Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Vinyl_sprechstunde_1024x685px-fka-twigs-lp1-hhv-mag

Kunze: Ich bin ja Twigs-Fanboy. Aber: ich empfinde unerwartet viel Ablehnung gegenüber dem Album.
Aigner: Ich auch. Es ist schrecklich kalt. Ich mach’ mir Sorgen um die.
Kunze: Ah okay, da ist es bei mir anders. Ich empfinde keine Empathie; dafür lässt das Album keinen Raum.
Aigner: Und ich bin mir sicher, dass es überhaupt keinen Spaß macht, mit der abzuhängen.
Kunze: Ich fürchte es auch. Das kam ja auch in dem Fader-Artikel schon ganz gut rüber. Und überhaupt, Interviews mit ihr: Sie wird nicht müde zu betonen, was sie doch für ein Sonderling sei, und oh, ich trinke nur Tee und bin alleine zu Hause und oh, ich bin so besonders. Dass sie das betont, macht alles kaputt. Mich hat die ikonische Darstellung im Video zu »Two Weeks« noch im positiven Sinne umgehauen. Weil das trotzdem noch fragil wirkte. Wenn ich jetzt aber das Gesamtkonstrukt FKA Twigs wahrnehme, sehe ich da nichts mehr Zerbrechliches, sondern nur ein abgeschlossenes, durchgestyltes Produkt. Mir fehlt da einfach die Fehlbarkeit und damit schlicht das Menschliche. Und von so einem Ort aus finde ich es einfach schwierig, glaubhaft über Liebe, Verlust o.ä. zu singen.

Aigner: Also zum Kunstprodukt: das ist so wahr. Aber warum ist es immer so eklig, wenn sich nicht karikatureske Künstler so perfekt inszenieren? Ich finde das ja auch bei FKA Twigs viel mehr zum Kotzen als bei Nicki Minaj oder so. Nicki Minaj ist ja wegen der Inszenierung geil, FKA Twigs ist trotz eines ziemlich perfekten Albums irgendwie kein Gewinner.
Kunze: Ich denke der Unterschied ist, dass Nicki und Co. einfach auch cartoon-hafte Gefühle vermitteln und das passt dann. Aber Twigs will ja schmerzliche Gefühle in Graustufen vermitteln. Das Problem liegt darin: man kann Verletzlichkeit nicht entwerfen, Sexbomben schon.
Aigner: Aber warum ist das so? Ich seh’ diese demonstrativ artsy-hässlichen, verschwitzten Instagram-Fotos von ihr, all permed out und mit diesem Nasenring, und denke auch nur: jetzt mach’ halt mal halblang! Kanye West baut ne Kathedrale und ich denke: geil!
Wer etwas Verletzliches perfekt präsentiert, der kann so verletzt nicht sein. Kunze: Weil das bei Kanye einfach besser zusammengeht. Weil ein Gottkomplex etwas ist, das man extrovertiert austrägt. Und Verletzlichkeit nicht bzw. finde ich, wer etwas Verletzliches perfekt präsentiert, der kann so verletzt nicht sein.
Aigner: Das ist natürlich eine grundsätzliche Frage, aber ist diese Verletzlichkeit nicht der Baustein für 80% dieser Folker? Also Justin Vernon nehm’ ich schon ab, dass er zu Hause sitzt und beim Risotto machen weint. Bei FKA Twigs ist das so komisch »Schauspielschulen-Aufnahmeprüfung«.
Kunze: Ja gut, Vernon kam plötzlich aus der Hütte, die Rotze noch am Ärmel und da war dann dieses Album. Das war auch nicht perfekt durchproduziert.
Aigner: Ich glaube deswegen mache ich mir Sorgen um sie, weil da emotional so involviert sein will, sich aber nie so anfühlt. Ergo: sie ist leer. »If I trust you, we can do it with the lights on«. – Ich bitte dich.
Kunze: Ist aber ja allegorisch gemeint, bla bla… Aber ja, so fühlt es sich an: Geschichten einer leeren Perfektionistin.

Aigner: Also geil ist das ja schon trotzdem, das muss man ja sagen. Ich höre gerade »Hours« – diesen Post R&B-Scheiß kann man musikalisch nicht besser umsetzten.
Kunze: »Hours«? Nervt! »Pendulum«, da trifft das zu, was du sagst. Das Highlight ist für mich aber »Give Up«. Neben »Two Weeks«, obviously. Dem Song (»Two Weeks«) bringe ich Gaben an den Altar, nackt, hingebungsvoll, immer in Bereitschaft ausgepeitscht zu werden.
Aigner: Mit dem Album ist es ein bisschen wie mit »House of Balloons«. Das empfand ich auch als ultraartifiziell. Aber am Ende ist »The Morning« dann halt ein perfekter Song, wenn man den Künstler ausblendet. Ich glaube deswegen finde ich das dann auch nicht langfristig schwierig
Kunze: Ja, das ist ein guter Vergleich. Aber das Überraschende ist ja hier, dass wir FKA Twigs überhaupt ausblenden wollen. Wobei, ich habe das bei mir schon irgendwie kommen sehen. Das war musikalisch von Anfang an zu aalglatt. Man durfte keinem Versuch beiwohnen. Man bekommt das Gefühl, dass jeder Schritt perfekt entworfen wurde, bevor er vollzogen wurde.
Aigner: Ich schieb’ das immer noch ein bisschen darauf, dass alle Geschmacksinstanzen ihr so dermaßen viel Raum einräumen und wir deswegen überkritisch sind. Wenn das immer noch ein random Soundcloud-Ding mit 40.000 Klicks wäre, ich glaube, wir würden das nicht so dechiffrieren.
Kunze: Ich wollte aber nicht kritisch sein! Ich war bereit, mich da reinfallen zu lassen, like for real, on some Liebesdramashit. Aber jetzt schmuse ich mich an einen Cyborg an.
Aigner: Na klar, aber dann liest du die Fader-Story, die Spex-Story, die Groove-Story. Das kann man ja auch als Fanboy nicht erfolgreich verdrängen.
Kunze: Das ist wahr. Ich höre auf, mich zu informieren. Liebe Leser, es ist offiziell: ich werde ein noch schlechterer Journalist.

Aigner: Musikalisch sind wir uns jedenfalls eh einig: wunderbar hier.
Kunze: Nicht so wunderbar, wie das meine zu hohen Erwartungen… äh… erwartet haben. Songs 1, 2, und 3 finde ich zum Beispiel nicht gut. Aber ja, diskutieren muss man hier vor allem das Gefühlsthema. Hier geht’s ja viel darum, aber über eine Musik, die nach so viel Kopf klingt – das beißt sich einfach.
Aigner: Aber »Give Up« ist für mich nicht so verkopft. Das ist nicht ganz so überkonstruiert. Da ist der Konflikt auch direkt ersichtlich. Und eben nicht so forciert. Da fehlt dieser ganze widerliche Ich-bin-Kunst-Habitus. Das steht ihr.
Kunze: Vielleicht versuch ich’s mal so zu beschreiben: Emotion in Kunst kann ich eher fühlen. Emotion in Design finde ich schwierig. Da steckt zu viel Kopf dahinter. Und »LP1« ist Design. Großartiges Design. Auch dank Arca, um das mal zu betonen. Aber es berührt mich nicht. » »LP1« ist Design. Großartiges Design. Aber es berührt mich nicht.
Aigner: Hm, interessant, ja. Dass das ein Designobjekt ist, das stimmt. Aber ich weiß nicht, warum mich das stört. Da habe ich eigentlich nicht so ein grundsätzliches Problem mit wie du, normalerweise.
»Ich seh’ diese demonstrativ artsy-hässlichen Instagram-Fotos von ihr und denke auch nur: jetzt mach’ halt mal halblang. Kanye baut ne Kathedrale und ich denke: geil! Warum ist das so?« Kunze: Vielleicht nur, weil das Design-Stück hier so penetrant schreit: ich fühle! Die Lüge ist zu offensichtlich.
Aigner: Auch diese ganze Scheiße von wegen »Ich schreibe einen Lovesong an meinen queeren platonischen Kumpel«. Das ist so Erstsemester-Kunststudenten-Bullshit. Das kann sie gerne machen, aber zu betonen wie edgy das 2014 noch sein soll, ey, da lach’ ich mich tot.
Kunze: Aber nur, weil du jeden Tag in deinem Kosmos von entsprechenden Dingen umgeben bist. Die ganzen Tussneldas, die jetzt plötzlich auch FKA Twigs hören, für die ist das edgy. Und ein paar männliche Prolldeppen hat sie inzwischen sicher auch als Hörer gewonnen. Und denen bietet sie sicher eine völlig verwirrende Perspektive. Gut so!
Aigner: Wenn man das mal mit Pharrell Williams vergleicht, finde ich das interessant. Den fanden wir ja asexuell. FKA Twigs ist das für mich auch. Nur komplett diametral.
Kunze: Die Sexualität ist für mich das, was mich an dem Album am meisten anzieht.
Aigner: Im Ernst? Ich finde das eben null sexy. Ultrakalt. Design halt.
Kunze: Ja, aber genau das finde ich spannend: vom Sujet her und vom Stimmeinsatz ist das fraglos sexy. Und dann finde ich das anturnend, gleichzeitig erscheint es mir aber unmenschlich, ikonisch, als Design. Es ist interessant, wenn man plötzlich scharf auf ein Design ist. Und das ganze Album ist ja auch ein starkes feministisches Statement, wenn es so gewollt ist: Sie macht sich zum Objekt der Begierde, einem Objekt aber, das sich selbst so ikonisch inszeniert, dass es größer als die Objektivierung durch den männlichen Blick gerät, der dadurch seine Macht verliert.
Aigner: Grace Jones > FKA Twigs.
Kunze: Ach komm schon, das ist ja auch ein unfairer Vergleich. Aber alleine, dass du den heranziehst…
Aigner:…ist eine Frechheit und ein Riesenkompliment in einem.

Das Album »LP1« von FKA Twigs findest du bei hhv.de: DeluxeLP und LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.10.2013
FKA Twigs
EP2
Oben Sex unten Bass-Musik. FKA Twigs zelebriert auf ihrer zweiten EP ein fragiles Liebesspiel zwischen ihrer Stimme und den Instrumentals.
Music Review | verfasst 13.11.2019
FKA twigs
Magdalene
FKA twigs ist zurück, mit »Magadalene«, auf Albumlänge, und sie ist unbewaffnet bis unter die Zähne.
Music Porträt | verfasst 05.11.2013
FKA Twigs
Hoffnung für alle
Zwei EPs. Acht Songs. Mehr hat die Welt bisher nicht von FKA Twigs auf Schallplatte zu hören bekommen. Und trotzdem gilt die 25-jährige Britin als diejenige, deren Musik uns alle glücklich machen könnte.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Review | verfasst 08.08.2014
FKA Twigs
LP1
Musik für die Ewigkeit: Nach ihren beiden EPs war klar, dass FKA Twigs bald richtig abliefern würde. Nach »LP1« ist nichts mehr, wie es war.
Music Kolumne | verfasst 09.12.2013
2013
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2013 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Review | verfasst 29.06.2011
SBTRKT
SBTRKT
SBTRKT entdeckt auf seinem Debüt treibende Rhythmen, die er in hypnotische und euphorische Sujets packt.
Music Review | verfasst 20.09.2012
The xx
Coexist
Mit »Coexist« etablieren sich The xx mit großer Sanftheit als einer der größten Bands unserer Zeit.
Music Review | verfasst 30.05.2013
Koreless
Yugen EP
Koreless verabschiedet sich auf seiner neuen EP endültig vom Beat. Das Ergebnis sind schwerelose Songs, die kein Ziel kennen.
Music Review | verfasst 22.09.2014
SBTRKT
Wonder Where We Land
SBTRKT alias Aaron Jerome setzt mit »Wonder Where We Land« die Herangehensweise seines selbstbetitelten Debüts fort.
Music Review | verfasst 10.06.2015
Jamie xx
In Colours
Jamie xx macht auf seinem Debütalbum alles richtig. Ein unglaublich geschmackssicheres Album. Man darf angewidert sein.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.