderthemen zum Tod vorarbeiten. Unser Kolumnist über neue Alben von allen Wichtigen und über eine Trommeltruppe aus dem Breisgau, denen jemand Lean ins Bananenweizen gekippt hat.
Music Kolumne
Records Revisited
The Cure – Disintegration (1989)
»Disintegration« sollte nicht nur das erfolgreichste Album von The Cure werden, sondern auch das widersprüchliste. Einfach, weil es in der zwischen innerer Einkehr und Exaltiertheit hingerissenen Welt von 1989 den genau richtigen Ton traf.
Music Porträt
Music From Memory
Eine Herzensangelegenheit
Als sich der Brite Jamie Tiller und der Niederländer Tako Reyenga kennenlernen, wissen sie noch nicht, dass sie eines der besten Reissue-Label gründen werden. Damals stehen vor allem die Wiederentdeckung von Schallplatten im Vordergrund.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
No Order In Destiny (Compilation)
Zum ersten Mal besprechen unsere Musiktherapeuten vom Dienst eine Compilation. »No Order In Destiny« heißt die bei Kashual Plastik, die Stahl und zeitgenössische Ornamentalik verbindet, und nebenbei auch noch auf Gender Equality achtet.
Music Kolumne
Records Revisited
MF DOOM – Operation: Doomsday (1999)
Die Entstehung des Superschurken: Mit »Operation: Doomsday« lässt Daniel Dumile sein bisheriges Schaffen hinter sich – und schickt MF DOOM in die Welt. Der Anfang eines Spiels um Identitäten und Erwartungen. Es dauert bis heute an.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.