Music Kolumne | verfasst 05.09.2014
Zwölf Zehner
August 2014
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

01-CaribouFind it at hhv.de: LP Dan Snaith der alte Progger, hats mal wieder geschafft. So dürften ihn für das neue Caribou-Album mal wieder Indierocker, Chefraver und WG-Küchler gleichermaßen alle auf die Schulter klopfen. Er kriegt sie einfach alle. Das titelgebende »Our Love« schafft dabei den Spagat einer eleganten Metro-Area-Produktion und einer aberwitzigen (und funkigen) Rave-Intensität, die allerhöchstens noch Lone’s »Airglow Fire« anno 2014 für sich beanspruchen kann. Dazu der hypnotische Aufbau, dass selbst die Innervisions-Spaßbremsen vor Neid platzen dürften. In allen Belangen: einer für die Jahresbestenliste.

Caribous »Our Love« auf Soundcloud anhören

02-ernst Mit Caribou hätten wir den Sommerhit der Clubsaison abgesteckt. Ernst Palicek, dieser kauzige gürteltaschen- und schirmmützentragende Sympathikus Wiener Prägung liefert das Pendant für die spätsommerliche Terassen- und Biergartensaison. Dass man in Wien (und Salzburg) rund um das Camp des Produzenten Lex Lugner und Rappers Crack Ignaz etwas anders tickt und jenseits von Trends und Konventionen freudig an seinem eigenen (T)Rap- und (und Humor-) Verständnis werkelt, das bewies spätestens das 2013 auf Upmyalley erschienene »Elvis«. Die dadaistische Wienhymne »Summer in Wien« reizt dieses Verständnis jetzt bis zum Äußersten aus. Nach vier Minuten abgeschmackten Synths, Trapanleihen (sowie Kamp-Reminiszenz), einer dumpfen Melodien und kongenial stilwidrig eingesetzten Videoclip, ist man zweifelsfrei gewillt zu glauben: Nicht Mallorca, nicht Jesolo und auch nicht Berlin, nichts ist so schön wie der Sommer in Wien.

Ernst Paliceks »Summer in Wien« auf Youtube anhören

03-Berner Es ist schon eine große Leistung nach gut 25-jähriger Historie den definitiv gehaltlosesten und uncharismatischsten Verticker-Vers der Geschichte gefunden zu haben, in einem Genre wohlgemerkt, in dem vermutlich bereits ein 8-Jähriger gelernt hat wie viele Ipads er für einen Brick bekommt. Erstmal Gratulation dazu, Herr Berner. Dass »All In A Day« dennoch eine der definitiven Rap-Singles eines bisher reichlich schwachen Jahres werden muss, liegt daran, dass Young Thug hier endlich öffentlich seinen Verstand verliert und die wahnwitzigste Hook der Neuzeit, äääh, seit Versace zum besten gibt. Oh und der Beat. Der scheppert irgendwo zwischen Dead Prez Hochdruck, Metro Boomin und Hade um Thugs bizarre Performance Art. YG, Vital, geschenkt.

Berners »All in a a day« auf WorldStarHipHop anhören

04-Peaking-LightsFind it at hhv.de: LP Bei Pitchfork bemühte man für die neue Leichtigkeit beim Kuschelbär-Pärchen Peaking Lights M.I.A.-Vergleiche. Damit tut man »Breakdown« zwar keinen Gefallen, die Art und Weise wie hier mit tropischen und karibischen Zutaten aber ein veritabler, aber verspäteter Sommerhit gezimmert wurde, erinnert zumindest stellenweise schon an das unvergessene Sunshowers, wohingegen Dub natürlich immer noch der wichtigste Referenzpunkt des Duos bleibt. Ich glaube so hätte ich damals sogar Fat Freddy’s Drop verstehen können.

Peaking Lights »Breakdown« auf Soundcloud anhören
 

05-SeifuFind it at hhv.de: 12inch Ein Äthiopier, der in New Jersey studiert hat macht jetzt für einen Ableger von PPU britisch anmutenden Post-Alles-Kram, der hier klingt als hätten Skull Disco und Modern Love ausnahmsweise zum Frühstück keine Metallsplitter und Glasscherben im Müsli gehabt. Da hören wir doch zu, da bezahlen wir gerne 13 Euro für. Und staunen nicht schlecht, dass Mikael Seifu auch noch Hip Hop kann. Und House. Und dass »Dropleton« in seinen ganzen neun Minuten und fünfundvierzig Sekunden nicht einen Moment des Spannungsabfalls kennt.

Mikael Seifus »Dropleton« auf Soundcloud anhören
 

06-Gold-Panda »Clarke’s dream« bedeutet Gold Panda an der MPC und ein wohl rasanst produzierter Schnellschuss, quick & dirty, raus damit, fertig ist der Hit. Zweitaktiges Soulsample, eine auf den Punkt genau knuspernde Kickdrum und ein Wechselspiel von bewusst mies editieren Hi-Hats, deren Hintergrundrauschen quer durchs Membran schleudert. Loop auf Loop, Groove für Groove, mehr braucht es nicht. Mehr davon!

Gold Pandas »Clarke’s Dream« auf Soundcloud anhören
 

07-JackJFind it at hhv.de: 12inch Der behagliche Groove, die warme Bassline und – hell yeah, immer willkommen – das atmosphärisch figuierende Saxophon, hach, Jack J’s »Something (On My Mind)« weckt Assoziationen: Rasch müsste sich doch einer finden lassen, der hier ein Chris Rea Acapella drüber arrangieren kann!? Vollkommenheit wäre erreicht. Traum bleibt Traum. Trotzdem bietet »Something (On My Mind)« dieser Tage mit dem Ausflug in sentimentale Yacht-House-Gefilde die dringend benötigte Antipode zum übertriebenen Analogfetichismus unserer Tage.

Jack Js »Something (On My Mind)« auf Youtube anhören
 

08_gamble Es mag nicht konsensfähig sein, aber so ganz leichte Sorgen hatte zumindest ich mir schon gemacht um PAN und Lee Gamble. Mit soviel Boomkat-Liebe kann man ja auch gerne mal das E in Dance Music überstrapazieren und Kickdrum & Snare zum Proletariatshammer erklären. Schön also, dass der Chef persönlich bisher nur wunderbar verhuschte House-Tracks als Vorboten zu seinem bald erscheinenden Album Koch entsand hat. »Motor System« rumpelt stoisch, aber dynamisch, verschlafen, aber verbindlich und mit einem müde weggenuschelten Grabes-Vocal direkt in die Kisten, derer die vor zwei Jahren mit dem kruden Branding Outsider House hantierten.

Lee Gambles’ »Motor System« auf Soundcloud anhören

09-The-BugFind it at hhv.de: CD Manga ist Wiley und The Bug ein Geeneus. »Function« ist in seiner Unmittelbarkeit und rohen Brutalität eine herzlichst willkommener Throwback in die goldene Roll Deep Ära und die Art und Weise wie sich Manga mit allen Körperteilen gegen diese Basswand wehrt, erinnert beinahe schon an den in die Ecke getriebenen jungen Dizzee. Dazu das mit der Verzweiflung eines Hamburger Innenverteidigers vorgetragene Mantra, dass er doch auch nur versuche zu funktionieren. Ich hole derweil mal die Playstation I aus dem Keller…

The Bugs »Function (feat. Manga)« auf Soundcloud anhören
 

10-The-Stack »Reassuring« mag nicht besonders innovativ sein, diese erdrückend schweren Moll-Akkorde, das obligatorisch lamentierende Vocal-Sample, die kontrastiven und variablen Drumpatterns – natürlich hat hier jemand Four Tet gehört und vermutlich seinen ersten nicht funktionellen Rap Remix erst nach Hyph Mngo in Ableton gespeichert. Aber darum soll es hier nur bedingt gehen, denn Jim E-Stack hat hiermit eine wunderschöne Allegorie für diesen seltsamen Sommer geschrieben, melancholisch, schwül und mit ganz viel romantischer Verklärung für die Hoffnung auf Sonnenschein. Irgendwie das 2014er-Pendant zu Sweatson Klanks Contemplate.

Jim E-Stack »Reaussuring« auf Youtube anhören

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.10.2013
Zwölf Zehner
September 2013
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 12.10.2012
Daphni
Jiaolong
Daniel Snaith, bekannt als Caribou, macht sich mit seinem Projekt Daphni die Freiheiten des DJs zu Eigen.
Music Review | verfasst 02.10.2014
Caribou
Our Love
Caribou teilt die Liebe mit seinen Fans. Sein siebtes Album »Our Love« will gar nicht die große Geste – und hat trotzdem seine Probleme.
Music Review | verfasst 03.03.2020
Caribou
Suddenly
Caribou beschäftigt sich auf »Suddenly« mit persönlichen Themen. Darunter einigen traurigen, wie die Stimmungslage vieler Songs andeutet.
Music Kolumne | verfasst 04.03.2020
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Review | verfasst 06.01.2012
Peaking Lights
936
Bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres in den USA erschienen, kommt nun einer der ganz großen Würfe von 2011 auch in Europa heraus.
Music Review | verfasst 14.08.2012
Peaking Lights
Lucifer
»Lucifer, son of the morning« heißt es in einem Reggae-Klassiker. Der Einfluss von Reggae und Dub ist nicht nur im Titel enthalten.
Music Review | verfasst 04.01.2013
Peaking Lights
Lucifer In Dub
Peaking Lights können Patrick Cavaleiro mit den Dubversionen ihres letzten Albums »Lucifer« nicht überzeugen.
Music Review | verfasst 17.10.2014
Peaking Lights
Cosmic Logic
»Cosmic Logic«, die neue Platte von Peaking Lights, ist leider an einigen Stellen etwas orientierungslos.
Music Review | verfasst 21.08.2015
Sinkane x Peaking Lights
Mean Dub EP
Sinkane lädt Peaking Lights für die »Mean Dub EP« ein, Dubversionen einiger Stücke seines Albums »Mean Love« zu erstellen.
Music Review | verfasst 02.11.2011
Gold Panda
DJ Kicks
Dieser Mix ist eher etwas für lange Zugfahrten, Kopfhörer oder die heimische Couch als für euphorisch durchtanzte Nächte.
Music Review | verfasst 28.06.2013
Gold Panda
Half Of Where We Live
Gold Pandas erstes Album seit drei Jahren wäre richtig richtig gut, wenn er eine EP daraus gemacht hätte.
Music Review | verfasst 27.05.2016
Gold Panda
Good Luck And Do Your Best
Gold Panda hat für »Good Luck And Do Your Best« sein Klangarchiv nach von Reisen nach Japan mitgebrachten Samples durchsucht.
Music Porträt | verfasst 25.10.2010
Gold Panda
Gold, Glück, Ghostly
Auf seinem Debütalbum beeindruckt Gold Panda mit theatralischen Soundwelten. Der Durchbruch ist geschafft.
Music Interview | verfasst 02.07.2011
Gold Panda
Einfach immer besser
Sein Debüt Lucky Shiner war im letzten Jahr der gemeinsame Nenner, auf den sich Beatapologeten, Caribou-Hörer und Electronic-Frickler hinreichend einigen konnten. Valentin Menedetter traf Gold Panda zum Interview und klärt Grundlegendes.
Music Liste | verfasst 18.01.2019
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Review | verfasst 07.01.2013
Lee Gamble
Dutch Tvashar Plumes
Die ausschließlich am computer entstandenen Kompositionen von Lee Gamble machen ihn zu einem der Techno-Produzenten der Stunde.
Music Review | verfasst 12.09.2014
Lee Gamble
KOCH
Mehr als ein würdiger Nachfolger. Lee Gambles neue Platte »KOCH« führt die Stärken seiner Durchbruch-Platten aus dem Jahr 2012 zusammen.
Music Review | verfasst 19.10.2017
Lee Gamble
Mnestic Pressures
Die Rache der Erinnerung. Irgendetwas lastet auf dem Gedächtnis. »Mnestic Pressure« dazu zu sagen, klingt allerdings wesentlich besser.
Music Review | verfasst 06.03.2019
Lee Gamble
In A Paraventral Scale EP
»In A Paraventral Scale EP« ist eine künstliche Welt mit ihren eigenen Gesetzen. Und in der findet sich Lee Gamble einfach sehr gut zurecht.
Music Review | verfasst 01.07.2007
Wiley
Playtime Is Over
Wiley beweist mit seinem neuesten Release, dass Grime auch auf Albumlänge funktionieren kann. Da gibt’s einiges nachzulegen für Dizzee Rascal.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.