Music Kolumne | verfasst 07.01.2015
Records Revisited
Fennesz' Venice, 2004
Vor zehn Jahren veröffentlichte Christian Fennesz sein bis dahin viertes Album »Venice«. Darauf gab der Wiener Gitarrist seine eigentümliche Synthese von Noise und Pop eine neue Wendung.
Text Kristoffer Cornils
Records_revisited_vorlage_1024x685px

Was Venedig und die Gitarre gemeinsam haben? Ganz einfach: Sie sind beide mit dermaßen vielen Klischees überfrachtet, dass ein Befreiungsschlag wie ein Segen kommt. Ob nun das romantische Geblubber von der Stadt, in der die Gondeln Trauer tragen oder das Bild vom schwanzverlängernden Rockinstrument, auf dem haarige Typen schnulzige Stadion-Hymnen zusammenklimpern: Hin und wieder tut es Not, wenn solche tradierten Bilder zerschmettert und von Neuem wieder aufgebaut werden.

Klischees abbauen
Als Gitarrist hatte der studierte Musiker Christian Fennesz sich bis Anfang der 1990er Jahre kaum aus der Grauzone der Konventionalität hervorgewagt. Vom Werk seiner von 1989 bis 1992 existierenden Indierockband Maische, die damals zur Szenegröße avancierte, distanziert er sich heute. Bis Techno über Österreich kam und alles anders wurde. Das Equipment wurde billiger, einfacher zu bedienen und auch Fennesz machte sich daran, auf andere Art zu musizieren.

Von der Gitarre verabschiedete er sich jedoch keineswegs, er nutzte sie nur anders – völlig anders. Auf der EP »Instrument« aus dem Jahr 1995 nutzte er sie als Samplegrundlage, seine 7" »Plays« von 1998 zollte sogar durch – wohlgemerkt: kaum erkennbare und daher von den österreichischen Verwertungsgesellschaften als Originale deklarierte – Coverversionen zwei Gitarrenbands Tribut: Den Rolling Stones und den Beach Boys.

Good Vibrations
»Mein Ding war immer, etwas ganz Eigenständiges zu schaffen, das sonst niemand machte. (…) Aber ich wusste immer, dass ich nur das machen sollte, was ich am besten kann. Und da spielt die Gitarre einfach eine Rolle«, erklärte Fennesz in der oral history »WienPop«. Damit avancierte er in der Wiener Szene der 1990er Jahre zur Ausnahmefigur, konzentrierte sich doch alles auf den virilen Techno-Boom oder aber die Avantgarde-Noiseniks, die sich um junge Label Mego (heute: Editions Mego) scharten. »Sie hatten Kühlschränke, und ich hatte die Gitarre«, sagte Fennesz in Anspielung auf das erste Release des von Peter Rehberg, Ramon Bauer und Freunden kuratierte Label, die EP »Fridge Trax«.

Nicht allein die Gitarre allerdings, sondern auch das Gespür für weiche Harmonien, die sich selbst mit dem knusprigsten Noise nicht bissen. Sein Durchbruch gelang Fennesz im Jahr 2001 mit »Endless Summer«, seinem dritten Album, das wie sein Debüt »Hotel Paral.lel« auf Mego erschien. Darin tauchten erneut, 35 Jahre nach Veröffentlichung der »Pet Sounds«, die Beach Boys als unüberhörbare Referenz auf. »Für mich ist Noise nichts, das ich zum Schocken benutze, oder weil es komisch oder merkwürdig oder was auch immer ist. Ich benutze es, weil ich es schön finde. Für mich liegt eine stark hypnotische Kraft in Noise-Musik, und etwas, was ich aus meiner Musik nicht wegdenken möchte«, äußerte sich Fennesz in einem Interview gegenüber Pitchfork.

Nach »Endless Summer« hatten sich die Hörgewohnheiten schlicht verändert, wurde Noise mit offeneren Ohren empfangen als zuvor. Fennesz aber wäre nicht Fennesz, wenn er das Rad, das er selbst zum Laufen gebracht hatte, nicht noch weitergedreht hätte. Pop Will Eat Itself
»Endless Summer« entdeckte so den Noise im Pop und umgekehrt. Es war ein bahnbrechendes Album, weil es beide Genres zugleich von ihren Klischees freischlug und aus ihrer Synthese etwas viel Größeres erwachsen ließ. Das hatte seine Folgen. »Als ich meine erste Platte auf Mego im Jahr 1994, 1995 machte, spielte ich sie meiner Mutter vor«, erinnerte er sich in einem Interview mit Philip Sherburne auf dem Blog Wondering Sound in diesem Jahr. »Sie sagte: ‚Das ist total chaotischer Krach, darin kann ich absolut nichts sehen!‘ Sie war ehrlich. Ein paar Jahre später veröffentlichte ich dasselbe Album auf der Platte »Field Recordings 1995:2002« auf Touch erneut. Es enthielt den ersten Track von damals. Und meine Mutter hörte es sich an und sagte: ‚Hey, Christian, warum kannst du nicht mehr solche schöne Musik wie diese hier machen?‘ Das verblüffte mich. Offensichtlich hatte sich ihr Hörverhalten geändert.«

Vermutlich ist das 2004 auf Touch erschienene »Venice« deshalb eine Art ungeliebtes Kind der umfassenden Fennesz-Diskografie, die neben einer Vielzahl von Live- und Studio-Kollaborationen auch Theater- und Filmmusik umfasst. Nach »Endless Summer« hatten sich die Hörgewohnheiten schlicht verändert, wurde Noise mit offeneren Ohren empfangen als zuvor. Fennesz aber wäre nicht Fennesz, wenn er das Rad, das er selbst zum Laufen gebracht hatte, nicht noch weitergedreht hätte.

Fennesz’ »Venice«: das ungeliebte Kind
Die Beach Boys-Referenzen schwanden und mit ihnen das Gefühl der Sorglosigkeit. Die vor Ort im venezianischen Sommer 2003 aufgenommenen Tracks – von denen zwölf auf dem Originalrelease und 14 auf der Neuauflage anlässlich des zehnten Jubiläums des Albums zu hören sind – durchzieht selbst noch in ihre euphorischsten Momenten wie etwa dem Kernstück »Circassian«, einer der beiden gemeinsam mit dem Avantgarde-Gitarristen Burkhard Stangl komponierten Tracks auf »Venice«, ein Gefühl der Beklemmung.

Das liegt nicht zuletzt am Gastauftritt des ehemaligen Japan-Sängers David Sylvian, der auf dem Song »Transit« auf seine unnachahmliche Art Zeilen wie »The lights are dimming/The lounge is dark/The best cigarette is saved for last/We drink alone/We drink alone« ins Mikrofon raunt, nein: Fennesz zeichnet mit seinen klangmalerischen Drones auch ein ganz neues Bild einer Stadt, die von ihrer kulturellen Rezeption völlig überformt wurde. Auf »Venice« schmettern keine Gondoliere ihre schmusigen Schnulzen, sondern ihre Nussschalen werden von den harschen Akkorden von »The Stone Of Impermanence« mit Klangwellen überrollt, die selbst noch die Seufzerbrücke hinwegspülen könnten.

Keine schmusigen Schnulzen
Stand »Endless Summer« noch für in sich ruhende Harmonie, verkörperte »Venice«, dessen Artwork von den eindringlichen Fotografien des Touch-Mitbegründers Jon Wozencraft bestimmt wird, eine Art von ruheloser Intensität. Jedes Klangteilchen scheint sich am nächsten zu reiben, jeder dröhnende Orgelton wimmert angespannt und jeder entfernt erklingende Vocal-Schnipsel scheint um Hilfe zu flehen. Und doch liegt in dieser Synthese aus Pop und Noise, die Fennesz mit »Venice« keineswegs hinter sich gelassen hat, noch unvergleichbar viel Schönheit. Hier und dort brechen deutlich vernehmbar klare Gitarrenmelodien und Gitarrenakkorde den wolkenverhangenen Horizont. Denn wenn Fennesz das macht, was er am besten kann, ja, dann spielt die Gitarre einfach eine Rolle.

Das Album »Venice« von Fennesz wurde in diesen Tagen wiederveröffentlicht und du findest es bei hhv.de: 2LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.02.2012
Fennesz + Sakamoto
Flumina
Fünf Jahre nach ihrer letzten Zusammenarbeit, spinnen Fennesz und Ryuichi Sakamoto erneut gemeinsam wundersame Fäden.
Music Review | verfasst 06.08.2012
Fennesz
AUN - The Beginning and the End of all Things
Einmal mehr veröffentlicht Fennesz einen Soundtrack und lässt dabei vergessen, dass es sich noch immer um funktionale Musik handelt.
Music Review | verfasst 28.01.2016
Fennesz
Mahler Remix
Wie bei einem Palimpsest schreibt Christian Fennesz in seinem »Mahler Remix« Noise über dessen Symphonien. Das schlägt Funken.
Music Review | verfasst 10.04.2019
Fennesz
Agora
»Agora« ist sehr viel sparsamer als die vorangegangen Releases des österreichischen Musikers. Doch damit erreicht Fennesz einfach sehr viel.
Music Review | verfasst 28.04.2014
Fennesz
Bécs
»Bécs«m Fennesz’ Rückkehr zum Label Editions Mego nach 13 Jahren, knüpft wieder stärker an den abstrakten Pop seiner früheren Platten an.
Music Review | verfasst 27.06.2016
Christian Fennesz & Jim O'Rourke
It's Hard For Me To Say I'm Sorry
Christian Fennesz und Jim O’Rourke zeigen auf »It’s Hard For Me To Say I’m Sorry« ein Herz für Chicago. Nee, nicht die Stadt. Die Band!
Music Review | verfasst 21.07.2011
Biosphere
N-Plants
Die Entstehungsgeschichte ist noch das Spannendste am neuen Album von Biosphere, findet unser Kritiker Jens Pacholsky.
Music Review | verfasst 29.10.2012
Hildur Guðnadóttir
Leyfdu ljosinu (Aware The Light)
Wer keine Geduld hat, verliert bereits im Prelude die Orientierung. Wo es hingehen soll, das erfährt man erst ganz zum Schluss.
Music Review | verfasst 04.10.2012
Mika Vainio
Magnetite
Auch auf »Fe3O4 Magnetite« extrahiert Vainio wieder einmal Radiosignale, Klanghölzer und Sinuswellengenerator, Atomreaktor und Klangschale.
Music Review | verfasst 04.07.2013
Geir Jenssen
Stromboli 12"
Als Musiker wird Geir Jenssen dem Fotografen ein wenig ähnlicher; er bildet die Schönheit der Natur nicht mehr nach, nein, er bildet sie ab.
Music Review | verfasst 14.02.2014
BJ Nilsen
Eye Of The Microphone
Auf »Eye Of The Microphone« durchstreift BJ Nilsen verschiedene Orte Londons und anstatt sie nur zu rezitieren, bettet er sie in Stimmungen.
Music Review | verfasst 09.06.2014
Thomas Ankersmit
Figueroa Terrace
Sehr abwechslungsreich ist »Figueroa Terrace« des niederländischen Klangkünstlers Thomas Ankersmit geworden.
Music Review | verfasst 27.06.2014
Jacaszek & Kwartludium
Catalogue des Arbres
Für seinen »Catalogue des Arbres« verwendet Jacaszek Field Recordings von raschelnden Blättern und kombiniert sie mit Instrumenten.
Music Review | verfasst 15.07.2014
Hildur Gudnadottir
Saman
Klar und aufgeräumt. Hildur Gudnadottir geht es auf »Saman« in erster Linie um das Miteinander von Gesang und Cello.
Music Review | verfasst 01.04.2015
Biosphere/Deathprod
Stator
Biosphere und Deathprod haben sich zum zweiten Mal zusammengetan. Diesmal wären wohl zwei EPs stimmiger gewesen.
Music Kolumne
Records Revisited
Nas – Illmatic (1994)
Wenn es um Nas’ »Illmatic« geht, spitzen sich die Ohren all jener, die Rap auch nur ein Fünkchen abgewinnen können. Klar, denn »Illmatic«, das sind Erzählungen für jeden und Nas wurde zum poetischsten Chronisten seiner Zeit.
Music Liste
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Aphex Twin – Selected Ambient Works II (1994)
Der Mythos beginnt: Aphex Twin schraubt an Synthesizern, lebt in Cornwall und ballert den breitesten elektronischen Sound aus den Boxen. Doch mit »Selected Ambient Works II« brennt er seinen Sound ins kollektive Gedächtnis der Popkultur.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2019
Insider munkeln: unser Kolumnist musste sich im Karneval mindestens einmal als Erdbeere tarnen. Trotzdem hat er uns pünktlich seine Inventur im Postfach gelassen, das ist natürlich spooky AF, Bratan!
Music Interview
Little Simz
»Es ist ein bisschen wie Wachstumsschmerzen«
Sie ist in kurzer Zeit zu einer Art Gallionsfigur des indierap geworden. Größen wie Jay-Z oder Kendrick Lamar haben sie längst auf dem Zettel. Mit ihrem dritten Album »Grey Area« legt sie nochmals eine Schippe drauf. Zeit für ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
De La Soul – 3 Feet High And Rising (1989)
Blümchenrap für alle: De La Soul waren vor 30 Jahren im Hip-Hop der Gegenentwurf zur Männlichkeit des Gangsta-Rap. Ihr Debütalbum ist bis heute ein Klassiker, der in seiner unbefangen-freundlichen Grundhaltung leicht wehmütig macht.
Music Essay
Colundi Music
How to oscillate completely
Seit einigen Jahren taucht ein Begriff in den Plattenläden, Musikmagazinen und Onlineforen auf: Colundi. Dahinter steckt ein neuartiges Tonsystem, das zwei Produzenten aus dem Rephlex-Umfeld entwickelten. Wir sind der Sache nachgegangen.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne
Records Revisited
The Roots – Things Fall Apart (1999)
Mit »Things Fall Apart« sollte sich für The Roots entscheiden, ob sie einfach Kritikerlieblinge blieben oder auch den großen kommerziellen Erfolg erreichen könnten. Es wurde ihr Durchbruch.
Music Interview
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Porträt
Multi Culti Records
The Music Is The Massage
Multi Culti ist eines der Labels der Stunde. Entschleunigung ist nicht zu erwarten. Ihr Faible für tribale Rhythmen, hippie-eske Attitüde und wahre Freundschaft trifft nicht nur den Zeitgeist, es macht sie auch wenig anfällig für Trends.
Music Interview
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Music Interview
Yassin
»Rap kann dich weiterbringen«
Seit mehr als zehn Jahren ist Yassin nun im Geschäft, und nun ist mit »Ypsilon« sein erstes Soloalbum erschienen. Dass ihm Rapmusik eine Herzensangelegenheit ist, war schon vorher klar. Im Gespräch wurde es noch einmal klarer.
Music Liste
Selling
Picks 10 latest Vinyl Records
Der als Gold Panda bekannte Derwin Dicker hat sich mit Jas Shwa von Simian Mobile Disco zusammengetan und als Selling ein gemeinsames Album, »On Reflection«, veröffentlicht. Was sonst noch auf irhen Plattenspieler kommt, verraten sie hier.
Music Liste
Chris Liebing
Picks 10 latest Vinyl Records
Chris Liebing ist vor kurzem 50 Jahre alt geworden. Und doch ist es, als wäre es gestern gewesen, als er als Augenzeuge, mehr noch, als Wegbereiter dem Techno hin zur Massenkultur den Weg bereitet. Hier und heute pickt er 10 Schallplatten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2019
Es ist 2019. Real-Player-Audioqualität auch kein Fickfinger mehr, sondern nur noch Pein im Popo. Aigners Inventur wieder da. Der einzige Anlass auf der Welt also, um mal kurz aus dem Winterschlaf respektive K-Hole aufzuschauen.
Music Liste
deM atlaS
Picks 10 latest Vinyl Records
deM atlaS war mal Frontmann einer Rockband, zeichnet Stück für Stück schon mal sämtliche Covers einer Vinylauflage und debütierte jüngst auf Rhymesayers. Diese Schallplatten gefallen ihm aktuell selbst.
Music Kolumne
Records Revisited
Elecktroids – Elektroworld (1995)
Wer sind sie und wenn ja wie viele? Diese Frage haben sich seit der Erstveröffentlichung von »Elektroworld«, dem 1995 erschienenem, einzigen Album der Elecktroids, so einige gefragt. Die Hinweise auf einen Urheber haben sich verdichtet.
Music Porträt
Retrogott & Hulk Hodn
Gesprächsfetzenkontamination
Seit nun auch schon beinahe 20 Jahren sind Retrogott und Hulk Hodn gemeinsam unterwegs. Lange Zeit als Huss&Hodn, seit 2013 mit neuem Namen. Geändert hat sich ansonsten allerdings nichts. Und diese Konstante, das genau ist ihre Kunst.
Music Porträt
Cannonball Records
Bombenstimmung auf der Tanzfläche
2014 hat der Italiener Alberto Zanini sein Label Cannonball Records gegründet. 30 Releases später kann man sagen, dass er damit einen nicht unerheblichen Beitrag für die Rare Soul-Szene leistet.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November 2018
Steht in Marrakesch und check gar nichts mehr: die letzte Inventur des Jahres, unter anderem mit Max Graef, Black Merlin, Guavo, Julia Holter, Bruce und Objekt. Theoretisch wieder eine Sensation.
Music Porträt
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Liste
Max Graef
Picks 10 latest Vinyl Records
Max Graef spricht deine Sprache nicht, dafür aber jede andere. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums »Lo Siento Mucho Pero No Hablo Tu Idioma« hat der Berliner 10 empfehlenswerte Schallplatten aus unserem Shop ausgewählt.
Music Liste
Jakko Eino Kalevi
Picks 10 latest Vinyl Records
Den Finnen kann man ja einiges Nachsagen. Als »Dream-Pop-Reformer« sind sie aber bislang noch nicht beschrieben worden. Dabei dürfen sie sich in Person des Popmusikers Jaakko Eino Kalevi genau dies auf die blau-weiße Fahne schreiben.
Music Interview
The Last Poets
Nichts erfunden
Vier Wochen nach dem Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. haben sich The Last Poets gegründet. Ihr kreatives Schaffen ist eine Art Initial für das, was wir heute »Hip-Hop« nennen. Wir trafen sie zu einem sehr spannenden Interview.
Music Interview
Mndsgn
Beats ohne Einschränkungen
Mndsgn baut Beats. Er gehört zum erlauchten Kreis des Labels Stones Throw. In diesem Jahr hat er ein eigenes Label gegründet, eine Platte veröffentlicht und u.a Beats für Fatima und Prophet produziert. Zeit für ein Interview.
Music Porträt
Art Ensemble Of Chicago
Let's Push Things Forward
Seit 50 Jahren arbeitet sich das Art Ensemble Of Chicago am Jazz ab. Eines ihrer einflussreichsten Veröffentlichungen, »Les Stances a Sophie« aus dem Jahre 1969, wurde nun wiederveröffentlicht. Wir geben Einblick in eine unterschätzte Band.
Music Kolumne
Records Revisited
Sonic Youth – Daydream Nation (1988)
Mit ihrem fünften Studioalbum »Daydream Nation« schufen Sonic Youth einen Meilenstein, dessen Sound bis heute nachhallt. Auf über siebzig Minuten kulminieren Noise, Rock und Indie. Schall und Wahn im Amerika von US-Präsident Ronald Reagan.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Oktober 2018
Noch ist die Echsentransformation nicht abgeschlossen. Aber wo anderorts leider der Musikjournalismus stirbt, bleibt Aigner der letzte lebende Dinosaurier. Hier ist die Inventur des Monats Oktober. Best cherish it!
Music Interview
Atmosphere
Wir Kinder von Action-Figuren
Seit 20 Jahren sind Atmosphere nun schon im Geschäft. Müde werden Slug und Ant dabei nicht. Pünktlich zum Release ihres neuen Albums »Mi Vida Local« sprachen wir mit Slug über Straßen, Action-Figuren und den Reiz von Rettungsboten.
Music Liste
Jerry Paper
Picks 10 latest Vinyl Records
Jerry Paper komponiert groovy Popliedchen am Synthesizer, mit schrulligen Saxophonsounds und lächerlichem Cembaloklänge. Die 10 Schallplatten, die er aus unserem Webshop gepickt hat, sind weniger albern, aber verspielt und groovend.
Music Liste
Terr
Picks 10 latest Vinyl Records
Terr hat sich nach einer Figur aus dem Sci-fi-Evergreen »Fantastic Planet« benannt. Das Interstellare spielt halt eine große Rolle in ihrer Musik. Für uns hat sie nun 10 Schallplatten aus unserem Shop gepickt.
Music Liste
Ital Tek
Picks 10 latest Vinyl Records
Schon mehr als zwanzig Jahre lang veröffentlicht Ital Tek seine Idee einer atmosphärisch dichten, elektronischen Musik. Wie breit gefächert sein Musikgeschmack ist, kannst du an seiner Auswahl an aktuellen Lieblingsplatten erkennen.
Music Porträt
Time Capsule Records
Kosmisch versiegelt
Vom Sushi-Restaurant zum eigenen Label: Mit Time Capsule will Kay Suzuki die Hörerschaft erleuchten. Gut ausgesuchte und bestens aufbereitete Musik dient ihm dabei als Schlüssel.
Music Liste
Thalia Zedek
Picks 10 latest Vinyl Records
Thalia Zedek ist eine Legende. Eine zu Unrecht vergessen Legende. Es ist Zeit sie wiederzuentdecken. Für uns hat sie 10 Schallplatten aus unserem Shop gewählt, für die sich ihrer Meinung nach derzeit das Kämpfen lohnt.
Music Kolumne
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne
Aigners Inventur
September 2018
Nebenkostennachzahlungen bei Eminem, Instagram-Tutorials von Travis Scott, Tapetenanalyse mit YG: mal wieder keine Ahnung was der Aigner hier macht, aber dank Djrum hört die Inventur dann doch irgendwann auf ihre niedrigen Instinkte.