Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Text Florian Aigner, Philipp Kunze
Vinyl_sprechstunde_1024x685px-haftbefehl

Kunze: Die Zeit packt MIchel Focault aus, bei ALLGOOD wiederum lässt man sich dazu hinreißen, erzwungenen Analsex als Vergleich heranzuziehen. Bei »Russisch Roulette« ist zunächst die Rezeption am bemerkenswertesten.
Aigner: Ja, und sie sorgt wieder fast dafür, dass mir der Spaß am Album fast ein bisschen vergeht.
Kunze: Ich kann mich nicht erinnern, wann Rap-Schland bzw. ganz Musik-Schland das letzte mal so eine polarisierende Kultfigur hatte wie Haftbefehl.
Aigner: Eventuell 2003 mit Bushido oder noch eventueller: »Mein Block«. Und visuell hat dem deutschen Bürgertum halt nichts so sehr weh getan seit Azads »Napalm«.
Kunze: Ja, »Mein Block«! So gut wie der ist übrigens kein Song auf »Russisch Roulette«. Und der Azad-Vergleich bremst meinen Spaß; der ist mir zu pathetisch und Naidoo-ig.
Aigner: Haha, am Arsch, guck mal 90 Sekunden Napalm, dann weißt du, was alle meinen.
Kunze: Achso, ja, Schocker halt. Aber angestrengte Stimme. Und weil ich Azad erst später kennengelernt habe, finde ich das aus der Perspektive einfach jämmerlich. Azad baut halt wie eine Wühlmaus auf Steroiden seine Geschütztürme und Hafti ballert aus dem Handgelenk mit einem Grinsen alles weg. Und genau das macht alles so geil.

Aigner: Ja, absolut. Ich habe ja auch das achtjährige Jubiläum von »Hell Hath No Fury« letzte Woche würdig damit gefeiert, dass ich einen Artikel über Backpulver gelesen habe. Und ohne Scheiß: für mich gibt es da wirklich Berührungspunkte. Und das ist im Deutschlandkontext schon ein starkes Stück.
Kunze: Für dich gibt es Berührungspunkte zwischen »Hell Hath No Fury« und »Russisch Roulette«??
Aigner: Allein wie er – auf dem musikalisch eher zur schlechteren Hälfte gehörenden – »Schmeiß den Gasherd an« mit den Doppeldeutigkeiten spielt, musste ich an Keys Open Doors denken. Ich kann es ja selbst kaum glauben.
Kunze: Okay, du meinst es ernst.
Aigner: Ja, ohne Scheiß.
»›Hell Hath No Fury‹und ›Russisch Roulette‹ – für mich gibt es da Berührungspunkte.« Kunze: Alter, Clipse haben damals einen ganz neuen Sound geschaffen, Hafti hat einfach nur das soundmäßig fetteste und modernste Deutschrap-Album gemacht, das ich kenne. Aber irgendwo »avant« im Sinne der Rapkunst ist das ja nicht.
Aigner: Nein. Aber es ist so konzentriert ausgewählt musikalisch, dass die Worte extrem mächtig wirken. Noch ein Vergleich, der weh tut: siehe »The Documentary«.
Kunze: Hahahaha, (Thomas Hayo Voice) »Come on«. Mächtig: Ja. Fett: ja. Ballert: ja, Aber mehr? Und: »The Documentary«?
Aigner: Hafti macht hier das, was er eigentlich schon davor extrem gut gemacht hat, nur fokussierter und diese Sequenz bis zum ersten ruhigeren Track: ja ey, Game.

Kunze: Ich finde das Album ja auch eine Kanone. Aber für mich klingt das alles mehr danach, als hätte sich Hafti hier einfach alles gegönnt, was er je machen wollte: hier den »The Art Of Peer Pressure«-Song, da den »Fuck with me you know I got it«-Flow, da sich den O.G.Bobby Johnson-Beat nachbauen lassen. Das ist für mich mehr austoben auf höchstem Niveau denn konsequenter Klassiker.
Aigner: Ok. Weißt du was: wir müssen gar nicht überlegen, ob das im dünnbesiedelten Biotop Deutschrap-Klassiker ankommt. Ist es schon, allein wegen der Rezeption bisher.

Kunze: Ja, das Album muss man halt echt im Schland-Changer-Kontext betrachten. Also stark finden wir es ja beide. Aber du musst mir jetzt dabei helfen, was daran so umwälzend ist und warum die Rezeption so ist, wie sie ist. Also die schiere Macht des Albums taugt mir als Erklärung, nicht aber seine künstlerische »Finesse«.
Aigner: Das sind ja zwei verschiedene Aspekte. Die Rezeption sehe ich ja selbst kritischer, weil ich da immer noch das ekelige Gefühl habe, dass sich das Feuilleton auf die vermeintliche Charles Bukowski-meets-NWA-Poesie gegenseitig einen abschrammelt, weil es so einfach ist. Eigentlich ist es halt der NWA-Moment, den Deutschrap immer dachte schon gehabt zu haben, aber jetzt irgendwie erst bereit ist zuzulassen. Also auf der Presseseite. Da wird so viel pädagogisiert und parallelgesellschaftet, dass man da Haftis Beobachtungen in dieses Pantheon von Straight Outta Compton erhebt. Ich glaube das ist übertrieben, wenn auch nachvollziehbar.
Kunze: Aber warum jetzt, bei Hafti? Weil er in Anführungszeichen authentisch ist?
Aigner: Weil ich halt auch finde, dass das bisher so perfekt verpackt niemand gemacht hat. Die frühen Berliner waren irgendwie böse, haben Schwanz und Mutter gesagt, dann kam Bushido, aber der war halt auch einfach schon immer eher Presslufthammer als Seismograph. Und bei Hafti ist das alles einfach auch leichter zu intellektualisieren, allein schon linguistisch.
Kunze: Findest du das sprachlich so in einer anderen Liga, dass es das ganze Gewichse rechtfertigt?
Aigner: Was da slangmäßig abgeht, ist auf jeden Fall eine andere Liga. Hähnchen verkaufen zwischen Jugendwort-Coins am laufenden Band – ich glaube, man kann sich da schon reinsteigern.
Kunze: Ja, ich habe echt lange nichts deutsches mehr gehört oder gelesen, bei dem ich so das Gefühl hatte, dass sich die Sprache unreflektiert selbst ernährt. Da befruchtet echt ein Wort das andere und alles klingt so selbstverständlich. Vielleicht das erste deutsche Album, zu dem ich gerne Chicken Wings essen möchte.
Aigner: Das ist ja German Ebonics wie man das wirklich noch nicht hatte. Das klang bei der ersten Begegnung vor einigen Jahren schon fremd, aber dann sind da jetzt diese ganzen Ellipsen, diese Knopfhosen von Adidas, die Nokia-Beobachtungen, all das was die Intellligentia ja völlig richtig als für deutsche Verhältnisse wirklich dichtes Geschichtenerzählen erkannt hat. In Amerika wäre das vom Sujet ein Album, das nichts aber auch gar nichts Neues bieten kann. Aber hier: game changing. Sieh an, ich benutze auch schon das Vokabular der Zeit.

Kunze: Aber schön zusammengefasst allemal. Trotzdem: ich finde es hier eigentlich genau den falschen Schritt, so sehr über den ganzen Uni-Kack zu reden. Weil »Russisch Roulette« halt endlich mal ein Album aus daitschem Lande ist, das alles kann, ohne nur eine Sekunde angestrengt zu wirken. Ich freue mich eher über die »I don’t like«-ness des Albums als über seinen linguistischen Mehrwert; weil akademischen Mehrwert findet man ja in jedem Hundekot. Aber selige Ignanz – die gibt’s musikalisch zu wenig und die gibt es hier.
Aigner: Danke, genau so ist es. Es gibt ja nichts einfacheres als French Montana und Jürgen Habermas in einem Satz zu sagen. Also ich möchte auch noch betonen, dass ich die Sequenz von Beginn bis zum zweiten Azzlacks-Teil wirklich als quasi perfekt empfinde. Außerdem, meine These: »Ich Rolle Mit Meim Besten« ist einer der drei besten Rap-Beats des Jahres. Weltweit. Auch das meine ich ernst.
» Die frühen Berliner waren irgendwie böse, haben Schwanz und Mutter gesagt, dann kam Bushido, aber der war halt auch einfach schon immer eher Presslufthammer als Seismograph.« Kunze: Puh, wie oft haben wir uns via irgendeinem Kanal dieses Jahr schon »BEAT» geschrieben. Und ich finde ja den Rick-Rubin-Meets-Just-Blaze »Affen Aus’m Zoo«-Beat fast noch besser…
Aigner: Ich weiß, aber das ist für mich unfassbar. Pharrell mit Timbo im Studio und Hud Mo sorgt dafür, dass die alten Herren nicht an den nächsten Till Schweiger-Soundtrack, sondern an das »Black Album« denken. Ich krieg da Gänsehaut, ohne Scheiß. »Affen Aus’m Zoo« ist auch unfassbar, ja.
Kunze: Wie gut der auf’s letzte Pusha-Album gepasst hätte.
Aigner: Eben. Und das ist für mich die Leistung des Albums: ich denke da an die USA. Bei allem. Und Frankreich, aber das wurde ja auch schon so häufig diskutiert.
Kunze: Vielleicht bin ich nicht so endgültig Gänsehaut-euphorisiert, weil mir das auf Dauer zu anstrengend ist. Einfach die Stimme: der Frosch, der Schrotflintenstaub und Morgensterne verschluckt hat. Flext natürlich, aber auf Album-Länge…

Aigner: Also ich bin mit den vierzehn Tracks glücklich, aber wenn man den Laden nach dem zweiten Azzlackz-Teil dicht macht, dann ist das Album von seiner Sprengkraft noch viel krasser.
Kunze: Kein Fan von »Anna Kournikova«?
Aigner: Wollte ich gerade ansprechen, danke. Jein. Also sehr geil, weil es eine metahumorige Ebene einbringt, die man bei Hafti ja auch in Interviews durchaus häufiger bekommt. Aber allein diese Wumme-Allegorie, die wurde schon dermaßen häufig und in Perfektion benutzt, dass ich das fast redundant finde, auch wenn das natürlich mit dem ganzen Autotune-Schmonz schon toll ist.
Kunze: Aber: Deutschrap braucht mehr Tracks, die einfach heißen, wie irgendjemand berühmtes #charlesBAKELY.
Aigner: Auf jeden Fall. Ich freu mich auf Haftis Dikembe-Cover. Würde das funktionieren? »Jay-Jay-Okocha – meine Chos wissen I gotcha oder so.« Gerade gemerkt, das wird nur bei Hafti klappen.
Kunze: Ein Jay-Jay Okocha-Tribut von Hafti. JA, bitte! Alleine, dass man sich einen Refrain, der aus nichts anderem als dem Namen Jay-Jay Okocha besteht und Strophen, in denen von Block-Fluren und Louis-Bags erzählt wird, als geil vorstellen kann, sagt eigentlich alles über das Album.

Aigner: Was ich irgendwie noch loswerden muss: Hafti ist ja schon irgendwo der deutsche E40, nur dass er damit halt direkt auf Wahlkampfplakate kommt. Das ist einerseits einfach, andererseits auch nicht, wo sich Deutschland so schwer tut, Sprachveränderungen zu akzeptieren. Ich weiß nicht, was es hier noch zu perfektionieren gäbe. Und deswegen nochmal: »The Documentary«. Alles gemacht was es zu tun gab. Rrrrrrasiert.
Kunze: Einen eigenen, zusammenhängenden Sound und kein »Best Of US-Rap 2012 bis 2014«, das gäbe es hier noch zu tun. Aber trotzdem: rrrrrasiert.
Ainger: Fair. Aber »Hell Hath No Fury« macht hier eh keiner. Deswegen: hör auf die Stimme in dir, hör auf die Stimme in dir!
Kunze: Okay, die Stimme in mir sagt: Baba Haft darf jetzt den Throne watchen.

»Russisch Roulette« von Haftbefehl findest Du bei hhv.de auf CD, 2LP und 2CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.12.2014
Haftbefehl
Russisch Roulette
Haftbefehls »Russisch Roulette« ist definitiv eine Wand, die genommen werden muss, um beim Gangsta-Rap weiterhin auf Augenhöhe mitzuspielen.
Music Kolumne | verfasst 15.11.2010
Entweder Oder
Entscheider: Haftbefehl
Wir haben den bekennenden BILD-Leser mit ein paar Promis in den Ring gebeten. Wer ist cool, wer bekommt eine Abreibung?
Music Kolumne | verfasst 10.01.2012
Keine halben Sätze
Proband: Haftbefehl
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unsere Interviewpartner ergänzen diesen dann in ihrem Sinne. Diesmaliger Proband: Haftbefehl, Alter: 26, aufgewachsen in: Offenbach, lebt in: Offenbach.
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne | verfasst 03.02.2016
Vinyl-Sprechstunde
Heute: »0,9« von SSIO
SSIO ist ein Barbar in seinen Texten. Und trotzdem haben ihn alle gerne; und zwar Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Unsere Autoren sind dem Phänomen im Gespräch über »0,9« auf den Grund gegangen.
Music Kolumne | verfasst 20.02.2013
Hyperton
Februar 2013
Hyperton ist der monatliche Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Wir treffen eine kleine Auswahl an aktuellen Schallplatten und schauen mal nach, was die anderen Gazetten so schreiben.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne | verfasst 14.10.2015
Vinyl-Sprechstunde
Wandas »Bussi«
Was ist das mit Wanda? Warum zieht die Band so viele Menschen in ihren Bann? Unsere beiden Kolumnisten haben sich Wandas zweites Album angehört und versucht, eine Antwort darauf zu finden.
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Kolumne | verfasst 15.06.2016
Vinyl-Sprechstunde
Radiohead: »A Moon Shaped Pool«
Radiohead bringen in zwei Tagen ein neues Album raus. Die Welt hält den Atem an. Unsere Autoren haben das Album schon gehört – und auch ihnen schlägt das ›Event‹ auf die Atemwege.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.
Music Essay
Frauen des Jazz
We Insist Female
Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das muss sich ändern. Denn schon in der Vergangenheit haben Musikerinnen den Jazz maßgeblich geprägt und auch die Zukunft liegt in ihren Händen.
Music Kolumne
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Essay
Britischer Jazz
On The Hot Spot
Der Jazz auf den Britischen Inseln steckt 2019 im Generationenumbruch. Neue Talente von Manchester bis London revidieren festgefahrene Konventionen und loten selbstbewusst die Grenzen des Genres aus. Warum gerade jetzt?
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Unknown Pleasures (1979)
Mit ihrem Debütalbum »Unknown Pleasures« verhalfen Joy Division der introvertierten Aggression des Post-Punk zum großen Durchbruch und galten fortan als traurigste Band der Welt. Sind sie auch 40 Jahre später noch so düster?
Music Porträt
Àbáse
Magische Momente
Inspiriert von Fela Kutis Afrobeat, Blue Note-Jazz und einer lebensverändernden Erfahrung in Brasilien, vereinen Àbáse mit ihrer neuen EP »Invocation« die beste aller Welten. Wir hatten die Gelegenheit mit Szabolcs Bognar zu sprechen.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 2)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den Achtzigern hoch im Kurs. Warum, erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan Forever«. Teil zwei widmet sich dem experimentellen Sound der japanischen »Bubble Economy«.
Music Essay
Cool Japan
Warum japanische Musik ein Revival feiert (Teil 1)
Seit geraumer Zeit stehen Reissues japanischer Alben aus den 1980er Jahren hoch im Kurs. Warum, das erforscht unsere zweiteilige Serie »Cool Japan«. Wir fangen mit den Anfängen elektronischer Musik in Japan an.
Music Interview
DJ soFa
Die Einmaligkeit von Sounds
Mit den von ihm kuratierten »Elsewhere«-Compilations richtete der Belgier DJ soFa in jüngster Zeit den Scheinwerfer auf zu Unrecht übersehene, aktuelle Musik. Daneben ist er passionierter Schallplattensammler. Ein Gespräch.