Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Text Philipp Kunze, Florian Aigner
Aphex-twin-syro-vinyl_sprechstunde_1024x685px

Aigner: Ich frage mal so: welches ist dein Lieblings-Aphex-Twin-Track? Also überhaupt jetzt.
Kunze: »Windowlicker«, hihihihähähhi.
Aigner: Das finde ich in dem Kontext unglaublich erfrischend. Ich meine, ich habe ja auch das gemacht, was alle machen, gestern in der Inventur. Weil es nicht anders geht, wenn man Aphex Twin halt mitgekriegt hat. Aber so ganz jungfräulich an »Syro« ran, das ist toll. Also: Warum ist dir »Syro« egal? Nochmal: Das finde ich toll.
Kunze: Ich weiß ja noch gar nicht, ob es mir egal ist. Okay, mir war es jedenfalls schnuppe, dass es erschienen ist. Ich weiß aber vor allem nicht, warum Musikkenner immer so besessen sind, von allem wissen zu müssen, wo es herkommt. Mir ist es auch schnurzpiepegal, wer das Rad erfunden hat, wenn ich ein neues Fahrrad kaufen gehe.
Aigner: Die Rezeptions-Heiligenschreinerei geht mir ja auch tierisch gegen den Strich. Ich finde dieser akademische Zugang macht da soviel kaputt. Allein schon wie da Gearporn-mäßig wieder am Rad gedreht wurde, weil Aphex Twin das mit dem Cover natürlich dermaßen provoziert hat. Und alle fallen darauf rein und sind auf einmal Synth-Gurus.
Kunze: Vor allem finden die meisten ja nicht den heilig, sondern sich selbst, weil sie erkannt haben, dass er heilig ist.

Aigner: Ja, das sind halt die Warp-Ultras. Und Juniorprofessoren. Mach mal Track 1. Da ist nichts gleich, aber trotzdem hängt alles zusammen.
Kunze: Tja, ich bin mitten in »Minipops« drin und völlig geflasht, wie gut das ›groovt‹, obwohl da vom Kinderkeyboard bis zum komplett verstotterten Drum-Gerüst alles dabei ist.
Aigner: Also mich kriegt er ja für gewöhnlich auch nur wirklich mit diesen groovenden House-Tracks. Der Rest ist halt Arbeit. Aber im Gegensatz zu Autechre, für die ja das gleiche gilt, ist da viel mehr Sexyness im Groove. Für mich sind die wichtigen Tracks die, die ich in irgendwelchen DJ Sets häufig rekontextualisiert bekommen habe, also da wo mir der Groove erklärt wurde.
Kunze: Aber eigentlich geht es Aphex Twin nicht um Groove, oder?
Aigner: Ich glaube eigentlich geht es ihm voll darum. Ich glaube, der hat für einen kaukasischen Trickster unglaublich viel Detroit-Groove im Arsch. Und dann pusht er halt so lange bis der Groove fast weg ist. So ein Reizen des Limits, das auf jeden Fall.

Kunze: Ich muss auch direkt zugeben: Das alles macht mich munter. Das klingt so wenig verkopft, obwohl es zellmembranmäßig richtig dampfen muss, wenn man solche Tracks baut.
Aigner: Ja! »Produk 29« zum Beispiel: 1A Boogie-Synths, aber die kippen dann so geil um, wie man das in diesem Kontext halt nicht kennt. Toll.
Kunze: Hitchcockboogie, ey.
Aigner: Wundervoll. Und gar nicht soweit von Spezi Max D und Co. entfernt.
Kunze: Klingt für mich wie ne Detektivstory mit tausend wahnsinnigen Indizien, und die Lösung ist direkt da, auf der Tanzfläche.
Aigner:Ich finde da merkt man auch schön wie weitreichend das alles auf jemanden wie Floating Points abgefärbt hat, einfach nur von den Synths her.
Kunze: Gefällt mir eh gut, wie viel Gewicht die Songs haben. Da hat man richtig etwas zum anfassen.
»Das ist auch wieder so eine komplette Audienzverarschung. Das ist Hooligan-Techno, aber weil es Aphex Twin ist, behandeln wir das wie ein Kammerkonzert.«
Aigner: Ja voll! Aber man merkt schon: wir nehmen das hier auch direkt wieder viel zu Ernst. Du hast noch gar nicht dein Frühstück in die Kolumne integriert. Deswegen: wie würde es dir gehen, wenn du um 8 Uhr morgens »180db_« und Schimmelbrot essen müsstest?
Kunze: Ich glaube, dank »180db_« wäre ich dabei. Da würde ich mich so Space-Trooper-in-Not-mäßig fühlen und einen harten Actionheld-Flash kriegen. Einfach nur Schimmelbrot macht Bäuchlein tot.

Aigner: »180db_« ist glaube ich auch wieder so eine komplette Audienzverarschung. Das ist Hooligan-Techno, aber weil es Aphex ist, behandeln wir das wie ein Kammerkonzert. Danach, bei »CIRCLONT6A«, musst du stark sein, ich warne dich schon mal vor.
Kunze: Okay, ich bin jetzt da. Hat mich nach zehn Sekunden angekotzt, jetzt bin ich aber krass fasziniert davon, wie man so 8bit, CD-Rom-Laufwerk-Mucke in solch einen funky, funky Groove packen kann.
Aigner: Das Licht, du siehst es. Ich bin fast etwas enttäuscht. Ich will eigentlich, dass ihm endlich mal einer aufs Maul haut, aber ich kann’s halt nicht.
Kunze: Klar, die Musik macht aus meinem Ohrenschmalz ein scharfes Blatt Papier und ich mag mein Ohrenschmalz wie meine Marmelade: lauwarm und weich. Aber der Track ist halt ein kraaaahaasser Geniestreich. Fucking Vollgalopp durch die Datenwüste, Tempowechsel und trotzdem hat das Melodie. »Sick« will ich an dieser Stelle gerne mal in mein Vokabular aufnehmen. Sorry, jetzt finde ich das halt auch gut…
Aigner: Immerhin wurde das sicherlich das erste Mal mit einer Ohrenschmalz-Analogie unterfüttert.
Kunze: Ohrenschmalz spielt in meinem Leben gerade auch wieder eine verstärkte Rolle.
Aigner:Jetzt sag mal was negatives.
Kunze: Ich kann nicht mehr sagen, als dass mich das Album oft nervt, vor allem die Drums. Wenn er mit denen komplett ausrastet, klingt es halt doch so, als wolle er noch etwas beweisen. Aber weil das Zusammenspiel mit allen anderen Elementen so komplett unlogisch logisch und somit genial ist, finde ich sie doch wieder geil – ich habe keine Ahnung wie in Gottes Namen man das in grünen und blauen Soundbalken aneinandersetzen, wie man so etwas arrangieren kann…
Aigner: …und da ist halt immer noch Restgroove…
Kunze: …und auf diese Drums eine asiatische Opiumhymne zu setzen [»CIRCLONT14«] ist wieder geil, einfach geil, was soll man machen.
Aigner: Haha.

Kunze: Das Album ist eine eigene Welt.
Aigner: Beschreib die mal, ich kenne die schon irgendwie zu lange für frische Eindrücke.
Kunze: Ich habe halt das Gefühl, mich durch die Kabel des Google-Hauptquartiers zu wühlen, irgendwie zusammenzuschrumpfen, jeden Sound zu hören, den jede einzelne Verbindung macht und da so durch zu irren. Unter jedem scheiß Kabel liegt noch eines. In allen verschiedenen Farben und Durchmessern. Überall scheiß Kabel, ohne Ende, Alter, und im Endeffekt kommt doch so etwas geiles wie das Internet dabei raus! FLASH ALLLA FLASH!
Aigner: #historyinthemaking. Ich wusste es.
Kunze: Könnte das Schönste gewesen sein, was ich je über ein Musikstück gesagt habe. Was nicht heißt, dass ich den Song jetzt öfter als »I Don’t Like« hören werde.
Aigner: Hahahahaaha.
»Überall scheiß Kabel, ohne Ende, Alter, und im Endeffekt kommt doch so etwas geiles wie das Internet dabei raus!«
Kunze: Sorry, sorry, sorry, ich lese ja nicht viel und wider mich jetzt schon selber an, aber, das muss jetzt halt sein: Dass dieser Track, »Aisatsana«, am Ende des Albums steht, erinnert mich an »Infinite Jest«: die Ganze Zeit die volle Dröhnung von alles abdeckendem Wahnsinn, voll aus der Mitte der Moderne und dann, ganz am Ende, die einzige liebevolle Naturdarstellung und Ruhe.
Aigner: Wobei ich das von der Pointe fast schon zu billig finde. Ein paar schöne Klavierakkorde, thanks und goodnight, folks. Eigentlich erwartet man doch noch, dass einem zum Ende der Show ins Gesicht gepisst wird.
Kunze: Ich finde, dass es einem ins Gesicht pisst. Weil diese Harmonie einfach zu trügerisch ist nach so einem Werk. Und so eine trügerische Harmonie ist viel brutaler als Pipi direkt in die Augen.
Aigner: Ja, aber es überrascht nicht, vor allem weil die BPM-Zahlen in Klammern schon diese Brave New World-Pointe verraten.
Kunze: Der Effekt, den es hat, der hat mich schon überrascht.
Aigner: Es ist auf jeden Fall ein schlüssiges Plädoyer dafür auch 2014 Alben noch so zu hören, wie sie der Künstler sequenziert hat. Das ist ja fast schon nostalgisch, zwischen all diesen Googlethreadexplosionen.
Kunze: Pfuah, ich bin jetzt erschlagen.
Aigner: Jetzt sind wir total begeistert, aber wie oft wirst du dieses Album noch hören?

Kunze: Vielleicht ein, zwei Mal.
Aigner: Und ich glaube über diese Zahl würde er sich freuen, ich glaube das ist eigentlich das Ziel. So eine singuläre Erfahrung.
Kunze: Ja, und die ist es.
Aigner: Das ist jetzt medizinisch völliger Blödsinn, aber ich finde man kommt nirgends so nah an diese Asperger-Erfahrung ran wie auf Aphex Twin-Alben.
Kunze: Kann ich dazu jetzt noch irgendwas mit Ohrenschmalz sagen? Ich glaube nein.

Das Album »Syro« von Aphex Twin findest du bei hhv.de: 3LP, CD
Dein Kommentar
1 Kommentare
28.09.2014 18:37
Bertolt Brechtakt:
Mit der Singularität ist ein interessantes Fazit, gerade auch weil die Deluxe Edition des Albums mit einem Bonustrack kommt, der auf Papier gedruckt ist, also nicht gerade viele Abspielversuche erlaubt.
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 27.06.2014
Caustic Window
Caustic Window LP
Die »Caustic Window LP« zeigt: Richard D. James alias Aphex Twin kann auch 2014 noch für Wirbel sorgen.
Music Review | verfasst 19.09.2014
Aphex Twin
Syro
Aphex Twin ist zurück und zeigt uns mit »Syro« zeigt, dass jeglicher Enthusiasmus für diese Veröffentlichung absolut gerechtfertigt ist.
Music Review | verfasst 26.01.2015
Aphex Twin
Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP
Auf »Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP« lässt Aphex Twin nicht nur Instrumente sprechen.
Music Review | verfasst 21.08.2015
AFX
Orphaned Deejay Selek 2006-2008
Richard D. James belebt sein AFX-Alias. Orphaned Deejay Selek 2006-2008« ist stringent, aber kein überzeugendes Comeback.
Music Review | verfasst 07.07.2016
Aphex Twin
Cheetah EP
Der Aufmerksamkeit kann sich Aphex Twin stets sicher sein, wenn der einstige Überflieger der elektronischen Musik neues Material ankündigt.
Music Review | verfasst 31.08.2016
Mike & Rich
Expert Knob Twiddlers
Ein kindisches Vergnügen:1994 kamen die Knöpfchendreher Mike Paradinas und Richard D. James zusammen und nahmen »Expert Knob Twiddlers« auf.
Music Review | verfasst 14.09.2018
Aphex Twin
Collapse EP
Folge der Kinderstimme, und du wirst ankommen: Für einen »Collapse« macht Aphex Twin einem auf seiner neuen EP erstaunlich gute Laune.
Music Essay | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Kolumne | verfasst 13.10.2014
Zwölf Zehner
September 2014
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 14.05.2014
Vinyl-Sprechstunde
Kollegah's »King«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erörtern Florian Aigner und Philipp Kunze was Tiki-Taka mit Kollegahs neuem Album »King« gemeinsam hat.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.
Music Kolumne
Records Revisited
Why? – Alopecia (2008)
10 Jahre alt ist »Alopecia« dieses Jahr geworden. Sein Namen bezeichnet einen kreisrunden Haarausfall. Über ein Album, das über das Nebeneinander von Sentimentalität und Gleichgültigkeit den Zeitgeist einfing wie kein zweites.
Music Liste
Kutmah
Picks 10 latest Vinyl Records
Die Beatszene ist wohl kaum ohne die von Kutmah mit-initiierten Sketchbook Sessions denkbar. Teile daraus werden in Kürze als »Kutmah presents Sketchbook Radio Archives Vol.1« veröffentlicht. Diese Schallplatten gefallen ihm selbst gerade.
Music Liste
Matt Werth
Picks 10 latest Vinyl Records
Vor 15 Jahren hat Matt Werth das Label RVNG Intl gegründet. Es ist heute eines der taktgebenden Labels des Planeten. Wiederentdeckungen und Neuentdeckungen gehen hier Hand in Hand. Wie auch bei Matt Werths 10 Vinyl Picks.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Blood Orange – Negro Swan
Das neue Blood Orange-Album ist ne handvoll. Zwei unserer Kolumnisten sagen: too much. Der dritte sagt: Ja. Ja, es ist too much, aber genau das soll es auch sein: zu viel und nicht etwa gemaßregelt.
Music Liste
Dorian Concept
Picks 10 latest Vinyl Records
Dorian Concept gehört zu den spannendsten Musikern, die sich außerhalb jeglicher Genres bewegen, die eine eigene Idee bis zum Ende verfolgen. Sein neues Album »The Nature Of Imitation« wird in diesen Tagen bei Brainfeeder veröffentlicht.
Music Kolumne
Records Revisited
J Dilla – The Shining (2006)
»The Shining« war das erste posthum veröffentlichte Album von J Dilla. Man kriegt Soul, Funk, rohen Rap, auch das vertrackte Zeug. Kurz: Man bekommt die unendlichen Ausdrucksformen, die J Dilla beherrschte. Es ist ein wahrer Klassiker.
Music Liste
Roosevelt
Picks 10 latest Vinyl Records
Roosevelt könnte der internationale Popstar werden, den Deutschland nie hatte. Im September kommt jedenfalls sein neues Album »Young Romance«. Heuer hat sich der Kölner 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickz, die ihn derzeit gefallen.
Music Kolumne
Records Revisited
John Beltran – Ten Days Of Blue (1996)
Während andere seiner Generation das große Unbekannte und die Zukunft anvisierten, war Beltran müde. Und blieb, wo er war. Das mag reaktionär scheinen, und doch brachte es Neues hervor – eine Zukunft, ganz für sich alleine.
Music Liste
Steve Hauschildt
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Steve Hauschildt gebeten, durch unseren Webshop zu stöbern und sich 10 Schallplatten auszusuchen, die ihn derzeit am besten gefallen. Darunter heimliche Klassiker der elektronischen Musik und Highlights auch aus diesem Jahr.
Music Kolumne
Aigners Inventur
August 2018
Als wäre der Sommer nicht schon heiß genug, kommt auch noch Aigners Inventur. Unser Kolumnist wird direkt aus dem Urlaub abgeholt und im Opiumzelt in Manila abgesetzt. Ihr lest hier, was er VOR dem Fieber schrieb: fast nur Empfehlungen!
Music Liste
Alexander Tucker
Picks 10 latest Vinyl Records
Wir haben Alexander Tucker gebeten durch unseren Webshop zu stöbern und uns 10 Schallplatten zu nennen, die ihn derzeit inspirieren. Darunter mit Grouper, Chris Carter oder Henry Flynt durchweg Musiker, die kompromisslos ihren Weg gehen.
Music Porträt
Malka Tuti
Wohzimmer-Platten mit strangen Namen
Wo auf Industrial eine hebräische Nummer folgen kann: das Label Malka Tuti hat sich etabliert. Hier finden Kenner Musik, die wierd genug ist für die Off Locations und gut genug fürs Wohnzimmer.
Music Interview
Helena Hauff
Bock auf Bunker
Ein Synthesizer und ein Drumcomputer, die Tage erscheint Helena Hauffs neues Album. Viel hat sich nicht geändert bei der Hamburgerin, nur auf dem Bankkonto sieht es endlich besser aus. Gesprächsstoff gab es (trotzdem) genug.
Music Interview
Lena Willikens
Amsterdam State of Mind
Die Auflegerei ist in den vergangenen Jahren intellektualisiert worden, der DJ wird als Kurator wahrgenommen. Lena Willikens gehört zu den Protagonistinnen dieser Entwicklung. Die ihr selbst nicht nur angenehm ist.
Music Liste
L'Orange of Marlowe
Picks 10 latest Vinyl Records
L’Orange hat zusammen mit Solemn Brigham ein neues Projekt. Es heißt Marlowe. Ihr gemeinsames Debüt ist bei Mello Music Group erschienen. Aus diesem Anlass hat er 10 Schallplatten, die ihn derzeit besonders fesseln, gepickt.
Music Liste
Nicola Cruz
Picks 10 latest Vinyl Records
Nicola Cruz ist Franzose. Seine Eltern sind aus Ecuador. Seine Musik pendelt dazwischen und weit darüber hinaus. Seine Einflüsse kannst du ein Stück weit anhand seiner 10 Schallplatten nachvollziehen.
Music Interview
Deutsch Amerikanische Freundschaft
Eine Neutralität, die immer brennt
D.A.F waren revolutionär, weil sie eine Maxime hatten: nichts machen, was es schon mal gab. D.A.F sind immer noch aktuell, weil ihre Texte provozieren, ohne eine Meinung zu diktieren.